Die Donauuferbahn im Wechselbad ihrer Geschichte

  • So etwa die Sache mit dem Feinmaterial, das beim Sieben – nach dem Transport mit dem Förderband in Krummnußbaum – anfällt.

    Die verlegen also einen Teil der Produktion (Siebanlage) an den neuen Standort, das ist somit keine reine Verladestelle.

    P.S.: geht eigentlich gar nicht anders.

  • Die Gemeindevertreter und die Bewohner haben gewollt oder zumindest zugelassen, dass die Bahn eingestellt wird. Jetzt wird die Trasse nach und nach verbaut. Die Bahn dort ist tot und wie schon wer sagte, das Förderband soll kommen. Von mir aus 10 Stück! Die ganze Gegend sollen's verbauen. Die sind so egoistisch, dass sie denen am rechten Donauufer die Scherereien hinwünschen.

  • Der Artikel ist nur für Abonnenten. Aber der Anfang sagt eh schon viel aus inkl. Projektplan.

    Zitat

    WIDERSTAND

    Förderband-Projekt im Bezirk Melk: Drei Beschwerden gegen Bescheid

    Gemeinde Krummnußbaum, Anrainerinnen und Anrainer sowie Bürgerinitiative (über anerkannte NGO) legten Beschwerde gegen Bescheid der Landesregierung ein. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung wird gefordert.

  • Hier ist der Rest des Artikels:

    Gemeinde Krummnußbaum, Anrainerinnen und Anrainer sowie Bürgerinitiative (über anerkannte NGO) legten Beschwerde gegen Bescheid der Landesregierung ein. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung wird gefordert.

    Vergangene Woche war Stichtag – und alle Ankündigungen wurden in die Tat umgesetzt. Drei Beschwerden wurden gegen den Bescheid des Landes erhoben, der besagt, dass für das umstrittene Förderband-Projekt der Loja keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) durchzuführen ist.

    Zur Erinnerung: Das Hartsteinwerk Loja will den Lkw-Verkehr reduzieren und Schotter künftig mittels Förderband von Persenbeug-Gottsdorf nach Krummnußbaum auf die andere Seite der Donau zur Westbahn transportieren. Damit sollen 160 Lkw-Fahrten am Tag eingespart werden – so der Plan.

    Im Projekt vorgesehen sind das 1,2 Kilometer lange Förderband samt zwei Stützen, fünf Silos sowie eine sechsgleisige Bahnanlage in Krummnußbaum. Nach dem Transport über das Band soll das Material zwischengelagert und auf Waggons verlagert werden. Nach aktuellem Stand ist das gesamte Vorhaben nicht UVP-pflichtig.

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    Krummnußbaums ÖVP-Bürgermeister Bernhard Kerndler und Rechtsanwalt Wolfram Schachinger: Er vertritt 29 Anrainerinnen und Anrainer – 28 aus Krummnußbaum, eine Familie aus Säusenstein. Foto: Franz Gleiß

    Eine Beschwerde kam von der Gemeinde Krummnußbaum (Rechtsanwaltskanzlei Fellner Wratzfeld & Partner), eine im Namen von 29 Anrainerinnen und Anrainern (Rechtsanwalt Wolfram Schachinger) und eine von der Bürgerinitiative „Pro Nibelungengau“, die über die Verkehrswende als anerkannte NGO Beschwerde erhob (Rechtsanwaltskanzlei Heger & Partner).

    Der Ball liegt nun beim Bundesverwaltungsgericht

    Alle drei Rechtsmittel liegen der NÖN vor – und im Grunde fordern sie alle dasselbe: Das Bundesverwaltungsgericht (BVwG), das sich nun mit der Causa beschäftigt, möge eine mündliche Verhandlung abhalten und feststellen, dass das Vorhaben doch UVP-pflichtig ist. Nun liegt der Ball beim BVwG in der Wiener Erdbergstraße.

    Das Gericht kann dabei zur Ansicht kommen, dass für das Projekt doch eine UVP nötig ist – oder eben nicht. Danach folgt jedenfalls abermals eine Frist, um mögliche Rechtsmittel einzulegen. Sollte das (rechtskräftige) Ergebnis sein, dass das Vorhaben nicht UVP-pflichtig ist, heißt das aber nicht, dass das Förderband einfach so gebaut werden darf.

    Das Projekt würde in Form von mehreren Einzelverfahren geprüft werden. Ein Umstand, der für die Projektgegner aber nicht zufriedenstellend ist: Sie fordern eine ganzheitliche Betrachtung des Projektes und pochen auf die Regelung der Parteienrechte gemäß eines UVP-Verfahrens.

    „Wir wollen unsere Kräfte bündeln“

    Abgesehen von der Beschwerde hat die Gemeinde Krummnußbaum im Rahmen einer Sonder-Gemeinderatssitzung auch weitere Maßnahmen getroffen, um sich gegen das Förderband-Projekt breiter aufzustellen. So wurde eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern beider Fraktionen, gegründet.

    ÖVP-Bürgermeister Bernhard Kerndler hat den Vorsitz der Arbeitsgruppe inne, Mitglieder sind zudem die beiden ÖVP-Mandatare Rudolf Rath und Thomas Meisinger sowie Günter Hausner und Johann Nowak (beide SPÖ). Nowak ist überdies auch Mitglied der Bürgerinitiative „Pro Nibelungengau“.

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    Die Arbeitsgruppe aus den beiden Parteien Krummnußbaums: Günter Hausner und Johann Nowak (beide SPÖ), Bürgermeister Bernhard Kerndler, Rudolf Rath und Thomas Meisinger (alle ÖVP). Foto: Franz Gleiß

    „Wir wollen unsere Kräfte bündeln“, sagt Ortschef Kerndler. Als weiterer Schritt wurde eine Änderung des Flächenwidmungsplans beschlossen: Im Aktionsplan zur Lebensraumvernetzung und Verknüpfung von Wildtierkorridoren zwischen Tschechien und Österreich aus dem Jahr 2017 wurde bereits angeführt, dass „eine Verladestation mit mehreren Gleisen, Zufahrten und Betriebsgebäuden im Bereich des Korridors zu einer wesentlichen Störung bzw. Unterbrechung des Korridors führen würde“. Diesen Korridor will die Gemeinde nun in den Flächenwidmungsplan aufnehmen.

    Also zusammengefasst: Ob eine UVP für das Förderband-Projekt doch noch fällig wird, wird sich zeigen. „Wir werden das Ergebnis der neuerlichen Betrachtung durch die zuständige Behörde abwarten“, kommentiert Prokurist Christian Häusler seitens der Loja indes die jüngsten Entwicklungen.

    Gefunden ion den NÖN.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Mich wundert es wirklich nicht dass viele Firmen Österreich den Rücken kehren...

    Das geht beim Steinbruch Loja aber nicht. Wohin soll der übersiedeln? Außerdem habe ich volles Verständnis für die Projektgegner, denn dass ein derartiges Projekt mit massiven Auswirkungen auf Landschaftsbild, Natura 2000, Bevölkerung und Tourismus nicht UVP-pflichtig sein soll, will mir nicht in den Kopf. Da hat man meiner Meinung nach seitens des Landes aus Schuldbewusstsein heraus einen Kniefall vor den Steinbruchbetreibern gemacht, nachdem man ihnen die Bahnlinie direkt vor der Haustüre abgedreht hat und der Steinbruch jetzt mit Millionenaufwand ein Förderband errichten muss. Da will man ihnen möglichst alle Steine aus dem Weg räumen. Anders ist auch die Eile nicht zu erklären, mit der der UVP-Bescheid ergangen ist. Normalerweise dauert so etwas Monate, beim Förderband war der Bescheid innerhalb von drei Wochen da.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor