Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

  • Fortsetzung Nr. 705 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage


    Vor 120 Jahren:

    19. 11. 1902:

    Beim Eisenbahnunfall von Schwarzenfeld fährt der Schnellzug D 21 in der Ausfahrt des Bahnhofs Schwarzenfeld auf der Bahnstrecke Regensburg–Hof auf einen verspäteten Güterzug auf. Dessen letzte vier Wagen werden zertrümmert, zwei Bremser des Güterzugs sterben. Ursache ist ein missverstandener telefonischer Befehl des Bahnhofsvorstehers an einen Bahnwärter.


    Vor 60 Jahren:

    11. 11. 1962: [Gogra, Indien] Alle Versuche der Bahnverwaltungen und der Polizei, das Mitfahren auf den Waggondächern in Indien zu verbieten, hatten bisher keinen Erfolg. Daran ändert sich auch nichts, als beim Überqueren der Gogra-Brücke 28 Passagiere von den Dächern gerissen und tödlich verletzt werden.

    Opferbilanz: 28 Tote.


    Vor 55 Jahren:


    10. 11. 1967: [Lavanttalbahn, Bhf. St. Paul/L., Kärnten] Um 06:58 Uhr stößt der einfahrende P 4520 (5081.18) mit der im Bahnhof stehenden Verschublok 2062.22 zusammen:



    12. 11. 1967: [Arlbergbahn Ostrampe, zwischen St. Anton/A. und Pettneu, Tirol] Um 05:55 Uhr entgleisen die letzten vier Wagen des E 632, wobei der vorletzt gereihte Dienstwagen über eine Böschung abrutscht. Unfallursache ist ein Schienenbruch.


    14. 11. 1967: [Westbahn, Bhf. Prinzersdorf, NÖ.] Um 04:20 Uhr stößt der mit ca. 70 km/h fahrende, von der 1141.18 geführte G 43 auf Höhe der Einfahrweichen mit dem dort wegen eines Bremsproblems stehenden G 31 zusammen. Dabei stürzt die 1141.18 über eine Böschung auf die darunterliegende Bezirksstraße und sechs Wagen des G 43 entgleisen. Dabei werden die Fahrleitungen über allen Gleisen heruntergerissen und die Seilzüge der Weichen zerstört. Der Tfzf. der 1141.18 wird bei dem Unfall getötet. Unfallursache ist mangelhafte Fahrstraßenprüfung durch den Fahrdienstleiter.



    Quelle: Zeitschrift Eisenbahn, Heft 1/1968, S. 9. Fotos: Peter Seelmann.


    Vor 45 Jahren:


    11. 11. 1977: [Iksan, Provinz Jeollabuk-do, Südkorea] Ein im Bahnhof abgestellter, mit 40 t Dynamit beladener Güterwagen explodiert. Dabei wird ein Großteil der Gebäude im Umkreis von 500 m schwer beschädigt. Vermutliche Ursache: Der Soldat, der den Güterwagen bewachen soll, ist betrunken und hantiert mit einer Kerze...... Durch die Wucht der Explosion entsteht ein 10 m tiefer und 30 m breiter Krater. Der koreanische Verkehrsminister Choi Kyung-rok tritt nach dem Unfall zurück.

    Opferbilanz: 59 Tote, 185 Schwer- und 1.300 Leichtverletzte.


    12. 11. 1977: [Ciudad Juarez, Mexiko] Rd. 100 km vor Ciudad Juarez stößt auf einer Ek ein Reisezug mit einem Tanklastwagen zusammen.

    Opferbilanz: 37 Tote, 12 Verletzte.


    Vor 40 Jahren:


    15. 11. 1982: [Südbahn zwischen Baden und Pfaffstätten, NÖ.]



    Quelle: Zeitschrift Eisenbahn, Heft 1/1983, S. 12.


    Vor 25 Jahren:


    13. 11. 1997: [Bhf. Herisau, Kanton Appenzell-Ausserrhoden, Schweiz] Beim Zusammenstoß zweier Pendelzüge der Appenzeller Bahnen (AB) beim Bahnhof Herisau werden 18 Personen verletzt. Der nach Waldstatt fahrende Triebfahrzeugführer hat das Gruppenausfahrsignal missachtet und ist zu früh losgefahren.


    Vor 20 Jahren:


    16. 11. 2002: [Pinzgauer Lokalbahn bei Pirtendorf, Salzburg] Um 09:00 Uhr wird der als R 5905 nach Zell/S. fahrende mit fünf Fahrgästen besetzte 5090 006 in der Nähe der Hst. Pirtendorf vom herrschenden Föhnsturm erfasst und umgeworfen (siehe Foto). Eine Reisende wird dabei getötet, zwei weitere Fahrgäste werden verletzt:

    Quelle: EÖ-Heft 1/2003, S. 4. Foto: ÖBB.


    Quellen (sofern nicht extra angegeben): Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996; Wikipedia - Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • 120 Jahre Erzbahn in Schweden/Norwegen


    Vor 120 Jahren, am 15. 11. 1902 wurde die 473 km lange Erzbahn (in Norwegen als Ofotbanen, in Schweden als Malmbanan bezeichnet) inoffiziell in Betrieb genommen. Wesentlich für die Errichtung der Bahn war die Tatsache, dass eine englische Gesellschaft 1885 die Konzession zum Betrieb von Erzgruben in Nordschweden sowie zum Bau einer Transportbahn zum Abtransport des Eisenerzes sowohl nach Narvik am Ofotfjord als auch nach Luleå am Bottnischen Meerbusen (Ostsee) erhielt.

    Alle Aktivitäten wurden 1889 nach dem Konkurs der Betreibergesellschaft eingestellt und das blieb so lange so, bis die schwedische Aktiengesellschaft Luossavaara-Kirunavaara (LKAB) die Konzession zum Berieb der Erzgruben erhielt, wobei sowohl Schweden als auch Norwegen beschlossen, die Bahn in Eigenregie zu bauen.

    Die Arbeiten wurden im Jahr 1898 wieder aufgenommen und schon am 15. 11. 1902 wurde der provisorischer Güterverkehr aufgenommen. Die offizielle Eröffnung erfolgte am 14. 07. 1903 durch den schwedischen König Oscar II.

    Der elektrische Betrieb begann am 19. Januar 1915 im Abschnitt zwischen Riksgränsen und Kiruna und wurde im Jahr 1923 mit der Aufnahme des elektrischen Betriebes zwischen Vassijaure und Narvik abgeschlossen.


    Weitere Informationen über die Bahn auf Wikipedia


    Quelle: Die Gebirgsbahnen Europas von Ascanio Schneider, Orell Füssli Verlag, Zürich 1982, S. 293 ff.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Fortsetzung Nr. 706 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage


    Vor 85 Jahren:


    19. 11. 1937: [Alanis de la Sierra, Provinz Sevilla, Spanien] In Spanien herrscht seit Juli 1936 Bürgerkrieg. Der Zug Nr. 5759, ein gemischter Zug, der Militärausrüstung transportiert, steht in einem Überholgleis des Bahnhofs Alanís de la Sierra an der eingleisigen Strecke Zafra–Los Rosales. Auch der Zug Nr. 5760 ist ein gemischter Zug und von Mérida nach Sevilla unterwegs. Er transportiert Militärausrüstung, aber auch kriegsgefangene Republikaner in ein Konzentrationslager, wahrscheinlich an den Baustellen des Canal del Viar, also denen von La Algaba oder Guillena. Bei den Gefangenen handelt es sich überwiegend um Basken.

    Der Zug 5760 fährt auf den Zug 5759 auf. Die Quellen nennen dafür keine Ursache.

    Opferbilanz: 56 Tote, die meisten davon Gefangene, über 150 Verletzte. Die Toten werden am 23. und 24. November 1937 in der Nähe der Unfallstelle beigesetzt. 31 der Unfallopfer können zuvor noch individuell identifiziert werden. Dies wird den Angehörigen allerdings nicht mitgeteilt und sie erfahren erst Jahrzehnte später von deren Schicksal. Eine Untersuchung der Gräber nach dem Ende der Franco-Diktatur ergibt, dass 56 Tote in den Gräbern liegen.


    Vor 65 Jahren:


    16. 11. 1957: [Chantonnay, Frankreich] Auf einem eingleisigen Streckenabschnitt bei Chantonnay in der Vendée stoßen ein zweiteiliger Dieseltriebwagen und ein von einer Dampflok gezogener Güterzug zusammen. Während der Lokführer des Triebwagens wegen des erhöht angebrachten Führerstandes überlebt, sterben alle Fahrgäste im ersten Wagen. Der Lokführer des Triebwagens sowie ein Bahnhofsbeamter des Bahnhofes Chantonnay werden verhaftet.

    Opferbilanz: 23 Tote, 30 Verletzte.


    Vor 40 Jahren:


    18. 11. 1982: [Mattigtalbahn zwischen Mattighofen und Mauerkirchen, OÖ.]




    Quelle: Zeitschrift Eisenbahn, Heft 1/1983, S. 12.


    19. 11. 1982: [Nordwestbahn, Bhf. Sierndorf, NÖ.] Um 06:08 Uhr stößt der S-Bahn-Zug 22181 (Doppelgarnitur 4020.56 + 65, Hollabrunn – Wien-Meidling) mit 60 – 70 km/h auf Höhe des Ausfahrsignals mit dem von der 2050.03 geführten Fahrverschubgüterzug 70252 (Wien Nord – Guntersdorf, 23 Wagen) zusammen. Der Unfall fordert sieben Leichtverletzte. Unfallursache ist menschliches Versagen des Fahrdienstleiters.

    Quelle: Zeitschrift Eisenbahn, Heft 1/1983; S. 11.


    Vor 20 Jahren:


    17. November 2002: [Zwischen Lyon und Chambery, Frankreich] Ein TGV der ersten Serie TGV Paris – Sud Est fährt in eine Schlammlawine. Dabei wird der Triebkopf 23049 im Bereich der verdeckten Kupplung schwer beschädigt. Verletzt wird niemand:

    Quelle: EÖ-Heft 1/2003, S.30f. Foto: Keystone.


    Vor 10 Jahren:


    17. 11. 2012: [Manfalut, Ägypten] Ein Schulbus ist mit 70 Kindern im Alter zwischen vier und sechs Jahren besetzt, als er gegen 7 Uhr morgens einen niveaugleichen, mit Schranken gesicherten Bahnübergang in Manfalut, etwa 350 km südlich von Kairo quert. Nach Augenzeugenberichten sind die Schranken des Bahnübergangs nicht geschlossen und der Schrankenwärter schläft. Im gleichen Moment, in dem der Bus in den Kreuzungsbereich fährt, trifft ihn die Lokomotive eines Zuges, der ebenfalls die Kreuzung quert. Sie reißt den Bus in zwei Teile und schleift diese noch etwa einen Kilometer weit mit. Opferbilanz: 50 Tote, 17 Verletzte. Die hohe Zahl der Toten wird auch auf den zögerlichen Einsatz der Rettungskräfte zurückgeführt: Die Polizei trifft erst zwei Stunden nach dem Unfall am Unglücksort ein, der erste Rettungswagen, als die meisten Kinder schon gestorben sind. Diese Unfähigkeit des Staates, adäquat auf eine solche Katastrophe zu reagieren, führt zunächst zu einer spontanen Demonstration an der Unfallstelle von Familien der Opfer und ihren Freunden mit der Forderung nach dem Rücktritt der Verantwortlichen. Der Chef der Staatsbahn und der ägyptische Verkehrsminister, Mohamed Rashad Al Matini, treten daraufhin zurück, der ägyptische Staatspräsident, Mohammed Mursi, plädiert dafür, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Der Schrankenwärter wird festgenommen.


    Quellen (sofern nicht extra angegeben): Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996; Wikipedia - Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • 30 Jahre Rhein-Main-Donau-Kanal

    Die Meldung kommt zwar mit ein wenig Verspätung, aber besser jetzt als gar nicht:

    Freitag, 25 November 2022 13:51

    Bayern: Jubiläum am Hafen Bamberg


    bamberg

    Foto: Giulia Iannicelli/StMB.

    Vor 30 Jahren, am 25. September 1992, wurde der Main-Donau-Kanal seiner Bestimmung übergeben. Seitdem ermöglicht er als Bindeglied zwischen Rhein und Donau die Schifffahrt auf einer gut 3.500 Kilometer langen Wasserstraße mit elf Anrainerstaaten zwischen der Nordsee und dem Schwarzen Meer.

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    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Fortsetzung Nr. 707 der Eisenbahnunfall-Gedenktage


    Vor 115 Jahren:


    25. 11. 1907: [Zwischen L’Hospitalet und Cambrils, Autonome Region Katalonien, Spanien] Kurz vor einer Flussbrücke entgleist der „Valencia-Express“ und stürzt in den Fluss.

    Opferbilanz: Über 20 Tote. Von den ca. 80 Fahrgästen bleiben nur zwei Personen unter den Überlebenden unverletzt.


    Vor 65 Jahren:


    23. 11. 1957: [Igatpuri, Indien] Bei Igatpuri entgleist der Postzug Calcutta Mail.

    Opferbilanz: Mindestens 50 Tote, zahlreiche Verletzte.


    Vor 45 Jahren:


    23. 11. 1977: [Ajaraka, Indien] Nach Entfernung einer Schiene entgleist der Nachtzug von Ahmedabad nach Neu-Delhi in der Nähe von Ajaraka. Der oder die Täter können nie ermittelt werden.

    Opferbilanz: 20 Tote, 21 Verletzte.


    27. 11. 1977:

    [Bitterfeld, ehemalige DDR] Das Lokpersonal des Schnellzugs D 567 von Berlin-Schöneweide nach Leipzig Hauptbahnhof hat die reguläre Lokomotive der Baureihe 03 schon auf der Hinfahrt nach Berlin aufgrund von Wassermangel kaputtgefahren.

    Deshalb muss die im Bahnbetriebswerk von Berlin Ostbahnhof stationierte Dampflokomotive 01 1516 eingesetzt werden. Sie ist erst wenige Tage zuvor aus dem Reichsbahnausbesserungswerk Meiningen von einer Hauptuntersuchung zurückgekehrt und als Reservelok eingeteilt. Nun wird sie für diese Leistung kurzfristig vorgesehen, dem Lokpersonal von der Lokdienstleitung wird mitgeteilt, dass die Vorräte der Lok deshalb noch zu ergänzen seien.

    Es ist inzwischen eine größere Verspätung aufgelaufen. Es wird nur Kohle, aber kein Wasser aufgenommen, der Lokleitung aber mitgeteilt, die Vorräte seien vollständig ergänzt. Ein zusätzlicher Halt auf der Strecke zur Wasseraufnahme wird nicht durchgeführt.

    Technisch wird einem Ausglühen des Kessels und einer Kesselexplosion bei einer Dampflokomotive durch einen Sicherheitsbolzen bzw. eine Schmelzsicherungsschraube vorgebeugt. Diese/r befindet sich über der Feuerung und schmilzt, wenn der Feuerungsraum sich überhitzt. Nach einem Schmelzen strömt Wasser aus dem Kessel in die Feuerung und bringt diese zum Erlöschen. Der Sicherungsbolzen der Lokomotive ist jedoch so stark mit Kalk versintert, dass, obwohl er schmilzt, kein Wasser in den Feuerungsraum einströmt. Wie das passieren kann, obwohl die Lokomotive erst wenige Tage zuvor aus dem Ausbesserungswerk Meiningen von einer Hauptuntersuchung zurückgekehrt ist, bleibt rätselhaft.

    Die Untersuchungskommission findet heraus, dass der Wasservorrat im Tender vollständig aufgebraucht wurde. Die Materialuntersuchung der Feuerbüchse ergibt, dass sie auf ca. 740 °C erhitzt wurde. Um diese Temperaturen im Material zu erreichen, musste die Feuerbüchsendecke mindestens vier Minuten lang nicht mit Wasser bedeckt gewesen sein. Bei einer solchen Temperatur sinkt die Festigkeit der Feuerbüchse von 510 N/mm² auf weniger als 88 N/mm². Der Wasserstand im Kessel ist so tief gesunken, dass das restliche Wasser beim Bremsen zunächst nach vorne läuft und beim Stehenbleiben der Lokomotive nach hinten schwappt, gegen freiliegende überhitzte Teile der Heizfläche. Das Wasser verdampft explosionsartig. Die Decke der Feuerbüchse reißt ein, der Kessel der Maschine zerknallt und schleudert das Führerhaus fort. Gleichzeitig dreht er sich, und die Glut aus dem Kessel trifft einen auf dem Nachbargleis einfahrenden Reisezug, von dem zwei Personenwagen in Brand geraten. Der Kessel schlägt etwa 40 Meter von der Lok entfernt auf. Das Bahnsteigdach und 60 m Oberleitung werden beschädigt.

    Opferbilanz: 9 Tote, darunter das Lokpersonal und 7 Personen am Bahnsteig, die durch herumfliegende Trümmer getroffen werden, 45 Verletzte.


    Vor 35 Jahren:


    28. 11. 1987: [Kishangarh, Bundesstaat Rajasthan, Indien] In einem von Ajmer nach Delhi fahrenden Zug bricht bei Kishangarh in einem 2. Kl.-Waggon Feuer aus.

    Opferbilanz: Über 20 Tote, 16 Verletzte.


    29. 11. 1987: [Zwischen Garbani und Bejukkyschlak, ehemalige Sowjetunion, heute Georgien] Ein Güterzug fährt in den Morgenstunden auf einen Reisezug auf. Unfallursache: Der Lokführer des Güterzuges ist eingeschlafen. Die Prawda meldet nach dem Unfall, dass das Zentralkomitee der KP zwei Eisenbahner entlassen und aus der Partei ausgeschlossen habe. Fünf weitere Eisenbahner werden im Zusammenhang mit dem Unfall der Schlamperei beschuldigt.

    Opferbilanz: 30 Tote, 66 Verletzte.


    Vor 10 Jahren:


    30. 11. 2012: [Stuttgart-Feuerbach, Baden-Württemberg, Deutschland] Drei beladene Güterwagen rollen herrenlos vom Güterbahnhof Kornwestheim in Richtung Stuttgart Hbf. und schlagen gegen 4:05 Uhr im Bahnhof Feuerbach ein. Dank Tageszeit und eines aufmerksamen Fahrdienstleiters kommt es nur zu erheblichem Sachschaden.


    Vor 5 Jahren:


    29. 11. 2017: [Basel Stadt, Schweiz] Bei der Einfahrt in den Bahnhof Basel SBB springen drei Wagen des ICE 75 Hamburg-Altona–Chur aus den Schienen. Verletzt wird niemand, der Betrieb bleibt drei Tage eingeschränkt. Der ICE der entgleist wie bereits am 22. März 2017 der ETR 610 in Luzern auf einer versteilten Doppelkreuzungsweiche. Die Unfallursache wird in einer Verkettung mehrerer Faktoren vermutet. Die SBB können nicht ausschließen, dass bei diesem Weichentyp die Stockschiene durch einen darüberfahrenden Triebzug leicht nach außen gedrückt wird und ein Rad an der Weichenzunge anschlagen und aufsteigen kann, wobei der Vorgang durch mangelnde Spurkranzschmierung begünstigt wird. Im Jahr 218 werden deshalb bei diesem Weichentyp die ansonsten bewährten Weichenverschlüsse der Bauart Jüdel durch Klinkenverschlüsse, bei der ein Riegel die Stockschiene umgreift und diese mit der Zunge zusammenklemmt, ersetzt. Bis Ende 2019 werden zudem die vier Doppelkreuzungsweichen in Luzern und Basel ersetzt, wobei die Gleisgeometrie angepasst wird.


    Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996; Tragischer Irrtum - Eisenbahnunfälle der 80er-Jahre von Erich Preuß, Transpress Verlag, Berlin 1993; Wikipedia - Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Nachtrag zur Fortsetzung Nr. 706

    Vor 35 Jahren:


    18. 11. 1987: [Großbrand im Bahnhof King’s Cross St. Pancras, London] Das Feuer entsteht im Berufsverkehr gegen 19:30 Uhr. Aufgrund der Zerstörungen durch den Brand gibt es keine definitiven Spuren, wie es zu der Katastrophe kommen konnte. Die wahrscheinlichste Ursache ist die, dass ein Raucher, der die Station verlässt, sich trotz des Rauchverbots bereits auf der Rolltreppe eine Zigarette anzündet und das Streichholz achtlos zu Boden wirft. Das noch brennende Streichholz fällt durch einen Spalt in das Innere der Rolltreppenanlage und entzündet dort ein Gemisch aus Schmierfett, Staub, Holzmehl und Papier. Zunächst sehr klein, kann das Feuer gleichwohl mit den vorhandenen Feuerlöschern nicht bekämpft werden, da es sich unterhalb des oberen Rolltreppenlaufes entwickelt und nicht direkt erreichbar ist. In den Einsatz der Rolltreppen-eigenen Sprinkleranlage ist das Personal vor Ort nicht eingewiesen. Um 19:39 Uhr wird entschieden, die Station über die Bahnsteige und Rolltreppen der anderen U-Bahn-Linien zu evakuieren.

    Die Feuerwehr wird durch Angestellte der U-Bahn und die Polizei alarmiert, der Einsatzalarm der Leitstelle an die Wache geht um 19:36 Uhr hinaus. Etwa zehn Minuten nach Ausbruch des Brandes treffen erste Feuerwehreinheiten ein. Die Feuerwehr will den Brand mit Atemschutz und Wasser bekämpfen. Um 19:45 Uhr kommt es durch die große Länge des schrägen Schachtes, durch den die Rolltreppe verläuft, zu einem spezifischen Kamineffekt, der später als Grabeneffekt bezeichnet und erst anlässlich dieser Katastrophe entdeckt wird. Der Brand breitet sich nun schlagartig aus, so dass in kürzester Zeit die gesamte Rolltreppe in Brand steht und das Feuer in die darüber liegende Schalterhalle schießt. Dabei kommt auch der Feuerwehrmann Colin Townsley, der sich als einer der ersten der Brandstelle durch die Schalterhalle nähert, ums Leben.

    Bis zu 150 Einsatzkräfte der Feuerwehr sind rund sechs Stunden mit der Brandbekämpfung beschäftigt. Das Feuer ist erst um 1:46 Uhr gelöscht. Die durch den Brand in der U-Bahn-Station eingeschlossenen Fahrgäste werden mit den dafür weiter fahrenden Zügen der U-Bahn evakuiert.

    Opferbilanz: 31 Tote, 100 Verletzte, 19 davon schwer. Über 60 Personen erleiden eine Rauchgasvergiftung.


    Vor 30 Jahren:


    15. 11. 1992: [Northeim, Bundesland Niedersachsen, Deutschland] Beim Eisenbahnunfall von Northeim entgleist ein Güterzug wegen eines abgebrochenen Puffers. Kurze Zeit später stößt der aus der Gegenrichtung kommende Nachtschnellzug München – Kopenhagen mit den entgleisten Wagen zusammen.

    Opferbilanz: 11 Tote, darunter der Lokführer und ein Schlafwagenschaffner des Nachtschnellzuges, 52 Verletzte, darunter 30 Schwerverletzte.


    Vor 25 Jahren:


    20. 11. 1997: [Elsterwerda, Bundesland Brandenburg, Deutschland] Beim Eisenbahnunfall von Elsterwerda entgleist mit überhöhter Geschwindigkeit ein mit Benzin und Dieselkraftstoff beladener Zug, weil seine Bremsanlage nicht ordnungsgemäß in Betrieb genommen wurde. Der Unfall führt zu einer Explosions- und Brandkatastrophe, die zwei Feuerwehrmännern das Leben kostet.


    Quelle: Wikipedia - Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr.




    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Fortsetzung Nr. 708 der Eisenbahnunfall-Gedenktage


    Dezember 1917: [Shepherdsville, Bundesstaat Kentucky, USA] Bei Shepherdsville stoßen ein Reise- und ein Nahverkehrszug zusammen.

    Opferbilanz: 67 Tote, 50 Verletzte.


    03. 12. 1917: [Hamm-Heessen, Provinz Westfalen, Königreich Preußen] Bei Hamm-Heessen reißt eine Kupplung in einem Zug, der italienische Kriegsgefangene transportiert. Da an der nächsten Blockstelle nicht darauf geachtet wird, ob das Zugschlusssignal vorhanden ist, wird der Blockabschnitt nach Passieren des Zugfragments aus Lokomotive und restlichen Wagen wieder freigegeben. Ein Schnellzug fährt in die zurückgelassene Wagengruppe. Fahrzeuge entgleisen und ragen auch in das Lichtraumprofil des Gleises der Gegenrichtung. Hier fährt ein Güterzug in die Trümmer.

    Opferbilanz: 36 Tote, davon 35 Italiener, 45 Verletzte.


    Vor 95 Jahren:


    05. 12. 1927: [FJB bei Sigmundsherberg, NÖ.] Der D 62 Berlin – Wien stößt bei Sigmundsherberg mit einem Güterzug zusammen.


    Vor 85 Jahren:


    04. 12. 1937: [Valencia, Spanien] Außerhalb des Bahnhofes von Valencia fährt ein von einer Dampflok gezogener, aus zehn Waggons bestehender Reisezug auf einen zweiteiligen Elektro-Nahverkehrszug auf.

    Opferbilanz: 20 Tote.


    Vor 75 Jahren:


    03. 12. 1947: [Arras, Frankreich] Der Nachtpostzug von Paris nach Turcoing entgleist auf der Magistrale Paris - Lille in der Nähe des Bahnhofes Arras. Ursache: Im Rahmen landesweiter Arbeitskämpfe kommt es zu Sabotageanschlägen gegen Bahnanlagen. Im konkreten Fall haben die Saboteure bei einer 30 m langen Schiene die Schrauben gelockert, aber dabei dafür gesorgt, dass die Kontakte intakt blieben und daher die Signale Frei zeigten. Zur gleichen Zeit gibt es an verschiedenen Orten weitere Sabotageakte, welche aber keine gravierenden Folgen haben.

    Opferbilanz: 21 Tote.


    Vor 65 Jahren:


    04. 12. 1957: [Lewisham, GB] Bei dichtem Nebel fährt der rund eine Stunde verspätete Schnellzug London-Cannon Street - Ramsgate bei Lewisham mit ca. 50 km/h auf den vor einem Haltesignal stehenden zehnteiligen Vorortezug von Charing Cross nach Hayes auf. Durch den Aufprall werden auch die Pfeiler der an der Unglückstelle befindlichen Brücke der Strecke Nunhead - Lewisham zerstört, sodass die Brücke in sich zusammenbricht und die Brückenträger auf die verunfallten Züge fallen. Ein sich wenigen Minuten später nähernder weiterer Vorortezug kann noch rechtzeitig gewarnt und angehalten werden. Unfallursache: Der Lokführer des Schnellzuges hat Signale, die für das nächste Signal Rot erwarten ließen, ignoriert. Erst als der Heizer ihn auf das Rot zeigende Signal aufmerksam macht, leitet er eine Schnellbremsung ein, die aber weitgehend wirkungslos bleibt. Das Unglück ist das drittschwerste in der Geschichte der britischen Eisenbahnen. Die betroffene Bahnstrecke bleibt sieben Tage gesperrt. Der Lokführer des Schnellzuges wird wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht gestellt, wegen seines schlechten psychischen und physischen Zustandes aber freigesprochen.

    Opferbilanz: 90 Tote, 109 Schwerverletzte.


    Vor 20 Jahren:


    02./03. 12. 2002: [Peloponnesbahn bei Chrani, Griechenland] Ein wegen Fahrzeugmangels als Nachtzug Kalamata – Tripolis – Piräus verkehrender zweiteiliger MAN-Nahverkehrstriebwagen fährt im Bereich der Bergstrecke Zevgolatio – Tripolis ca. 2 km vor Chrani gegen einen nach einem Erdrutsch auf dem Gleis liegenden Felsen, entgleist und stürzt zum Glück „nur“ ca. 80 m einen Abhang hinunter, denn die Schlucht ist dort rd. 300 m tief und der Fluss führt auf Grund der Regenfälle Hochwasser.

    Opferbilanz: Von den 28 Fahrgästen werden 17 verletzt, 3 davon schwer.

    Quelle: EÖ-Heft 1/2003, S. 30f. Foto: Keystone


    Vor 10 Jahren:


    03. 12. 2012: [Stöde bei Sundsvall, Mittelschweden] Um 06:22 Uhr entgleisen in Stöde bei Sundsvall vier der sechs Wagen des drei Stunden verspäteten Nachtzuges Göteborg - Storlien in einer Kurve. Die beiden Schlafwagen am Zugschluss kippen zur Seite und reißen einen Fahrleitungsmast um. Im Zug befinden sich 132 Fahrgäste.

    Opferbilanz: 11 Verletzte, davon einer schwer.

    Quelle: EÖ-Heft 1/2013, S. 38. Foto: S. Wiklund.


    Vor 5 Jahren:


    04. 12. 2017: [Berlin-Spandau, Deutschland] Der Fahrer eines zum Glück unbesetzten Flixbus-Doppeldeckerbusses missachtet bei der Eisenbahnbrücke Klärwerkstraße in Berlin-Spandau die 3,40 m- Höhenbegrenzung. Die Folge: Das Obergeschoß wird komplett abgeräumt und der Bus bleibt in der Unterführung stecken:

    Quelle: EÖ-Heft 1/2018, S. 44. Fotos: Feuerwehr Berlin.


    05. 12. 2017: [Meerbusch, Bundesland Nordrhein-Westfalen, Deutschland] Beim Eisenbahnunfall von Meerbusch-Osterath fährt ein Zug der Regional-Express-Linie 7 von National Express im Bereich des Bahnhofs Meerbusch-Osterath auf einen stehenden DB Cargo-Güterzug auf. Unfallursache: Fehlverhalten der beiden beteiligten Fahrdienstleiterinnen, die eine technische Störung vermuten und den Blockabschnitt für den RE freigeben, obwohl er noch vom Güterzug besetzt ist. Außerdem wird verabsäumt, dem Tfzf. des RE Fahren auf Sicht (max. 40 km/h) anzuordnen, weshalb dieser auf 120 km/h beschleunigt. Im Jahr 2019 werden die beiden Fahrdienstleiterinnen zu einer Geldstrafe verurteilt.

    Opferbilanz: 8 Schwer-, 33 Leichtverletzte.

    Foto aus: EÖ-Heft 1/2018, S. 23. Foto: Keystone.


    Quellen (sofern nicht extra angegeben): Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996; Wikipedia – Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Vor 10 Jahren: Ankunft der ersten Himmelstreppe in Laubenbachmühle

    Vor 10 Jahren, am 5. Dezember 2012, traf die erste Himmelstreppe per Straßenroller in Laubenbachmühle ein. Die NÖVOG machte (in politischem Auftrag) ein großes Geheimnis daraus, denn man wollte vor der groß angekündigten Präsentation durch LH Pröll am 16. Dezember kein Aufsehen und schon gar keine Fotos, weshalb man die Himmelstreppe gut verpackt auf die Reise schickte. Selbst Hersteller Stadler durfte keine Fotos veröffentlichen. Die ganze Himmelstreppen-Inszenierung war den bevorstehenden Landtagswahlen im März 2013 geschuldet, bei denen sich LH Pröll erhoffte, als Schutzmantelmadonna für die Mariazellerbahn ein paar Prozentpunkte abräumen zu können.

    Trotz aller Bemühungen seitens der NÖVOG, Fotos von der Ankunft der Himmelstreppe zu verhindern, gelangen welche und eines davon ist hier zu sehen. Es zeigt die erste Himmelstreppe bei heftigem Schneetreiben in Laubenbachmühle kurz nach dem Aufgleisen. Die Verpackung hat mittlerwele schon einige Löcher bekommen:

    Quelle: EÖ-Heft 1/2013, Titelseite und S. 24f. Foto: J. Bögner

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Vor 5 Jahren: Eöffnung der VDE 8.1 Neubaustrecke Erfurt - Ebensfeld

    Heute vor 5 Jahren, am 8. 12. 2017, wurde der 107 km lange Abschnitt der VDE Neubaustrecke Erfurt - Ebensfeld eröffnet.

    Informationen zu diesem VDE 8-Streckenabschnitt gibt es auf Wikipedia.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Vor 135 Jahren: Eröffnung der Douro-Linie zwischen Regua und Barca d'Alva

    Heute vor 135 Jahren, am 9. 12. 1887, wurde der 96 km lange Abschnitt Regua - Barca d'Alva der entlang des Flusses Douro verlaufenden, insgesamt 191 km langen Linha do Duoro eröffnet. Damit war die Bahnstrecke zwischen Porto an der Atlantikküste und der Grenze zu Spanien durchgehend befahrbar. In Barca d'Alva bestand Anschluss an die Bahnstrecke Barca d'Alva - La Fuente de San Esteban, mit der man bis in die spanische Provinzhauptstadt Salamanca gelangen konnte.


    1988 wurde der 28 km lange Abschnitt der Douro-Linie zwischen Pocinho und Barca d'Alva eingestellt. Bereits Ende 1984 war die Bahnlinie zwischen Barca d'Alva und La Fuente de San Esteban, die für ihre spektakuläre Linienführung vom Dourotal hinauf zum kastlischen Hochland bekannt war, eingestellt worden.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor