[WL] Dokumentation des Baufortschritts bei U2/U5

  • 500 Mio. für U-Bahn für Porr und STRABAG

    Eine Arbeitsgemeinschaft der Bauunternehmen STRABAG und Porr erhält den Zuschlag für die erste Baustufe des U-Bahn-Ausbaus. Es geht um sieben Kilometer Tunnel für den Streckentausch der U2 sowie vier neue Stationen. Der Auftragswert beträgt fast eine halbe Milliarde Euro.
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    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Die Wiener Linien haben eine umfassende Pressemeldung zur U2-Teilsperre im Rahmen der U2/U5-Bauarbeiten veröffentlicht:

    Montag, 22 März 2021 12:52
    Österreich: Start der Umbauarbeiten für vollautomatische U5 - notwendige U2-Teilsperre

    Ab Ende Mai startet das große U2 Update für die neue, vollautomatische U-Bahn-Linie U5. Die bestehende Linie U2 wird dabei zwischen den Stationen Rathaus und Karlsplatz umfassend modernisiert und auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Gleichzeitig finden tiefgreifende Bauarbeiten für den zukünftigen Öffi-Umsteigeknoten U2xU5 Rathaus und die U5-Station Frankhplatz statt.
    Unter der Landesgerichtsstraße und in der Universitätsstraße beim Schottentor werden neue Streckentunnel an die bestehenden U-Bahn-Bauwerke angeknüpft – für die künftige Streckenführung der U5 zum Frankhplatz und der U2 zum Matzleinsdorfer Platz. Diese umfangreichen und ineinandergreifenden Baumaßnahmen sind bei laufendem Betrieb nicht möglich – ab Ende Mai 2021 bis Herbst 2023 kann die U2 deshalb nur zwischen Seestadt und Schottentor fahren. Für die Dauer der Umbauarbeiten steht für die Fahrgäste ein breites Ersatz- und Zusatzangebot zur Verfügung.
    Ab Montag, den 31. Mai (Betriebsbeginn), fährt die U2 bis Herbst 2023 zwischen den Stationen Seestadt und Schottentor. Öffi-Fahrgäste werden ihre Ziele in der Wiener Innenstadt auch weiterhin gut erreichen. Die U1 wird zu den Hauptverkehrszeiten verstärkt und auch die Linien U3 und die U4 sorgen für gute und schnelle Verbindungen durch die Stadt. Als direkter Ersatz auf der Ringstraße dienen die Straßenbahnlinien D, 1, 2 und 71. Sie bekommen noch Verstärkung durch die neue zusätzliche Straßenbahnlinie U2Z. Damit kommt zu den Spitzenzeiten am Ring jede Minute die nächste Bim. Insgesamt stehen den Fahrgästen auf den Ersatz- und Zusatzlinien pro Tag rund 1,7 Mio. Plätze zur Verfügung.
    Die U2 bekommt ein wichtiges Update
    Ab Ende Mai wird die U2-Strecke zwischen Karlsplatz und Rathaus umfassend modernisiert und bereits für den vollautomatischen Betrieb der neuen Linie U5 vorbereitet. In den Stationen Rathaus, Volkstheater, Museumsquartier und Karlsplatz werden insgesamt 144 Bahnsteigtüren und rund 16.000 Quadratmeter Glasflächen eingebaut. Dazu werden alle Bahnsteigkanten in den Stationen abgetragen und neu errichtet. Zusätzlich erhält die Zugsicherungstechnik der U-Bahn ein Update für den vollautomatischen Betrieb. Im gesamten Abschnitt werden die Gleisanlagen erneuert und insgesamt 4,8 Kilometer Schienen getauscht.
    Aber auch die Anlagen in den Stationen werden auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Insgesamt 6 Aufzüge inkl. der kompletten Aufzugstechnik und Verkabelung sowie 10 Fahrtreppen werden im Zuge der Bauarbeiten bis Herbst 2023 erneuert. Die Beleuchtung in den Stationen wird auf moderne und stromsparende LED-Lampen umgerüstet. Zur besseren Orientierung für sehbehinderte Menschen wird auch ein neues taktiles Leitsystem eingebaut. Mit der Wiederinbetriebnahme der U2 im Herbst 2023 wird Öffi-Fahren damit noch angenehmer und der U-Bahn-Betrieb mit den bereits eingebauten Bahnsteigtüren im Bereich Rathaus bis Karlsplatz noch verlässlicher. Auswirkungen auf den Betrieb durch verlorengegangene Gegenstände auf den Gleisen sind in diesem Bereich damit nicht mehr möglich. Die Zeit der Modernisierung wird auch für die Sanierung der U2-Tunneldecke genutzt, hier kommt es im Sommer 2021 zu temporären Einschränkungen für den Verkehr.
    Neue Tunnelverbindungen bei Schottentor und Frankhplatz
    Die U2 bekommt mit dem Öffi-Ausbau U2xU5 ab Schottentor einen neuen Streckentunnel, der mit der zukünftigen U5 beim Rathaus verknüpft wird. Dafür muss der heutige U2-Tunnel im Bereich der Universitätsstraße aufgebrochen werden. Auch für die neue U5-Station Frankhplatz bei der Landesgerichtsstraße wird baulich an den heutigen U2-Bestandstunnel mittels offener Bauweise angeknüpft. Die U5 wird hier zukünftig zwischen den Gleisen der heutigen U2-Strecke abtauchen und mit dem weiteren Ausbau über den 9. Bezirk weiter bis nach Hernals fahren. Die Fertigstellung der U5 bis zur Station Frankhplatz in rund 20 Metern Tiefe soll bis 2026 erfolgen.
    Betriebsumstellung am Wochenende von Freitag, 28. Mai bis Sonntag, 30. Mai
    Für die Einrichtung des U-Bahn-Betriebes zwischen Seestadt und Schottentor ab Montag, 31. Mai (Betriebsbeginn) müssen in den Tagen davor betriebliche Adaptierungen durchgeführt werden. Von Freitag, 28. Mai (Betriebsbeginn) bis Sonntag, 30. Mai (Betriebsschluss) kann die U2 nur zwischen Seestadt und Praterstern fahren. Die Straßenbahnlinie U2Z fährt an allen drei Tagen zwischen Praterstern und Karlsplatz. Zusätzlich stehen den Fahrgästen die Linien U1, U3, U4, D, 1, 2 und 71 als Alternativen zur Verfügung.
    Ausblick bis zur Fertigstellung der vollautomatischen U5 und der neuen U2
    Nach Fertigstellung des Updates fährt die U2 ab Herbst 2023 wieder durchgehend von Seestadt bis Karlsplatz, inklusive der neuen Bahnsteigtüren in den modernisierten Stationen Rathaus bis Karlsplatz. Die Bauarbeiten für die U5 und die neue U2 laufen dann wieder unabhängig voneinander weiter. Mit der Fertigstellung der ersten vollautomatischen U-Bahn-Linie U5 wird es ab 2026 erstmals einen Mischbetrieb von zwei U-Bahn-Linien in Wien geben. Die U2 und die neue U5 werden sich dann den Streckenabschnitt zwischen Rathaus und Karlsplatz teilen. Während die Züge der U5 bis Frankhplatz fahren, bringen die Züge der U2 die Fahrgäste bis in die Seestadt. Mit Fertigstellung der U2 bis Matzleinsdorfer Platz 2028 bekommt die U2 ab Schottentor einen neuen Streckentunnel und fährt dann ab der Knotenstation Rathaus über die Neubaugasse, Pilgramgasse, Reinprechtsdorfer Straße bis zur neuen Endstation Matzleinsdorfer Platz. Ab dann wird die Strecke zwischen Karlsplatz und Frankhplatz ausschließlich von der neuen, vollautomatischen U5 bedient.
    Pressemeldung Wiener Linien

    https://www.lok-report.de/news/europa/it…teilsperre.html

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Nach Fertigstellung des Updates fährt die U2 ab Herbst 2023 wieder durchgehend von Seestadt bis Karlsplatz, inklusive der neuen Bahnsteigtüren in den modernisierten Stationen Rathaus bis Karlsplatz. Die Bauarbeiten für die U5 und die neue U2 laufen dann wieder unabhängig voneinander weiter. Mit der Fertigstellung der ersten vollautomatischen U-Bahn-Linie U5 wird es ab 2026 erstmals einen Mischbetrieb von zwei U-Bahn-Linien in Wien geben. Die U2 und die neue U5 werden sich dann den Streckenabschnitt zwischen Rathaus und Karlsplatz teilen. Während die Züge der U5 bis Frankhplatz fahren, bringen die Züge der U2 die Fahrgäste bis in die Seestadt.

    Ist mir nicht ganz zugänglich! Wie geht sich das Intervallmäßig aus und fahren alte und automatische Garnituren auf derselben Strecke?

    Eine andere Frage die schon ab Mai aktuell ist : Wenn dann der Ring wegen Demonstrationen gesperrt ist muss man vom Schottentor zur Oper zu Fuß gehen?

  • Ist mir nicht ganz zugänglich! Wie geht sich das Intervallmäßig aus und fahren alte und automatische Garnituren auf derselben Strecke?

    Zumindest ist es so vorgesehen. Ich bin da auch skeptisch, dass das funktioniert, denn ich erinnere an Desaster der U2/U4 vor 40 Jahren. Nach wenigen Wochen war der Spuk vorbei und seither haben es die Wiener Linien nicht mehr gewagt, zwei U-Bahn-Linien auf einer Strecke zu überlagern. Auf Wikipedia heißt es zum U2/U4-Desaster:

    Am 30. August 1980 wurde die U2 zwischen Karlsplatz und Schottenring eröffnet. Etwa ein Jahr später versuchten die Wiener Verkehrsbetriebe mit den fertiggestellten Linien U2 und U4 einen U-Bahn-Ring um die Innenstadt zu legen (Linie U2/U4). Diese Züge sollten von der Station Karlsplatz über den Schottenring und die U4-Strecke zum Karlsplatz zurück und bis zur Station Hietzing der U4 geführt werden. Aufgrund betrieblicher Probleme, die zu massiven Verspätungen, auch auf der U4, führten, wurde der Testbetrieb schon nach kurzer Zeit wieder eingestellt.

    Eine andere Frage die schon ab Mai aktuell ist : Wenn dann der Ring wegen Demonstrationen gesperrt ist muss man vom Schottentor zur Oper zu Fuß gehen?

    Man wird nicht darum herumkommen, Demonstrationen auf dem Ring zu verbieten.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Ich kenne keine Baupläne: Dafür müsste auch der alte Tunnel vom Schottentor durch die Reichratsstraße zum Rathaus erhalten bleiben - muss es eigentlich auch um die U5 mit einer Remise zu verbinden!

  • Man wird nicht darum herumkommen, Demonstrationen auf dem Ring zu verbieten.

    Kann man nur hoffen und nicht wie derzeit, dass immer wieder die Ringlinien wegen Fun-Veranstaltungen jeglicher Art gesperrt sind und die U2 nicht mehr als Alternative verfügbar ist.
    Schon sehr seltsam, dass auch die FFF die Bims am Ring blockieren und somit die umweltbewussten Öffi-Nutzer verärgern!
    FFF hat für mich jedenfalls eine andere Bedeutung!

  • Der umweltbewusste Öffi-Nutzer möge an der FFF Demonstration teilnehmen!

    Bei Fridays For Fun nehme ich sicher nicht teil und blockiere sicher an einem Freitag Nachmittag auch keine TRAM-Linien.
    Schon gar nicht in Zeiten einer Pandemie!
    Und ja, damals als die Greta in Wien war, habe ich es tatsächlich erlebt, wie eine Mutter ihre Kinder am Ring aus dem SUV aussteigen ließ, damit sie nicht so weit zum Demonstrieren gehen mussten.
    Gibt in Wien genug andere Orte, wo man derartige Happenings veranstalten kann, egal ob für Klimaschutz oder gegen Corona-Maßnahmen.

  • Man könnte die Demonstration sicher auch so organisieren das die Straßenbahn trotzdem fahren kann. Die großflächige Einstellung ist halt einfacher und heutzutage muss man immer die extra Meile gehen das ja nichts passieren kann - was auch immer das Risiko hier sein soll.

    You, who are indifferent to the misery of others, it is not fitting that they should call you a human being. ~ Saadi Shirazi

  • Dafür müsste auch der alte Tunnel vom Schottentor durch die Reichratsstraße zum Rathaus erhalten bleiben - muss es eigentlich auch um die U5 mit einer Remise zu verbinden!

    (Fast) richtig. Die bestehende U2-Strecke von der Station Rathaus zur Station Schottentor/Universität wurde seinerzeit in offener Bauweise, unter der Landesgerichtsstraße und in einem relativ engen Bogen zur Universitätsstraße, relativ nahe an der Oberfläche gebaut. Das war die Verlängerung des "Ustrab" (Unterpflasterstraßenbahn)-Tunnels der 2er-Linie (Straßenbahnen E2, G2, H2).
    Gleis 2 der U2 unterquert das Eckhaus Landesgerichtsstraße-Universitätsstraße knapp unter dem Kellergeschoß.

    Kurz nach Inbetriebnahme der U2 (laut WienGeschichteWiki am 30. August 1980) gab es heftige Proteste der Bewohner und auch der Büro-Mitarbeiter aus diesem Eckhaus, weil der Lärm (die Fahrgeräusche) der U2-Garnituren einfach zu laut (unerträglich) war.
    Ein paar Wochen (Monate?) später wurde die U2 vorübergehend eingestellt und unter den Gleisen wurden in diesem Abschnitt besondere Dämm-Materialien eingebaut.

    Dieser Bogen und diese Linienführung erschienen mir schon während des Baues extrem ungünstig. Aber entweder gab es damals noch nicht die heute verfügbaren Tunnelbohrmaschinen, oder man hat es einfach nicht gewagt, einen Tunnel unter dem ehrwürdigen Universitätsgebäude zu graben. Wie dem auch sei, die Strecke wurde so gebaut und die U2-Garituren fahren heute auf dieser kurvigen Strecke in einem gar nicht U-Bahn-würdigen Tempo.
    Die neue Linienführung der U2 ist auf obigem Plan, entnommen der Open RailwayMap, strichliert eingezeichnet. Ich gehe davon aus, dass diese Tunnels um Einiges tiefer als die U2-Bestandsstrecke gegraben werden, auch um Erschütterungen in den darüber liegenden Gebäuden, auch dem Universitätsgebäude, zu vermeiden. Auch sollten dort normale U-Bahn-Geschwindigkeiten (80 km/h) möglich sein.
    Der bestehende U2-Tunnel in der Landesgerichts- und Universitätsstraße bleibt wohl bestehen, um die künftige U5-Strecke mit dem übrigen U-Bahn-Netz zu verbinden.
    Und nach dem obigen Plan ist wohl keine Verbindung von der neuen zur alten U2 (und künftigen U5)-Strecke im Bereich der Station Rathaus geplant.

    Noch etwas:
    Die neue U2-Strecke vom Rathaus bis zur Station Neubaugasse erscheint mir relativ lang:

    Nach diesem Plan beträgt die Luftlinie zwischen den beiden Stationen ca. 1 km. Das ist für U-Bahnen im innerstädtischen Bereich relativ weit.
    Die etwa parallel verlaufende U2-Bestandsstrecke hat zwischen Josefstädterstraße (Station Rathaus) und Mariahilferstraße (Station Museumsquartier) eine Zwischenstation: Volkstheater.
    Die am Gürtel verkehrende U6 hat zwischen Josefstädter Straße und Mariahilferstraße (Westbahnhof) sogar zwei Zwischenstationen: Thaliastraße und Burggasse-Stadthalle.
    Warum gönnt man der neuen U2 keine Zwischenstation auf der Strecke vom Rathaus zur Neubaugasse? Der Bereich Neustiftgasse / Burggasse erschiene mir dazu prädestiniert.

    Einmal editiert, zuletzt von Werner (24. März 2021 um 12:58)