[Österreich] Sie ist wieder da - die Seilbahn auf den Kahlenberg!

  • Frei nach Wilhelm Busch: "Wovon man besonders schwärmt, wenn es wieder aufgewärmt":

    Wien soll Seilbahn auf Kahlenberg bekommen

    Finanzierung ist gesichert – Initiatoren hoffen auf grünes Licht aus dem Rathaus.

    Wien. London, Singapur, Zürich oder Barcelona: All diese Metropolen haben eine Seilbahn. Geht es nach Josef Bitzinger, Vizepräsident der Wirtschaftskammer Wien, sollte auch an der Donau ein lange geplantes Seilbahnprojekt bald Realität werden. Daran arbeitet er seit zwei Jahren unermüdlich.

    19-Minuten-Fahrt. Der Plan sieht eine rund sechs Kilometer lange Seilbahn mit Start bei der U 6-Station Neue Donau vor. 63 Gondeln sollten zuerst entlang des nördlichen Donauufers laufen und dann zwischen Jedleseer Brücke und Landesgrenze einen Knick über die Donau und bis zum Kahlenberg machen.

    1.000 Gäste könnten pro Stunde befördert werden

    „Wenn die Stadt will, dann wird es diese Bahn geben“, zeigt sich Bitzinger im ÖSTERREICH-Talk überzeugt. Investoren für das 30 Millionen Euro teure Projekt soll es geben, jetzt wartet er auf grünes Licht aus dem Rathaus.

    „Die Seilbahn auf den Kahlenberg würde Wiens Status als Tourismusme­tropole eindrucksvoll unterstreichen und zusätz­liche Gäste bringen“, sagt auch Wirtschaftskammer-Präsident Walter Ruck. Bedenken von Umweltschützern entkräftet Bitzinger: „Es wird zu keinen Rodungen von Wald kommen. Lediglich für die Stützen muss eine 10 x 10 Meter breite Fläche freigemacht werden.“

    Pro und Kontra. Der Döb­linger Bezirkschef Adi Tiller (ÖVP) steht dem Vorhaben positiv gegenüber, will aber noch die Parkplatz-Frage geklärt haben. Die Bezirks-SPÖ spricht sich klar dagegen aus.

    erstellt am 11. November 2015, 22:49

    Quelle: http://www.%c3%b6sterreich.at/chronik/Wien-s…ommen/211694970

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • In die Kahlenberg-Gondelbahn kommt wieder Bewegung 

    David Krutzler, 10. Jänner 2016, 17:07 Uhr

    Die Wiener SPÖ ist dem Seilbahnprojekt der Wirtschaftskammer nicht mehr abgeneigt 

    Wien – Im Sommer 2012 äußerte Josef Bitzinger von der Wiener Wirtschaftskammer (WKW) erstmals seine Idee einer modernen Stadtseilbahn auf den Wiener Kahlenberg. Ein Jahr später präsentierte die WKW samt dem Seilbahnhersteller Doppelmayr unter großem Getöse – inklusive herangekarrter Gondel – das Projekt samt Machbarkeitsstudie auf den Kahlenberg. Seither wurde es ruhig um das Vorhaben.
    "Es liegt an der Stadt", sagt WKW-Vizepräsident Bitzinger. An dem 30-Millionen-Euro-Projekt gebe es "nichts Unüberwindliches. Die Stadt muss nur sagen: Ja, ich will". Offiziell ist die Gondelbahn hinauf zum Ausflugsziel mit lohnendem Blick über Wien innerhalb der rot-grünen Stadtregierung kein Thema: Bei der Umweltschutzabteilung (MA 22) ist noch kein Projekt zur Prüfung eingelangt, heißt es aus dem Büro von Stadträtin Ulli Sima (SPÖ). Nach Informationen des STANDARD beschäftigen sich die Sozialdemokraten seit der Wahl aber sehr wohl mit der Gondelbahn.

    Rein privat finanziert 

    "Es tut sich was", wird vonseiten der Stadt-SPÖ verlautet. Der Gondelbahn sei man "nicht abgeneigt". SPÖ-Klubchef Christian Oxonitsch sagte dem STANDARD: "Es sind viele Seilbahnpläne da, viele Vorschläge. Diese werden wir uns genau anschauen."
    Laut Bitzinger habe es mit ihm noch keine Termine gegeben. Sein Konzept sieht ein rein privat finanziertes Projekt vor: Von der U6-Station "Neue Donau" sollen die Gondeln zunächst entlang der Autobahn bis knapp zur Landesgrenze führen. Dort soll die Bahn abzweigen und über die Donau, Kuchelauer Hafen und Kahlenbergerdorf den Aussichtspunkt anpeilen. Die Fahrtzeit für die rund sechs Kilometer lange Strecke soll 19 Minuten dauern.

    1500 Fahrgäste pro Stunde 

    Die von Doppelmayr erarbeitete Machbarkeitsstudie geht von 63 Gondeln aus, bei Bedarf ist eine Aufstockung auf 94 Zehnerkabinen möglich. 1000 bis 1500 Personen könnten pro Stunde transportiert werden, Doppelmayr rechnet aufgrund von Erfahrungswerten anderer Stadtseilbahnprojekte mit jährlich 600.000 Besuchern.
    Die private Finanzierung sei gesichert, sagt Bitzinger. "Die 30 Millionen Euro rechnen sich. Garantiert. Das Projekt ist einreichfähig." Eine Herausforderung wäre vor den Genehmigungsverfahren schon die Umweltprüfung: Denn Stützen müssten entlang der Donau und wohl in Wäldern und Weingärten errichtet werden. Zudem befindet sich die Strecke im geschützten Biosphärenpark Wienerwald.
    Auch etliche Umwidmungen sind nötig. Die Gründe, über die die Bahn führen soll, gehören Stadt Wien, Bund und Stift Klosterneuburg. Laut Bitzinger signalisierte das Stift bereits Zustimmung, auch mit dem Bund gebe es keine Probleme. Von Nussdorf aus gab es übrigens von 1874 bis 1921 bereits eine Dampf-Zahnradbahn, die auf den Kahlenberg führte.

    Uneinigkeit bei SPÖ 

    Der Döblinger Bezirkschef Adi Tiller (ÖVP) ist für das Projekt, will aber eine Haltestelle in seinem Bezirk. Uneinigkeit herrscht freilich bei der SPÖ: Während sich immer mehr Stadt-Rote das Gondel-Projekt vorstellen können, spricht sich die Bezirks-SPÖ in Döbling vehement gegen die Seilbahn aus. "Das ist auch eine Frage des Naturschutzes", sagt Bezirksvorsteher-Stellvertreter Anton Mandl. Zudem wäre die Seilbahn hauptsächlich für Touristen und weniger für Wiener. Eine Belebung der Döblinger Wirtschaft würde nicht stattfinden.
    Mandl bestätigt, dass sich "immer mehr Leute in der Wiener SPÖ für das Gondelprojekt interessieren. Wir vertreten als Bezirkspartei aber die Interessen der Bewohner und können durchaus auch gegen die eigene Partei auftreten." (David Krutzler, 10.1.2016)

    Quelle: Der Standard

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Nur zum Vergleich:

    Die geplante Seilbahn auf den Kahlenberg soll 30 Millionen kosten. Der Umbau des Prater-Vorplatzes hat 60 gekostet...

    Kann man in etwa abschätzen, wieviel eine Neuerrichtung einer Zahnradbahn kosten würde, jetzt mal ohne die Grundkosten...?

  • Die 30 Mio € halte ich für ziemlich niedrig. In Europa wäre eine Seilbahn unter 10 Mio € / km ein Schnäppchen. Aber gerade mal 5? unrealistisch...

    Pro Kilometer darf man das aber nicht rechnen... Man braucht EINE Talstation, EINE Bergstation und EINEN Motor, egal wie lang die Bahn ist.
    Auch die Personalkosten sind dieselben, unabhängig von der Länge.

    Gravierender ist da z.B. die Beschaffenheit des Geländes (muss der Beton für die Stützen mit dem Helikopter auf 2500m Seehöhe raufgeflogen werden? Wie viele Stützen?...) bzw. ob eine Zwischenstation errichtet wird.

    Längenabhängig ist eigentlich nur die Länge des Seils und die Zahl der Gondeln, wobei die wiederum eher von der Zahl der zu befördernden Personan abhängt.

  • Die Stützenanzahl hängt sehrwohl von der Länge der Linie ab und wenn Du die gleichen TRansportkapazitäten haben willst, musst Du natürlich auf eine längere Linie mehr Gondeln hängen.

    Dann wird das Gewicht der Gesamtanlage höher, dementsprechend der zu überwindende Reibungswiderstand und es ändert sich nicht nur die Länge sondern auch das Kaliber vom Seil und natürlich auch die Grösse des Motors.

  • Neuer Anlauf für Kahlenberg-Gondelbahn

    Die Pläne für die lange geplante Seilbahn auf den Wiener Kahlenberg sollen noch im Frühjahr eingereicht werden. An der Finanzierung des 30-Millionen-Euro-Projekts wird gearbeitet. Die Genehmigung der Stadt Wien steht noch aus.

    Der Plan ist nicht neu: mit einer Gondelbahn sollen Besucher in Zukunft auf den Kahlenberg gelangen. Seit fast drei Jahren schwebt die Idee einer Seilbahn in den Köpfen der Planer und genauso lange gibt es Diskussionen zwischen den Befürwortern und Gegner.

    Einreichung der Pläne noch im Frühjahr

    Geht es nach den Betreibern sollen noch im Frühjahr die Pläne zur Begutachtung eingereicht werden. An der Finanzierung des 30-Millionen-Euro-Projekts wird gearbeitet, es fehlt allerdings noch das grüne Licht der Stadt. Für Josef Bitzinger, dem Vizepräsidenten der Wiener Wirtschaftskammer, stehen die positiven Auswirkungen im Vordergrund: „Diese Seilbahn würde den Autoverkehr auf den Kahlenberg deutlich reduzieren und damit auch Grinzing massiv entlasten.“

    Christian Baumgartner vom Verein „Naturfreunde Wien“ sieht allerdings Schwierigkeiten: „Es sind drei Landschaftsschutzgebiete und ein Brunnenschutzgebiet von den Plänen berührt. Es müssen der Verlauf der Trasse und Bereiche, wo Eingriffe passieren, genau angeschaut werden. Wir fordern, dass eine strategische Umweltprüfung durchgeführt wird.“ Eine solche ist jedoch gesetzlich nicht vorgesehen.

    1.500 Besucher pro Stunde

    Für Bitzinger überwiegen die Vorteile: „Eine Seilbahn bringt die Menschen weitgehend emissionsfrei und sehr sicher auf den Berg.“ Doch auch die Besucher stehen dem Projekt mit gemischten Gefühlen gegenüber. Während einige befürchten, dass das Ambiente zerstört wird, sehen andere einen klaren Vorteil im Vergleich zur Anreise mit dem Bus. Mit der neuen Seilbahn könnten pro Stunde etwa 1.500 Besucher auf den Kahlenberg kommen.

    Quelle: ORF Wien

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • sehen andere einen klaren Vorteil im Vergleich zur Anreise mit dem Bus. Mit der neuen Seilbahn könnten pro Stunde etwa 1.500 Besucher auf den Kahlenberg kommen.


    Zwar ist (fast) alles gegenüber einem Bus als Vorteil zu bezeichnen, aber WARUM sollten je Stunde 1.500 Besucher auf den Kahlenberg wollen? Die dortige (gastronomische und sonstige) Infrastruktur gibt das sicherlich nicht her. Also wäre das schon aus Sicht einer UVP rausgeworfenes Geld. Aber das macht ja nix, ist eh Steuergeld.