[DE] Überlegungen zum Verkauf von DB Schenker

  • Verkauf von DB-Tochter Schenker könnte wieder aufgegriffen werden
    24. Oktober 2017, 18:40
    Schreiben des deutschen Finanzministeriums an Haushaltsausschuss des Bundestags
    Berlin – Die deutsche Bundesregierung erwägt offenbar einen neuen Anlauf zum Verkauf der Deutsche-Bahn-Tochter Schenker. In einem Schreiben des Finanzministeriums an den Haushaltsausschuss des Bundestages wird zumindest ein Teilverkauf der internationalen Spedition des Staatskonzerns als Möglichkeit angedacht.
    Aus Sicht des Ministeriums sei anzumerken, "dass eine Komplett- oder Teilveräußerung beispielsweise der Schenker AG durchaus wieder aufgegriffen werden könnte", heißt es in dem Schreiben. Der Haushaltsausschuss hatte das Finanzministerium um Vorschläge gebeten, wie die Bahn weiterentwickelt und finanziell stabilisiert werden könnte.
    Der Bahn-Vorstand hatte bereits den Teilverkauf oder Börsengang von Schenker ins Auge gefasst. Die Pläne wurden aber wieder fallengelassen, nachdem die deutsche Bundesregierung den Konzern mit über zwei Milliarden Euro stützte. Dies hatte zu Unmut im Haushaltsausschuss gesorgt. (APA, 24.10.2017)
    Der Standard

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Wird bei der aktuellen Entwicklung in Österreich wohl auch bald vor der Tür stehen.

    Davon kann man ausgehehen. Kurz und HC präsentierten sich in den 17:00 Uhr-Nachrichten als die reinsten Faserschmeichler.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Lange hat die Bundesregierung gerungen, nun ist eine Entscheidung gefallen: Die Bahn soll sich von der Logistiktochter Schenker trennen. Das könnte gut 15 Milliarden Euro einbringen.

    Die Bundesregierung hat sich nach übereinstimmenden Informationen des SPIEGEL und Reuters nach langem Ringen zu einem Verkauf der internationalen Bahn-Logistiktochter Schenker entschlossen. Eine Arbeitsgruppe von Bund und Bahn habe den Grundsatzbeschluss kürzlich gefasst, sagten Regierungs- und Branchenvertreter der Nachrichtenagentur Reuters, die zuerst über die Entscheidung berichtet hatte.

    Mehr dazu auf https://www.spiegel.de/

  • Hatten wir das hier echt noh nicht?

    Milliardendeal: DeLaut Reuters rechne die Bahn mit einem Erlös in Milliardenhöhe. Zuletzt sei Schenker in Finanzkreisen mit bis zu 15 Milliarden Euro bewertet worden. Die Deutsche Bahn hatte den Verkauf ihrer Tochterfirma Schenker monatelang vorbereitet – und hoffe, mit dem Ertrag einen Teil der hohen Schulden zu bezahlen.utsche Bahn will Logistik-Tochter Schenker verkaufen

    „Die Deutsche Bahn AG beabsichtigt, das gesamte Aktienkapital der Schenker AG in einem offenen, transparenten und diskriminierungsfreien Verfahren zu veräußern“, heißt es in der Anzeige. Alle Beteiligungen des Verkäufers, der Bahn, an dem Unternehmen sowie deren Tochtergesellschaften wären inbegriffen. Interessenten würden gebeten, sich bis Mitte Januar bei den Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley zu melden.

    Laut Reuters rechne die Bahn mit einem Erlös in Milliardenhöhe. Zuletzt sei Schenker in Finanzkreisen mit bis zu 15 Milliarden Euro bewertet worden. Die Deutsche Bahn hatte den Verkauf ihrer Tochterfirma Schenker monatelang vorbereitet – und hoffe, mit dem Ertrag einen Teil der hohen Schulden zu bezahlen.

    „Aus rechtlichen Gründen musste eine öffentliche Bekanntmachung in einem Printmedium mit internationaler Verbreitung erfolgen, damit sie alle potenziellen Interessenten erreicht“, teilte eine Unternehmenssprecherin auf Nachfrage von ntv mit. Es handle sich um eine Maßnahme entsprechend dem europäischen Beihilferecht für ein wettbewerbliches, transparentes, diskriminierungs- und bedingungsfreies Ausschreibungsverfahren.

    Durch die öffentliche Anzeige könne zwar dokumentiert werden, „dass die Welt davon gewusst hat, und der Verkäufer - hier mittelbar der Deutsche Staat - niemanden als Kaufinteressenten ausgeschlossen hat. Damit kann der Prozess nicht auf dem Klageweg angegriffen werden“, erklärt Mark Miller von der Hamburger Investmentbank Carlsquare ntv. Eine Print-Anzeige sei aber verwunderlich. „Ich habe das bei großen Transaktionen noch nie gesehen“, sagte Miller – der Berater arbeitet seit über 20 Jahren in der Investmentbranche.

    Laut Miller könne die Anzeige darauf hindeuten, dass die Suche nach einem Käufer bisher erfolglos blieb. Es sei schließlich gängig, dass spezialisierte M&A-Beratungen unter ihren Kontakten nach geeigneten Käufern ermitteln. Auch Dealdatenbanken wie Mergermarket, die nur Investmentbanken und Finanzinvestoren zugänglich seien, könnten dabei helfen. „Eine Investmentbank muss doch den Anspruch haben, die relevanten Käufer, die attraktive Angebote versprechen, zu kennen“, erklärte Miller. „Wenn so ein Prozess dann in die Öffentlichkeit getragen wird, dann hat wohl auf der Anspracheliste keiner angebissen.“

    Viele Berater und auch Miller würden subtiler vorgehen – beispielsweise mit Interviews in Zeitungen oder Podcasts. Am 15. Januar soll die Suche nach einem Käufer beendet sein, dann wird sich zeigen, ob sich die Print-Anzeige gelohnt hat. Und ob dann die Schulden wie geplant abgebaut werden können. (hk)

    Quelle: Frankfurter Rundschau

  • dr. bahnsinn 23. Dezember 2023 um 11:48

    Hat den Titel des Themas von „[DE] Neuerliche Überlegungen zum Verkauf von DB Schenker“ zu „[DE] Überlegungen zum Verkauf von DB Schenker“ geändert.
  • Ampel favorisiert Verkauf von Schenker an arabischen Investor
    Für Schenker könnte es jetzt schnell gehen. Laut einem Bericht wächst der Druck innerhalb der Regierung, die Logistik-Tochter der Bahn jetzt möglichst schnell…
    www.n-tv.de

    Trotz akuter Sicherheitsbedenken Ampel favorisiert Verkauf von Schenker an arabischen Investor

    22.02.2024, 15:06 Uhr Artikel anhören

    Für Schenker könnte es jetzt schnell gehen. Laut einem Bericht wächst der Druck innerhalb der Regierung, die Logistik-Tochter der Bahn jetzt möglichst schnell an einen finanzstarken Investor vom Golf zu verkaufen. Schenker beliefert NATO und Bundeswehr. Kritiker warnen vor den Folgen.

    Eine Übernahme der Logistiktochter der Deutschen Bahn durch einen arabischen Investor wird immer wahrscheinlicher. Das schreibt das "Handelsblatt" unter Berufung auf Regierungskreise. Trotz anhaltender Sicherheitsbedenken - auch innerhalb der Ampel-Koalition - wird demnach dem reichsten Bieter der Vorzug gegeben. Bereits in wenigen Wochen sollen die Kaufinteressenten offiziell vorgestellt werden.

    Die hohen Energiepreise haben den Golfstaaten Milliardensummen in die Kasse gespült. Das kommt der Regierung entgegen. Investorenkreisen zufolge könnte ein Verkauf von Schenker 10 bis 15 Milliarden Euro in die klammen Kassen spülen. Es wurden auch schon bis zu 20 Milliarden genannt. Ziel der Ampel-Koalition ist es, auf jeden Fall den Höchstpreis für die Logistiktochter des Staatskonzerns herauszuschlagen.

    Der Druck, Schenker jetzt rasch zu verkaufen, soll zunehmen. Wegen der Haushaltskrise der Bundesregierung hat der Staatskonzern ein akutes Geld-Problem. Ursprünglich hatte die Ampel-Koalition der Deutschen Bahn 12,5 Milliarden Euro versprochen. Mit dem Geld sollte das marode Schienennetz saniert werden. Angezapft werden sollte hierfür der Klima- und Transformationsfonds (KTF). Mit dem Karlsruher Urteil ist diese Geldquelle versiegt.

    Vor allem das Kanzleramt und die FDP-geführten Ressorts Verkehr und Finanzen seien deshalb für einen arabischen Investor zunehmend offen, heißt es. Schenker ist hoch lukrativ, ein Verkauf würde die Kassen zum Klingen bringen. Die Kehrseite der Medaille: ein Großteil des Umsatzes der Bahn würde bei einem Schenker-Verkauf wegbrechen. Und das sind nicht die einzigen Bedenken.

    Die Alarmglocken schlagen

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    Laut "Handelsblatt" sollen insgesamt 20 potenzielle Bieter in einer ersten Runde Interesse an einer Übernahme angemeldet haben. Im Rennen sind demnach Logistikunternehmen wie die Reedereien Maersk und MSC oder auch die DHL Group und Kühne + Nagel. Genannt werden auch mehrere Finanzinvestoren, wie die Private-Equity-Fonds CVC und Carlyle. Als Favoriten gelten dem Vernehmen nach aber vor allem die drei reichsten Kaufinteressenten: der saudi-arabische Logistiker Bahri, der arabische Investor ADQ - einer von drei Staatsfonds des Emirats Abu Dhabi - sowie der Hafenbetreiber und weltweit größte Logistikkonzern DP World aus Dubai.

    Vor allem in der Opposition regt sich dagegen Widerstand. "Angesichts der Bedeutung von Logistikunternehmen wie Schenker für die Resilienz unserer Lieferketten kann sich ein Verkauf schnell auch als großer sicherheitspolitischer Fehler herausstellen", zitiert das "Handelsblatt" Verkehrspolitiker Christoph Ploß. Die Logistikbranche sei einer der wenigen Bereiche, in denen Deutschland weltweit noch an der Spitze stehe. Die Ampel-Koalition dürfe jetzt nicht das "Tafelsilber an ausländische Investoren verscherbeln, nur weil sie nicht in der Lage ist, haushaltspolitische Prioritäten zu setzen, und deshalb Geld braucht".

    Der Fall Schenker ist komplex. Das Problem: Geht Schenker an die finanzstarken Investoren vom Golf, würde die Regierung kritische Infrastruktur an ein autoritäres Golf-Regime abgeben. Schenker beliefert Einrichtungen der Bundeswehr und der NATO. Ein Verkauf hätte also Implikationen für die Sicherheit der Bundesrepublik. Die Vereinigten Arabischen Emirate, zu denen Dubai und Abu Dhabi gehören, stehen immer wieder wegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung in der Kritik.

    Mehrere Haare in der Suppe

    "Bei uns schlagen alle Alarmglocken", warnte der Chef des Bundesverbands für den Schutz Kritischer Infrastrukturen, Holger Berens, bereits im Dezember gegenüber dem "Merkur". Man sei "strikt dagegen, die Kontrolle über kritische Infrastruktur Investoren aus dem Ausland zu geben". Dadurch, dass Schenker NATO und Bundeswehr beliefere, wüsste der Käufer "genau, welche Waffen in welchen Mengen wohin geliefert werden". Der Verkauf Schenkers an den Golf sei zudem ein "Einfallstor" für Wirtschaftsspionage, die Warenströme bei VW seien dadurch beispielsweise einsehbar.

    Die Regierung scheint bereit, das Risiko einzugehen. Durchfallen bei dem Bieterverfahren würden allein russische Interessenten durch die geltenden Sanktionen. Auch gegenüber Interessenten aus China wäre die Bundesregierung wohl Stand heute kritischer. Europäische Lösungen für Schenker sind angeblich nicht nur aus finanziellen Erwägungen keine Option, sondern auch wegen kartellrechtlicher Bedenken.

    Ein Haar gibt es trotzdem noch in der Suppe: Denn ein höherer Verkaufserlös wird die Geldprobleme der Bahn nicht endgültig lösen. Wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf seine Quellen im Aufsichtsrat weiter schreibt, wird ungefähr die Hälfte des Verkaufserlöses in den Schuldenabbau des Konzerns fließen. Andernfalls würde die Bahn nach dem Verkauf ihre Bonität verlieren und weitere Kredite erheblich teurer werden. Wie es aus dem Kontrollgremium heißt, sollen auf der Bahn-Aufsichtsratssitzung am 20. März die Bieter vorgestellt werden. Einblick in die Bücher soll ihnen bislang nicht gewährt worden sein. Das behält man sich bis zum Schluss vor.

    Quelle: ntv.de, ddi