Wachauer Sonnwendspektakel: Prölls Prominentenschiff touchiert ÖGEG-Dampfschiff "Schönbrunn"**)

  • Weil es angeblich Probleme mit der Steuerung gab, hatte die "Schönbrunn" der ÖGEG eine unfreiwillige Begegnung mit Prölls High Society-Schinakel:

    Kollision auf dem Rückweg nach Krems

    Getrübt wurde die Sonnwendfahrt schließlich von einem Zwischenfall, der sich auf dem Rückweg von Spitz nach Krems ereignete. Bei Dürnstein kollidierte ein weiteres Donauschiff mit der prominent besetzten „MS Austria“. Laut Barbara Brandner, Geschäftsführerin der Brandner Schifffahrt und Eigentümerin der „MS Austria“, hatte das andere Schiff, das den Namen „MS Schönbrunn“*) trägt, Probleme mit der Steuerung.

    Aufgrund der Kollision wurden beide Schiffe erheblich beschädigt. Bei der „MS Austria“ führte das dazu, dass es beim Anlegen in Krems zu Problemen kam, nachdem der Kapitän aufgrund des Schadens ein ungewöhnliches Anlegemanöver starten hatte müssen. Mit Verspätung konnten schließlich alle Gäste an Land gehen. Laut Brandner gab es keine Verletzten.

    *) "MS" ist falsch, da die "Schönbrunn" kein Motorschiff ist. Die korrekte Bezeichnung wäre "DFS" (Dampffahrgastschiff). Auch für die "Austria" wäre die richtige Bezeichnung "MFS" (Motorfahrgastschiff).
    **) Titel auf Grund neuer Erkenntnisse korrigiert.

    Quelle: ORF NÖ

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Ganz so harmlos scheint der Vorfall nicht gewesen zu sein, wenn man die Schäden an der Austria (sie Foto unten) so sieht. Mich täte interessieren, wie schwer es die Schönbrunn getroffen hat. Den Beschädigungsspuren nach zu schließen, dürfte die Schönbrunn die Austria mit dem Bug gerammt haben, weshalb ich vermute, dass die Schäden an der Schönbrunn auf Grund der Robustheit des Bugbereiches nicht allzu schwer sein dürften.
    Ich gehe eher nicht von einem Problem mit der Steuerung aus, sondern vermute einen Zusammenhang mit der starken Strömung auf Grund des herrschenden Hochwassers. Siehe dazu auch meine Ausführungen in diesem Thread.


    Foto: KURIER/Michael Jäger

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Zitat

    Der historische Schaufelraddampfer "Schönbrunn" der "Österreichischen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte" hielt anfangs noch tapfer mit der Flotte mit.


    Der Sager ist gut. Wenn einmal in Fahrt, ist die Schönbrunn trotz ihrer 104 Jahre noch immer die schnellste von allen. Ein Problem ist ihre schwere Manövrierbarkeit im Vergleich zu ihren modernen Kolleginnen.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Auf krone.at gibt es ein Video: http://www.krone.at/Oesterreich/Er…rt-Story-515841 und weitere Ausführungen (+ Bilder des Hecks der Schönbrunn).

    Dort ist die Rede davon, dass die Schönbrunn notankern musste, was dies jetzt immer in der Situation heißen mag. Vermutlich hat sie aber rasch an Fahrt verloren. In Kombination mit den Schilderungen von meinbezirk.at (die Probleme waren schon bekannt) war man da wohl in der Bredouille, dass man ein Schiff nur mit Schub steuern kann, aber sich gleichzeitig schon auf die Schönbrunn zubewegte. Wenn man sich das Video ansieht, dann trieb die Schönbrunn im Wasser, während die Austria in flotter Fahrt war. Somit rammte eigentlich die Austria die Schönbrunn und nicht umgekehrt (wenngleich das nichts mit der Schuld zu tun hat). Man hat sich entweder beim Ausweichmanöver verschätzt, oder es war einfach zu wenig Platz / Zeit. Aber dazu liefert ein späterer VERSA-Bericht vielleicht mehr Informationen.

    Dass sich der Krone-Reporter um das kommerzielle Unternehmen sorgt, aber die gebuchten Fahrten der Schönbrunn nicht ein Mal eine Erwähnung wert sind, enttäuscht etwas...

    2 Mal editiert, zuletzt von KFNB X (20. Juni 2016 um 01:27)

  • Schade, dass man die Video-Sequenz beim Krone-Bericht so zusammengeschnitten hat... Mir scheint, dass die Austria nicht nur "Volle Kraft voraus gegeben hat, sondern auch eine leichte Kurve richtung Schönbrunn gefahren ist, während die Schönbrunn sich, den Wellenbewegungen nach, (im Video in den letzten 1-2 sec. vor dem Crash sichtbar) sich nicht Rührte...

    Zitat

    "Schönbrunn"-Kellner André Remischberger stand vor dem Crash am Heck: "Das Pröll-Schiff kam mit Megatempo daher." Barbara Brandner kontert: "Die 'Schönbrunn' hatte ein Ruderproblem, ist zu 100 Prozent schuld."

    (Quelle aus einem der Heute Berichte zu dem Vorfall...

    Auf einem Versa-Bericht täte ich nicht hoffen, denn es gibt noch nicht einmal einen Bericht vom Schönbrunn-Crash 2009 (http://ooev1.orf.at/stories/377348)...

  • Dass der Austria-Kapitän an der Sache nicht ganz unschuldig sein könnte, habe ich schon beim Lesen des Mein Bezirk-Artikels vermutet, nur glauben wollte ich es nicht, da der Kapitän ein guter Bekannter von mir ist (gleicher Heimatort - siehe Avatar :D ). Mann muss aber auch dazu sagen, dass diese Schiffskonvois auf Grund der äußeren Einflüsse (viele große Schiffe auf engem Raum, dazwischen viele kleine Boote, Dunkelheit, am Ufer viele Lichter, die normalerweise nicht da sind, Feuerwerk etc.) Dazu noch das Hochwasser und dann auch noch ein Schiff mit einer Havarie (Schönbrunn). Da kann es schon passieren, dass am Ruderstand Hektik ausbricht und da genügt ein Moment der Unaufmerksamkeit. Für die Hektik auf der Austria sprechen noch zwei Indizien: Das Überfahren einer roten Tonne (begrenzt den rechtsufrigen Fahrrinnenrand) bei der Wende oberhalb von Dürnstein nach dem Zusammenstoß mit der Schönbrunn ist ein absolutes No go unter den Schiffern und ist mit Sicherheit der Hektik geschuldet. Ebenso das Anlegemanöver über Heck in Krems, das angeblich über eine Stunde gedauert haben soll. So ein Manöver ist an sich Routinesache, auch bei Hochwasser. Als die Schönbrunn zwischen Passau und Wien noch im Liniendienst fuhr, wurden bei der Talfahrt alle Anlegestellen über Heck angefahren und das ohne den heute obligatorischen technischen Hilfsmitteln (Bugstrahlruder, umstellbare Propeller etc.).

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Die Aussage von Barbara Brandner, dass die Schönbrunn zu 100% schuld sei, halte ich für sehr gewagt. Aus meiner Erfahrung ist im Verkehr nur selten jemand zu 100% schuld. Speziell wenn die Havarie bekannt war und das Schiff keine unvorhersehbaren Manöver machte, glaube ich nicht daran.
    Dass der dichte Schiffsverkehr, Nacht, "Hoch"wasser, Prominenz an Board und dann ein vielleicht noch straffer Terminplan nicht gerade positiv auf die Ruhe des Personals wirkt, ist auch kein Wunder.

  • Frage: wie geht es jetzt mit der Schönbrunn und vor allem mit den Fahrten weiter? Die nächste wäre bereits am 25.06. und auf der HP findet sich noch kein Hinweis auf eine Absage?!?

  • Frage: wie geht es jetzt mit der Schönbrunn und vor allem mit den Fahrten weiter? Die nächste wäre bereits am 25.06. und auf der HP findet sich noch kein Hinweis auf eine Absage?!?


    Nach den Fotos zu schließen, die ich bisher vom ramponierten Heck der Schönbrunn gesehen habe, ist der Schaden nicht besonders dramatisch. Sie dürfte keinen Schaden an der Struktur abbekommen zu haben, es scheint nur das Schanzkleid ramponiert zu sein. Dessen Reparatur dürfte nicht allzuviel Zeit in Anspruch nehmen. Wenn man jedoch zuwartet, bis die Verschuldensfrage geklärt ist, kann es allerdings dauern.......

    dr. bahnsinn - der Forendoktor