Sommertour durch Wien: Die Vorortelinie

  • Ist das nicht eh die Schleife, die die S45 bis heute nutzt?

    Ja, aber diese musste im Zuge des Baus des Straßenknotens Nußdorf verlegt werden. Die neue Brücke über den Donaukanal und den Schleusenkanal der Schleuse Nußdorf wurde 1978 eröffnet.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Ist das nicht eh die Schleife, die die S45 bis heute nutzt?

    Ja, funktional ist es wohl diese Schleife. Aber

    ... diese musste im Zuge des Baus des Straßenknotens Nußdorf verlegt werden. Die neue Brücke über den Donaukanal und den Schleusenkanal der Schleuse Nußdorf wurde 1978 eröffnet.

    Zugegeben, mir war bis vor Kurzem nicht bewusst, dass die (alte) Vorortelinie bis Brigittenau reichte.
    Nach genauerem Studium der Vorgeschichte der Vorortelinie im Austria-Forum ist anzunehmen, dass die Vorortelinie auf Brigittenauer Seite im Nordwestbahnhof geendet hat.
    Die Vorortelinie sollte doch nach den Planungen von 1870 die "Nordwestbahn mit der Kaiserin-Elisabeth-Bahn" verbinden.
    Eröffnung Penzing - Heiligenstadt: 11.5.1898, bis Brigittenau (Nordwestbahnhof?) drei Wochen später, am 1.6.1898.

    Die Schleife Heiligenstadt - Brigittenau war in den Jahren von ca. 1950 bis zur Verlängerung der S45, zunächst bis zur Floridsdorfer Brücke, ab 12/1996 zur neuen Haltestelle Handelskai, kaum befahren.
    In den frühen 1990er Jahren gab es ein paar wenige Probefahrten mit Publikum von Heiligenstadt bis zur Reichsbrücke.
    Im ersten Zug (4020) auf dieser Strecke war ich dabei. Es war etwas mühsam, da auf der Donauländebahn max. 20 oder 25 km/h möglich waren. Die Fahrt war holprig und dauerte entsprechend lang. Außer mir war nur ein weiterer Passagier und ein (sonst selten gesehener) Zugbegleiter an Bord...
    Frage: Ist der damals einzige weitere Passagier heute etwa ein Besucher oder Mitglied dieses Forums?? ;) Ein Bahn-Interessierter muss es wohl gewesen sein.
    Bei der Reichsbrücke erwartete uns ein provisorisch aufgeschütteter Schotter-Bahnsteig. Die Wegstrecke zum Umstieg auf die U1 war lang und verwinkelt.

    Einmal editiert, zuletzt von Werner (9. August 2020 um 13:16)

  • Zugegeben, mir war bis vor Kurzem nicht bewusst, dass die (alte) Vorortelinie bis Brigittenau reichte.
    Nach genauerem Studium der Vorgeschichte der Vorortelinie im Austria-Forum ist anzunehmen, dass die Vorortelinie auf Brigittenauer Seite im Nordwestbahnhof geendet hat.
    Die Vorortelinie sollte doch nach den Planungen von 1870 die "Nordwestbahn mit der Kaiserin-Elisabeth-Bahn" verbinden.
    Eröffnung Penzing - Heiligenstadt: 11.5.1898, bis Brigittenau (Nordwestbahnhof?) drei Wochen später, am 1.6.1898.

    Wikipedia liefert dazu wesentlich Besseres:
    Ursprünglich nur als Güterverkehrslinie gedacht, wies sie von Beginn an wegen der Jubiläumsausstellung 1898 Personenverkehr bis zur Donauuferbahn Brigittenau-Floridsdorf auf.

    Hier ein Plan mit der Lage: https://schlotforum.files.wordpress.com/2012/05/1200-d…dwerke_0031.jpg

  • Danke @verbindungsbahn für die Bildreportage aus 2006. Dieses Ereignis war mir gar nicht bekannt.
    2006 gab es auch einen würdigen Empfang für den Sonderzug.
    Bei meiner Fahrt in den 1990ern war es ein regulärer S45-Zug (4020) Hütteldorf - Heiligenstadt, der außerfahrplanmäßig bis zur Reichsbrücke weiter geführt wurde.
    Ohne große Werbung, einfach nur so zum Ausloten des Fahrgastpotentials. Daher auch nur zwei Fahrgäste.

    Danke auch @KFNB X für den Plan, der die Lage des Bahnhofs Brigittenau-Floridsdorf zeigt. Sehr interessant.

    Einen Wiener Stadtplan aus 1897 hatte ich vor Jahren in meinen Händen.
    Der zeigte die schon damals geplante und heute ausgeführte Nordbahn-Station Handelskai mit der Verzweigung zur Station Nußdorfer Straße der Stadtbahn-Gürtellinie.
    Die Strecke sollte vom Handelskai durch die Winarskystraße (breiter als normale Straßen angelegt, aber schmäler als der Gürtel) und Wexstraße via Liechtenwerder Platz zur Station Nußdorfer Straße führen. Dazu hätten wohl die Gebäude zwischen Liechtenwerder Platz und Nußdorfer Straße abgerissen werden müssen.
    Letzteres geschah nicht, aber bei der Station Nußdorfer Straße besteht heute noch am nördlichen Ende der Stadtbahnbogen-Ansatz, auf dem diese Verbindung zur Nordbahn hätte gebaut werden sollen.

    Wohlgemerkt: Die ca. 1897 geplante Verbindung vom Handelskai (Nordbahn) zur Nußdorfer Straße (Stadtbahn) sollte einen Straßenzug nördlich der heutigen U6 (Winarskystraße, Wexstraße) verlaufen, dann südlich der heutigen U6-Station Spittelau via Liechtenwerder Platz zur Stadtbahn Nußdorfer Straße. Die heutige U6 nutzt dort einen Teil des alten Verbindungsbogens von der Gürtel- zur Wientalstrecke der Stadtbahn.
    Der vorher genannte Stadtplan aus ca. 1897 ist zu meinem größten Bedauern nicht mehr existent. X(

    Einmal editiert, zuletzt von Werner (10. August 2020 um 23:43)

  • bei der Zahl (584) ist die Haltestelle Jägerstraße des 33ers

    Danke für den interessanten Kartenausschnitt und auch für den Link zu den historischen Karten. Freut mich sehr, diese Spur der projektierten, aber nie so gebauten Stadtbahnstrecke zu sehen.
    Demnach führte die Strecke zwar durch die Winarskystraße, dann aber nicht durch die Wexstraße, sondern exakt über das Areal der heutigen U6-Station Jägerstraße.
    Nach dem verlinkten historischen Plan bog diese Stadtbahn-Verbindungsstrecke in den oben genannten Verbindungsbogen von der Wiental- zur Gürtelstrecke der Stadtbahn ein.
    Und nicht via Liechtenwerder Platz direkt zur Station Nußdorfer Straße.
    Offensichtlich gab es verschiedene Planungsvarianten.
    Stadtplanung ist offenbar ein ständig sich wandelnder Prozess...

  • Ich würde die Strecke bis zur Donau-Marina verlängern, denn entlang der Strecke wurde viel gebaut und da sollte es auch Bedarf geben.