Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

  • Vor 90 Jahren:

    08. 08. 1931: [Jüterbog, Deutschland] Der berüchtigte Eisenbahnattentäter Sylvester Matuska (Attentate in Maria Anzbach an der Westbahn und in Biatorbágy, Ungarn) sprengt gegen 22:00 Uhr bei Jüterbog unter der Lok des Schnellzuges D 43 von Basel nach Berlin ein Stück Schiene weg, was den Zug zum Entgleisen bringt.
    Opferbilanz. 82 Verletzte.

    Vor 65 Jahren:

    07. 08. 1956: [Barra do Pirai, Brasilien] In Barra do Pirai fährt ein Güterzug auf freier Strecke auf einen Reisezug auf.
    Opferbilanz: Über 20 Tote.

    Vor 35 Jahren:

    06. 08. 1986: [Palamau, Bundesstaat Bihar, Indien] Der Schnellzug von Tatangar nach Amritsar stößt in der Nähe von Palamau mit ein paar Güterwaggons zusammen, die sich zuvor von einem Güterzug gelöst haben. Die Reisezugwagen des Schnellzuges stürzen nach dem Zusammenstoß in einen Kanal. Rund 150 Fahrgäste werden in den Waggons eingeschlossen und müssen bis zu 18 Stunden auf ihre Rettung warten.
    Opferbilanz: 52 Tote, 35 Verletzte.

    Vor 25 Jahren:

    06. 08. 1996: [Petershausen, Freistaat Bayern, Deutschland] Um 02:43 Uhr entgleist auf der Einfahrweiche des Bhf. Petershausen der neuntgereihte Niederflurwagen des von einer Lok der Reihe 139 gezogenen RoLa-Zuges 42154 Brennersee - Manching und rammt dabei eine im Bhf. abgestellte Triebwagengarnitur der Reihe 420. Erste Entgleisungsspuren werden bereits ca. 1.000 m vor der Unfallstelle gefunden. Durch die Entgleisung kommt es zu einen Kurzschluss der Fahrleitung, wobei der dabei entstehende Lichtbogen mehrere auf der RoLa verladene Lkw in Brand setzt. Das Feuer greift schließlich auch auf die Tw-Garnitur über, wodurch die Schadenshöhe auf über 10 Mio. DM steigt:
    Quelle: EÖ-Heft 10/1996, S. 398f. Fotos: Keystone

    Vor 20 Jahren:

    10. 08. 2001: [Zenza do Itombe, Angola] Anschlag auf einen gemischten Zug auf einer Zweigstrecke der Luandabahn. Der Anschlag geschieht während des Bürgerkriegs in Angola. In dem Jahrzehnte andauernden Bürgerkrieg zwischen den Regierungstruppen und der Rebellenbewegung UNITA sterben schätzungsweise 500.000 Menschen. 2,5 Millionen werden vertrieben.
    Der Anschlag wird auf der Bahnstrecke von Zenza do Itombe nach Dondo, einer Zweigstrecke der Luandabahn, verübt. Die Strecke zwischen Luanda und Dondo ist einige der wenigen, die nach den Verwüstungen des Bürgerkrieges noch befahren werden. Sie ist seit mehreren Jahren nicht mehr angegriffen worden und gilt daher als sicher. Die Verbindung wird pro Woche drei Mal angeboten.
    Der Zug besteht aus mehreren Personenwagen und aus Güterwagen, darunter auch Kesselwagen, die Kraftstoff geladen haben. Mit dem Zug reisen etwa 500 Bürgerkriegs-Flüchtlinge von Luanda nach Dondo. Andere Berichte gehen offensichtlich davon aus, dass die Reisenden keine Bürgerkriegsflüchtlinge, sondern ganz „normale“ Reisende sind. Sie reisen zum Teil auch auf den Güterwagen. Begleitet wird der Zug nur von einer kleinen Sicherheitseskorte.
    Der Zug fährt auf eine Panzermine, die von UNITA-Rebellen ausgelegt wurde und entgleist, der Treibstoff in den Kesselwagen explodiert und der Brand greift schließlich auf den ganzen Zug über und dauert mehr als 24 Stunden an. Anderen Berichten nach habe sich „nur“ der Treibstofftank der Lokomotive entzündet. Einige der Verletzten erleiden auch Verbrennungen.
    Für das der Entgleisung folgende Geschehen gibt es zwei Varianten: Entweder sollen Heckenschützen das Feuer auf die Fahrgäste eröffnet und sich anschließend abgesetzt haben. Oder – nach anderer Darstellung – stürmen die Terroristen den Zug und schießen mit Handfeuerwaffen auf Reisende und Zugpersonal, auch auf Zivilisten, die versuchen, zu fliehen.
    Die UNITA bekennt sich zu dem Anschlag und behauptet, der Zug hätte ein Bataillon Militär der Regierungs-Armee befördert und Waffen transportiert. Der Anschlag ist die erste größere Operation der UNITA seit 1999, als sie durch Regierungsstreitkräfte massiv verdrängt wurde.
    Der Überfall ist auch der erste dieser Art.
    Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan, bezeichnet den Anschlag als „unentschuldbar“ und machte die UNITA für die Toten verantwortlich.
    Opferbilanz: 252 Tote einschließlich jener Personen, die erschossen werden, 165 Verletzte. Der Großteil der Toten wird in einem Massengrab gleich neben der Unfallstelle beigesetzt.

    Quellen (sofern nicht gesondert angegeben): Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996; Wikipedia - Liste schwerer Unfälle sowie Liste von Anschlägen im Schienenverkehr.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Noch zwei Juli-Nachträge:

    Vor 5 Jahren:

    12. 07. 2016: [ Andria, Region Apulien, Italien] Auf der Bahnstrecke Bari–Barletta stoßen zwei Personenzüge frontal zusammen. Die Bahnstrecke Bari–Barletta führt mit einem Streckenast über den Flughafen Bari. Sie ist in Normalspur ausgeführt, mit 3 kV Gleichspannung elektrifiziert und verfügt sowohl über eingleisige als auch zweigleisige Abschnitte. Die Ferrotramviaria betreibt hier den Schienenpersonennahverkehr. Die Zugsicherung in dem entsprechenden eingleisigen Abschnitt erfolgt im Zugmeldebetrieb („blocco telefonico“) durch die telefonische Verständigung der benachbarten Fahrdienstleiter miteinander, ohne technische Sicherung. Bei den beteiligten Fahrzeugen handelte es sich um zwei vierteilige Triebzüge der Ferrotramviaria der Typen Alstom Coradia Meridian und Stadler Flirt, die in der zweiten Hälfte der 2000er-Jahre in Dienst gestellt wurden. Die Züge verkehren als ET 1016 von Bari nach Barletta und als ET 1021 von Barletta nach Bari.Zum Unfallzeitpunkt herrschte sonniges Wetter. Allerdings verläuft die Strecke in dem entsprechenden Abschnitt in einer unübersichtlichen Kurve durch Olivenhaine, so dass die Triebfahrzeugführer den jeweils auf sie zukommenden Zug erst sehr spät gesehen haben können.
    Die Züge ET 1642 und ET 1016 sollen planmäßig aus Richtung Corato um 10:37 bzw. 10:56 in Andria ankommen. Für letzteren Zug ist dort fahrplanmäßig eine Kreuzung mit dem entgegenkommenden Zug ET 1021 vorgesehen. Aufgrund von Verspätungen kommt der Zug ET 1642 jedoch erst um 11:00 in Andria an, der nachfolgende Zug ET 1016 befindet sich zu diesem Zeitpunkt noch in Corato. Nach der Ankunft des Zuges ET 1642 lässt der Fahrdienstleiter Andria den Zug ET 1021 mit zwei Minuten Verspätung nach Corato ausfahren. Gleichzeitig lässt der Fahrdienstleiter Corato die Abfahrt von Zug ET 1016 in Richtung Andria zu. Somit sind die beiden Triebzüge auf dem eingleisigen Abschnitt zwischen Corato und Andria in entgegengesetzter Richtung unterwegs. Um 11:06 Uhr stoßen sie bei Streckenkilometer 51,0 mit 100 bzw. 90 km/h auf offener Strecke frontal zusammen, ohne dass auch nur einer der beiden Triebfahrzeugführer noch bremsen kann.
    Opferbilanz: 23 Tote, darunter einer der beiden Tfzf., ca. 50 Verletzte.
    Quelle: Der Eisenbahnunfall von Andria.

    Über diesen Unfall wurde hier im Forum ausführlich berichtet und diskutiert..

    27. 07. 2016: [Watzeldorf im Pulkautal, NÖ.] Um 13:49 uhr kommt es auf der Ek in Str.-km 165,7 mit der B 30 (Thayatalstraße) zum Zusammenstoß der als Lz 91344 verkehrenden 2016 098 mit einem beladenen Transportbeton-Lkw. Siehe Foto:

    Quelle: EÖ-Heft 10/2016, S. 529, Foto: FF Zellerndorf.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Vor 130 Jahren, am 8. August 1891, konnte mit der Eröffnung der Linien Pfäffikon SZ – Samstagern und Biberbrugg – Arth-Goldau der durchgehende Verkehr auf der Schweizerischen Südostbahn Rapperswil - Arth-Goldau aufgenommen werden.
    Die Strecke ist gekennzeichnet durch Steigungen bis zu 50 Promille, speziell zwischen Pfäffikon und Samstagern sowie zwischen Biberegg
    (Scheitelpunt mit 932 m Seehöhe) und Sattel Aegeri. Der minimale Kurvenradius liegt bei 150 m.
    Zwar nicht diese Strecke, dafür aber die SOB-Strecke Wädenswil - Samstagern - Biberbrugg - Einsiedeln war von zwei herausragenden
    Katastrophen betroffen. Die erste Katastrophe am 30. 11. 1876 besiegelte das Ende des Walzenradsystems Wetli, die zweite Katastrophe betraf am 22. 2. 1948 einen Wintersport-Sonderzug und kostete 22 Personen das Leben.
    Quelle: Gebirgsbahnen Europas von Ascanio Schneider, Orell Füssli Verlag, Zürich 1982, S. 210ff.
    Zur Orientierung:

    Ausschnitt aus http://www.bueker.net

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Vor 175 Jahren:

    16. 08. 1846: [Bhf. Mainspitze, Frankfurt/Main]

    • Am Morgen des Tages verbremst sich der Lokomotivführer des Lokalzugs von Darmstadt und fähtr über das Streckenende hinaus. Die Lokomotive bleibt im Kies stecken.
    • Am Nachmittag des gleichen Tages verbremst sich ein weiterer Lokomotivführer. Auch dessen Zug fährt ungebremst über das Streckenende hinaus, allerdings schwungvoller: Er durchbricht den Bauzaun, die Lokomotive und einige Wagen stürzen am ersten Brückenpfeiler ab. Der Lokomotivführer kann sich durch einen Sprung von dem Fahrzeug retten, der Heizer wird von einem Wagen zerquetscht. Ein Fahrgast bricht sich den Fuß, als er die Böschung hinunterfällt.

    Vor 130 Jahren:

    17. 08. 1891: [Zollikofen, Kanton Bern, Schweiz] Bei der Jura-Simplon-Bahn (JS) prallt in Zollikofen der Schnellzug Bern–Paris auf einen vor dem geschlossenen Einfahrsignal wartenden Extrazug. Durch den Aufprall wurden 14 Reisende des Extrazuges getötet und 122 verletzt. Der Unfall wird durch Fehler verschiedener Betriebsstellen verursacht. Dem Schnellzug wird die Fahrt in einen belegten Zugfolgeabschnitt freigegeben. Durch die ausgeschaltete Druckluftbremse vermindert sich zudem die Bremswirkung.
    Opferbilanz: 14 Tote, 122 Verletzte.

    Vor 105 Jahren:

    12. 08. 1916: [Brookdale, Bundesstaat Pennsylvania, USA] Zusammenstoß zweier Reisezüge.
    Opferbilanz: 26 Tote.

    Vor 95 Jahren:

    13. 08. 1926: [Langenbach in Oberbayern, Deutschland] Beim Eisenbahnunfall von Langenbach entgleist in der Einfahrt in den Bahnhof Langenbach (Oberbay) an der Bahnstrecke München–Regensburg der Beschleunigte Personenzug 858.
    Im Bereich des Bahnhofs Langenbach finden Bauarbeiten statt. Dabei wird auch an einer Weiche in der Bahnhofseinfahrt gearbeitet. Für die Überfahrt der Züge wird die Zungenspitze der Weiche nur provisorisch mit einer Schraubzwinge fixiert. Deshalb darf die Weiche nur mit 45 km/h befahren werden. Zulässige Höchstgeschwindigkeit ist sonst 80 km/h. Der Beschleunigte Personenzug 858 ist von Regensburg nach München unterwegs. In Langenbach soll er nicht halten, sondern den Bahnhof fahrplanmäßig durchfahren.
    Der Vorarbeiter der Gleisbauarbeiten versäumt es, die angeordnete Geschwindigkeitsbeschränkung dem Zug anzuzeigen. Bei der Einfahrt in den Bahnhof Langenbach fährt der Beschleunigte Personenzug 858 deshalb mit der normalen Streckengeschwindigkeit von 80 km/h über die Weiche. Die Erschütterung durch den Zug bewirkt, dass die Schraubzwinge sich löst und die Weichenzunge sich verschiebt. Deshalb entgleisen um 9:28 Uhr der vierte Wagen des Zuges und ihm nachfolgende Wagen. Die entgleisten Fahrzeuge schieben sich ineinander.
    Opferbilanz: 12 Tote, 7 Schwer- und 20 Leichtverletzte.

    Vor 70 Jahren:

    18. 08. 1951: [Székefehérvar, Ungarn] Bei Székesfehérvár stoßen ein Schnellzug und ein Personenzug frontal zusammen. Unfallursache:
    Fehlverhalten einer in Ausbildung befindlichen Stellwerkswärterin.
    Opferbilanz: Über 150 Tote.

    Vor 45 Jahren:

    14. 08. 1976: [Alexandria, Ägypten] In Alexandria in Ägypten explodiert eine in einem Gepäckfach versteckte Bombe.
    Opferbilanz: 8 Tote, 51 Verletzte.

    Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996; Wikipedia - Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr.

    Nach dem Abendessen geht es mit dem 2. Teil weiter. Bis bald!

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Vor 40 Jahren:

    17. 08. 1981: [Wien Südbhf. – Ostseite] Um 06.34 Uhr stößt der mit ca. 450 Fahrgästen besetzte P 2802 (Nickelsdorf – Wien Süd-Ostseite), bestehend aus der 1042.707 und 12 Zweiachsern mit einer Geschwindigkeit von 35 km/h gegen den Prellbock des Gleises 7. Beim Aufprall auf den Betonprellbock bricht dieser an der Sollbruchstelle und wird 4 m zurückgeschoben (siehe Foto). Die Lok wird durch Rahmenstauchung schwer beschädigt. Der hinter der Lok gereihte Dienstwagen und die beiden folgenden Personenwagen überpuffern und entgleisen jeweils mit einer Achse (siehe Foto). Ursache ist Übermüdung des Tfzf., weshalb der Zug nach einer 20 km/h-LA ca. 500 m vor dem Bahnhof noch einmal auf 38 km/h beschleunigt. Erst 100m vor dem Prellbock betätigt der Tfzf. die Schnellabschalttaste, wodurch die Geschwindigkeit auf 35 km/h gesenkt werden kann. Wie sich im Zuge der Unfallermittlungen herausstellt, war der Tfzf. in seinen dienstfreien Nächten im Nebenjob als Einbrecher zugange, worauf seine Übermüdung zurückzuführen ist
    Opferbilanz: 3 Tote, über 100 Verletzte. Die große Zahl an Verletzten und die Toten sind darauf zurückzuführen, dass viele Fahrgäste in Erwartung der bevorstehenden Ankunft bereits auf den offenen Plattformen bzw. auf den Trittbrettern stehen und so vom Anprall überrascht werden.
    Quelle und Fotos: Peter Seelmann, aus: Zeitschrift Eisenbahn, Heft 10/1981, S. 189.

    Vor 15 Jahren:

    13. 08. 2006: [zwischen Spratzern und Wilhelmsburg, NÖ.] Um 17:05 kolliiert der aus den Tw 5047 024 + 030 gebildete R 6631 auf einer mit Stopptafeln gesicherten Ek mit einem von einem 17-jährigen Jugendlichen gelenkten Traktogespann. Dabei wird der Traktorfahrer getötet und vier Fahrgäste werden verletzt:
    Quelle und Foto: EÖ-Heft 10/2006, S. 517.

    Vor 5 Jahren

    13. 08. 2016: [Salez-Sennwal, Kanton st. Gallen, Schweiz] In einem Zug der S4 von Sargans nach St. Gallen geht ein Mann mit einem Messer und Brandbeschleuniger auf Fahrgäste los. Drei Personen – darunter der Täter – sterben, sieben weitere erleiden ebenfalls schwere Brand- und Stichverletzungen. Wenige Tage später, am 16. 08. 2016, greift in einem Regionalzug der ÖBB, der von Feldkirch nach Bregenz unterwegs ist, in Sulz-Röthis ein geistig verwirrter Mann zwei Reisende mit einem Messer an, die dabei erheblich verletzt werden.
    Quelle: Wikipedia - Liste von Anschlägen im Schienenverkehr.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Vor 115 Jahren, am 21. August 1906, konnte mit der Eröffnung des Abschnitts Spital am Pyhrn - Abzweigung von der Rudolfsbahn (2,6 km vor Selzthal) die Pyhrnbahnerstmalig durchgängig befahren werden. Die direkte Einbindung der Pyhrnbahn in den Bahnhof Selzthal durch ein parallel zur Rudolfsbahn verlaufendes Gleis folgte erst 1907.

    Mit dem Bau des 4.766 m langen Bosruck-Tunnels war im Juli 1901 begonnen worden. Die Arbeiten gestalteten sich auf Grund der zahlreichen
    Wassereinbrücke (bis zu 800 l/sec) als sehr schwierig. Der Bau musste deshalb immer wieder, manchmal auch für Monate, unterbrochen werden. Am 17. Mai 1905 erfolgte ein besonders heftiger Wassereinbruch, der die gesamte bisher fertiggestellte Tunnelröhre überschwemmte. Der Wassereinbruch führte zum Ausströmen einer größeren Menge im Berginneren angesammelten Methangases, worauf es am 22. Mai zu einer Schlagwetter-Katastrophe kam, bei der 16 Arbeiter einer Arbeitsgruppe starben. Erst nach mehr als einem halben Jahr hörte der Gasaustritt auf und es wurde eine Tunnel-Entlüftungsanlage eingebaut.

    Der Tunneldurchschlag erfolgte am 22. November 1905 und die Arbeiten am Tunnel konnten Ende Juni 1906 abgeschlossen werden.

    Quellen: Gebirgsbahnen Europas von Ascanio Schneider, Orell Füssli Verlag, Zürich 1982, S. 247ff. und Wikipedia.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Vor 90 Jahren:

    16. 08. 1931: [Hinterberg bei Leoben, Steiermark] Um 03:30 Uhr fährt der von der 113.17*) gezogene D 288 zwischen Hinterberg und Göß auf den G 8638 auf. Die 113.17 stürzt dabei um und rutscht auf die Uferböschung der Mur. Die drei nachgereihten Wagen (Post-, Dienst- und 1. Reisewagen) werden schwer beschädigt. Das Foto zeigt die Bergungsarbeiten mit Hilfe einer Lok der Reihe 629:
    Quelle: Zeitschrift Eisenbahn, Heft 4/92, S. 67, Foto: R. Freisinger.

    *) 113.17, später 133.117, war die erste mit Giesl-Ejektor ausgestattete Lok.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Vor 160 Jahren:

    25. 08. 1861: [Clayton-Tunnel bei Brighton, England] Im 7 km von Brigthon entfernten Clayton-Tunnel fährt ein regulärer Reisezug ca. 200 m nach der Tunneleinfahrt auf einen vor ihm verkehrenden Sonderzug auf. Dabei werden zwei Waggons des Sonderzuges zerstört und die Lok des Reisezuges verkeilt sich zwischen den Tunnelwänden.
    Unfallursache: Die Blocksignale beiderseits der Tunnelportale werden von Signalwärtern bedient, die sich mittels Telegrafen verständigen. Am Unglückstag verkehren vor dem regulären Reisezug zwei Sonderzüge im Abstand von fünf Minuten. Der Wärter an der Tunneleinfahrt hat bereits 18 Stunden Dienst hinter sich und döst vor sich hin. Nach der Einfahrt des ersten Sonderzuges vergisst er daher das Zurückstellen des Signals und döst weiter. Erst als der zweite Sonderzug auf Grund des frei zeigenden Signals in den Tunnel einfährt, bemerkt er seinen Fehler und gibt dem Zug mit seiner Signalfahne Haltzeichen, nimmt aber gleichzeitig an, dass diese vom Zugpersonal nicht gesehen worden seien. Deshalb fragt er beim Posten an der Tunnelausfahrt an, ob der Zug den Tunnel verlassen hätte. Der Wärter an der Tunnelausfahrt, der von der Einfahrt des zweiten Sonderzuges nichts weiß, bezieht die Anfrage auf den ersten Sonderzug und beantwortet die Anfrage mit ja. Daraufhin gibt der Wärter an der Tunneleinfahrt die Einfahrt für den regulären Reisezug frei. Die Lokmannschaft des zweiten Sonderzuges hatte das Haltezeichen entgegen der Vermutung des Signalwärters jedoch gesehen, hält im Tunnel an und schiebt den Zug zurück, um nach den Grund des Haltezeichens zu fragen. Ca. 200 m nach der Tunneleinfahrt kommt es dann zum Zusammenstoß.
    Opferbilanz: 21 Tote, ca. 230 meist Schwerverletzte.

    Vor 110 Jahren:

    25. 08. 1911: [Manchester, Bundesstaat New York, USA] Als ein aus 14 Waggons bestehender Sonderzug, der Gewerkschaftsveteranen einschließlich ihrer Familienangehörigen von einem Vetreranentreffen nach Hause bringen soll, bei Manchester über eine Brücke über den Canandagua River fährt, entgleisen einige Waggons wegen eines Schienenbruches. Dabei stürzt der siebente Waggon 12 Meter in den Fluss ab. Die meisten Toten befinden sich in diesem Waggon.
    Opferbilanz: 28 Tote.

    Vor 95 Jahren:

    19. 08. 1926: [Leiferde, Deutschland] Das Eisenbahn-Attentat bei Leiferde im Landkreis Gifhorn ist bis heute der folgenreichste Anschlag auf den Eisenbahnverkehr in Deutschland.
    Um den Nachtschnellzug D 174 von Berlin nach Amsterdam zu stoppen und dessen Bahnpostwagen auszurauben, beschädigen die Wandermusiker Otto Schlesinger (21) und Willy Weber (22) mit Werkzeug, das sie zuvor von der Baustelle der nahe gelegenen Okerbrücke gestohlen haben, ein Stück Schiene der Bahnstrecke zwischen den Bahnhöfen Leiferde und Meinersen, der heutigen Schnellfahrstrecke Hannover–Berlin. Sie lösen eine Lasche und wollten die Schiene nach außen aufbiegen, um den Zug zum Entgleisen zu bringen.
    Der D 174 überfährt die beschädigte Stelle allerdings, als die Täter lediglich erst die Lasche entfernt haben. Dabei springt die Achse eines sechsachsigen Schlafwagens aus dem Gleis, um sich anschließend wieder aufzugleisen. Im Innern des Wagens wird das zwar bemerkt. Da der Wagen aber anschließend ruhig weiter fährt, zieht niemand die Notbremse.
    Die Täter biegen die Schiene weiter nach außen. Dem D 174 folgt nach 40 Minuten der Schnellzug D 8 von Berlin nach Köln. Dessen Lokomotive, eine preußische S 10, und die beiden folgenden Wagen entgleisen bei einer Geschwindigkeit von etwa 85 km/h. Zwei Wagen der ersten und zweiten Wagenklasse – noch in Holzbauweise – schieben sich ineinander.
    Die Täter, die auf der Flucht von Zeugen beobachtet werden, werden am 8. September 1926 von der Polizei Hannover verhaftet und vom Schwurgericht Hildesheim zum Tode verurteilt. Aufgrund eines Gnadengesuchs (unteranderem von Otto Dix, Max Liebermann und Albert Einstein unterzeichnet) werden sie 1927 zu lebenslanger Zuchthausstrafe begnadigt.
    Opferbilanz: 21 Tote, 1 Schwerverletzter, 39 Leichtverletzte. Allein in den beiden zerstörten Wagen der Holzbauart kommen 18 Reisende ums Leben.

    26. 08. 1926: [Anting, Republik China] Eine der Bürgerkriegsparteien entfernt ein Gleisstück aus der Bahnstrecke Shanghai–Nanjing. Vermutlich sollte der Sonderzug eines Generals der Gegenseite zum Entgleisen gebracht werden. Allerdings befährt die beschädigte Stelle zuerst ein ziviler Zug.
    Opferbilanz: 20 Tote.

    Vor 70 Jahren:

    24. 08. 1951: [Sary-sur-Sud, Frankreich] Der Express Basel - Calais fährt im Bahnhof von Sary-sur-Sud bei Metz auf dem im Bahnhof
    stehenden Express Frankfurt/Main - Paris auf. Dabei wird der Gepäckwagen am Zugschluss des stehenden Zuges total zerstört und die beiden vor ihm gereihten Waggons ineinandergeschoben. Unfallursache: Fehlverhalten des Stellwerkswärters.
    Opferbilanz: 21 Tote, ca. 35 Verletzte.

    Vor 55 Jahren:

    24. 08. 1966: [Saint-Légier, Kanton Waadt, Schweiz] Bei Saint-Légier entgleist ein nach Blonay fahrender Zug der Chemins de fer électriques Veveysans (CEV) wegen einer auf einer Schiene liegenden Schwellenschraube.
    Opferbilanz: 15 Verletzte.

    Vor 45 Jahren:

    25. 08. 1976: [Rastatt, Bundesland Baden-Württemberg, BRD] In der Nacht zum 25. August 1976 entfernt der unter dem Pseudonym "Monsieur X" zwischen 1975 und 1977 tätige Attentäter auf DB-Züge auf einem wegen Bauarbeiten kurzzeitig gesperrten Streckenabschnitt in der Nähe von Rastatt insgesamt 80 Schienenbefestigungsschrauben. Ein Güterzug, der den Streckenabschnitt in den frühen Morgenstunden passiert, entgleist daraufhin. Der Sachschaden beläuft sich allein in diesem Fall auf eine Million DM. Nach diesem Anschlag erhöht der Täter seine Forderung auf 250.000 DM. Der Attentäter, ein 52.jähriger Aquarienzubehörhändler aus Freiburg wird 1977 gefasst und 1979 zu lebenslanger Haft verurteilt, die im Zuge einer Revision auf 18 Jahre verkürzt wird.

    Vor 15 Jahren:

    21. 08. 2006: [Qalyub, nördlich von Kairo, Ägypten] Zwei stark frequentierte Pendlerzüge der Ägyptischen Staatsbahnen, einer von Banha und einer von al-Mansura, fahren im morgendlichen Berufsverkehr nach Süden, auf Kairo zu. Der Zug aus Banha hält vor dem Einfahrsignal des Bahnhofs von Qalyub, 20 km nördlich von Kairo.
    Der Zug aus Mansura fähr mit etwa 80 km/h ebenfalls auf den Bahnhof Qalyub zu und wegen eines Defekts der Signalanlage auf den haltenden Zug aus Banha auf. Vier Personenwagen des Zuges entgleisen und überschlagen sich, ebenso die Lokomotive des Zuges aus Mansura. Der Zug aus Banha beginnt zu brennen.
    Hanafi Abdel Qawi, Direktor der Ägyptischen Staatsbahnen, wird aufgrund des Unfalls entlassen. 14 Angestellte der Bahngesellschaft werden wegen grob fahrlässigen Verhaltens angeklagt und zu Gefängnisstrafen verurteilt, weil sie es verabsäumten, die defekte Signalanlage zu reparieren.
    Opferbilanz: 58 Tote, darunter auch der Lokführer des auffahrenden Zuges, 140 Verletzte.

    Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996; Wikipesia - Liste von Unfällen und Anschlägen im Schienenverkehr.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Vor 105 Jahren, am 23. August 1916 wurde mit der Eröffnung des knapp 16 km langen Abschnitts Brienz - Interlaken der durchgehende Verkehr auf der meterspurigen Brünigbahn Luzern - Interlaken aufgenommen.

    Die Brünigbahn war bis 2004 die einzige Schmalspurbahn der SBB. 2004 wurde sie von der Luzern-Stans-Engelberg-Bahn (LSE) Übernommen. Seit 1. Januar 2005 firmieren die beiden fusionierten Bahnen unter der Bezeichnung Zentralbahn.
    Weitere Quelle: Gebirgsbahnen Europas von Ascanio Schneider, Orell Füssli Verlag, Zürich 1982, S. 153ff.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor