Die Zukunft des Rundschuppens in Amstetten

  • Anlässlich der Schließung der ehemaligen Zugförderung Amstetten am 30 9. 2016 findet am 22. 10. 2016 zwischen 10 und 15 Uhr in Amstetten ein bahnhofsfest statt.

    Weitere Informationen gibt es hier.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Was gibt's da noch zu feiern?


    Die Stadt Amstetten sieht das eben anders als die Eisenbahnfreunde: Zugförderung verloren, dafür Stadterneuerungsgebiet gewonnen und das ist halt für die Stadt ein Grund zum Feiern.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Wie im Kalender-Board im Bericht über das Amstettner Bahnhofsfest bereits gemeldet, wird die Zugförderung per 30. 9. 2016 geschlossen. Da ich heute in Amstetten zu tun hatte, habe ich der Zugförderung einen Kurzbesuch abgestattet, um ein paar Erinnerungsfotos zu schießen. Der Zufall wollte es, dass Herr Stütz von RPS gerade dabei war, seine in Amstetten eingestellten Lokomotiven für den Abtransport vorzubereiten. Dieser wird morgen, Donnerstag, stattfinden. Die Abfahrt in Amstetten wird um ca. 10:00 Uhr sein und der Zug wird aus folgenden Fahrzeugen bestehen:
    1042.23 als Zuglok
    Prolok-eigener Schlieren als Mannschaftswagen
    1020 005
    1020 041 ex Mittelweserbahn
    1020.44
    1041.02
    2143 058
    2143 067
    2060 082

    Wohin die Reise morgen gehen wird, konnte oder wollte Herr Stütz nicht sagen, außer, dass die Fahrzeuge auf mehrere Standorte aufgeteilt werden.

    Der Rundschuppen und einige Nebengebäude werden abgerissen, während das Bürogebäude der ÖBB-Produktion samt Werkstatt mit zwei Gleisen noch ein paar Jahre erhalten bleibt, bis für ÖBB-Produktion ein neuer Standort gefunden ist. Erhalten bleibt auch der markante Wasserturm, da er denkmalgeschützt ist.

    Nun zu den Fotos:

    Die Drehscheibe wird bald Geschichte sein. Dahinter die 1042.23:

    Der nördliche Teil des Rundschppens samt angebautem Mannschaftsgebäude. Am linken Bildrand ist der oben erwähnte Wasserturm zu sehen:

    Der westliche Mittelteil des Rundschuppens. Bei der Lok handelt es sich um die 2060 082:

    Der Südflügel:

    Nun folgen ein paar Fotos der RPS (Prolok)-Lokomotiven, die morgen abtransportiert werden. Für die teils mangelhafte Bildqualität bitte ich um Entschuldigung, aber ich musste gegen die tiefstehende Sonne fotografieren. Kein Foto habe ich von der 2143 058:

    1020 041 (ex Mittelweserbahn) und 2143 067:

    Der als Mannschaftswagen fungierende Schlieren:

    Die schon ziemlich desolate 1020 005. Daneben 1020 041 und die 2143 067:

    1041.02 und 1020.44:

    2060 082:

    1042.23:

    Wohl einer der letzten Betankungsvorgänge an der Dieseltankstelle. Beim Fahrzeug handelt es sich um einen Fahrleitungsmontagewagen von Siemens Powerlines (SPL). Ob der Wasserkran erhalten bleibt?

    Fotos: dr. bahnsinn, aufgenommen am 28. 9. 2016

    Als einziges ÖBB-Fahrzeug stand die 1116 053 im Rundschuppen. Laut Auskunft des (scheidenden) Standortleiters wird es am kommenden Samstag (1. Oktober) eine kleine Abschiedsfeier geben.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Sind die 2143 auch in ProLok Besitz? Ich konnte dazu nichts finden.


    Die beiden Loks haben nachwievor ÖBB-Anschriften, weshalb ich Herrn Stütz gefragt habe, ob die 2143er auch Prolok gehören, was er bejahte.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Geburtshilfe für einen neuen Stadtteil

    08.10.2016, 07:30, Wolfgang Atzenhofer

    10 Hektar großes ÖBB-Areal wird zum Stadtentwicklungsgebiet. Visionen werden präsentiert.

    Der gewaltige Lok-Schuppen mit 22 Einfahrtsgleisen in die Werkstatthalle war einst das Herzstück der Eisenbahnerstadt Amstetten. In dem öffentlich noch nie zugänglichen Objekt werden die ÖBB und Stadtgemeinde am 22. Oktober die Bevölkerung erstmals zu einem Bahnhof-Fest laden. Dabei werden auch konkrete Projektideen zum Bau eines völlig neuen Stadtteils am riesigen frei werdenden Bahnhofsgelände, das die ÖBB für den Bahnverkehr nicht mehr brauchen, präsentiert.

    Lokschuppen amstetten … Foto: /ÖBB/Stefan Sappert Bitterer BeigeschmackDem Amstettener Jahrhundertprojekt hat aber auch einen bitterer Beigeschmack: Um das zehn Hektar große Areal für modernes urbanes Leben zu öffnen, muss die historische Lok-Remise mit der Rädersenke abgerissen werden. Im Grätzel der Bahnschlosser, Mechaniker und Schmiede arbeiteten früher bis zu 400 Eisenbahner, weiß Stadthistoriker Josef Plaimer.

    Die Möglichkeit in unmittelbarer Nähe zur City einen völlig neuen Stadtteil in der Größe von zehn Fußballfeldern aus dem Boden stampfen zu dürfen, gibt es in Österreich nur mehr selten, sind sich ÖBB-Immobilienmanager Gerhard Sterlike und Stadtbaudirektor Manfred Heigl einig: "Eine Jahrhundertchance". Durch die Modernisierung des Bahnhofs werden zehn Hektar des einstigen Verschubbahnhofs und der Bahnwerkstätten frei.

    Architekten

    Über den internationalen European-Architekten-Wettbewerb wurden Grundsäulen des neuen Stadtviertels von spanischen Planern bereits skizziert. Neue Wohnformen, Gesundheits- und Therapieeinrichtungen, sowie Projekte für Aus- und Weiterbildung sollen hier umgesetzt werden. Bei dem Event am Bahnhofsareal am 22. Oktober werden Planer über diese Visionen referieren und diskutieren. Für Unterhaltung ist ebenfalls gesorgt: Musik, Kabarett und Kulinarik werden geboten.

    Der Betrieb des Lok-Schuppens inmitten eines Spinnennetzes aus Schiene, Stellwerken, Weichen und Oberleitungen wurde mit Ende September eingestellt. "Die Servicearbeiten am modernen Lok-Material ist weit nicht mehr so intensiv wie früher", sagt Sterlike.

    ÖBB-Manager Sterlike und Stadtbauamtssschef Heigl Längst angelaufen sind die bürokratischen Maßnahmen, um das Areal in Bauland umzuwidmen. Auch manche Investoren haben schon ihre Fühler nach den Gründen ausgestreckt. "Aber das Projekt muss gut geplant und ein stimmiges Ganzes ergeben. Da werden wir nichts übers Knie brechen", versichert Heigl. Mit 100.000 m² verwertbarem Bauland steigt der ÖBB-Grund auch im Wert. Doch bevor die Kräne stehen, müssen Altlasten und noch im Boden vermutete Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkriegs beseitigt werden.

    Quelle: KURIER

    dr. bahnsinn - der Forendoktor