Alpentransit (Schweiz)

  • Dieser Artikel passt hier dazu, auch wenns schon lange her ist...

    Selbst wenn man seine eigenen Hausaufgaben gemacht hat - ohne die Nachbarn gehts nicht...

    Neat-Zufahrt: Brücke vor Schweizer Grenze in desolatem Zustand
    Die Schweiz finanzierte mit über 130 Millionen Franken eine Bahnstrecke auf der Ostseite des Lago Maggiore. Die Strecke verrottet aber.
    www.20min.ch


    Wichtige Neat-Zufahrt: Italien lässt Eisenbahnbrücke verlottern

    Die Schweiz finanzierte mit über 130 Millionen Franken eine Bahnstrecke auf der Ostseite des Lago Maggiore. Die Strecke ist eine wichtige Neat-Zufahrt. Sie befindet sich jedoch in desolatem Zustand.

    von Florian Osterwalder

    Diese Verfärbungen an der Brücke zeugen von maroden Stellen.

    Diese Verfärbungen an der Brücke zeugen von maroden Stellen.


    Auch hier sind marode Stellen zu sehen.

    Auch hier sind marode Stellen zu sehen. (Fotos:Aeschlimann Asphalt Engineering)


    Die Gemeinde Porto Valtravaglia befindet sich rund 20 Kilometer entfernt von der Schweizer Grenze.

    Die Gemeinde Porto Valtravaglia befindet sich rund 20 Kilometer entfernt von der Schweizer Grenze.

    Darum gehts

    • Die Schweiz gab Italien 130 Millionen Franken für den Ausbau einer Zugstrecke.
    • Diese ist wichtig, da sie eine bedeutende Zufahrtsstrecke für die Neat ist.
    • Wie Bilder nun zeigen, ist eine Brücke auf der Strecke in desolatem Zustand.

    Die Bahnstrecke auf der Ostseite des Lago Maggiore in Italien müsste theoretisch in einwandfreiem Zustand sein. Die Luino-Linie ist eine bedeutende Zufahrtsstrecke für die Neat (Neue Eisenbahn-Alpentransversale). Sie ermöglicht die gross angelegte Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene.

    Italien bekommt 133 Millionen Franken

    Aus diesem Grund hat die ehemalige Verkehrsministerin Doris Leuthard ihrem italienischen Amtskollegen 133 Millionen Franken zugesagt, unter der Bedingung, dass Italien die Strecke für die vier Meter hohen Neat-Güterzüge ausbaut. Italien hat das Geld erhalten und 2020 mitgeteilt, dass der Auftrag erledigt sei.

    Wie die Zeitungen von Tamedia schreiben, befindet sich jedoch ein Teil der Strecke in desolatem Zustand. Der Zustand einer Eisenbahnbrücke, etwa 20 Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt, ist äusserst besorgniserregend. Zu diesem Ergebnis kommt Heinz Aeschlimann, Ingenieur und Brückenbauspezialist sowie Geschäftsführer der Firma Aeschlimann Asphalt Engineering in Zofingen AG. Seine Firma ist international tätig und war für die Abdichtung und den Asphalt der längsten Brücke der Welt zuständig.

    Sollten sich seine Befürchtungen bestätigen, ist die Brücke am Lago Maggiore einsturzgefährdet und könnte eines Tages ein verheerendes Bahnunglück verursachen, wie die «SonntagsZeitung» schreibt. Die Brücke befindet sich in der italienischen Gemeinde Porto Valtravaglia.

    Zitat

    «Der Zustand der Brücke lässt mir die Haare zu Berge stehen.»

    Ingenieur Heinz Aeschlimann

    Umgehende Inspektion der Brücke

    Gegenüber den Zeitungen von Tamedia sagt Ingenieur Aeschlimann: «Der Zustand der Brücke lässt mir die Haare zu Berge stehen.» Die Brücke müsse unbedingt und umgehend von Spezialisten überprüft werden, vor allem dann, wenn Wasser in die Konstruktion eindringe.«Denn es ist wahrscheinlich, dass Teile korrodiert sind und möglicherweise die Tragfähigkeit der Brücke nicht mehr gegeben ist.» Er habe die Mängel nur darum entdeckt, weil er oft an der Brücke vorbeifahre. Über die restlichen Streckenabschnitte könne er nichts sagen.

    Sollte sich herausstellen, dass Teile der Strecke marode sind, müsste sie aus Sicherheitsgründen geschlossen werden. Dadurch würde die Hoffnung, mehr Güter per Bahn vom Süden in den Norden zu transportieren, in weite Ferne rücken.

    Streckenbetreiberin antwortet nicht

    Das Bundesamt für Verkehr fühlt sich nicht verantwortlich, Massnahmen zu ergreifen: Die Verantwortung für Wartung und sicheren Betrieb liege «ausschliesslich bei der italienischen Infrastrukturbetreiberin», erklärt der Amtssprecher. Ferrovie dello Stato Italiane, der italienische Bahnbetreiber, hat nicht auf die Anfragen der «SonntagsZeitung» bezüglich der Warnungen des Ingenieurs reagiert.

  • Dort ist es so, dass die Gueterzuege nicht die Gotthardbahn benutzen, sondern ab Galarate (noerdlich von Mailand) Richtung Sesto Callende, und den Lago Maggiore entlang nach Laveno-Mombello und Cadenazzo fahren.

    Wobei zwischen Sesto Callende und Laveno-Mombello kein Personenverkehr existiert.

    Dadurch wird erstens das Netz rund um Como entlastet und zweitens ist diese Strecke von den Neigungen her guenstiger.

  • Das Bundesamt für Verkehr fühlt sich nicht verantwortlich, Massnahmen zu ergreifen: Die Verantwortung für Wartung und sicheren Betrieb liege «ausschliesslich bei der italienischen Infrastrukturbetreiberin», erklärt der Amtssprecher. Ferrovie dello Stato Italiane, der italienische Bahnbetreiber, hat nicht auf die Anfragen der «SonntagsZeitung» bezüglich der Warnungen des Ingenieurs reagiert.

    Dann kann man dieses Bundesamt auch gleich schließen, wenn es eh für nichts verantwortlich ist. Was für eine Schande.

  • Dann kann man dieses Bundesamt auch gleich schließen, wenn es eh für nichts verantwortlich ist. Was für eine Schande.

    Da geht es aber um das schweizerische Bundesamt für Verkehr. Das kann den Italienern nicht wirklich was dreinreden. Aufmerksam machen ja, aber mehr auch nicht.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Ich dachte sie reden über das in Italien zuständige Amt? Auf das bezieht sich mein Kommentar. Dass die Schweizer in Italien nichts zu melden haben, versteht sich von selbst.

    Gibt's kein ital. Pendsant zum Schweizer Bundesamt, das dem Infrastrukturbetreiber Beine machen kann?

  • Gibt's kein ital. Pendsant zum Schweizer Bundesamt, das dem Infrastrukturbetreiber Beine machen kann?

    ANSFISA

    Ich glaube halt, dass der Schweizer, der sich da über den angeblichemaroden Zustand einer Bahnbrücke in Italien aufbudelt, sich ein wenig wichtig machen will. Der italienische Eisenbahninfrastrukturbetreiber RFI (Rete Ferroviaria Italiana) lässt doch eine einzelne Brücke nicht so weit verkommen, dass dadurch der internationale Güterverkehr massiv beeinträchtigt wird. Allein schon aus Imagegründen nicht.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor