Der Neubau der Verbindungsbahn in Wien

  • Bekanntlich haben sich die ÖBB und die Gemeinde Wien im Vorjahr auf eine Hochtrasse der Verbindungsbahn im 13. Bezirk geeinigt. Die FPÖ Hietzing wehrt sich nun gegen diese Pläne und fordert stattdessen eine Tieferlegung der Trasse. Nachzulesen hier:

    FP-Kasal: Tieferlegung der Verbindungsbahn als Chance für Hietzing

    Ablehnung für ÖBB-Hochtrasse quer durch Hietzing
    Wien (OTS) - Klare Ablehnung kommt von der Hietzinger FPÖ zu den Plänen der ÖBB, den Ausbau der Verbindung zwischen Meidling und Hütteldorf durch eine Hochtrasse quer durch den 13. Bezirk zu ermöglichen. „Die Chinesische Mauer misst 6-8 Meter Höhe, die ÖBB-Hochbahn soll auf 8-10 Meter fahren – das wäre eine vergebene Chance für Jahrzehnte", warnt der Bezirksobmann der FPÖ-Hietzing LAbg. Günter Kasal.
    Die Gründe für die Ablehnung sind vielfältig: Zum einen befürchtet Kasal eine kanalisierte Verkehrslawine durch die Reduktion auf nur mehr zwei Bahnübergänge. Zum anderen wäre der Zuglärm für weite Teile der Umgebung unerträglich, da sich der Zuglärm mit der verdichteten Auslastung der Verbindungsbahn insbesondere durch den Güterschwerverkehr*) aus 10 Meter Höhe bis weit in die Wohngegenden verbreiten würde. „Auch mit Lärmschutzwand wird das ein massives Problem werden“, erklärt Kasal.
    Er schlägt stattdessen eine Tieferlegung der Strecke vor, die sehr viel Charme für Hietzing hätte und die Lebensqualität für die nächsten Generationen im Bezirk nachhaltig sichern würde. Eine Tieferlegung um 4-7 Meter und eine teilweisen Überplattung bringt:
    - den Gewinn von Grün- u. Erholungsraum an der Oberfläche
    - maximalen Lärmschutz durch teilweise Überplattung
    - den Erhalt mehrerer Querungsmöglichkeiten
    Seit über 30 Jahren fordert die FPÖ Lärmschutzwände entlang der Verbindungsbahn und eine Verbesserung des öffentlichen Verkehrs in Form einer Intervallverdichtung. „Selbstverständlich waren hier alle Parteien immer dafür, allerdings ohne die Details der aktuellen Planung zu kennen. Die Behauptung der ÖBB, `alle Parteien hätten das einstimmig beschlossen´ ist daher unseriös“, so Kasal.
    Kasal kündigt an, alles zu versuchen, um statt einer unansehnlichen und lauten Trennungsbahn eine für alle verträgliche Verbindungsbahn zu ermöglichen.
    Rückfragen & Kontakt:
    FPÖ Wien
    Andreas Hufnagl
    Pressereferent
    0664 1535826
    andreas.hufnagl@fpoe.at
    http://www.fpoe-wien.at

    *) Von wo soll der Güterschwerverkehr herkommen? Aus den Tiefen des Lainzertunnels? :D

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Zum einen befürchtet Kasal eine kanalisierte Verkehrslawine durch die Reduktion auf nur mehr zwei Bahnübergänge.

    Einerseits gibt es noch Erhebungen durch die MA46, welche Querungen man wirklich braucht und zweitens Zwei?

    Sofern ich nichts falsch verstanden habe:
    1) Hietzinger Kai
    2) Auhofstraße
    3) Hietzinger Hauptstraße
    4) Hofwiesengasse
    5) Stranzenbergstraße

    Somit eins - zwei - viele?


    PS: Bei 4 bis 7 Meter wird sich kaum eine Überplattung ausgehen. Hinzu kommt, dass man mal in die Tieflage kommen muss. Da bleibt nicht viel Überplattung übrig.

  • Klingt nach viel Blabla vor den bevorstehenden Wahlen.
    Denn wenn der Beste sich die modernen Garnituren anschauen oder besser *anhören* würde, wüsste er, dass diese kaum noch Lärm verursachen.
    Den Rest kommentier ich lieber erst gar nicht.

    stillgelegt.

  • Bürgerprotest gegen Verbindungsbahn

    Der Ausbau der Verbindungsbahn zwischen Hütteldorf und Meidling sorgt weiter für Diskussionen. Weil ein Teil in Hochlage geführt wird, werden Bahnübergänge aufgelassen. Bürger fordern eine Überarbeitung der ÖBB-Pläne.

    Bereits Ende 2015 wurde der Plan der ÖBB zum Ausbau der Verbindungsbahn zwischen Hütteldorf und Meidling präsentiert, fixiert wurden sie dann im Vorjahr. Geplant sind zwei neue Schnellbahnstationen: Hietzinger Hauptstrasse und Stranzenbergbrücke. Die bestehende Haltestelle Speising wird verlegt und neu gebaut.


    ÖBB/ZOOM visual project gmbh
    Visualisierung der neuen Haltestelle Hietzinger Hauptstraße
    ÖBB versprechen Lärmschutz
    Dass die Schnellbahn bis zur Veitingergasse in Hochlage geführt wird, sorgt für Diskussionen. Die Züge der S 80 fahren dann auf Höhe des zweiten oder dritten Stockes vorbei, auch der Güterverkehr dürfte zunehmen, befürchtet eine überparteiliche Initiative. Vergebens hat der Bezirk gefordert, die Trasse in Tieflage zu errichten.
    Die ÖBB-Verantwortlichen versprechen zwar massiven Lärmschutz, wollen aber die bestehenden Schrankenanlagen schließen. Fallen die Querungen für Autos, wird Hietzing quasi gespalten, kritisieren Anrainer und Bezirkspolitiker. Im November sind weitere Infoveranstaltungen über das Bahnprojekt geplant.
    Frequenz wird reduziert
    Möglich wird der Ausbau der Verbindungsbahn nicht zuletzt dadurch, dass Fern- und Güterzüge inzwischen unterirdisch - durch den Lainzer Tunnel - gen Westen bzw. in Richtung Hauptbahnhof brausen. Auch Eisenbahnkreuzungen verschwinden: Neue Unterführungen sollen den Anrainern das Leben erleichtern. Künftig müssten sie bei Bahnübergängen nämlich noch länger warten, wiel die Taktfrequenz der Schnellbahn von einer Stunde auf eine Viertelstunde reduziert wird.
    Auch am Marchegger Ast werden Eisenbahnkreuzungen aufgelöst - Contiweg und Hirschstettner Straße - und durch Unterführungen ersetzt. Auf der Strecke zwischen Aspern und Hütteldorf werden die S-Bahnen dann übrigens sämtliche Wiener U-Bahn-Linien antreffen - auch die künftige U5. Baustart ist für 2020 geplant, bis 2025 werden 450 Mio. Euro in das Projekt fließen, 70 Mio. Euro davon kommen aus Wien.

    ORF Wien

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Naja, wenn man 20 Jahre lang den Lainzer Tunnel damit bewirbt, dass dann die lauten Züge von der Verbindungsbahn weg sind und dann kommt es anders, darf man sich halt auch nicht wundern.

  • Kann zu der angeblichen überparteilichen Initiative nichts finden, gibt es die wirklich?

    Bürgerinitiative Verbindungsbahn - so bitte nicht

    Die NEOS fordern gar einen Architekturwettbewerb für die Stationen: http://ots.at/presseaussendung/OTS_20…esst-initiative-vermissen

    Die Idee finde ich nicht schlecht. Erstens kostet ein Architekturwettbewerb nicht die Welt und zweitens kann er wirklich eine Abwechslung in den ÖBB-Bahnhofseinheitsbrei bringen.

    Auch der Idee der Durchbindung der S 45 Richtung Hauptbahnhof kann ich etwas abgewinnen. Hütteldorf hat seit dem Abzug des ÖBB-Fernverkehrs als Umsteigebahnhof wesentlich an Bedeutung verloren. In die REX Richtung St. Pölten kann auch in Penzing umgestiegen werden. Knackpunkt ist die Traversierung der Westbahngleise Richtung Verbindungsbahn, da muss wohl ein (teures) Überwerfungsbauwerk her.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Danke für den Link, da haben mich meine Google-Kenntnisse wohl im Stich gelassen.

    Die überparteiliche Initiative wurde laut Impressum von der Partei WIR Hietzing initiiert. Ob das dann noch überparteilich ist?


    Die Forderungen

    Kein Gütertransport an der Oberfläche

    Und ich dachte der Güterverkehr im Lainzer Tunnel erzeugt so massiv unangenehme Erschütterungen.

    Zitat

    Kein Bahnhof Hietzinger Hauptstraße und Speising

    So ein "Bahnhof" muss für die Anrainer schon eine massive Einschränkung sein, so wie man sich aktuell dagegen wehrt.

    Zitat

    Keine Schließung der Bahnübergänge Jagdschlossgasse und Veitingergasse

    Beider? Die liegen gerade mal gut 200 Meter auseinander.


    Die Verbindung zur S45 wäre sehr wünschenswert, aber dafür müsste man wohl den Takt auf der S45 weiter verdichten (7,5 Minuten), da es sonst mit dem Taktgefüge der Stammstrecke nicht passt. Um den Entfall von Hütteldorf (U4) zu kompensieren, wäre es dann endlich an der Zeit eine Station Unter St.Veit einzurichten. Hoffentlich blockiert man sich mit den jetzigen Arbeiten diese Möglichkeit nicht. So leer wie der Penzinger Frachtenbahnhof ist, wäre ein Rückbau inklusive Unterwerfungsbauwerk wohl kein großer Zauber.

    Einmal editiert, zuletzt von KFNB X (4. August 2017 um 14:14)

  • Bahnpläne: Hietzing macht Druck auf ÖBB
    Einstimmige Forderung nach Prüfung einer Tieferlegung der geplanten Bahntrasse.

    Wien. Das Hietzinger Bezirksparlament hat bei seiner Sitzung Mittwochabend Kritik aus der Bevölkerung aufgegriffen und in mehr als zwei Dutzend Anträgen Einwände gegen den von den ÖBB forcierten Ausbau der Verbindungsbahn formuliert. Über die Parteigrenzen hinweg herrschte bei der Sitzung weitgehend Einigkeit, dass das Bahnprojekt in der geplanten Form noch lang nicht gelaufen ist. „Wir haben klare Positionen: Es muss geprüft werden, ob eine Tieferlegung der Trasse möglich ist, und es muss eine Lösung für die Bahnquerungen geben“, sagt VP-Bezirksvorsteherin Silke Kobald.
    Worum es geht: Die Pläne der ÖBB sehen vor, die Verbindungsbahn zwischen Hütteldorf und Meidling auszubauen. Dazu soll der erste Teil der Bahntrasse (vom Wiental weg) in einigen Metern Höhe geführt werden. Ein Vorhaben, von dem viele Bürger befürchten, dass es mit enormen Lärmbelästigungen verbunden sein wird. Dort fährt im Wesentlichen die Schnellbahn S80, deren Intervalle verdichtet werden sollen, aber auch Frachtzüge.
    Auch die Hietzinger SPÖ, die im Vorfeld der Sitzung der Volkspartei indirekt Polemik vorwarf, tritt für eine Überprüfung der Trassenvarianten ein. Aber SP-Bezirkschef Gerhard Schmid ist skeptisch. „Man muss das technisch abklären, aber wie es aussieht, könnten die Kosten astronomisch werden.“ Schmid betont, dass die ÖBB verstärkt auf Dialog mit der Bevölkerung und auf mehr Information setzen müssten. Tatsächlich planen dazu die ÖBB im November eine große Bürgerversammlung; aktuell sollen Infoboxen aufgestellt werden.
    Petition im Nationalrat
    Anfang dieser Woche ist die Causa auch im Parlament gelandet. Der VP-Abgeordnete Wolfgang Gerstl hat gemeinsam mit Bezirkschefin Kobald eine Petition in den Nationalrat eingebracht. Einer der zentralen Punkte ist ebenfalls die Forderung nach einer Prüfung einer Tieferlegung der Bahntrasse. (gb)
    ("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.09.2017)
    Die Presse

    dr. bahnsinn - der Forendoktor