Keine Interessenten für Bahn-Übernahme...

  • aus der NÖN


    Südliches Waldviertel
    Keine Interessenten für Bahn-Übernahme Abriss-Gegner wollten Transportunternehmen für Trasse motivieren. Weder Zeller noch Loja haben Kaufambitionen.


    Seit acht Jahren steht entlang der Donauuferbahn alles still. Für viele ist der Kampf mit dem Abriss der Brücken nun endgültig verloren.
    | Schweiger

    „Die Wahrscheinlichkeit ist ziemlich gering. Das gebe ich zu“, sagt Josef Baum, Sprecher der Verkehrswende NÖ. Bis zuletzt versuchten Abriss-Gegner der Donauuferbahn mit Demonstrationen und Plänen über Firmen-Investitionen, die Bahn zu retten.

    Wie sich jetzt herausstellte, entsprachen diese Hoffnungsschimmer nur wenig der Wahrheit. Als interessiertes Transportunternehmen wurde die Firma „Zeller Transporte“ aus Oberösterreich genannt. „Ich höre das zum ersten Mal. Wir haben nichts mit der Donauuferbahn zu tun“, betont Geschäftsführer Wolfgang Zeller auf NÖN-Anfrage. Die Firma Loja weiß von einer Firmen-Kooperation auch nichts.

    „Wenn es nicht mehr geht, soll man es lassen“
    „Unser Status hat sich nicht verändert. Wir haben schon vor Jahren bekundet, dass wir Interesse am Bahnerhalt haben. Aber wir als Steinbruch können uns die Instandsetzung und den laufenden Betrieb nie leisten“, sagt Prokurist Johannes Koppler. Die Loja hätte sich damals wie auch heute ein klares Zeichen aus der Politik gewünscht. „Aber die Signale waren nur sehr mager.“ Von möglichen Investoren hörte auch die NÖVOG durch die Verkehrswende NÖ.

    „Wir haben erklärt, dass wir uns gesprächsbereit zeigen, falls ein konkreter Übernahmewunsch kommt. Aber es hat sich niemand gemeldet“, informiert Pressesprecherin Katharina Heider-Fischer. Bis Ende 2019 soll die Auflassung abgeschlossen sein.

    Bei den jüngsten Kundgebungen glänzte die heimische Politik mit Abwesenheit. „Für mich ist es vorbei. Wenn es nicht mehr geht, soll man es lassen“, gibt sich Langzeit-Optimist und Marbachs SP-Bürgermeister Anton Gruber geschlagen.

  • Als interessiertes Transportunternehmen wurde die Firma „Zeller Transporte“ aus Oberösterreich genannt.

    Da dürfte es sich um eine Verwechslung handeln. Die Firma Zeller Transporte aus Ansfelden ist ausschließlich auf Lkw-Transporte fokussiert. Ich kann mir vorstellen, dass die Fa. Zeller Transporttechnik aus Hengsberg in der Steiermark, der die 2143 009 gehört, gemeint ist.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Da dürfte es sich um eine Verwechslung handeln. Die Firma Zeller Transporte aus Ansfelden ist ausschließlich auf Lkw-Transporte fokussiert. Ich kann mir vorstellen, dass die Fa. Zeller Transporttechnik aus Hengsberg in der Steiermark, der die 2143 009 gehört, gemeint ist.

    Ja es handelt sich um die Zeller Transporttechnik.
    Dieser Qualitätsjournalismus haut mich immer wieder vom Sessel...

  • Wahrlich überraschend, dass Loja die komplette Strecke nicht übernehmen will! Genau solche Sachen sind Zuständigkeitsbereich von Land und Bund. Und genau hier könnte sich z.B. auch Herr Hofer wichtig machen, wenn ihm die Verlagerung von Gütern auf die Schiene wirklich ein Anliegen wäre.

    stillgelegt.

  • Das Interesse von Zeller Transporttechnik kann sich bestenfalls auf den Bahnschottertransport ab Loja beziehen, keinesfalls aber auf den Kauf der Trasse. Abgesehen davon, dass es bereits einen Auflassungsbescheid gibt, wäre eine Wiederinbetriebnahme nur nach Investitionen in Millionenhöhe in den in NÖ gelegenen Abschnitt denkbar. Millionen, die das Land NÖ bzw. die NÖVOG mit Sicherheit nicht in die Hand nehmen, um die kolportierten 100.000 t Bahnschotter pro Jahr auf die Schiene zu bringen, und das noch dazu über OÖ. Außerdem müsste das Land NÖ erklären, warum die vor wenigen Wochen abgerissene Eisenbahnbrücke über die Viehtrifter Landesstraße wieder aufgebaut werden soll. Das wäre bei der ohnehin eisenbahnkritisch eingestellten Bevölkerung des betroffenen Landstrichs ein politischer Selbstfaller der Sonderklasse. Dazu kommt noch, dass der Abschnitt Spitz/D. - Grein-Bad Kreuzen nur die Streckenklasse B2 (Radsatzlast 18,0 t, Meterlast 6,4 t/m) aufweist, weshalb die bei den Bahnschottertransporten überwiegend zum Einsatz kommenden Selbstentladewagen der Type Fcs nur mit 23,5 t beladen werden dürfen. Das würde entsprechend lange Züge mit bis zu 30 Wagen (Zuglänge mit Lok ca. 300 m) erfordern, was wiederum Probleme bei Zugkreuzungen mit sich brächte, denn diese wären bei 300m Zuglänge nur in den Bahnhöfen Mauthausen, Schwertberg und Perg möglich. Dazu gesellt sich auch noch die Frage des Triebfahrzeugeinsatzes. Zeller Transportechnik mit ihrer 2143 009 dürfte damit jedenfalls überfordert sein. Stellt sich die Frage, ob 2016er oder Loks ähnlicher Leistung am Gebrauchtmarkt zu haben sind und ob diese ab Grein-Bad Kreuzen Richtung Loja überhaupt zugelassen werden können, denn die Reihe 2016 unterliegt in diesem Abschnitt (speziell auf den noch nicht sanierten Viadukten) starken Geschwindigkeitseinschränkungen.
    Conclusio: Das oben angesprochene Interesse von Zeller Transporttechnik zur Übernahme der Schottertransporte ist bestenfalls ein winziger Hoffnungsschimmer in der Größe eine Glühwürmchens, mehr aber auch nicht.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Was spricht eigentlich gegen das Fahren Richtung Emmersdorf? Da ginge es auch bergab.

    Beim Transportgut aus Loja geht es praktisch ausschließlich um Bahnschotter und da ist Ostösterreich durch das Hartsteinwerk in Limberg an der FJB gut abgedeckt. In der Steiermark gibt es die Hartsteinwerke Breg im Mürztal und die Hartsteinwerke Appel in Mühldorf bei Feldbach. In diese Richtung braucht man den Loja-Bahnschotter auch nicht transportieren. Tirol wird durch die Hartsteinwerke in Kitbühel abgedeckt. Das südliche OÖ. und die Obersteiermark werden durch die Fa. Bernegger in Linzerhaus versorgt. Bleibt der Raum nordwestliches OÖ. und Salzburg und dafür ist der Antransport des Bahnschotters über die Donauuferbahn an sich nur logisch, wenn man bei den Verantwortlichen logisch denken würde.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor