[Österreich] Sie ist wieder da - die Seilbahn auf den Kahlenberg!

  • Sommerzeit ist berichterstattungsmäßig bekanntlich Sauregurkenzeit. In Wien zuverlässig aber auch Zeit für das Aufwärmen der Kahlenberg-Seilbahn:

    Top-Hoteliers wollen Seilbahn auf Kahlenberg

    Chef der Fünfsterne-Hoteliers fordert neue Tourismus-Offensive am Kahlenberg.

    Als Bezirkschef Adi Tiller, Gastro-Sprecher Josef Bitzinger und der Liftbauer Doppelmayr 2013 das 30 Millionen Euro teure Projekt einer Seilbahn von der U6 Neue Donau auf den Kahlenberg präsentierten, lachte die ganze Stadt.

    Die Seilbahn – nach Vorbild von London, Barcelona und Singapur – sollte 600.000 Fahrgäste jährlich aufnehmen und eine zusätzliche Tourismus-Attration darstellen.

    Toursimus-Boom

    Heute lacht – zumindest unter den Tourismus-Insidern – niemand mehr darüber: In Wien gab es im Vorjahr 14,3 Millionen Nächtigungen, bis zum Ende des Jahrzehnts werden es 18 bis 19 Millionen sein.

    Und diese Touristen konzentrieren sich derzeit tagsüber auf ganz wenige Hotspots: City, Naschmarkt und Schloss Schönbrunn, mit viel Luft nach oben gehören der Prater und Grinzing noch dazu.

    Fünfsterne-Hotels dafür

    „Wir brauchen neue Attraktionen, damit es nicht zu Touristen-Staus wie in anderen Hauptstädten kommt. Wir müssen die Touristenströme besser aufteilen“, fordert der Chef des Hotel Marriott Dieter Fenz. Er ist Sprecher der Fünfsterne-Hotellerie in Wien und hat eine Idee: „Die Kahlenberg-Seilbahn muss her!“

    Marriott-Chef Dieter Fenz im ÖSTERREICH-Interview: "Wien braucht rasch neue Hotspots wie die Kahlenberg-Bahn"

    ÖSTERREICH: Warum machen Sie sich für die Kahlenberg-Seilbahn stark?

    dieter Fenz: Wien hat bald 18 bis 19 Millionen Gästenächtigungen. Wenn wir da nicht rasch neue Attraktionen wie die Kahlenberg-Seilbahn schaffen, kippt die Situation. Es ist nicht bewältigbar, wenn sich 95 Prozent aller Touristen gegenseitig nur durch die Kärntner Straße und den Naschmarkt schieben.

    ÖSTERREICH: Warum sind für die Fünfsterne-Hoteliers Grinzing, Prater und Co. nicht mehr attraktiv?

    fenz: Busse nach Grinzing gibt es noch immer, das reicht aber nicht. Der Prater liegt gut, muss aber entwickelt werden. Es braucht große Ansätze für Wien als Weltstadt. Die Alte Donau und die Donauinsel haben hohes Potenzial.

    erstellt am 13. Juli 2016, 07:27, Josef Galley

    Quelle: Österreich

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Das Lokalblatt "Foridsdorfer Zeitung" berichtet in seiner Ausgabe 2/2017 über die am 15. Februar 2017 stattgefundene Sitzung der Bezirksvertretung des Floridsdorfer Bezirksparlaments, in der der Bezirksvorsteher Georg Papai über die geplante Seilbahn auf den Kahlenberg referierte. Demnach gibt es bereits vier Projekte mit unterschiedlichen Streckenführungen, von denen zwei bereits bei den Behörden zur Genehmigung eingereicht sind.
    Das eine Projekt soll bei der Reichsbrücke beginnen und über zwei Zwischenstationen bei der Floridsdorfer Brücke und in Strebersdorf ?( auf den Kahlenberg führen.
    Das zweite Projekt soll in Heiligenstadt starten, dann über die Donau führen, wo sich zwei Stationen bei der Überfuhrstraße und bei der Heuschreckengasse befinden sollen und dann soll es noch einmal über die Donau auf den Kahlenberg gehen.

    Laut Zeitungsartikel steht der Bezirksvorsteher den Projekten sehr skeptisch gegenüber, was ich ihm nicht verübeln kann. Auch eine typisch wienerische Marotte steht auf seiner No go-Liste: Das Hieinschauen der Seilbahn-Fahrgäste in die Privatgärten "seiner" Floridsdorfer/-innen. :D
    Darüber hinaus verlangt er ein Verkehrskonzept, Sichtachsenberechnungen und Rücksichtnahme auf den Charakter der Donauinsel.

    Wir bleiben dran und man darf gespannt sein.

    PS.: Was die Streckenführungen anbelangt, habe ich das Gefühl, dass der Journalist nicht ordentlich aufgepasst hat.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Überfuhrgasse ist gleich die Bahnhaltestelle Bisamberg (die näheste Überfuhrgasse die ich finden konnte). Die Heuschreckengasse bildet wohl die Anbindung zu den Schrebergärten, wie man das ohne reinsehen schaffen möchte bin ich gespannt (von selbst verdunkelnde Scheiben?)

    Mit Strebersdorf ist wohl die Donauuferautobahn-Abfahrt gemeint.

  • Zitat

    Überfuhrgasse ist gleich die Bahnhaltestelle Bisamberg (die näheste Überfuhrgasse die ich finden konnte)


    Eine Überfuhrstraße gibt es auch in Floridsdorf südlich der Schwarzlackenau beim Columbia-Fußballplatz.

    Zitat

    wie man das ohne reinsehen schaffen möchte bin ich gespannt (von selbst verdunkelnde Scheiben?)


    Oder durch das verpflichtende Tragen von Augenbinden während der Gondelfahrt über die Schrebergärten. Die Einhaltung der Vorschrift erfolgt per Videoüberwachung. Zuwiderhandelnde Personen müssen den Rückweg zu Fuß über den Leopoldsberg und auf dem über die "Nase" ins Kahlenbergerdorf führenden Steig antreten. :D

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Der Sommer kommt und mit ihm die Seilbahn auf den Kahlenberg:

    07. Juni 2017 05:40; Akt: 06.06.2017 18:09

    Kahlenberg: Pläne für Seilbahn werden konkret

    Eine Seilbahn auf den Kahlenberg: Das wünschen sich Ausflügler seit Jahren. Immer wieder war das Projekt im Gespräch, jetzt nimmt es konkrete Züge an.
    Seit Jahrzehnten ist eine Seilbahn auf den Kahlenberg (Döbling) im Gespräch. Jetzt gibt es einen neuen Anlauf.
    „Heute“ erfuhr, wie die Pläne für die neue Gondel-Seilbahn für Wiener und Touristen aussehen.

    Vier Stationen ab Heiligenstadt

    Die 5,6 Kilometer lange Bahn soll ihre Abfahrtsrampe bei der U4-Station Heiligenstadt bekommen. Von dort aus soll die Seilbahn über die Boschstraße und den Spittelauer Sporn bis zu einer Station in Jedlesee führen. Danach ist vorgesehen, dass die Gondeln den Hubertusdamm entlang und über die Donau zu einer Station im Kahlenbergerdorf schweben.*) Nach diesem Halt soll die Seilbahn bis zum Parkplatz auf dem Kahlenberg hinauf führen – dort sollen Standln und Spielgeräte auf Touristen und Wiener warten. Bänke und Tische sollen zum Ausruhen einladen.
    „Ich habe grundsätzlich keinen Einwand, wenn die Eigentümerrechte der Anrainer im Kahlenbergerdorf berücksichtigt werden“, sagt Döblings Bezirkschef Adi Tiller (ÖVP).**)
    Aus dem Büro von Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) heißt es hingegen, dass ein Seilbahn-Projekt derzeit kein Thema sei.

    Heute Da kann man auch abstimmen, ob man für oder gegen die Seilbahn ist.

    *) Wieder eine neue Linienführung (siehe Beiträge weiter oben).
    **) Wenn es nach den im Kahlenbergerdorf hängenden Anti-Seilbahn-Spruchbändern geht, kann sich der Bezirksvorsteher auf den geballten Widerstand der Kahlenbergerdorfer gefasst machen..... :D

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Abfahrtsrampe? Ist in Heiligenstadt eine Ski-Piste auch geplant?
    Spittelauer Sporn? Kennt den jemand, oder ist der Brigittenauer Sporn gemeint?


    Wieder eine neue Linienführung (siehe Beiträge weiter oben).

    Ich verstehe es als die bereits erwähnte Variante:

    Das zweite Projekt soll in Heiligenstadt starten, dann über die Donau führen, wo sich zwei Stationen bei der Überfuhrstraße und bei der Heuschreckengasse befinden sollen und dann soll es noch einmal über die Donau auf den Kahlenberg gehen.

  • Um weitere Spekulationen über den Trassenverlauf hintanzuhalten, hier eine Plandarstellung:

    Quelle: Wiener Bezirkszeitung, Ausgabe 27, S. 14f.

    In Heiligenstadt ist geplant, die "Talstation" auf die U4--Station aufzusetzen. Mit den WL hat man angeblich schon gesprochen. Ob das aus statischen Gründen überhaupt möglich ist, wird nicht berichtet. Um die Station in Jedlesee soll ein kleines Freizeitzentrum entstehen und von der Station Strebersdorf aus soll die Seilbahn angetrieben werden. Für die Bergstation am Kahlenberg sind ein Souvenierhop, ein Markt und ein Restaurant geplant.
    Geschätzte Kosten: 40 - 45 Mio. €
    Fahrgastzahlen (Schätzung): 600.000/Jahr bzw. 1.650/Tag.
    Die Genehmigung aller Grundstückseigentümer zur Überquerung der betroffenen Grundstücke gibt es angeblich bereits.*)
    Name des Betreibers: GENIAL Tourismus- und Projektentwicklungs GmbH.


    *) Davon scheinen die Kahlenbergerdorf-Bewohner, die Transparente mit der Aufschrift "NEIN ZUR SEILBAHN AUF DEN KAHLENBERG" an ihren Gartenzäunen hängen haben, noch nichts zu wissen. :D

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Irgendwie kriegst das mit der Statik immer hin.

    Unlogisch ist die Trassenführung nicht, auch stellt sich die Frage, wieviele Fahrgäste zwischen Heiligenstadt und Strebersdorf die Seilbahn als Verkehrsmittel benutzen würden.

    Die 20 Minuten Fahrzeit sind auch realistisch.

    Trotzdem : es gibt Wichtigeres. Kriegen sie's hin, auch gut.

  • Übersetzung der Fahrgeschwindigkeit von 6 Metern pro Sekunde in Km/h: Sind 21,6 km/h.

    Der Schienenverkehr wird durch Schienenersatzverkehr meist schlecht oder garnicht ersetzt.