Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

  • Vor 20 Jahren:

    17. 10. 2000: [Hatfield, Grafschaft Hertfordshire, Vereinigtes Königreich] Um 12.10 Uhr entgleist ein von London Kings Cross nach Leeds fahrender Zug südlich des Bahnhofs Hatfield. Der Zug ist ein Intercity-Schnellzug Typ IC 225 Mark 4, der von der Great North Eastern Railway (GNER) betrieben wird. Der Ort der Entgleisung liegt zwischen Welham Green und Hatfield, etwa 27 km (16,7 Meilen) von Kings Cross entfernt. Die linke Schiene des nordwärts führenden Schnellfahrgleises Nr. 1 ist gebrochen, so dass der Zug entgleist. Zu diesem Zeitpunkt fährt der Zug zwischen 115 und 117 mph (185 und 188 km/h). Es befinden sich 170 Passagiere und 12 GNER-Mitarbeiter im Zug.
    Opferbilanz: 4 Tote, über siebzig Verletzte, davon 4 Schwerverletzte. 2 Schwerverletzte sind GNER-Mitarbeiter.

    Quelle und weitere Informationen mit Fotos: https://www.lok-report.de/news/europa/it…n-hatfield.html

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Vor 25 Jahren:

    17. 10. 1995: [Paris, Frankreich] Zwischen den Pariser Metrostationen Musée d’Orsay und Saint-Michel explodiert in einem RER-Metrozug ein Sprengsatz.
    Opferbilanz: 30 Verletzte.

    Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996; Wikipedia - Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr.

    Was jetzt?
    RER oder Metro?
    Von der Strecke her müsste das die Linie C des RER ist, und die hat mit dem Metro überhaupt nichts zu tun, die wird von der SNCF betrieben.

  • Vor 145 Jahren:

    22. 10. 1875: [Balta, Russland] Zwischen den Bahnhöfen Balta und Birsula entgleist ein gemischter Zug der Armee. Er befördert sowohl Rekruten als auch Erdöl. Wegen eines Schneesturms ist die Sicht schlecht. Der Lokomotivführer übersieht ein Signal, das eine Baustelle schützen soll, und fährt in sie hinein. Der Zug entgleist und stürzt eine 30 m hohe Böschung hinunter. Die Trümmer geraten in Brand. Der Brand kann erst nach fünf Tagen gelöscht werden, da ein Durchlass an der Unfallstelle wie ein Kamin wirkt und das Feuer immer wieder anfacht.
    Opferbilanz: Ca. 70 Tote, 120 Verletzte.

    Vor 125 Jahren:

    22. 10. 1895: [Gare Montparnasse, Paris, Frankreich] Ein Unfall mit spektakulären Folgen, von denen Fotos um die ganze Welt gingen, aber Gottseidank mit glimpflichem Ausgang. Der Lokführer Guillaume-Marie Pellerin des Personenzuges von Granville nach Paris, Gare Montparnasse hat von der Bahngesellschaft die Anweisung, den Zug ausschließlich mit der Lokbremse und den Handbremsen an den Waggons zu bremsen, um die Westinghouse-Bremse zu schonen. Bei der Einfahrt in den Bahnhof unterschätzt der Lokführer die Geschwindigkeit des Zuges und überschätzt außerdem die Wirksamkeit der Lokbremse und der Handbremsen. Der Zug rast in die im ersten Stock gelegene Bahnhofshalle, überfährt den Prellbock und den Bahnsteig, durchstößt in weiterer Folge die Glaswand des Bahnhofsgebäudes und stürzt auf den Place de Rennes vor dem Bahnhof, wobei die Lok wie eine an die Wand gelehnte Leiter stehen bleibt. Dabei verfehlt die Lok eine eben vorbeifahrende Straßenbahn knapp. Die 12 Waggons mit 131 Passagieren entgleisen nicht. Auf dem Platz stirbt eine Zeitungsfrau, die an Stelle ihres Mannes Zeitungen verkauft. Im Zug werden fünf Personen (Fahrgäste und Zugbegleiter) verletzt. Lokführer und Heizer retten sich durch einen Sprung auf den Bahnsteig und bleiben unverletzt.
    Lokführer Pellerin und Zugführer Mariette werden vor Gericht gestellt. Pellerin bekommt eine Geldstrafe über 50 Franc und zwei Monate Gefängnis, Zugführer Mariette eine Geldstrafe über 25 Franc.

    Foto: Wikipedia (gemeinfrei)

    Vor 100 Jahren:

    27. 10. 1920: [Lufany, Rumänien] Zusammenstoß zweier Personenzüge bei Lufany in Siebenbürgen. Unfallursache: Laut Medien ein "Fehler eines ungelernten Eisenbahners".
    Opferbilanz: Ca. 50 Tote, über 200 Verletzte.

    Vor 95 Jahren:

    27. 10. 1925: [Victoria, Bundesstaat Mississippi, USA] Entgleisung eines Personenzuges bei Victoria auf Grund eines Schienenbruches.
    Opferbilanz: 21 Tote.

    Vor 45 Jahren:

    22. 10. 1975: [Nordwestbahn zwischen Schönborn-Mallebern und Höbersdorf, NÖ.] Um 13:55 Uhr rammt der P 2219 (Drosendorf - Wien Nord) auf einer Ek zwischen den Haltestellen Schönborn-Mallebern und Höbersdorf einen vollbesetzten Schülerbus der Fa. Bajer-Bus, obwohl die Ek voll einsehbar ist, der Zug mit der vorgeschriebenen Geschindigkeit fährt und der Tfzf. laufend Achtungssignale gibt. Unfallursache: Der Buslenker steht unter Alkoholeinfluß.
    Opferbilanz: 7 Tote, 42 Verletzte.

    Vor 25 Jahren:

    28. 10. 1995: [Baku, Aserbaidschan] Bei dem Metrounfall von Baku gerät ein U-Bahn-Zug der Metro Baku, der U-Bahn der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku, nach einem Elektrischen Kurzschluss in einem Tunnel in Brand.
    Ausgangslage: Die Energiezufuhr für die Züge erfolgt über eine Stromschiene. Der Tunnel zwischen den U-Bahnhöfen Ulduz und Nariman Narimanov ist mit einer steuerbaren Lüftungsanlage ausgestattet, hat aber ein relativ enges Tunnelprofil von 5,6 m Höhe und 5 m Breite. Der betroffene Zug besteht aus fünf Wagen, die etwa 30 Jahre alt sind. Etwa 90 % des verbauten Materials sollen brennbar sein. Er verlässt
    gegen 18 Uhr in der Hauptverkehrszeit mit vermutlich mehr als 1000 Fahrgästen den im Norden von Baku gelegenen U-Bahnhof Ulduz auf dem Weg zum nächsten, Nariman Narimanov.
    Unfallhergang: Unmittelbar nachdem der Zug den U-Bahnhof Ulduz verlassen hat und in den Tunnel fährt, entsteht aufgrund eines technischen Defekts ein Kurzschluss in der elektrischen Anlage im hinteren Teil des vierten Wagens des Zuges. Der Vorsitzende der im Anschluss an die Katastrophe eingesetzten Untersuchungskommission, der stellvertretende Premierminister von Aserbaidschan, Abbas Abbasov, bezeichnet später veraltete technische Ausrüstung aus der Zeit der Sowjetunion als Ursache für die Katastrophe. Der bei dem Kurzschluss entstandene Lichtbogen wird von den Fahrgästen als Blitz wahrgenommen und entzündet brennbare Teile des Fahrzeugs. Das Feuer greift schnell auch auf den fünften Wagen über.
    Der Kurzschluss bewirkt weiter, dass der Zug, der etwa 200 Meter in den Tunnel hineingefahren ist, dort zum Stehen kommt. Das Feuer greift insbesondere auf Kunststoffteile in den Wagen über. Zunächst bemerken die Reisenden sowohl im vierten wie im fünften Wagen Rauch, der sehr schnell den Tunnel füllt und tödliche Mengen von Kohlenstoffmonoxid freisetzt. Weil im vierten Wagen die Türen klemmte, müssen die Reisenden diesen durch einen Übergang in den dritten Wagen verlassen. Panik bricht aus. Der Fahrer informiert über Funk die Zugleitstelle vom Vorfall und bittet, die Elektrizität im Tunnel auszuschalten. Das geschieht aber nicht sofort, sodass eine Reihe von Menschen ums Leben kommen, weil sie mit der Stromschiene im Tunnel in Berührung kommen. Nach etwa 15 Minuten wird die Lüftungsanlage auf „Entlüften“ umgeschaltet, was aber dazu führt, dass der Rauch durch den Teil des Tunnels geblasen wird, durch den die Menschen zu fliehen versuchen.
    Folgen: Eine zweitägige Staatstrauer wird ausgerufen. Es ist der folgenreichste U-Bahn-Unfall weltweit. Zuvor war dies der U-Bahnunfall von Malbone Street 1918 in New York City mit 93 Toten gewesen. Der schwerwiegendste Tunnelbrand hatte 1903 die Metro Paris getroffen, als beim Metrounfall im Bahnhof Couronnes 84 Menschen starben.
    Aufkommende Gerüchte, es habe sich um Sabotage oder einen Anschlag gehandelt, werden staatlicherseits dementiert. Sprengstoffreste werden nicht gefunden. Der oberste Gerichtshof von Aserbaidschan verurteilt zwei Mitarbeiter der U-Bahn, darunter die Zugaufsicht der U-Bahn-Station Ulduz wegen grober Fahrlässigkeit zu 15 und 10 Jahren Gefängnis.
    Opferbilanz: 303 Tote, 265 Verletzte.

    Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996; Eisenbahnunfälle in Europa von Erich Preuß, Transpress Verlag, Berlin 1991; Wikipedia - Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Vor 145 Jahren:

    04. 11. 1875: [Anschlag auf den P 9 Wien FJB - Prag bei Schwarzenau im Waldviertel]
    Ausgangslage: Die Franz-Josefs-Bahn verläuft beim Bahnhof Schwarzenau, Niederösterreich, auf einem 10 Meter hohen Damm in einem Gefälle von 5 ‰ und mit einer Kurve auf die 9 Meter lange Limpfingser-Brücke, eine Holzbrücke, zu, die eine Straße quert. Hier sind am Abend des 3. Novembers noch gegen 20 Uhr und 20:30 Uhr zwei Güterzüge unterwegs, die die spätere Unfallstelle anstandslos passieren. Als nächster Zug folgt gegen 0:30 Uhr der Personenzug Nr. 9 von Wien Franz-Josefs-Bahnhof nach Prag. 128 Reisende befinden sich in dem Zug. Er besteht aus einer Dampflokomotive mit Schlepptender und 14 Wagen.
    Der für den Streckenabschnitt zuständige Streckenwärter befindet sich aufgrund einer großen Familie und des geringen Einkommens in einer wirtschaftlichen Notlage. Daher entwickelt er die Idee, eine Unfallsituation zu provozieren, den Zug vor dem Unfall aber zu „retten“ und eine Belohnung dafür zu erhalten.
    Unfallhergang: Der Bahnwärter löst, nachdem die Güterzüge durchgefahren sind, in der Kurve ein 6 Meter langes Schienenstück aus dem äußeren Gleis und positioniert sich mit einer Warnleuchte oberhalb der Stelle, ein Stück in Richtung Wien am Gleis. Allerdings kommt starker Nebel auf. Als der Zug kommt, ist der Nebel so dicht, dass das Lokomotivpersonal die Warnleuchte nicht wahrnimmt und an dem Bahnwärter vorbeifährt. Gegen 0:30 Uhr fährt der Personenzug in die beschädigte Stelle des Gleises und entgleist entlang der Tangente des Kurvenbogens. Lokomotive, Schlepptender und elf Wagen stürzen vom Damm, zum Teil auf die Straße unter der Brücke. Nur die letzten drei Wagen des Zuges bleiben davon verschont. Die Lokomotive kommt auf der Straße zu liegen, auf ihr türmen sich die nachfolgenden Wagen auf: 3 Gepäckwagen, ein Postwagen und vier Personenwagen.
    Folgen: Vier Eisenbahner, darunter Lokomotivführer und Heizer sowie ein Postbeamter, der im Postwagen Dienst tut, kommen ums Leben.
    Mindestens drei Reisende sterben, fünf weitere werden darüber hinaus verletzt. Die vier getöteten Eisenbahner und der Postbeamte erhalten ein „Staatsbegräbnis“ auf dem Friedhof von Windigsteig.
    Die Spurensicherung ergibt ganz eindeutig, dass ein Anschlag die Ursache des Unfalles ist. Der oder die Täter können zunächst nicht festgestellt, dem Bahnwärter auch nichts nachgewiesen werden. Die Polizei vermutet „Umstürzler“ als Täter. Der Vorgang muss ungeklärt zu den Akten gelegt werden.
    Der Bahnwärter wird später an eine andere Strecke versetzt und wegen psychischer Probleme frühpensioniert. Dabei erhält er bei der Berechnung der Rente als Ausgleich für den bei dem Unfall im Dienst erlittenen Schock einige fiktive Berufsjahre anerkannt. Erst mehr als 35 Jahre später, kurz vor dem Ersten Weltkrieg, gesteht er die Tat auf dem Totenbett. Das Geständnis wird nach Aussagen der Hinterbliebenen amtlich protokolliert, aber – um deren Ruf nicht zu schädigen – einfach nur zu den Akten genommen und nicht veröffentlicht.

    Vor 80 Jahren:

    04. 11. 1940: [Norton Fitzwarren, England] Der aus 13 Wagen bestehende Schlafwagenzug von Paddington nach Pencanze hat in Taunton bereits über eine Stunde Verspätung, weshalb der Stellwerkswärter von Taunton beschließt, auf dem folgenden viergleisigen Streckenabschnitt bis Norton Fitzwarren den nachfolgenden Postzug vorfahren zu lassen und er leitet deshalb den Schlafwagenzug auf der langsamere Gleis, was der Lokführer in der Dunkelheit aber nicht mitbekommt. Erst als ihn der Postzug rechts überholt, bemerkt er seinen Irrtum und bremst sofort, aber es geht sich nicht mehr aus. Am Ende des viergleisigen Abschnittes überfährt der Zug den Prellbock am Ende des Schutzgleises und bohrt sich dahinter ins Erdreich.
    Opferbilanz: 27 Tote, 75 Verletzte.

    Vor 15 Jahren:

    29. 10. 2005: [Valigonda, damals Bundesstaat Andhra Pradesh, heute Bundesstaat Telangana, Indien] Entgleisung des Delta Express.
    Ausgangslage: Der Delta Express, ein Zug der South Central Railway, der von Repalle nach Hyderabad verkehrt, ist an diesem Tag wegen der Ferien zum Lichterfest Diwali mit etwa 1000 Reisenden stark besetzt. Er besteht aus der Lokomotive und je nach Quelle aus 14, 15 oder 17 Wagen. Die Strecke, die der Zug noch bei Dunkelheit gegen 4:15 Uhr befährt, quert auf einer Brücke den Abfluss eines Rückhaltebeckens. Seit mehr als einer Woche fällt starker Monsunregen, seit drei Tagen mit besonderer Intensität.
    Unfallhergang: Im Damm, der das darin enthaltene Wasser staut, ist ein Riss aufgetreten, der sich vergrößer und den Damm nachgeben lässt. Die austretenden Wassermassen reißen auch die Eisenbahnbrücke weg, kurz bevor der Zug sie befähr . Der Zug stürzt in die Fehlstelle, wobei die Lokomotive und sieben Wagen abstürzen. Drei der Personenwagen davon fallen direkt ins Wasser und werden weiter gespült. Hier sterben die meisten Menschen.
    Folgen: Die Rettungsarbeiten werden behindert, weil auch die Straßen durch den Dauerregen aufgeweicht sind. Die indische Marine entsendet Rettungstaucher an die Unfallstelle, um bei den Rettungs- und Bergungsarbeiten zu helfen. So können einige Menschen noch gerettet werden, die in Luftkammern unter Wasser ausharren.
    Der Unfall zieht eine parlamentarische Untersuchung durch das indische Bundesparlament nach sich. Auch anliegende Bauern werden durch Unfall und Bergungsarbeiten schwer geschädigt.
    Opferbilanz: 114 Tote, ca. 200 Verletzte.

    Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996; Wikipedia, Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor