Neue Tarife im VOR!!!

  • https://www.vor.at/tickets/vor-tarifsystem/

    Ab 6. Juli 2016 tritt ein neues Tarifsystem für den Öffentlichen Verkehr in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland in Kraft. Dabei werden der bisherige Zonentarif im Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) sowie die Tarifgruppen im Verkehrsverbund NÖ-BGLD (VVNB) durch einen neuen Streckentarif ersetzt und die beiden Gebiete zu einem einheitlichen Verkehrsverbund zusammengeführt.

  • Für Einzel- und Tageskarte ist man an eine bestimmte Strecke gebunden, nur für Zeitkarten (wozu die Tageskarte wohl nicht gilt) gibt es ein "Persönliches Netz".

    Sofern ich es bis jetzt feststellen konnte, kostet eine Tageskarte das Doppelte einer Einzelfahrt*, sie ersetzt wohl - so wie bei einigen anderen Verkehrsverbünden - die Hin- und Retour-Karte.

    *) Gilt nicht mit Kernzone, da ist es wohl 1,1€ mehr, aber dafür bekommt man wohl auch in Wien eine Tageskarte.

    3 Mal editiert, zuletzt von KFNB X (7. Juni 2016 um 11:38)

  • Es gibt wohl dahinter wieder ein Zonensystem, welches aber wesentlich "kleiner" ist als das Alte.
    Ab Gänserndorf ist z.b im "Persönlichen Netz" wieder Weikendorf dabei, bei Deutsch Wagram: Helmahof, aber nicht Strasshof. Dafür ist die Fahrkarte ab DW auch günstiger als ab Strasshof.

    Wenn man ein wenig nachhakt, kann man die alten Zonen wieder entlocken. Man nehme z.B. Margrafneusiedel - Wien:
    Das System schlägt ein "persönliches Netz" mit Bus zur Ostbahn vor (macht 605€). Gibt man als "Zwischenziel" (wenig sinnvoll, aber es führt zum Ziel) Deutsch-Wagram ein, dann bekommt man auch ein "persönliches Netz" um Helmahof bis Wien und es kostet 783€ (Zone 200+KZ: 780€).

    Resumee: Nutzte man bei Zeitkarten wirklich alle Linien innerhalb Zone, dann muss man bei neuen Zeitkarten einige Zwischenziel setzen. Soweit ich es bis jetzt gesehen habe, wird es dadurch nur marginalst teurer als die alten Zonenkarten. Mir tun die Kontrolleure schon jetzt leid, die das entschlüsseln dürfen.

    PS: Habe jetzt Matzen - Wien probiert, hier wird wohl gar noch das alte System genutzt. Es ist sowohl die Strecke über Gänserndorf als auch Obersdorf inkludiert. Leider gibt es somit immer noch den Preissprung von > 200€, somit werden wohl weiterhin die meisten mit dem Auto von Matzen nach GF fahren. Chance vertan...

    PPS: Wie es aussieht, ist die neue VOR Tarifauskunft mit dem Ansturm überfordert....

    2 Mal editiert, zuletzt von KFNB X (7. Juni 2016 um 12:25)

  • Preisänderun­gen des VOR sorgen für Kritik

    Die meisten zahlen im neuen System etwa gleich viel, manche aber empfindlich mehr.

    09.06.2016, 10:07, Michael Nowak

    Als Pendler Christian Hummer von den neuen Tarifen des VOR hörte, wollte er gleich wissen, was ihm sein Weg zur Arbeit von Neulengbach nach St. Pölten künftig kosten wird – über das Ergebnis war er wenig erfreut.

    Mit 6. Juli gilt in der Ostregion ein neues Tarifsystem. Die Zonen werden aufgehoben (der KURIER berichtete). „Mit den neuen Preisen zahle ich 775 statt 670 Euro, dabei wurden die Preise erst im Februar angehoben“, sagt er. Würde er eine Station vorher, im rund zwei Kilometer entfernten Maria Anzbach einsteigen, müsste er gar 891 Euro statt bisher ebenfalls 670 Euro zahlen. Das entspricht einer Preiserhöhung von 33 Prozent.

    Gemeindegrenzen statt Zonen

    „Das neue Preissystem rechnet nach Strecken und Gemeindegrenzen. Einzelne Strecken werden teurer, andere billiger. Insgesamt wird es aber fairer“, erklärt Georg Huemer, Mediensprecher des VOR. Maria Anzbach lag bisher an einer Zonengrenze und profitierte bisher somit in Fahrtrichtung St. Pölten. In die Gegenrichtung nach Wien wird es dafür jetzt billiger, man spart aber nur 12,5 Prozent und nicht 33 Prozent.

    „Ein Grund dafür ist, dass jetzt auch die Verkehrsmittel in den Städten inkludiert sind. In St. Pölten ist etwa der Stadtbus dabei“, erklärt Georg Huemer. Für Christian Hummer ist das ein schwacher Trost. „Den Bus brauche ich überhaupt nicht, ich fahre vom Bahnhof aus mit dem Rad zur Arbeit“, sagt er. Seitens des VOR verteidigt man die Maßnahme: „Natürlich gibt es Einzelfälle, die davon nicht profitieren. Aber der Stadtbus in St. Pölten wird stark genutzt und viele sparen so Geld.“

    Für Christian Hummer hat das neue Preissystem dennoch einen bitteren Beigeschmack. „Wenn man nur im Bereich der Außenzonen fährt, wird es empfindlich teuer“, meint er. Während die Preise im Wiener Umfeld – und somit für den überwiegenden Teil der Pendler – etwa gleich bleiben, gibt es in den ländlicheren Gebieten tatsächlich zahlreiche Strecken, die teurer werden.

    Ein Beispiel ist etwa die Strecke von Eisenstadt nach Parndorf, die künftig um 50 Prozent teurer wird, ein anderes ist jene von Horn nach Krems mit der Kamptalbahn, auf der es gar zu einer Preiserhöhung von 75 Prozent kommt. VOR-Mediensprecher Huemer spricht dabei aber von einem absoluten Sonderfall und nennt im Gegenzug auch Strecken, die billiger werden. Etwa Wieselburg-Pöchlarn oder Waidhofen/Thaya-Gmünd.

    Ein Vorteil, den das neue System für Besitzer von Dauerkarten bringt, sei das „Persönliche Netz“, das unter http://www.vor.at abgerufen werden kann. Wenn man etwa eine Jahreskarte von Eisenstadt nach Wien hat, gilt diese nicht mehr wie bisher nur für die direkte Verbindung, man kann damit auch Orte zwischen den Städten besuchen – selbst wenn sie nicht unmittelbar am Weg liegen.

    Quelle: KURIER

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Die Gesamt-Netzkarte ist tatsächlich Gedschichte... Eine Anfrage beim VOR ergab:

    in der ersten Phase wird es keine Gesamtnetzkarte für Wien, Niederösterreich und Burgenland geben. Es besteht aber die Möglichkeit, bei der Wahl von Zeitkarten Zwischenziele einzufügen und so den Gültigkeitsbereich Ihres persönlichen Netzes zu erweitern. In der Fahrpreisauskunft auf http://www.vor.at können Sie sich dieses Netz zusammenstellen und den Gültigkeitsbereich anzeigen lassen.

    Ihre derzeitige Jahreskarte gilt – sofern Sie nicht mit August in den neuen Tarif wechseln möchten – bis zum Ende ihrer Laufzeit im „alten“ Gültigkeitsbereich.
    Wir hoffen, Ihnen mit dieser Information hilfreich gewesen zu sein, stehen für weitere Fragen gerne zur Verfügung und verbleiben

    Mit freundlichen Grüßen
    Ihr VOR-Kundenservice-Team

    Ich finde es schade, weil es grad für Wiener ein gutes Angebot war...

  • Niederösterreichs Städte und die Tarifreform

    Wien ist nicht mehr der alleinige Mittelpunkt der Ostregion. Im Wiener Umland werden regionale städtische Zentren wie Hollabrunn, Mistelbach, Krems etc. immer wichtiger. Die Tarifreform des VOR ist ein Zeichen dafür.

    08.06.2016 | 18:21 | (Die Presse)

    Wien. Die Zeiten, als Wien das einzige Ballungszentrum im Osten Österreichs war, alle aus dem niederösterreichischen und burgenländischen Umland fast ausnahmslos in Richtung Wien strömten, sind vorbei. „Seit etwa 2003 haben sich kleinere Subzentren gebildet. Die mittelgroßen Städte in Niederösterreich haben sich vernetzt – sie haben an Bedeutung gewonnen“, erklärt der Verkehrs- und Raumplaner Harald Frey von der Technischen Universität Wien: „Es gibt die Entwicklung von Zentren abseits des Ballungsraums Wien.“

    Diese Entwicklung hat Folgen, vor allem für den öffentlichen Verkehr: Waren die Ostösterreicher früher mit öffentlichen Verkehrsmitteln hauptsächlich in Richtung Wien unterwegs, haben sich die Verkehrsströme zwischen den seit 2003 immer stärker werdenden regionalen kleinen Ballungsräumen laut Frey intensiviert – wegen der dort gestiegenen Bevölkerungszahl, bzw. weil sich kleine Umlandgemeinden intensiv mit diesen regionalen Zentren vernetzen. Frey spricht dabei wörtlich von einem „Gegenpol zur Landeshauptstadt“. Nachdem diese regionalen Zentren eine gewisse Größe erreicht hätten, gebe es dort eine Infrastruktur, dank der die Bevölkerung nicht mehr wegen sämtlicher Angelegenheiten nach Wien oder St. Pölten fahren müsse, erklärt der Verkehrsplaner. Derartige Zentren seien Städte mit einer Bezirkshauptmannschaft wie Krems, Mistelbach, Hollabrunn. Als Folge sei das Verkehrsaufkommen zwischen den Städten gestiegen.

    VOR-Tarifreform als Folge

    Eine Folge dieser Entwicklung ist die nun durchgeführte Reform der Tarifstruktur des VOR (Verkehrsverbund Ostregion). Das Zonenmodell wurde abgeschafft, ab 6. Juli muss genau jene Strecke bezahlt werden, die im VOR-Raum (Niederösterreich, Burgenland, Wien) zurückgelegt wird. Wobei sich in Wien selbst bei der Tarifgestaltung nichts ändert. Kunden müssen aber z. B. beim Fahrkartenautomaten künftig ihren Start- und Zielpunkt eingeben: „Man zahlt die Strecke, die man tatsächlich fährt“, heißt es beim VOR, wo beteuert wird: Für den Großteil der Fahrgäste gebe es preislich keine Auswirkungen, Hauptverbindungen wie St. Pölten – Wien oder Eisenstadt – Wien sollen preislich für die Fahrgäste unverändert bleiben. Insgesamt soll die Umstellung für den Verkehrsverbund einkommensneutral sein, „das Preisniveau bleibt also unterm Strich gleich“, versicherte dazu VOR-Geschäftsführer Wolfgang Schroll.

    Wo es Änderungen gibt? Fahrgäste, die den öffentlichen Verkehr für kurze Strecken in Anspruch nehmen und dabei bisher eine Zonengrenze überschritten haben, werden künftig weniger zahlen. Für jene, die immer z. B. von Anfang bis Ende einer einzigen Zone gefahren sind, wird es dagegen teurer. Das Ende des Zonenmodells bedeutet auch das Ende der sogenannten Streifenkarten. Diese waren im Vorverkauf erhältlich, der Fahrgast musste hier auf einem VOR-Fahrplan die Zahl der durchfahrenen Zonen zählen und danach die Anzahl der Zonen auf der Streifenkarte entwerten. „Das System wird einfacher“, heißt es dazu beim VOR. Verkehrsplaner Frey bezeichnet die Reform als „Schritt in die richtige Richtung“, Gerd Sammer (Institut für Verkehrswesen an der Universität für Bodenkultur) als faires Modell: „Man bezahlt, was man verbraucht.“

    Allerdings gibt es einen Nachteil: Mit der im Vorverkauf erhältlichen Zonenstreifenkarte konnten Fahrgäste jederzeit fahren, ohne zum Ticketautomaten gehen zu müssen – es mussten nur alle Zonen auf der Streifenkarte entwertet werden, die durchfahren wurden. Zwar können jetzt auch vorab (auch online) Einzel- oder Tageskarten gebucht werden, allerdings muss dafür der Tag der Fahrt eingegeben werden. Ohne diese Buchung muss vor Fahrtantritt nun ein Automat aufgesucht werden. Wobei der VOR betont: Wer von Wien ins Umland fährt, kann Tickets auch bei Automaten der ÖBB und Wiener Linien lösen. (red.)

    ("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.06.2016)

    Quelle: Die Presse

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Gemeindegrenzen statt Zonen

    „Das neue Preissystem rechnet nach Strecken und Gemeindegrenzen. Einzelne Strecken werden teurer, andere billiger. Insgesamt wird es aber fairer“, erklärt Georg Huemer, Mediensprecher des VOR. Maria Anzbach lag bisher an einer Zonengrenze und profitierte bisher somit in Fahrtrichtung St. Pölten. In die Gegenrichtung nach Wien wird es dafür jetzt billiger, man spart aber nur 12,5 Prozent und nicht 33 Prozent.


    Ich bin mir ziemlich sicher, dass Weikendorf nicht in der Gemeinde Gänserndorf liegt, trotzdem ist es der selbe Tarif...

    Zitat

    „Ein Grund dafür ist, dass jetzt auch die Verkehrsmittel in den Städten inkludiert sind. In St. Pölten ist etwa der Stadtbus dabei“, erklärt Georg Huemer. Für Christian Hummer ist das ein schwacher Trost. „Den Bus brauche ich überhaupt nicht, ich fahre vom Bahnhof aus mit dem Rad zur Arbeit“, sagt er. Seitens des VOR verteidigt man die Maßnahme: „Natürlich gibt es Einzelfälle, die davon nicht profitieren. Aber der Stadtbus in St. Pölten wird stark genutzt und viele sparen so Geld.“


    So ist wenigstens der ein oder andere Stadtbus gesichert.

    Für Christian Hummer hat das neue Preissystem dennoch einen bitteren Beigeschmack. „Wenn man nur im Bereich der Außenzonen fährt, wird es empfindlich teuer“, meint er. Während die Preise im Wiener Umfeld – und somit für den überwiegenden Teil der Pendler – etwa gleich bleiben, gibt es in den ländlicheren Gebieten tatsächlich zahlreiche Strecken, die teurer werden.

    Zitat

    Ein Beispiel ist etwa die Strecke von Eisenstadt nach Parndorf, die künftig um 50 Prozent teurer wird, ein anderes ist jene von Horn nach Krems mit der Kamptalbahn, auf der es gar zu einer Preiserhöhung von 75 Prozent kommt. VOR-Mediensprecher Huemer spricht dabei aber von einem absoluten Sonderfall und nennt im Gegenzug auch Strecken, die billiger werden. Etwa Wieselburg-Pöchlarn oder Waidhofen/Thaya-Gmünd.


    Ob die massive Verteuerung der Kamptalbahn noch unter Zufall fällt? Es gibt ja schon länger das Gerücht, dass man die Strecke abdrehen möchte...

    Zitat


    Ein Vorteil, den das neue System für Besitzer von Dauerkarten bringt, sei das „Persönliche Netz“, das unter http://www.vor.at abgerufen werden kann. Wenn man etwa eine Jahreskarte von Eisenstadt nach Wien hat, gilt diese nicht mehr wie bisher nur für die direkte Verbindung, man kann damit auch Orte zwischen den Städten besuchen – selbst wenn sie nicht unmittelbar am Weg liegen.


    Das ist doch ein schlechter Scherz oder? Das war im VOR-Zonensystem schon immer so, man hatte sogar noch mehr Flexibilität. Denn während es jetzt nur mehr innerhalb der durchfahrenen Gemeinden geht, waren es früher oft mehrere Gemeinden, die dabei waren (manchmal sogar parallel verlaufende Bahnstrecken. z.B. Nordbahn + Ostbahn bzw. Obersdorf - Raggendorf)

  • ... gibts eine einfache Lösung...:

    In den Tarifbestimmungen steht:

    Jahreskartenverträge für Jahreskarten Region / Jahreskarten Region mit Wien, die gemäß dem bis 05. Juli 2016 geltenden Tarif abgeschlossen wurden, werden bis zum Ende der vertraglichen Laufzeit, also bis längstens 30. Juni 2017, 24:00 Uhr anerkannt

    Somit sollte es möglich sein, noch vor dem 5. Juli eine Jahreskarte zum alten Tarif zu kaufen, die dann bis 30. Juni 2017 gilt!!!