Wendezuggarnitur in Neumarkt-Kallham entlaufen - Zusammenstoß mit 5022 in Haiding

  • Bremse nicht angezogen - Züge kollidiert

    Im Bahnhof in Haiding bei Krenglbach (Oberösterreich) sind Montagmittag zwei Züge zusammengestoßen. Ein Regionalzug hatte sich selbstständig gemacht, weil vergessen wurde, die Bremse anzuziehen. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand.

    Der rasche Einsatz der Bundesbahnen und Feuerwehren konnte Schlimmeres verhindern: Ein führerloser Zug setzte sich gegen 11.30 Uhr von Neumarkt/Kallham Richtung Haiding in Bewegung. „Es dürfte leider darauf vergessen worden sein, die Bremse zu ziehen“, sagt der Sprecher der oberösterreichischen ÖBB, Karl Leitner.

    Bei dem Zusammenstoß entstand ein enormer Schaden, verletzt wurde niemand. Foto: fotokerschi.at

    Die Lok samt Garnitur rollte mit bis zu 40 Kilometer pro Stunde auf der Bahnstrecke Wels-Passau in Richtung Wels. Der Fahrdienstleiter bemerkte das und schlug sofort Alarm. Die ÖBB verständigten die Feuerwehren entlang der Strecke und diese sicherten die Bahnübergänge. Auch für die Feuerwehren war es ein ungewöhnlicher Einsatz, sagt Einsatzleiter Andreas Sillipp von der Feuerwehr Krenglbach: „Solche Szenen kennt man nur aus Action Filmen.“
    Durch Zusammenstoß Zug gestoppt
    Gleichzeitig wurde ein anderer Personenzug, der aus Wels kam, am Bahnhof in Haiding gestoppt. „Das war sozusagen der Pufferzug“, sagt Sillipp. Die 70 Passagiere wurden aus dem Zug in Sicherheit gebracht. Dann ließ man die Garnitur gegen den Zug prallen, um sie zu stoppen. Mit Erfolg: Verletzt wurde niemand, der entstandene Sachschaden soll aber enorm sein.
    Im Zugverkehr kommt es zu erheblichen Behinderungen und Verspätungen, inzwischen ist die Strecke wieder frei. Warum die Bahn in Neumarkt-Kallham zu fahren begonnen hatte, war noch Gegenstand von Ermittlungen.

    ORF OÖ

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Zitat

    5022 in Neumarkt-Kallham entlaufen - Zusammenstoß mit Regionalzug in Haiding

    Wenn ich die Fotos richtig deute und der Text stimmt, müsste die 1144 mit Wendezug entrollt sein.

    Ich meine im Seitenblech eine Verwerfung zu sehen, kein gutes Zeichen für den Rahmen.


    PS: Fast schon verwunderlich, dass das niemand mit dem Handy festgehalten hat.

  • 1144 259 gegen 5022 015 übrigens. Was hat der Fortschrittsverweigerer Hebenstreit damals, nachdem am 11.02.2014 das letzte Mal am Brenner zwei Lokomotion-Loks abgehauen sind, gesagt? (...)"Hier ist ein klares Organisationsversagen festzustellen. Im Eisenbahngesetz ist nämlich klar festgelegt, dass in derartigen Fällen entsprechende Vorbeugemaßnahmen zu treffen sind, um ein Wiederholen zu verhindern" (...) "Zumindest eine Überprüfung des Betreibers Lokomotion ist erforderlich. Gegebenenfalls ist auch ein Entzug der Sicherheitsgenehmigung zu prüfen", fordert Hebenstreit. Ich habe ihm diesen Text einmal geschickt, aber erwarte mir keine Antwort.

  • Derzeit mögliche Ursache: Der TFZf hatte die Vorheizautomatik aktiviert und auf die Federspeicherbremse vergessen. Ein vorgeheizter abgestellter Zug hat wegen des möglichen Vereisens der Bremsen lose zu stehen, die Automatik sorgt dafür. Federspeicher und mechanische Bremsen werden natürlich nicht ausgelöst, müssen aber (entweder/oder) angelegt werden/sein.

  • Derzeit mögliche Ursache: Der TFZf hatte die Vorheizautomatik aktiviert und auf die Federspeicherbremse vergessen. Ein vorgeheizter abgestellter Zug hat wegen des möglichen Vereisens der Bremsen lose zu stehen, die Automatik sorgt dafür. Federspeicher und mechanische Bremsen werden natürlich nicht ausgelöst, müssen aber (entweder/oder) angelegt werden/sein.

    Hat eine 1144'er, sowie die CS-Ganitur Federspeicher?

  • ÖBB müssen pro Jahr drei „Geisterzüge“ stoppen!

    Wie konnte passieren, dass sich eine unbesetzte Zuggarnitur in Neumarkt-Kallham selbstständig gemacht und fast 25 Kilometer in Richtung Wels gerollt ist, ehe sie mit einem evakuierten Personenzug am Bahnhof Haiding bei Krenglbach gestoppt wurde? Die Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes ermittelt. Aktuell deutet viel auf menschliches Versagen als Ursache hin. Die "Krone" beantwortet sechs Fragen zum gefährlichen Bahn-Zwischenfall bei Krenglbach:

    Wie groß ist die Möglichkeit, dass ein technischer Defekt die Ursache für den rollenden Zug gewesen ist?
    Ein technischer Defekt gilt in dem Fall als eher unwahrscheinlich. Vermutet wird, dass der aus Altenberg stammende Lokführer vergessen hat, beim Verlassen des Zuges die Handbremse zu aktivieren und die Garnitur daraufhin ins Rollen gekommen ist. Der 50-Jährige wurde nun auf unbestimmte Zeit dienstfrei gestellt.

    Wie kam man auf die Idee, ausgerechnet den Personenzug im Bahnhof Haiding als "Rammbock" einzusetzen?
    Via Monitoren im Betriebsführungszentrum Linz konnte die herrenlose Fahrt live mitverfolgt werden, die entsprechenden Gegenstrategien wurden von dort in die Wege geleitet. Die Entscheidung fiel auf den Personenzug, weil dieser der herrenlosen Garnitur ein entsprechendes Gegengewicht bieten und die Gefahr einer Entgleisung dadurch gering gehalten werden konnte.

    Bestand für die rund 70 Passagiere irgendeine Gefahr?
    Die Fahrgäste waren zu keiner Zeit gefährdet, es gab bei der Evakuierung auch keinen akuten Zeitdruck.

    Warum kann man bei Zügen nicht so wie bei Autos mit Automatik-Getrieben Sicherungen vorsehen, dass ein Wegfahren erst nach dem Lösen der Handbremse möglich ist?
    Bei der Westbahn, wo man teils andere technische Systeme als bei den ÖBB verwendet, scheint das bei allen Zugsgarnituren der Fall zu sein. Die Westbahn verwendet Federspeicherbremsen. Bei den ÖBB-Garnituren ist das offenbar aus technischen Gründen aber nicht überall möglich.

    Warum kann man nicht mit einer Magnetbremse den Zug automatisch verlangsamen oder aus der Ferne einfach den Strom abschalten?
    Eine Ferneinwirkung auf entrollende Züge ist europaweit aktuell nicht vorgesehen. Eine Stromabschaltung wirkt bei mechanisch rollenden Zügen nicht (Gefälle).

    Wie viele Fälle von entrollten Zügen gab es heuer schon?
    Drei - in Wien, NÖ und jetzt in OÖ. Jährlich werden bundesweit ein bis drei Geisterzüge gemeldet. In OÖ war dieser der erste seit 60 Jahren.
    Quelle: http://www.krone.at/596208

    Nun, wenn ich diese Meldung Richtig interpretiere, dann haben wir auch schon die Antwort bzg. der westbahn Spekulationen über die ÖGEG Budweis Sonderfahrt am 26. 10. ...

  • Hoher Schaden durch Geisterzug

    Bei den Bundesbahnen läuft nach dem spektakulären Stopp eines Geisterzuges im Bahnhof Haiding Montagmittag die Suche nach der Ursache. Der Schaden wird auf mehrere 100.000 Euro geschätzt.

    20 Kilometer lang war der Zug alleine unterwegs - gleichzeitig zählte jede Minute für die Einsatzkräfte und die ÖBB. Als in Linz bemerkt wurde, dass sich die Lok führerlos in Bewegung gesetzt hatten, wurde sofort Alarm geschlagen und die Bahnübergänge der Strecke von Einsatzkräften der Feuerwehr gesichert.
    „Es war keine Zeit für Diskussionen“
    Gleichzeitig musste der Chef der Fahrdienstleiter in Linz eine schwerwiegende Entscheidung treffen: Dass der Geisterzug mit einem anderen Zug gestoppt werden müsse. „Es hat keine andere Möglichkeit gegeben“, so der Pressesprecher der ÖBB, Karl Leitner.
    Der „Prellbock“ war schnell im Bahnhof Haiding gefunden. Doch zuerst mussten auch die darin befindlichen Fahrgäste in Sicherheit gebracht werden. So rasch wie möglich – ohne dabei in Panik zu geraten.
    Gemeinsam mit einem anderen Lokführer wurden die 70 Passagiere über die Notsituation informiert. Sie müssten den Zug sofort verlassen, weil ein anderer auf sie zurast, wurde ihnen erklärt. „Es war wichtig, dass den Fahrgästen die Wahrheit gesagt wird, denn für Diskussionen war keine Zeit.“
    Mehrere 100.000 Euro Schaden
    Der Sachschaden wird auf mehrere 100.000 Euro geschätzt. Ob es sich bei dem Zwischenfall um technisches oder menschliches Versagen handelt, werde derzeit noch untersucht, heißt es seitens der ÖBB.

    ORF OÖ

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Der "Prellbock" (evakuierter Zug 5968/VT 5022) in Had (Gleis 2) wurde vom entrollten Wendezug (für Zug 5906 vorgesehen/Tfz 1144/5 Wagen) um rund 125m verschoben.

    Zug 5968: Lz/10:52 - Sm/12:45

    Zug 5906: Neu/11:40 - Pa/12:25

    Der Wendezug entrollte um 11:12 Uhr in Neu (Gleis 4), die Kollision in Had (Gleis 2) ereignete sich um 11:38 Uhr.

    Betriebsstörungen durch Stress und/oder Unachtsamkeit sind im Zunehmen begriffen: Sifa deaktiviert und Handbremse nicht angezogen und somit 1144 "entlaufen" oder Taurus in Salzburg in die Grube der Drehscheibe gefahren oder Prellbock in der Abstellgruppe in Salzburg überfahren und auf die Zufahrtsstraße geschoben...

    @Federspeicher
    Bei der 10/1116 ist es so umgesetzt, dass für das Aktivieren der Vorheizfunktion am Display, der Hauptschalter eingeschaltet, der Richtungsschalter in "M" verlegt und der Federspeicher angelegt sein muss. Das hat dann auch zur Folge, dass bei aktiviertem Vorheizbetrieb auch bei Richtungsschalter "M" die indirekte Bremse aktivert bleibt, festfrierenden Bremsen bei tiefen Temperaturen entgegenzuwirken. D.h. also, dass die normalerweise nur in der Stellung "V" oder "R" des Richtungsschalters angesteuerten Bremsrechner und die FüBv-Anlage im Vorheizbetrieb auch in "M" wirksam sind und daher in der Stellung "FA" des Bremsstellers die indirekte Bremse gelöst wird - daher die zwingende Abfrage bei der Freigabe der Funktion für das Vorheizen, dass der Federspeicher gesetzt ist.

    Auf der 1142 und 1144 gibt es zwar eine Überwachung "Hand- bzw. Festhaltebremse nicht lose", die aber jeweils nur den Zustand der pneumatischen Festhaltebremse der Lok über einen Druckschalter überwachen, jedoch nicht den Zustand der mechanischen Handbremse und die FüBv der Bauart Oerlikon FV arbeiten unabhängig von der Vorheizautomatik und werden von dieser nicht beeinflusst.

    Einmal editiert, zuletzt von westbahn (2. November 2017 um 08:55)

  • Warum kann man bei Zügen nicht so wie bei Autos mit Automatik-Getrieben Sicherungen vorsehen, dass ein Wegfahren erst nach dem Lösen der Handbremse möglich ist?
    Bei der Westbahn, wo man teils andere technische Systeme als bei den ÖBB verwendet, scheint das bei allen Zugsgarnituren der Fall zu sein. Die Westbahn verwendet Federspeicherbremsen. Bei den ÖBB-Garnituren ist das offenbar aus technischen Gründen aber nicht überall möglich.

    Sie lasen eine Werbeeinschaltung der Westbahn. <X