[I] 23 Tote bei Zugzusammenstoß in Apulien

  • Zugsunglück in Süditalien: Tote und Verletzte

    Bei einem Zugsunglück in Süditalien sind heute laut Medienangaben vier Personen ums Leben gekommen. Mehrere Passagiere wurden bei dem Frontalzusammenstoß zwischen zwei Zugsgarnituren auf der Strecke zwischen Corato und Andria nördlich der Stadt Bari verletzt, berichteten italienische Medien.

    Rettungsmannschaften waren im Einsatz, um die Passagiere zu bergen. Mehrere Menschen wurden ins Spital eingeliefert. Der Unfall ereignete sich auf einer regionalen Bahnlinie in Apulien.

    Quelle: ORF

    Bei der betroffenen Bahnlinie Bari - Andria - Barletta handelt es sich um die private Ferrovie del Nord Barese.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Die Zahl der Toten hat sich leider schon massiv erhöht. Mittlerweile ist von 10 (12) Toten die Rede.

    Es war wohl auf offener Strecke bei voller Geschwindigkeit. Beim Flirt sind nur mehr 2 der 4 Wagen zu erkennen, beim vermutlich ehemals 4 teiligen ELT 200 sind es noch 3. Nach diesen Bildern kann man nur hoffen, dass es nicht noch mehr Todesopfer zu beklagen gibt.
    http://bari.repubblica.it/cronaca/2016/0…lider=143900057

    3 Mal editiert, zuletzt von KFNB X (12. Juli 2016 um 13:43)

  • Hie ein aktueller ORF-Bericht, der von 12 Toten spricht:

    Tote und Verletzte bei Zugsunglück

    Bei einem Zusammenstoß zweier Züge auf der Linie Corato und Andria nördlich der süditalienischen Stadt Bari in Apulien sind laut vorläufigen Angaben mindestens zwölf Personen ums Leben gekommen. Dutzende Passagiere wurden laut bisherigen Angaben verletzt.

    Die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtet unter Berufung auf Retter von zwölf Toten, es könnten unter den Trümmern aber noch mehr Tote gefunden werden. Feuerwehrmänner und Retter versuchen derzeit, möglichst viele Menschen zu bergen.


    Grafik: Omniscale/OSM/APA/ORF.at

    Verletzt wurden bei dem schweren Unglück vor allem Passagiere, die in den ersten beiden Waggons der Züge saßen. Diese sind Meldungen zufolge fast vollkommen zerstört. Jeder Zug hatte insgesamt vier Waggons. Die Ursache für das Unglück war vorerst unklar.

    Vor allem Pendler und Studenten

    Der Unfall ereignete sich auf einer Strecke mit einem einzigen Gleis. Aus den Trümmern wurde auch ein Kleinkind geborgen, das noch am Leben war und mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht wurde. An Bord der beiden Züge befanden sich mehrheitlich Pendler und Studenten.

    Quelle: ORF

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Mittlerweile sind es schon 20 Tote. Hier gibt es auch ein paar Fotos.

    Und die fachlich überaus kompetenten Kommentare zum Unfall lassen nicht lange auf sich warten.....

    Zitat aus dem KURIER:

    Zitat

    Vilhelm Volke vor 39 Minuten
    ...ohne geld für die bankenrettung hätte man das stück schon lange zweispurig bauen können ...
    ...aber prioritäten werden halt anders gesetzt...

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Und die fachlich überaus kompetenten Kommentare zum Unfall lassen nicht lange auf sich warten.....

    Zitat aus dem KURIER:


    Der obergscheite KURIER-Poster wird es zwar hier nicht lesen, aber:

    Zitat

    An der eingleisigen Unfallstelle finden gerade Bauarbeiten zum Bau des zweiten Gleises statt.


    Quelle: Eurailpress

    Hier gibt es Fotos.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Mittlerweile wird von 25 Toten ausgegangen:


    derstandard.at

  • Zitat

    An der eingleisigen Unfallstelle finden gerade Bauarbeiten zum Bau des zweiten Gleises statt.


    Diese von Eurailpress lancierte Meldung stimmt nicht. Nach aktuellen italienischen Berichten ist der zweigleisige Ausbau vor Kurzem aus Geldmangel gestoppt worden.

    Zitat aus dem obigen-Standard-Artikel:

    Zitat

    Der Süden fühlt sich von den staatlichen Eisenbahnen benachteiligt: Während in Mittel- und Norditalien in den vergangenen Jahren Dutzende von Milliarden Euro in den Ausbau eines Hochgeschwindigkeitsnetzes investiert worden waren, ist in Apulien mehr als die Hälfte der Eisenbahnstrecken nur einspurig ausgebaut. Hinzu kommt, dass die einspurigen Strecken teilweise nicht einmal mit einem Sicherheitssystem ausgerüstet sind, das die Züge automatisch stoppt.


    Das Lamento über die Benachteiligung des Mezzogiorno gegenüber den übrigen Landesteilen ist ebensowenig neu wie das Lamento darüber, dass zu viel Geld in den Neubau von HG-Strecken und zu wenig in das Sekundärnetz gesteckt wird. Diese Diskussion gibt es auch anderswo, auch bei uns.
    Daran, dass mehr als die Hälfte der Bahnstrecken in Apulien nur eingleisig sind, wird sich auch in Zukunft nur wenig ändern, denn das Verkehrsaufkommen rechtfertigt (mit Ausnahme der betroffenen Strecke und der Verbindung Foggia - Neapel) keinen zweigleisigen Ausbau. Übrigens genausowenig wie bei uns, wo auch mehr als die Hälfte der Strecken eingleisig sind.
    Was die angeblich fehlende Streckensicherung anbelangt, kann ich nicht viel dazu sagen, da ich nicht weiß, wie die Streckensicherung auf der betroffenen Strecke Bari - Andria - Barletta der Ferrovie del Nord Bares ausschaut. Laut dem aktuellen ARD-Bericht über den Unfall weicht die Streckensicherung von jenem der FS ab.
    Im Übrigen wird in Apulien gegenüber dem oben angeführten Wehklagen ohnehin einiges für die Bahn getan, auch wenn es auch da und dort Streckenstilllegungen gibt.
    So wurde die betroffene Strecke erst 1965 eröffnet. Vor ein paar Jahren ging die elektrifizierte FS-Stichstrecke Foggia - Lucera in Betrieb, die von der Ferrovie del Gargano (FG) betrieben wird. Auf der Ferrovie del Gargano und auf der FS-Hauptsrecke, der Adria-Küstenlinie fanden in den vergangenen Jahren umfangreiche Streckenumlegungen und -begradigungen statt. Die Transversale Foggia - Neapel wird derzeit ab Foggia, wenn auch etwas zäh, zweigleisig ausgebaut.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Zitat

    Was die angeblich fehlende Streckensicherung anbelangt, kann ich nicht viel dazu sagen, da ich nicht weiß, wie die Streckensicherung auf der betroffenen Strecke Bari - Andria - Barletta der Ferrovie del Nord Bares ausschaut.


    Es war geplant bis 2015 mit dem zweigleisigen Ausbau fertig zu sein. Gleichzeitig wurde 2013 begonnen SCMT zu installieren. (Quelle: http://www.ferrovienordbarese.it/projects/projects1)
    So wie es aktuell kursiert, wird im unfallbetroffenen Streckenabschnitt noch die klassische Zugmeldung genutzt.

  • Zitat

    Einem der beiden Lok-Führern, Pasquale Abbasciano, fehlte nur noch ein Jahr bis zur Pension, berichteten Angehörige. Unter den Toten befand sich auch ein Bauer, der in seinem Olivenhain entlang der Bahnstrecke die Äste eines Olivenbaums schnitt. Er wurde von den Trümmern der Unglückszüge tödlich am Kopf getroffen.
    ...
    Einer der beiden Züge war mit einer Verspätung von einigen Minuten unterwegs.


    http://kurier.at/chronik/weltch…ack/209.617.909

  • Hier die offiziellen Opferzahlen:

    23 Tote bei Zugsunglück in Süditalien offiziell bestätigt

    23 Todesopfer und 52 Verletzte ist die offizielle Bilanz des gestrigen Zugsunglücks nördlich des süditalienischen Bari. Das teilten die Behörden der Region Apulien mit, die die zuletzt gemeldete Zahl von 27 Todesopfern damit korrigierten. Die Opfer seien alle Italiener. 24 Personen seien noch im Spital, acht davon in kritischem Zustand.

    Das Begräbnis der Todesopfer sei für Samstagvormittag geplant. In der Stadt Andria, aus der die meisten Opfer stammten, wurden eine dreitägige Trauer ausgerufen. Ein Pool aus fünf Staatsanwälte ermittelt um die Ursachen des Unglücks.

    In der Nähe der Stadt Andria bei Bari in der Region Apulien waren gestern Mittag zwei Züge mit jeweils vier Waggons auf einer eingleisigen Strecke bei einer Geschwindigkeit von rund 100 km/h frontal zusammengestoßen. An Bord befanden sich vor allem Pendler und Studenten. Ein geplanter zweigleisiger Ausbau der Bahnstrecke war erst kürzlich wegen Finanzierungsproblemen verschoben worden.

    Quelle: ORF

    dr. bahnsinn - der Forendoktor