Neue Tarife im VOR!!!

  • Seit Jahresbeginn funktionieren die Fahrkartenentwerter in den Bahnhöfen nicht mehr. Bestimmte Wiener Vorverkaufskarten können nicht entwertet werden. Nach Protesten wird es in 75 Bahnhöfen wieder Entwerter geben.

    Die Tarifreform des Verkehrsverbundes Ost-Region (VOR) wurde zu Jahresbeginn 2017 eingeführt. Damit wurde ein einheitliches Tarifschema für die Bundesländer Wien, Niederösterreich und Burgenland geschaffen, die Einteilung in Tarifzonen und Streifenkartentickets gibt es nicht mehr.

    Vom Wegfall der Ticketentwerter in den Bahnhöfen und Haltestellen waren seit Jahresbeginn jene Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher betroffen, die in Wien eine 8-Tage-Klimakarte oder eine 2-Fahrten-Wien-Seniorenkarte benützen wollten. Diese kostengünstigeren Tickets konnten nämlich nicht mehr im jeweiligen Abfahrtsbahnhof in Niederösterreich entwertet werden, für manche Bahnbenützer kam es dadurch zu einem finanziellen Mehraufwand.

    Bis 20. März sind 75 Entwerter wieder in Betrieb

    Nach Protesten der Betroffenen wurde nun zwischen VOR und ÖBB eine Lösung gefunden. Bis 20. März kommen in 75 Bahnhöfen und Haltestellen in acht Verwaltungsbezirken rund um Wien die Fahrkartenentwerter wieder zurück beziehungsweise werden nicht abgebaut.

    VOR-Eigentümervertreter und Verkehrslandesrat Karl Wilfing (ÖVP) sprach von einer Lösung mit Hausverstand und einer Lösung im Sinne der Bahnfahrer, um den öffentlichen Verkehr weiter attraktiv zu halten.

    Hier können Sie Ihre Tickets wieder entwerten

    In acht niederösterreichischen Verwaltungsbezirken gibt es bis spätestens 20. März in folgenden Bahnhöfen und Haltestellen wieder Ticketentwerter:

    Bezirk Baden: Baden, Ebreichsdorf und Pfaffstätten

    Bezirk Bruck an der Leitha: Bruck an der Leitha, Fischamend, Flughafen Schwechat, Götzendorf, Gramatneusiedl, Himberg, Lanzendorf-Rannersdorf, Mannswörth, Sarasdorf, Trautmannsdorf an der Leitha und Wilfleinsdorf

    Bezirk Gänserndorf: Breitensee, Deutsch-Wagram, Gänserndorf, Glinzendorf, Helmahof, Marchegg, Raasdorf, Schönfeld-Lassee, Siebenbrunn-Leopoldsdorf, Silberwald, Straßhof und Untersiebenbrunn

    Bezirk Korneuburg: Bisamberg, Gaisruck, Hausleiten, Kapellerfeld, Korneuburg, Langenzersdorf, Leobendorf–Burg Kreuzenstein, Seyring, Spillern und Stockerau

    Bezirk Mistelbach: Obersdorf–Pillichsdorf, Schleinbach, Ulrichskirchen und Wolkersdorf

    Bezirk Mödling: Achau, Brunn–Maria Enzersdorf, Gumpoldskirchen, Guntramsdorf Thallern, Hennersdorf, Mödling, Münchendorf und Perchtoldsdorf

    Bezirk St. Pölten: St. Pölten Hauptbahnhof, Dürrwien, Eichgraben-Altlengbach, Hofstatt, Maria Anzbach, Neulengbach, Neulengbach Stadt, Preßbaum, Purkersdorf-Zentrum, Rekawinkel, Tullnerbach-Preßbaum, Unter Oberndorf, Unter Purkersdorf und Unter Tullnerbach

    Bezirk Tulln: Absdorf-Hippersdorf, Greifenstein-Altenburg, Klosterneuburg Kierling, Kritzendorf, Langenlebarn, Klosterneuburg Weidling, Muckendorf-Wipfing, St. Andrä–Wördern, Tulln, Tullnerfeld, Unter Kritzendorf, Zeiselmauer Königsstetten und Höflein an der Donau

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    Quelle: ORF-NÖ

  • Da kann man einfach nur sagen: typisch österreichisch. Nach Jahrzehnten ein zumindest teilweise vernünftige Neuerung einführen und dann politisch wieder halbherzig zurückrudern.

    Hier geht es um:
    Umweltstreifenkarte 4,8€ statt 5,5€ "Tageskarte"
    Ich bin mir ziemlich sicher, dass es nicht wesentlich teurer wäre, wenn man die Tageskarte z.B. auf 5€ reduziert, dafür die Umweltstreifenkarte streicht und die Automaten nicht reaktiviert.

    Zitat

    Spezielle Wiener Karten (8-Tage-Klimakarte um 38,40 Euro, 2-Fahrten-Wien-Seniorenkarte 2,80 Euro, etc.) können derzeit außerhalb Wiens nicht bei Fahrtantritt entwertet werden. Hier kommt es zu einem finanziellen Mehraufwand für einige Öffi-Nutzer.


    Keine Ahnung, zu welchem finanziellen Mehraufwand es bei der 2-Fahrten-Wien-Seniorenkarte kommen soll, mir spuckt die VOR-Homepage bei einer "Teststrecke" ohne Wien 1,4€ weniger aus als mit Wien. Und für die NÖN: 2 mal 1,4 ist 2,8.

    Oder geht es hier um die Kombination: Mit der VC Senior bis zur Stadtgrenze und ab dort mit dem 2-Fahrten-Wien-Seniorenticket? Dann ist es eigentlich noch perverser, dass der VOR dafür Automaten installiert, denn damit werden die Einnahmen für den VOR reduziert. (Und dem Senior im besten Fall 30 cent spart)

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    Unterm Strich in meinen Augen reine Geldverschwendung.

  • Zitat

    Unterm Strich in meinen Augen reine Geldverschwendung.


    Und politisches Einknicken vor einer immer größer werdenden Wählerschicht, der Pensionisten-Armada. Zu der ich auch zähle. :D Aber ob ich mir bei einer Fahrt 20, 30 Cent oder gar einen Euro spare, habe ich noch nie nachgedacht.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor


  • Und politisches Einknicken vor einer immer größer werdenden Wählerschicht, der Pensionisten-Armada. Zu der ich auch zähle. :D Aber ob ich mir bei einer Fahrt 20, 30 Cent oder gar einen Euro spare, habe ich noch nie nachgedacht.

    Nein, da habt Ihr unrecht.
    Wenn man die 8-Tages-Umweltstreifenkarte oder die Seniorenkarte im Zuge der Tarifreform ersatzlos streicht, dann bin ich bei Euch. Aber man hat sie nicht gestrichen, die gibt es immer noch. Und damit hat der Beförderer auch dafür Sorge zu treffen, daß man diese Karten auch entwerten kann.

    Und ganau DAS hat der VOR trotz jahrelanger Vorplanung nicht hinbekommen - DAS ist die wahre Geldverschwendung!

  • Sind das überhaupt Fahrkarten vom VOR? Klingen für mich eher nach Wien und wären somit nicht unter der Entscheidungsgewalt vom VOR.
    Eine Studie aus 2010 hat bereits einen massiven Rückgang an verkauften Umweltstreifenkarten (jetzt Klimakarte) gezeigt, mit der billigeren Jahreskarte ging es vermutlich weiter bergab, über eine Einstellung könnte man jetzt durchaus nachdenken

  • Sind das überhaupt Fahrkarten vom VOR? Klingen für mich eher nach Wien und wären somit nicht unter der Entscheidungsgewalt vom VOR.
    Eine Studie aus 2010 hat bereits einen massiven Rückgang an verkauften Umweltstreifenkarten (jetzt Klimakarte) gezeigt, mit der billigeren Jahreskarte ging es vermutlich weiter bergab, über eine Einstellung könnte man jetzt durchaus nachdenken

    Ob die vom VOR oder von den Wiener Linien sind ist dem Kunden egal, der will ja nur seine gekauften und gültigen Fahrkarten entwerten.

    Natürlich wird der Himmel nicht herunterfallen, wenn man diese Karten nicht mehr anbietet, sie aber nur darum nicht mehr anzubieten, weil offensichtlich irgendwer bei der Planung übersehen hat, dass man die entwerten können sollte, das ist schon eine schwache Leistung...

  • Entwerter in NÖ "zwicken" wieder

    Die Hälfte der Fahrkartenentwerter in NÖ reaktiviert, Ärger nach der Demontage in Horn.

    23.03.2017, 10:53, Markus Foschum, Jürgen Zahrl

    "Viele haben über das Aus geklagt und sind jetzt natürlich froh, dass sie wieder aktiv sind", sagt Renate Rosecker. Die passionierte Öffi-Fahrerin aus Mödling spricht von den ÖBB-Fahrkartenentwertern. Diese wurden mit 1. Jänner im Zuge der VOR-Tarifreform in NÖ abgedreht. Nach Protesten, der KURIER berichtete, sind oder werden 71 der rund 140 Entwerter mit dieser Woche wieder in Betrieb genommen. Info: (http://www.vor.at)

    Das Problem war, dass mit dem Entwerter-Ende Bahnkunden aus NÖ die weiter gültigen Streifenkarten für die Wiener Kernzone bei Fahrtantritt nicht mehr "zwicken" und damit nutzen konnten. "Es dürfte etliche Beschwerden gegeben haben, sonst hätte man wohl nicht so rasch reagiert", meint Rosecker.

    Dass nicht alle Entwerter, sondern nur jene im weiteren Umfeld von Wien reaktiviert wurden, rief schon neue, kritische Reaktionen von KURIER-Lesern hervor. VOR-Sprecher Georg Huemer meint hingegen, dass "wir den Bereich, wo Bedarf besteht, gut erfasst haben." Jedenfalls gebe es – im Gegensatz zu vorher – nur wenige Anfragen dazu.

    Geringe Frequenz

    Groß ist der Ärger auch nach der Demontage des Ticketautomaten auf dem Bahnhof in Horn. Der Pensionistenverband befürchtet, dass Rentner abgestraft werden könnten, wenn sie ohne Ticket in den Zug steigen und beim Schaffner einen Fahrschein lösen. "Karten über das Handy oder Internet zu kaufen, ist nicht für jeden möglich. Dass der Bürgermeister als Verkehrssprecher im Landtag dieser Maßnahme zustimmte, ist ein Skandal", sagt Hannes Sauer vom Pensionistenverband. Fahrkartenautomaten an den Bahnhöfen, wie jener in Horn, seien die Mindestausstattung.

    Horns Bürgermeister Jürgen Maier reagiert sauer: "Ich wäre der letzte, der einer solchen Maßnahme zustimmt. Die Anschuldigungen sind haltlos. Ich wurde selbst erst sehr kurz vor der Demontage von den ÖBB darüber informiert", sagt Maier.

    Nach einer Überprüfung habe sich gezeigt, dass die Frequenz am Ticketautomat in Horn gering sei und dieser nicht mehr benötigt werde: "Da die ÖBB wie alle Betriebe wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unterliegen, muss sichergestellt sein, dass die Automatenstandorte auch in Zukunft wirtschaftlich sind", sagt ÖBB-Sprecher Christopher Seif. Er versichert aber, dass Karten auch beim Zugbegleiter ohne Aufpreis zu kaufen sind.

    KURIER

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Zitat

    Der Pensionistenverband befürchtet, dass Rentner abgestraft werden könnten, wenn sie ohne Ticket in den Zug steigen und beim Schaffner einen Fahrschein lösen. "Karten über das Handy oder Internet zu kaufen, ist nicht für jeden möglich. Dass der Bürgermeister als Verkehrssprecher im Landtag dieser Maßnahme zustimmte, ist ein Skandal", sagt Hannes Sauer vom Pensionistenverband.


    Auch wenn ich mir wiederhole: Handy- / Internet-Ticket ist nicht Pflicht und somit wird doch keiner abgestraft werden, der ohne Ticket in Horn zusteigt?

    PS: Vor wenigen Jahren waren die Automaten noch die Feinde des Pensionistenverbandes.

  • Zitat


    Auch wenn ich mir wiederhole: Handy- / Internet-Ticket ist nicht Pflicht und somit wird doch keiner abgestraft werden, der ohne Ticket in Horn zusteigt?

    Nachdem die dort verkehrenden 5047er eh mit Automaten ausgestattet sind, wirds den in Horn echt nicht brauchen.

    Mir ist diese Woche allerdings passiert, dass ich in Prottes in einen 5047er eingestiegen bin und der Automat das "Außer Betrieb" Logo zeigte.
    OK, ich setz mich hin und als ich in Gänserndorf den kaputten Automaten für meine Sammlung bahntechnischer Grauslichkeiten fotografieren will, da funktioniert er wieder ganz normal!

    Muß der Fahrgast in so einem Fall vor dem Automaten verharren und warten, ob dieser sich vielleicht doch noch derfangt...? Wie lange? Die ganze Fahrt über?
    Oder sollen die Fahrgäste spontan einen Wachdienst organisieren und sich abwechseln beim Beobachten des Automaten?

    Wie mans dreht und wendet, ohne Handy gehts heutzutage nicht, und wenns nur benötigt wird, um defekte Automaten zwecks Beweissicherung zu dokumentieren...