Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

  • Vor 100 Jahren:

    27. 08. 1921: [bei Rom, Italien] Ein Personenzug mit Ausflüglern von Ladispoli bei Civita Vecchia nach Rom stößt mit einer rangierenden
    Lokomotive zusammen.
    Opferbilanz: 29 Tote, über 100 Verletzte.

    Vor 95 Jahren:

    26. 08. 1926: [Anting, China] Eine der Bürgerkriegsparteien entfernt ein Gleisstück aus der Bahnstrecke Shanghai–Nanjing. Vermutlich soll der Sonderzug eines Generals der Gegenseite zum Entgleisen gebracht werden. Allerdings befährt die beschädigte Stelle zuerst ein ziviler Zug.
    Opferbilanz: 20 Tote.

    01. 09. 1926: [Annetlla, Spanien] Der Postzug von Barcelona nach Valencia fährt zwischen den Bahnhöfen Anetlla und Ampolla in eine auf Grund heftiger Regenfälle ausgelöste Mure und entgleist. Dabei wird ein Waggen 3. Klasse zerstört.
    Opferbilanz: 25 Tote, 50 Verletzte.

    Vor 65 Jahren:

    02. 09. 1956: [Mahbubnagar, Bundesstaat Andhra Pradesh, Indien] Der Zug Nr. 565 der Indischen Staatsbahn von Secunderabad nach Dronachalam (heute: Dhone) besteht aus einer Dampflokomotive, ihrem Schlepptender und neun Wagen. Er ist auf einer Bahnstrecke in Meterspur der Central Railway unterwegs, die früher zur Nizam State Railway gehörte, und muss bei Mahbubnagar über die 1923 errichtete Stahl-Fachwerkbrücke Nr. 229 fahren, die einen Bach namens Pasani Kunta Vagu quert. Der Bach ist durch heftigen Monsunregen stark angeschwollen, zu einem reißenden Strom geworden. Der Brückenanlage fehlen Flutgräben in ausreichendem Umfang, so dass das gesamte anfallende Wasser durch den einen zentralen Durchfluss abfließen muss. Bereits am 1. August 1956 hat ein heftiger Monsunregen die Brücke beschädigt, die aber anschließend repariert wurde. Ein Brückenwärter, der aber mehrere Brücken zu beaufsichtigen hat, kontrolliert die Brücke zweimal während der Nacht, ohne dass ihm etwas Besonderes auffällt.
    In der Stunde unmittelbar vor dem Unfall gehen mehr als 50 mm/m² Regen nieder. Das führt dazu, dass das Wasser mit Macht durch den Abfluss drückt, dabei die Schienenoberkante 20-30 Zentimeter überflutet, die Pfeiler der Brücke unterspült und die Widerlager auf beiden Seiten beschädigt.
    Als der Zug gegen 0:40 Uhr auf die Brücke auffährt, gibt sie nach und stürzt ein. Die Lokomotive und ihr Schlepptender kommen noch auf der gegenüberliegende Böschung zu liegen. Die beiden folgenden Personenwagen der 3. Klasse mit je 70 Sitzplätzen, die zwischen der Masse des folgenden Zuges und der Lokomotive zertrümmert werden, stürzen ins Wasser. Im ersten Wagen überlebt niemand. Die Strömung ist so stark, dass eine Anzahl Leichen bis in einen mehrere Kilometer flussabwärts gelegenen Stausee gespült werden.[ Der folgende dritte Wagen 1. Und 2. Klasse wird im vorderen Teil ebenfalls schwer beschädigt und ragt in absturzgefährdeter Stellung über den Fluss.
    Der Untersuchungsbericht kommt zum Schluss, dass die Eisenbahn Schuld an dem Unfall hat: Zum einen sei es unangemessen, zwei gefährdete Brücken durch nur einen Mitarbeiter bewachen zu lassen, zum anderen wird den verantwortlichen Ingenieuren die Schuld gegeben. Aufgrund des Einzugsgebiets des Baches, der unter der Brücke durchfließt, und der Höhe des möglichen Niederschlags während der Monsun-Zeit hätten hier zusätzliche Durchflüsse unter der Eisenbahnstrecke errichtet werden müssen.
    Der damalige indische Eisenbahnminister, Lal Bahadur Shastri, der sich sofort an die Unfallstelle begibt, will die politische Verantwortung für den Unfall übernehmen und bieter dem Premierminister, Jawaharlal Nehru, seinen Rücktritt an. Dieser lehnt aber ab. Erst als etwa drei Monate später der Eisenbahnunfall von Ariyalur mit 144 Toten geschieht und Shastri erneut seinen Rücktritt anbietet, wird dieser angenommen.
    Opferbilanz: 117 Tote.

    Vor 60 Jahren:

    02. 09. 1961: [Scheibbs, NÖ.] Auf Grund einer falschen Weichenstellung fährt ein Personenzug mit der Dampflok 770.92 um 15:03 Uhr auf einem mit einem Güterzug besetzten Gleis in den Bahnhof ein und kollidiert mit dem Güterzug. Die geringe Geschwindigkeit verhindert größeres Ungemach (siehe Foto):

    Foto: Archiv Wegenstein, aus: BiB-Band Nr. 13 - Unfälle und Schadensfälle, Verlag Pospischil, Wien 1980.

    Vor 50 Jahren:

    26. 08. 1971: [Murtalbahn bei Madling, Salzburg] Bei der Fahrt über die Murbrücke nächst der Haltestelle Madling entgleist auf Grund der verschobenen oder unsachgemäß gesicherten Ladung der Güterwagen OOm 473 und neigt sich zur Seite. Da die zulässige Geschwindigkeit nur 10 km/h beträgt, halten sich die Unfallschäden in Grenzen:

    Foto: Friedrich Haftel, aus: BiB-Band 13, Unfälle und Schadensfälle, Verlag Pospischil, Wien 1980.

    28. 08. 1971: [Simplontunnel, Kanton Waadt, Schweiz] Ein Zug fährt in der Mitte des Simplontunnels mit 100 km/h über eine nur mit 50 km/h befahrbare Weiche. Die hinteren Wagen entgleisen, kippen zur Seite und schlagen an der Tunnelwand auf. Die Entgleisung forderte fünf Tote und 29 Verletzte
    Opferbilanz: 5 Tote, 29 Verletzte.

    Vor 40 Jahren:

    27. 08. 1981: [Hbf. Wels, Oberösterreich] Um 11:33 Uhr stößt der mit der DB-Lok 111 109 bespannte und mit 328 Personen besetzte Ex 220 "Donaukurier" bei der Einfahrt in den Hbf. Wels mit dem in Richtung Vbf. Linz ausfahrenden und mit der 1042 560 bespannten Gz 44030 zusammen. Dabei wird die 111 109 geknickt und erleidet einen Totalschaden (siehe Fotos), die robustere 1042 560 wird schwer beschädigt. Unfallursache ist das unerlaubte Abfahren des Gz 44030 bei Halt zeigendem AS.
    Opferbilanz: 1 Toter, 165 Verletzte, darunter auch die beiden Tfzf.
    Anmerkung: An diesen Unfall mit der geknickten DB-Lok kann ich mich noch gut erinnern, da ich im Zuge einer Dienstreise an der Unfallstelle vorbeigekommen bin. Die Streckenunterbrechung auf Grund des Unfalls dauerte bis gegen 15 Uhr und als mein Zug an der Unfallstelle vorbeikam, hatte er bereits über drei Stunden Verspätung. Meinen Besprechungstermin in der Gemeinde Pram musste ich absagen. Das war damals gar nicht so leicht, denn im Bhf. Wels standen die gestrandeten Fahrgäste vor den Telefonzellen Schlange:


    Quelle: Zeitschrift Eisenbahn, Heft 10/1981, S. 189f. Fotos: Peter Seelmann.

    31. 08. 1981: [Asifabad Road, Indien] Der Schnellzug Madras - Delhi entgleist in der Nähe des Bahnhofes Asifabad Road.
    Opferbilanz: Über 25 Tote, über 40 Verletzte.

    Vor 25 Jahren:

    28. 08. 1996: [Hbf. Linz, OÖ.] Im Einfahrbereich des Hbf. Linz stoßen um 10:04 Uhr der in den Bahnhof einfahrende E 3808 aus Weißenbach-St. Gallen (1141 030 + drei Wagen) mit einer auf dem Weg in die Zugförderung befindlichen Lz-Verschubfahrt, bestehend aus 1142 548 und 569, zusammen. Bei der 1141 030 wird der Rahem gestaucht, worauf sie auf dem Schrottplatz landet. Unfallursache ist das unerlaubte Überfahren des Verschubsignals V 114 Ost durch den Tfzf. des Lz.
    Opferbilanz: 7 Schwer- und 43 Leichtverletzte. Da sich das Linzer Unfallkrankenhaus in unmittelbarer Nähe zur Unfallstelle befindet, ist professionelle Hilfe rasch zur Stelle: schienenweg.at/index.php?attachment/35071/
    Quelle: EÖ-Heft 10/1996, S. 3 99, Foto: Keystone.

    Vor 5 Jahren:

    01. 09. 2016: [Bhf. Andermatt, Kanton Uri, Schweiz] Eine mit dem unbesetzten Rangiertraktor Tm 2/2 4972 bespannte Rangierkomposition mit vier leeren Personenwagen der MGB entrollt im Bhf Andermatt in den Zahnstangenabschnitt in Richtung Göschenen. Sie passiert einen Bahnübergang und gerät in die bis 179 Promille steile Zahnstangenstrecke der Schöllenenbahn, wo die fünf Fahrzeuge entgleisen. Glücklicherweise hat ein entgegenkommender Personenzug Verspätung, da er in Göschenen einen Anschlusszug der SBB abwarten muss.
    Über diesen Unfall wurde hier im Forum ausführlich berichtet.

    Quellen (sofern nicht an anderer Stelle angegeben): Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag Stuttgart 1996; Wikipedia - Liste schwerer Unfälle und Liste von Anschlägen im Schienenverkehr.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Heute vor 180 Jahren, am 3. September 1841 wurde die zweigleisige und mit einer stationären Seilwinde betriebene Steilstrecke Erkrath - Hochdahl im Zuge der Strecke Düsseldorf - Elberfeld in eröffnet. Das System bewährte sich nicht und wurde so umgebaut, dass talfahrende Züge oder allein fahrende Lokomotiven die bergfahrenden Züge hochzogen. 1926 wurde der Seilzugbetrieb aufgegeben.

    Das Foto aus dem Buch "Gebirgsbahnen Europas" von Ascanio Schneider (Orell Füssli Verlag, Zürich 1982, S. 274) zeigt die Begegnung eines per Seil in Richtung Hochdahl fahrenden Zuges mit der den Zug hochziehenden talfahrenden Lok in der Streckenmitte der Steilrampe:

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Vor 160 Jahren:

    02. 09. 1861: [Bhf. Kentish Town, London, UK] Flankenfahrt eines Personenzugs in einen rangierenden Güterzug beim Bahnhof Kentish Town.
    Opferbilanz: 16 Tote, 321 Verletzte.

    03. 09. 1861: [Platte River, USA] Anschlag auf die Platte-Brücke durch Guerillakämpfer der Südstaaten im Amerikanischen Bürgerkrieg auf einen Zug der Nordstaaten. Der Anschlag betrifft einen gemischten Zug der Hannibal and St. Joseph Railroad und eine Brücke auf deren Bahnstrecke, die als erste den Staat Missouri quert. Sie erschließt unter anderem den östlichen Endpunkt des Pony Express in Saint Joseph und ist damit von erheblicher strategischer Bedeutung. Die Guerillasbeschädigen die Stützen der etwa 50 Meter langen Brücke über den Platte River so, dass dies vom Zug aus nicht zu erkennen ist. Als in der Dunkelheit gegen 23:15 Uhr der Zug von Hannibal nach St. Joseph auf die Brücke fährt, bricht diese unter dem Zug mit seinen etwa 100 Reisenden zusammen und seine Fahrzeuge stürzen zehn Meter tief in den Fluss. Die Armee der Union gibt den Befehl aus, die Guerillas zu verfolgen und zu erschießen. Die Konföderation reklamiert das Attentat als kriegsrechtlich zulässige Handlung.
    Opferbilanz: Über 20 Tote.

    Vor 95 Jahren:

    05. 09. 1926: [Waco, Bundesstaat Colorado, USA] Auf Grund überhöhter Geschwindigkeit in einem Bogen entgleist der "Scenic Limited-Express" bei Waco. Die Lok und sechs der 14 Waggons stürzen in den Fluss Arkansas.
    Opferbilanz: 23 Tote, über 50 Schwerverletzte.

    Vor 65 Jahren:

    05. 09. 1956: [Robinson, Bundesstaat New Mexico, USA] Im unbesetzten Bahnhof von Robinson sollen zwei mit je zwei Dieselloks gezogene Schnellzüge kreuzen. In unbesetzten Bahnhöfen ist es Vorschrift, dass der Lok-Beimann des zuerst eingefahrenen Zuges die Weichen bedient. Nachdem der Richtung Osten fahrende Zug auf dem Nebengleis eingefahren ist, geht der Beimann zur Einfahrweiche aus der Gegenrichtung und schließt diese auf, was nicht den Vorschriften entspricht. Als sich der Richtung Westen fahrende Gegenzug nähert, betätigt der Lokführer des wartenden Zuges mehrmals das Spitzensignal, offenbar, um den Beimann vor dem sich nähernden Zug zu warnen. Der Beimann interpretiert die Signale aber so, dass er etwas falsch gemacht habe, ist verwirrt und stellt die bereits aufgeschlossene Einfahrweiche in die Ablenkung, worauf der Gegenzug mit etwa 100 km/h mit dem wartenden Zug zusammenstößt. Die meisten Todesopfer sind Eisenbahner, nämlich die Lokpersonale mit Ausnahme des schuldigen Beimannes sowie die Personale der hinter den Lokomotiven gereihten Schlaf- und Speisewagen des Richtung Westen fahrenden Zuges.
    Opferbilanz: 20 Tote.

    Vor 45 Jahren:

    06. 09. 1976: [Benoni, Südafrika] Ein Nahverkehrszug in das Eingeborenenviertel Daveyton fährt in Benoni auf einem vor einem Signal wartenden Schnellzug auf. Die Unfallursache (falsche Signalstellung oder Nichtbeachtung des Signals) ist unbekannt. Alle Toten befinden sich im Nahverkehrszug.
    Opferbilanz: 31 Tote.

    08. 09. 1976: [Dietikon, Kanton Zürich, Schweiz] Eine Lok überfährt eine Gleisarbeiterrotte.
    Opferbilanz: 6 Tote.

    Vor 40 Jahren:

    05. 09. 1981: [Asten, OÖ.] Um 00:47 Uhr entgleist in Str.-km 180,0 zwischen den Bhf. Kleinmünchen und Asten-St. Florian beim mit den Lokomotiven 1042 569 (Vsp.) und 1042 567 bespannte Gz 67931 (Linz Westbhf. - Selzthal, 46 Wagen, 1.667 t) bei 80 km/h der 21. Wagen infolge eines Radreifenbruchs. In der Folge entgleisen noch 14 weitere Wagen. Die Wagen 21 bis 31 stürzen um, die Wagen 32 bis 34 geraten in Schräglage. Oberbau und Fahrleitung werden auf einer Länge von rd. 500 m zerstört. Die Bergung, an der private Kranwagen, ein Bundesheer-Bergepanzer und ein ÖBB-Kranwagen beteiligt sind, gestaltet sich auf Grund der Ladung (Stahlteile aus dem VÖEST-Stahlwerk Linz) sehr schwierig. 24 Stunden später kann am 6. 9. der Verkehr mit dem Ex 222 um 01:07 Uhr ab Asten-St.Florian (+13') wieder aufgenommen werden. Während der Streckenunterbrechung werden die Züge entweder über Selzthal und Bischofshofen umgeleitet bzw. im Schienenersatzverkehr geführt. Das Foto zeigt die Bergearbeiten:
    Quelle: Zeitschrift Eisenbahn, Heft 11/1981, S. 190.

    Vor 30 Jahren:

    05./06. 09. 1991: [Mvoungouti, Republik Kongo] Der überfüllte Personenzug der Chemin de Fer Congo-Océan (CFCO) ist von Pointe-Noire nach Brazzaville landeinwärts unterwegs. In der Gegenrichtung fährt ein Güterzug der Compagnie minière de l’Ogooué (COMILOG), der Holz geladen hat. Im Bahnhof von Mvoungouti kommt es zu einem Frontalzusammenstoß beider Züge. Als Ursache wird seitens der Bahngesellschaft Bremsversagen, an anderer Stelle menschliches Versagen angegeben. Knapp zehn Jahre später, am 10. 01. 2001, kommt es im selben Bahnhof zu einem neuerlichen Zusammenstoß zweier Züge, bei dem mehr als 50 Personen sterben.
    Opferbilanz: 133 Tote, darunter 29 vermisste Personen, über 50 Verletzte.

    Quellen (sofern nicht anders angegeben): Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996; Wikipedia - Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Eigentlich wird die Pustertalbahn erst im kommenden November 150 Jahre alt, aber nachdem der ORF bereits heute einen ausführlichen Bericht über 150 Jahre Pustertalbahn veröffentlicht hat, stelle ich diesen schon jetzt hier rein:

    150 Jahre Pustertalbahn in Südtirol

    Vor 150 Jahren ist die Pustertaler Bahnstrecke in Südtirol eröffnet worden – damals eine technische Meisterleistung. Sie wurde 1871 für militärische Zwecke auf Schiene gebracht, hat dann aber binnen kurzer Zeit einen deutlichen, wirtschaftlichen Aufschwung gebracht.

    Online seit heute, 19.45 Uhr

    Weiterlesen auf tirol.ORF.at

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Freitag, 10 September 2021 11:00
    Frankreich: SNCF feiert 40 Jahre TGV


    Foto: SNCF.
    Am 22. September 1981 wurde die Hochgeschwindigkeitsstrecke Paris - Lyon in Anwesenheit des Staatspräsidenten François Mitterrand offiziell eingeweiht. Der berühmte orangefarbene Zug, der sich fünf Tage später in Bewegung setzte, läutete die erste "TGV-Generation" ein. Diese 40 Jahre Hochgeschwindigkeitsbahn werden vom 17. bis 19. September an 13 SNCF-Standorten in ganz Frankreich im Rahmen der Europäischen Tage des Denkmals (Journées européennes du patrimoine, JEP) und des Europäischen Eisenbahnjahres gefeiert.
    Im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung "Générations TGV" werden im Pariser Bahnhof Gare de Lyon und auf dem benachbarten Gelände von Ground Control (81, rue du Charolais 75012 Paris), einer ehemaligen Postverteilerstation, die zum Immobilienportfolio der SNCF gehört, rund vierzig kostenlose Aktivitäten für die ganze Familie, für Bildung und Spaß angeboten. Diese Ausstellungen und Aktivitäten werden vier Jahrzehnte der Innovation an Bord, auf dem Netz und in den Bahnhöfen für einen TGV beleuchten, der im Herzen der Regionen verankert, immer umweltfreundlicher und für die Fahrgäste zugänglicher wurde. Ein Fresko über Berufe im Hochgeschwindigkeitsbereich, ein Fahrsimulator, Führerstandsbesichtigungen, eine Ausstellung von Modelleisenbahnen und Bahnhöfen, ein elektrischer Zug, eine Retrospektive des TGV im Kino und viele andere Überraschungen runden das Programm ab, das sich an ein junges und ein älteres Publikum richtet, unabhängig davon, ob es mit der Welt der Eisenbahn vertraut ist oder nicht.
    Zu den Veranstaltungen am Pariser Gare de Lyon:
    [*] "Les motrices de 1981 à 2021": 2 speziell ausgerüstete TGV, der Zug Nr. 16, der 1981 den Geschwindigkeitsweltrekord brach (380 km/h), und ein TGV INOUI Océane, der mit einer neuen, aerodynamischeren "Nase" ausgestattet ist, werden auf den Gleisen 21 bzw. 19 abgestellt.
    • "Attention au départ": Die Triebfahrzeugführer empfangen das Publikum, um ihm die Führerstände dieser beiden legendären Züge zu zeigen.
    • "En navette Simone": Ab Gleis 23 wird ein OUIGO am Samstag und Sonntag zwischen Paris Gare de Lyon und dem Werk Villeneuve-Saint-Georges pendeln, um 200 Besuchern das TGV-Wartungszentrum auf der Südost-Achse zu zeigen. Anmeldung auf der Website affluences.com.
    • "TGV à petite et grande échelle": 17 TGV-Modelle im Maßstab 1:85 werden seit 1981 in chronologischer Reihenfolge ausgestellt. Diese Animation findet auf Gleis 21, im Wagen 5 des Zuges 16 statt.
    • "Les jeunes générations": Kinder können sich auf den Bahnsteigen 19/21 schminken lassen, ausmalen und zaubern.
    • "TGV fait son cinema": Wagen 1 des zum Kino umgebauten INOUI-Zuges wird auf Gleis 19 abgestellt. Auf dem Programm: Ausschnitte aus Filmen und Werbespots über den TGV.
    • "La chaîne des métiers"": Noch auf Gleis 19 wird an den Fenstern der Wagen 2, 3, 4 und 5 des INOUI-Zuges eine Ausstellung zu sehen sein, die die 150 Berufe vorstellt, die am Betrieb eines TGV beteiligt sind.
    Zu den Aktivitäten bei Ground Control:
    [*] "Le futur TGV"": Die Besucher können den TGV von morgen anhand eines lebensgroßen Modells entdecken, das das ganze Wochenende über in der Grande Halle zu sehen sein wird.
    • "Tout est recyclé dans la grande vitesse": Im Decanter, der Weinbar des Standorts, wird eine Wand mit Modellen installiert, um das Leben eines TGV besser zu verstehen.
    • "Tchou, tchou, à chacun son petit train": Noch im Décanteur können sich die Eisenbahnfans vor der großen elektrischen Zugstrecke treffen, auf der sie die gesamte TGV-Flotte der SNCF seit 1981 finden können.
    • "Aux commandes, on voit la vie en vert": Für alle, die schon immer davon geträumt haben, sich einmal in die Rolle eines TGV-Fahrers zu versetzen, wird in der Grande Halle ein Fahrsimulator installiert.
    Achtung: Der Gesundheitspass ist obligatorisch, um an den Aktivitäten teilzunehmen.
    Eine Veranstaltung, die von mehr als 600 Eisenbahnern unterstützt und geleitet wird
    Zu diesem Anlass werden fast 300 Fachleute aus dem Hochgeschwindigkeitsbereich, die bei SNCF Gares & Connexions, SNCF Réseau oder SNCF Voyageurs arbeiten, die wichtigsten Innovationen des Konzerns vorstellen. 240 Vertreter aus der gesamten Gruppe werden vor Ort sein, um die Besucher der Veranstaltung zu begrüßen, zu führen und mit praktischen Informationen zu versorgen.
    40 Kerzen, die im Rahmen der Europäischen Tage des Denkmals in ganz Frankreich ausgeblasen werden
    Das Jubiläum wird von den SNCF-Teams auch an neun anderen Standorten in ganz Frankreich gefeiert:
    [*] Drei Bahnhöfe, in denen TGV-Züge verkehren, die ihre Geschichte erzählen oder hinter die Kulissen blicken: Nîmes Pont- du-Gard, Marseille Saint-Charles und Bordeaux Saint-Jean;
    • Drei technische Zentren, die den Schleier über den Wartungsberufen lüften werden: das Technikzentrum Nouvelle-Aquitaine in Bordeaux; das Technikzentrum Sud-Est Européen in Villeneuve-Saint-Georges, das mit dem OUIGO-Shuttlebus vom Pariser Gare de Lyon aus zu erreichen ist und eine Reihe von Veranstaltungen anbietet, darunter eine Ausstellung alter Ausrüstungen und eine Eisenbahntaufe; das Technikzentrum Atlantique in Châtillon, das den TGV-Zug Nr. 325, den Geschwindigkeitsrekordhalter von 1990 (515,3 km/h), mit einer Fotoausstellung und einem Film würdigt;
    • Das Stellwerk (poste d'aiguillage et de régulation, PAR) der Hochgeschwindigkeitsstrecke Paris - Lyon am Pariser Bahnhof Gare de Lyon;
    • Die Cité du Train - Patrimoine SNCF in Mulhouse, in der eine neue Ausstellung zum Thema Hochgeschwindigkeit eröffnet wird;
    • Das Nationale Zentrum der Personalarchive (Centre national des archives du personnel SNCF) der SNCF in Béziers.
    Informationen und Anmeldung über die Website patrimoine.sncf.com, auf der alle Veranstaltungen aufgeführt sind.
    WKZ, Quelle SNCF

    https://www.lok-report.de/news/europa/it…-jahre-tgv.html

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Im aktuellen TR EU-Heft Nr. 306 gibt es auf den Seiten 16-22 einen ausführlichen (Foto-)Bericht über die Bahnstrecken rund um den Plattensee. Im Artikel wird u. a. auch erwähnt, dass die Bahnstrecke zwischen Buda und Pragersko im heutigen Slowenien, die entlang des Südufers des Plattensees verläuft, im Jahr 1861, also vor 160 Jahren eröffnet wurde. Ein genaues Eröffnungsdatum wird nicht angeben. Auch auf Wikipedia wird nur das Jahr 1861 als Baujahr für den Budapester Südbahnhof (Déli pályaudvar) genannt, aber kein genaues Eröffnungsdatum für die Strecke, weshalb ich heute mit diesem Beitrag darauf aufmerksam mache, dass die Bahnstrecke Budapest - Pragersko/Pragerhof heuer 160 Jahre alt wurde/wird.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Vor 100 Jahren:

    10. 09. 1921: [Les Échets, Departement Ain, Frankreich] Während des 1. Weltkriegs muss auf Grund der Materialknappheit auf der Verbindung Bourg-en-Bresse - Lyon ein Gleis abgebaut werden. Nur die Bahnhofe behalten ihre Gleiskonfigurationen, wobei die Kreuzungsgleise nur mit max. 20 km/h befahren werden dürfen. Nach dem Krieg fehlt der für den Wiederaufbau notwendige Stahl, sodass sich die Arbeiten verzögern. Im August 1921 werden die erforderlichen Genehmigungen erteilt, doch bevor noch die Arbeiten beginnen können, fährt ein Militär-Urlauberzug von Strasbourg nach Lyon, der Soldaten aus dem soeben von Frankreich besetzten Elsaß-Lothringeen in den Heimaturlaub bringen soll, im Bahnhof von Les Échets bei Lyon mit hoher Geschwindigkeit in die Ablenkung, worauf drei der Waggons mit hölzernen Aufbauten entgleisen und dabei zerstört werden.
    Übrigens, der Abschnitt Les Échets - Lyon ist nachwievor eingleisig.
    Opferbilanz: 38 Tote.

    Vor 95 Jahren:

    13. 09. 1926: [Murrulla, Bundesstaat New South Wales, Australien] Der ungewöhnlicher Zusammenstoß zwischen entlaufenen Güterwaggons und einem Postzug passiert auf der Nord-West-Strecke zwischen Murrunundi und Wingen. Beim Rangieren eines Güterzuges um Mitternacht im Bahnhof von Murrulla entlaufen fünf mit Wolle beladene Waggons auf die im Gefälle liegende freie Strecke und prallen mit hoher Geschwindigkeit auf den mit 50 km/h bergfahrenden Postzug Maree -Sydney. Beim Aufprall auf die Lok des Postzuges werden die Waggons über die Lok katapultiert und schlagen in den zweiten Waggon des Postzuges ein, wobei die Wolle Feuer fängt.
    Opferbilanz: 27 Tote, davon die meisten aus dem zweiten Waggon, 46 Verletzte.

    Vor 90 Jahren:

    13. 09. 1931: [Biatorbágy, Ungarn] Sylvester Matuska sprengt nahe der westlich von Budapest gelegenen Ortschaft Biatorbágy das Gleis auf der 25 m hohen mehrbogigen Eisenbahnbrücke. Lokomotive, Gepäckwagen, Schlafwagen und drei Personenwagen des Nachtschnellzuges Budapest–Wien stürzen ab. In Wien wird Matuska am 1. Oktober 1931 auf Ersuchen der ungarischen Polizei vernommen, weil er als angeblicher Fahrgast des verunglückten Zuges Schadenersatz fordert. Bei einer zweiten Vernehmung am 7. Oktober 1931 wird er verhaftet und gibt diesen und seine früher verübten Anschläge zu. Im Strafprozess können seine Motive nicht eindeutig geklärt werden. Matuska macht zeitweise einen verwirrten Eindruck und äußert religiöse Wahnvorstellungen. Das Schwurgericht verurteilt ihn wegen zweier Anschläge bei Anzbach zu sechs Jahren schwerem Kerker. Nach vier Jahren Strafverbüßung wird er wegen des Anschlags von Biatorbágy an Ungarn ausgeliefert. Dort wird er wegen Mordes zum Tode verurteilt. Österreich macht allerdings für die Auslieferung eine Begnadigung zur lebenslanger Haft zur Bedingung.
    Opferbilanz: 24 Tote, 14 Schwerverletze, zahlreiche Leichtverletzte.

    Die Unfallstelle von Biatorbágy. Foto: Archiv Bamer, aus: BiB-Band 13 - Unfälle und Schadensfälle, Verlag Pospischil, Wien 1980.

    Quellen (sofern nicht anders angegeben): Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996; Wikipedia - Liste von Anschlägen im Schienenverkehr.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Vor 125 Jahren:

    15. 09. 1896: [Crush, Bundesstaat Texas, USA] Ein als öffentliche Veranstaltung der Missouri-Kansas-Texas Railroad aufwändig geplanter und inszenierter Frontalzusammenstoß zweier Güterzüge. Mit den Kesselexplosionen beider Lokomotiven gerät das Ereignis außer Kontrolle. Herumfliegende Trümmer töten drei Zuschauer, weitere werden verletzt.
    Quelle: Wikipedia - Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr.

    Vor 50 Jahren:

    10. 09. 1971: [Imst, Tirol]
    Quelle: Zeitschrift Eisenbahn, Heft 11/1971, S. 172.

    Vor 5 Jahren:

    09. 09. 2016: [O Porriñ0, Region Galicien, Spanien] Ein von Vigo nach Porto verkehrender dreiteiliger RENFE-Triebzug der Reihe 592 mit 69 Fahrgästen an Bord entgleist bei der Einfahrt in den Bahnhof von Porriño und prallt gegen einen Fahrleitungsmasten. Vier Personen, darunter der portugiesische Lokführer und der spanische Zugbegleiter werden getötet, 48 weitere werden verletzt. Unfallursache: Fahren in die Ablenkung mit 118 km/h anstelle der zulässigen 30 km/h. Im Forum wird hier ausführlich über den Unfall berichtet:
    Quelle: EÖ-Heft 11/2016, S. 519.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Vor 45 Jahren:

    15. 09. 1976: [zwischen Mühlbach und Franzensfeste, Südtirol]

    Quelle: Zeitschrift Eisenbahn, Heft 11/1976, S. 168; Foto: Horst Knely.

    Vor 25 Jahren:

    07. 09. 1996: [Innsbruck] Um 18:25 Uhr kommt es im Bereich des Hauptbahnhofes auf Höhe des Stellwerks 2 zu einer Flankenfahrt zwischen dem D 461 (Interregio Trier - Innsbruck) mit der 1044 255 und der 2. Verschubreserve 1063 007. Dabei entgleisen beide Lokomotiven mit allen Achsen und die 1044 255 gerät in Schräglage. Unfallursache ist das Überfahren eines "Verschubverbot" zeigenden Verschubsignals durch den Tfzf. der 1063 007. Die Schadenssumme wird von den ÖBB auf ca. 2 Mio. öS. geschätzt:
    Quelle: Zeitschrift Eisenbahn, Heft 11/1996, S. 446; Foto: Erich Nährer.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Dienstag, 14 September 2021 13:25
    Schweiz: Vor 100 Jahren - Neue Lokomotiven für die RhB


    Foto: RhB/Stefan Schulthess.
    Sie ist gross, braun und hat eine eigenwillige Form, die an die Schnauze eines Reptils erinnert: Die legendäre Kult-Lokomotive «Krokodil» der Rhätischen Bahn (RhB). 2021 feiert die Serie der Ge 6/6 401-415 Lokomotive ihr 100-jähriges Jubiläum. Damals wurden sie angeschafft, um den Triebfahrzeugpark der RhB zu verstärken.
    Die Ausdehnung der Elektrifizierung auf das gesamte RhB-Netz um 1920 machte die Anschaffung von mehr und vor allem stärkeren elektrischen Lokomotiven notwendig. Die RhB besass zu diesem Zeitpunkt bereits elektrische Lokomotiven für die Engadinerlinie mit einer Steigung von 25‰. Im Hinblick auf einen Verkehrsaufschwung waren jedoch leistungsfähigere Maschinen gefragt. So entschied sich die RhB 1919 für die Bestellung von sechs Lokomotiven nach dem Vorbild der sich damals in Bau befindlichen Ce 6/8-Lokomotiven der SBB.
    Die Bestellung dieser RhB-Lokomotiven ging an die Brown Boveri & Cie (BBC) Baden und der Maschinenfabrik (MFO) Oerlikon für den elektrischen Teil und an die Schweizerische Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM) Winterthur für den mechanischen Teil. Die neuen Lokomotiven waren nun im Stande, einen Zug von 200t auf den andauernden 35 ‰-Steigungen der Albulalinie zu ziehen – im Dampfbetrieb konnten zwei G 4/5-Lokomotiven nur 195 t befördern. Die «Krokodile» wurden dazumal vorwiegend auf den steigungsreichen Strecken von Landquart nach Davos und von Chur nach St. Moritz eingesetzt. In den 1920er Jahren wurden weitere Lokomotiven dieses Typs nachbestellt, sodass der Krokodil-Fuhrpark schlussendlich 15 Lokomotiven umfasste. Der Preis für eine Lokomotive belief sich auf eine Summe, je nach Bestellung, zwischen 320'000 und 506'000 Schweizer Franken.
    Die Lokomotiven waren bei der RhB lange in Betrieb: Auch wenn sie langsam durch die neu angeschafften Ge 4/4 und Ge 6/6 abgelöst wurden, bis 1973 waren die teilweise über 50-jährigen Lokomotiven während der Hochsaison nach wie vor als Schnellzüge auf der Linie Landquart - Davos im Einsatz und wurden erst nach der Inbetriebnahme der ersten zehn Ge 4/4 II 611 - 620 ausgemustert.
    Ganz sind die «Krokodile» der RhB aber bis heute nicht aus Graubünden verschwunden. Mittlerweile ist eine der Lokomotiven vor dem Bahnmuseum in Bergün abgestellt und kann dort in aller Ruhe inspiziert werden. Zwei ihrer Schwestern (Nr. 414 und 415) sind noch betriebsfähig und verkehren situativ in Güterzügen, bei Extrafahrten oder im beliebten Nostalgiezug zwischen Davos und Filisur (http://www.rhb.ch/nostalgie). Sie erfreuen sich auch nach 100 Jahren noch grosser Beliebtheit bei Bahnfans aus aller Welt.
    Pressemeldung RhB

    https://www.lok-report.de/news/europa/it…er-die-rhb.html

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