Die Donauuferbahn im Wechselbad ihrer Geschichte

  • Gestern bin ich nicht nur mit der oö. Donauuferbahn gefahren, sondern habe sie auch dort besucht, wo sie in der Natur nur mehr rudimentär und in unserer Erinnerung vorhanden ist. Dabei habe ich auch den kleinen Felsen zwischen B3 und Donau bestiegen, auf dem ein kleines Marterl namens "Weinser Kreuz" steht. Das Weinser Kreuz befindet sich ca. auf halbem Weg zwischen Weins und Persenbeug.
    Vor knapp 16 Jahren, im Frühjahr 2008 stand ich ebenfalls da oben und habe den mit der 2043 022 bespannten EZ Wachau auf seinem Weg von St. Valentin nach Krems fotografiert. Schon damals hing das Damoklesschwert der Einstellung über der Strecke, aber dass 16 Jahre später nicht nur die Strecke eingestellt sein würde und 19 km überhaupt abgetragen, das war damals außerhalb meiner Vorstellungskraft. Die Natur hat sich die Trasse wieder weitgehend zurückgeholt:

    Fotos: dr. bahnsinn, aufgenommen am 8. 4. 2008 bzw. am 15. 2. 2024.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Danke Dir Herr Dr. Bahnsinn für die Vergleichsbilder. Ja, das waren die Zeiten die manch einer froh sein darf, diese erlebt zu haben mit der Eisenbahn auf der kompletten Donauuferbahn.

    Von der Zugbildung her dürfte der Wagen in der Mitte (der grüne Schlieren) der BRz gewesen sein, also fallweise mit Bewirtschaftung. Die beiden anderen BDp-l, da ja irgendwo die Fahrräder rein mußten. Die Zeit der umgebauten Güterwagen "Fahrradwagen" war anscheinend in dieser Ecke schon vorbei. Ich meine diejenigen, die nach Aigen Schlägl hinter dem 5047 zum Einsatz kommen.

    Habe da einen BRz von innen aufgenommen, im Jahre 2014. Es war derjenige, welcher im Rad Tramper Donau nach Passau eingestellt war. Einige Zeit später nach der Aufnahme kam er aus dem Zugverband raus und auch die Schlierenwagen und eine CRD Wendezuggarnitur fuhr statt dessen incl. ehem. Schnellzugpackwagen.


    Gruß

    2143 030


  • Wir fuhren einmal von Leobendorf (von hier ab mit dem ersten Zug) über Krems - Donauuferbahn - St.Valentin und weiter nach München nur mit Regionalzügen. Einerseits eine Ochsentour, andererseits einem Ferro angemessen! ^^

  • Wir fuhren einmal von Leobendorf (von hier ab mit dem ersten Zug) über Krems - Donauuferbahn - St.Valentin und weiter nach München nur mit Regionalzügen. Einerseits eine Ochsentour, andererseits einem Ferro angemessen! ^^

    Das ist angemessen, ja!

    Ich bin zu Studienzeiten einmal Graz - Wien - Krems - Donauuferbahn - Linz - Salzburg - Innsbruck - Landeck gefahren. Die Fahrpreise waren damals bei 400 km gedeckelt, und so war das nicht viel teurer als die Strecke durchs Ennstal (die ich damals zur Genüge kannte...)

  • Seritens des Landes NÖ. wird immer wieder beteuert, dass für einen allfälligen Wiederaufbau der Donauuferbahntrasse ohnehin ein Trassenband vorhanden sei. Wie dieses in der Realität ausschaut, kann man sehr gut im Bereich der hier schon mehrfach genannten Kreisverkehr-Baustelle westlich des Persenbeuger Tunnels erkennen. Von einem Trassenband keine Spur, denn die Trasse ist auf gut 200 zugeschüttet.

    Blick in Richtung Osten mit dem weitgehend zugeschütteten Westportal des 345 m langen Persenbeuger Tunnels:

    Blick Richtung Westen mit der ehemaligen Trasse ganz im Hintergrund:

    Fotos: dr. bahnsinn, aufgenommen am 15. 2. 2024.

    Zur Erinnerung noch einmal ein Foto aus der Zeit des Dampfbetriebs. 93.1309 mit einem Personenzug nach St. Valentin am 7. 8. 1966:

    Foto: Peter Schmied, aus: BiB-Band 85 - Die Bahn durch die Wachau, Verlag Pospischil, Wien 1992.*)

    *) In der Einleitung dieses Bildbandes schrieb der Autor Peter Wegenstein u. a. folgenden Satz: "Aufgrund aller dieser Maßnahmen ist die beschriebene Strecke heute in keinem Abschnitt gefährdet und wird hoffentlich noch viele Jahre allen an sie gestellten Anforderungen entsprechen."
    Nicht einmal ein Jahr später passierte im Februar 1993 der schwere Eisenbahnunfall in Melk, der eine zweitägige Sperre der Westbahn zur Folge hatte. In diesen 48 Stunden wurden über 100 Fernzüge über die Donauuferbahn umgeleitet. Sie wurde dabei den an sie gestellten Anforderungen mehr schlecht als recht gerecht aber sie funktionierte. Dank der Weitsicht des Landes NÖ. tut sie das leider nicht mehr und so leid es mir tut, so wird es auch bleiben.

    Noch ein Sprung zum ehemaligen Bahnhof Maria-Taferl. Den hat man zwar sehr schön hergerichtet, aber man wird sehr eindringlich davor gewarnt, das Gelände auch zu betreten, da mittlerweile in Privatbesitz. Die Gleise liegen noch, aber das Areal wurde zu einer Obstbaumplantage umfunktioniert:

    Auch das ehemalige Gütermagazin steht noch, aber der rechts davon gelegene ehemalige Lagerplatz wurde an die angrenzende Druckerei verkauft und ist ebenfalls nicht mehr zugänglich. Auch in Marbach gilt, dass eine Wiederaufnahme des Bahnverkehrs auszuschließen ist. Da hilft auch der von FF ausgestrahlte Zweckoptimismus Null-komma-nix!

    Fotos: dr. bahnsinn, aufgenommen am 15. 2. 2024.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Wie ist das rechtlich geregelt, wenn die eine öffentliche Hand das Trassenband reserviert hat, ud die andere öffentliche Hand dort einen Kreisverkehr hinbaut? Wenn dann dort echt wieder eine Bahn hinkommen soll?

  • Wie ist das rechtlich geregelt, wenn die eine öffentliche Hand das Trassenband reserviert hat, ud die andere öffentliche Hand dort einen Kreisverkehr hinbaut? Wenn dann dort echt wieder eine Bahn hinkommen soll?

    Rein rechtlich ist eh alles in einer Hand und zwar in der des Landes NÖ. Aber das hält sich selbst nicht an die eigenen Vorgaben. Ich habe soeben in der Katastralmappe der Gemeinde Hofamt Priel (in der liegt nämlich der Kreisverkehr) nachgeschaut und gesehen, dass man im Bereich des Kreisverkehrs das Trassenband gelöscht und dem öffentlichen Gut, sprich Straße, zugeschlagen hat. Man sieht in diesem Fall ganz deutlich, was man von den Versprechungen des Landes NÖ - Erhalten eines Trassenbandes für eine allfällige Reaktivierung der Bahn - halten kann, nämlich rein garnichts.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor