Wachauer Sonnwendspektakel: Prölls Prominentenschiff touchiert ÖGEG-Dampfschiff "Schönbrunn"**)

  • Wenn man den hinteren Bereich für die Öffentlichkeit sperrt, ist vielleicht sogar ein sofortiger Einsatz wieder möglich? Die Frage wird sein, ob die ursprüngliche Störung überhaupt schon behoben wurde und ob nicht die Ruderanlage auch betroffen ist (ragt bei der Schönbrunn doch erheblich hervor). Ich kenne leider niemanden der die Fahrt am 25.6 gebucht hat, aber ich kann auch nirgends eine offizielle Absage finden.

    Ähnliches Bild vom ORF: http://oekastatic.orf.at/static/images/…unn.5487798.jpg

  • Zitat

    Wenn man den hinteren Bereich für die Öffentlichkeit sperrt, ist vielleicht sogar ein sofortiger Einsatz wieder möglich?


    Der Heckbereich ist für die Fahrgäste ohnehin nicht zugänglich, das sollte also kein Problem sein.

    Zitat

    .....ob nicht die Ruderanlage auch betroffen ist (ragt bei der Schönbrunn doch erheblich hervor).


    Die Ruderblätter sind meiner Ansicht nach unbeschädigt, da der Zusammenstoß der beiden Schiffe nur oberhalb der Wasserlinie stattgefunden hat. Hätte die Austria die Ruderblätter gestreift, hätte sie unter der Wasserlinie einen Schaden davongetragen. Davon war aber bisher definitiv nicht die Rede.
    Laut untenstehendem KURIER-Bericht ist die Antriebswelle der Ruderanlage ausgefallen. Das kann sowohl zu einem finanziellen Problem für die ÖGEG als auch zu einem technischen Problem (fehlende Ersatzteile) werden und einen längeren Ausfall für die Schönbrunn bedeuten.

    Defekte Antriebswelle als Auslöser für Kollision

    Behörde untersucht den Unfall bei der Sonnenwendfahrt in der Wachau und kontert Kritik.

    21.06.2016, 16:46, Johannes Weichhart

    Am Tag zwei nach dem Zusammenstoß zweier Schiffe während der Sonnenwendfahrt in der Wachau, sind die Experten der Obersten Schifffahrtsbehörde bei den Ermittlungen einen Schritt weiter gekommen. Wie berichtet, war die "MS Austria", auf der sich Prominente aus Politik, Kultur und Wirtschaft befanden, mit der "DFS Schönbrunn" kollidiert. Verletzt wurde niemand. KURIER-Informationen zufolge könnte bei dem Schaufelrad-Dampfschiff "Schönbrunn" die Antriebswelle gebrochen sein, wodurch kein Druck mehr auf das Ruder gebracht werden konnte und das Schiff manövrierunfähig war. Abgeschlossen sind die Untersuchungen aber noch nicht. Es müssen weitere Zeugen einvernommen und die Positionsdaten der "Unfallgegner" ausgewertet werden.

    Dass die "Schönbrunn" aufgrund ihres Alters (Baujahr 1912) für technische Gebrechen anfälliger sein könnte als moderne Wasserfahrzeuge, wird dementiert. "Es gibt regelmäßige Inspektionen, bei denen sehr genau kontrolliert wird", betont Andreas Linhart von der Schifffahrtsbehörde.

    Grundsätzliche Kritik an den Konvoifahrten, so wie sie bei der Sonnenwende in der Wachau durchgeführt werden, übt Rechtsanwalt Gottfried Thiery, der den Unfall von seinem Weingarten aus beobachtete. "Es ist gefährlich, wenn so viele Schiffe und Boote an dieser Engstelle unterwegs sind. Es ist erhöhter Wasserstand, es gibt erhöhte Fließgeschwindigkeit" Linharts Konter: "Diese Fahrten müssen angemeldet und genehmigt werden."

    Falsche Schlagzeile

    Für einige Verwunderung sorgte unterdessen ein Bericht im Gratisblatt Österreich, das am Sonntag titelte: "Die ‚MS Wien‘ schießt Pröll ab".
    Tatsächlich war dieses Schiff gar nicht in den Unfall auf der Donau in der Wachau verwickelt.

    Quelle: KURIER

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Im Parallelforum gefunden:
    Ich weiß, das gehört sich nicht, aber ICH habe ja nicht angefangen damit...


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    Hallo!
    Bin auf der SCHÖNBRUNN als Heizer gefahren.
    Wie es aus unserer Sicht war.

    Wir hatten einen Ruderausfall, Bereich Dürnstein, letzte Station der Sonnwendfahrt. Ruder bleibt in hart Steuerbord stehen.
    Informieren über Funk alle Schiffe dass wir manoverierunfähig sind.
    Werfen Anker, der aber auf Grund der dort herrschenden Strömung nicht sofort hält. Schiff schwenkt mit dem Bug stromauf.
    Mit kurzen Maschinenmanövern wird so gut es geht Position gehalten.
    Nachdem der Anker geworfen ist versucht man die Ruderanlage wieder in Gang zu bekommen. Ursachenforschung
    MS AUSTRIA nähert sich von Steuerbord und will ganz knapp hinter uns vorbeifahren. Aber eben zu knapp und erwischte uns zum Glück nur am Schanzkleid.
    Zu dem Zeitpunkt stand unsere Maschine.
    WIR HABEN NICHT GERAMMT - WIR WURDEN GERAMMT

    Naturgemäß wird es von der Gegenseite anders behauptete. Wenn man den Landeskaiser an Bord hat wird man wohl einen Navigationsfehler nicht zugeben.
    Es gelang uns dann, die Ruderanlage wieder in Betrieb zu nehmen und wir ankerten vor Oberloiben außerhalb der Schifffahrtsrinne.
    Die Schifffahrtsaufsicht untersagte eine Weiterfahrt. Unsere Passagiere wurden von der "Admiral Tegetthoff" dankenswerterweise übernommen und nach Krems gebracht.
    Am Sonntagmorgen ab 9.00 fuhren wir unter Aufsicht der Schifffahrtsaufsicht in den Mirka-Hafen nach Krems. Dort steht jetzt das Schiff.

    Für die Schiffsbesatzung lege ich meine Hand ins Feuer, dass niemand alkoholisiert war, bzw. überhaupt Alkohol getrunken hat. Der Kapitän fährt schon jahrelang, auch im Hauptberuf, auf der Donau. War daher bestens qualifiziert.

    Walter

  • Zitat

    Im Parallelforum gefunden:
    Ich weiß, das gehört sich nicht, aber ICH habe ja nicht angefangen damit...


    Brauchst kein schlechtes Gewissen haben. Der betreffende User ist auch bei uns aktiv und wird daher nichts dagegen haben. Davon gehe ich aus.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • KURIER-Zitat:

    Zitat

    KURIER-Informationen zufolge könnte bei dem Schaufelrad-Dampfschiff "Schönbrunn" die Antriebswelle gebrochen sein, wodurch kein Druck mehr auf das Ruder gebracht werden konnte und das Schiff manövrierunfähig war.


    Diese Meldung war falsch.
    Richtig ist hingegen

    Zitat

    Wir hatten einen Ruderausfall, Bereich Dürnstein, letzte Station der Sonnwendfahrt. Ruder bleibt in hart Steuerbord stehen.


    Laut Information des Heizers gab es einen kurzfristigen Ruderausfall, weil sich die Ruderblätter in der Steuerbord-Endlage verklemmt hatten und sich nicht mehr bewegen ließen. Mit Hilfe einer Flex konnte das Problem noch vor Ort in Oberloiben, wo die Schönbrunn nach der Kollision ankerte, behoben werden und am Folgetag nach Krems gefahren werden. Wann die Schönbrunn wieder einsatzfähig sein wird, hängt von der Freigabe durch die Schifffahrtsbehörde ab.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Nun ermittelt laut KURIER auch die Polizei im Zusammenhang mit der Kollision, da entgegen den ursprünglichen Meldungen auf der Schönbrunn doch vier Personen leicht verletzt worden sein sollen.

    Quelle: KURIER-Printausgabe vom 25. 6. 2016, S. 24.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Nun ermittelt laut KURIER auch die Polizei im Zusammenhang mit der Kollision, da entgegen den ursprünglichen Meldungen auf der Schönbrunn doch vier Personen leicht verletzt worden sein sollen.
    Quelle: KURIER-Printausgabe vom 25. 6. 2016, S. 24.


    Lang hat es geduert, bis die Staatsanwaltschaft das festgestellt hat, was hier schon kurz nach dem Unfall zu lesen war. Aber wahrscheinlich ist die Urlaubszeit schuld daran..... :D

    Defekte Ruderanlage Auslöser für Kollision

    Raddampfer "Schönbrunn" hatte technisches Problem. Abschlussbericht liegt bei der Staatsanwaltschaft.

    Sie werteten GPS-Daten aus, sprachen mit den Spezialisten der Funküberwachung und den Besatzungen, nahmen die havarierten Schiffe unter die Lupe – wochenlang waren die Experten der Obersten Schifffahrtsbehörde mit den Erhebungen nach der Kollision bei der Schiffsfahrt zur Sommersonnenwende Mitte Juni in der Wachau beschäftigt. Jetzt liegt ein Ergebnis vor.

    Wie berichtet, war es zu einem Zusammenstoß zwischen dem Raddampfer "Schönbrunn" mit der prominent besetzten "MS Austria" gekommen. Mehrere Personen, die sich auf der "Schönbrunn" befanden, wurden bei dem Vorfall verletzt.

    Seit knapp zwei Wochen liegt nun der Abschlussbericht der Behörden bei der Staatsanwaltschaft Krems. Diese muss entscheiden, ob es zu einem Strafverfahren kommt.

    Manövrierunfähig

    Wie der KURIER erfuhr, soll ein technischer Defekt die Kollision ausgelöst haben. Die Ermittler fanden heraus, dass bei dem Raddampfer die Ruderanlage defekt war.

    "Ein Teil war gebrochen, dadurch war die Schönbrunn praktisch manövrierunfähig. Sie konnte nur mehr vor- und zurückfahren", berichtet ein Insider. Diesen Defekt wertet die Schifffahrtsbehörde als "Hauptgrund" für den Zusammenstoß.

    Betont wird aber, dass die Schuldfrage noch offen ist. "Wir klären ab, ob jemand und wer schuld ist", sagt die in Krems leitende Staatsanwältin Susanne Waidecker. Aus ihrer Sicht dürften wohl noch zusätzliche Ermittlungen notwendig sein. Allzu schnell wird daher nicht klar sein, ob man sich für eine Anklage entscheidet.

    (kurier) Erstellt am 24.08.2016, 09:07

    Quelle: KURIER

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Allzu schnell wird daher nicht klar sein, ob man sich für eine Anklage entscheidet.

    Das kann man wohl sagen, denn es hat noch einmal fast zwei Jahre gedauert, bis man zu (k)einer Entscheidung gekommen ist. Das Verfahren wurde eingestellt, siehe hier:

    Erstellt am 11. Mai 2018, 07:57 von NÖN Redaktion
    Pröll-Schiff gerammt: Strafrechtliche Ermittlungen nach Schiffsunfall beendet
    Rund zwei Jahre nachdem im Juni 2016 bei der traditionellen Sommersonnenwende-Schiffsfahrt in der Wachau das Schiff des damaligen NÖ Landeshauptmanns Erwin Pröll von einem zweiten Schiff gerammt worden war,*) wurden die strafrechtlichen Ermittlungen in diesem Fall nun von der Staatsanwaltschaft eingestellt. Sollte es Forderungen geben, werden die auf den Zivilrechtsweg verwiesen.
    Der Vorfall hatte sich beim Konvoi mit mehr als einem Dutzend Schiffen auf der Höhe von Dürnstein ereignet. Die MS Schönbrunn hatte Prölls Schiff - die MS Austria - im Eingangsbereich touchiert, weil sie Probleme mit der Steuerung gehabt haben dürfte. Vier Personen wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft verletzt, davon eine schwer und drei leicht.
    In Folge wurde gegen die Kapitäne der beiden Schiffe wegen fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Gemeingefährdung ermittelt. Die Staatsanwaltschaft holte Sachverständigen-Gutachten ein. Demnach hatte eine Verklemmung des Ruders die MS Schönbrunn manövrierunfähig gemacht und war Ursache für die Notsituation, in der die MS Austria gerammt wurde. Nun wurden die Erhebungen eingestellt.

    NÖN

    *) Nicht die Austria wurde gerammt, sondern die Schönbrunn durch die Austria. Siehe Zitat aus Antwort 14:

    MS AUSTRIA nähert sich von Steuerbord und will ganz knapp hinter uns vorbeifahren. Aber eben zu knapp und erwischte uns zum Glück nur am Schanzkleid.
    Zu dem Zeitpunkt stand unsere Maschine.
    WIR HABEN NICHT GERAMMT - WIR WURDEN GERAMMT

    Aber anscheinend ist es für die NÖN-Hofberichtserstatter einfach undenkbar, dass das Hofschiff des Ex-Landesfürsten ein anderes Schiff rammen könnte, ergo muss es umgekehrt gewesen sein. :D

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Auf gut deutsch: die "Schönbrunn" war in einer Notsituation, hat dies angezeigt und die "Austria" hat nicht angemessen reagiert. Ein Schiff, das manövrierunfähig ist, kann kein anderes Schiff rammen. Genausowenig wie ein Auto das steht, in ein Auto das fährt, hineinkrachen kann.