Neue Bim-Linie 12 vereint zwei Bezirke

  • Im Bezirksblatt Brigittenau steht diese Woche ein Artikel über die geplante neue Linie 12.

    So wirklich fix dürfte es aber doch nicht sein, denn das was für die Grüne Bezirksvorsteherin der Leopoldstadt gut ist, ist es für deren SPÖ-Nachfolger noch lange nicht...


  • Dass die SPÖ gegen Straßenbahnen und für PKWs (versteckt unter "Einschränkungen für die Anrainer"*) ist, überrascht uns jetzt nicht. Ich glaube aber nicht, dass sie da mit den NEOS einen leichteren "Gegner" haben.

    *) Für den durchschnittlichen Wiener SPÖler ist es wohl undenkbar, dass ein Anrainer von einem Grüngleis mehr hat, also von einem Parkplatz.

  • Dass die SPÖ gegen Straßenbahnen und für PKWs (versteckt unter "Einschränkungen für die Anrainer"*) ist, überrascht uns jetzt nicht.

    Eh klar, dass der bisher als Busfahrer tätige designierte Bezirksvorsteher Alexander Nikolai ein distanziertes Verhältnis zur Tramway hat. :D

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Dass die SPÖ gegen Straßenbahnen und für PKWs (versteckt unter "Einschränkungen für die Anrainer"*) ist, überrascht uns jetzt nicht.

    Ich kann im Artikel nicht erkennen, dass man gegen eine weitere Verbindung ist sondern nur gegen die geplante Strecke.
    Und ich glaube auch nicht, dass die SPÖ gegen Straßenbahnen ist, wenn man beispielsweise die Verlängerungen der Linie D oder O betrachtet.

  • Zitat

    "Der Mehrwert für das Grätzel ist fraglich, vor allem, wenn man die Kosten des Trassenbaus und die damit verbundenen Einschränkungen für die Anrainer gegenrechnet"

    Der Mehrwert für das Grätzel ist fraglich ..... wer profitiert schon davon, wenn sein Grätzel per Straßenbahn an 2 U-Bahnlinien und die Stammstrecke angeschlossen wird?
    wenn man die Kosten des Trassenbaus .... ein klassisches Bus-Argument
    die damit verbundenen Einschränkungen für die Anrainer .... ja keine Einschränkungen für den MIV

    Für mich ist das recht eindeutig gegen Straßenbahnen gerichtet. Jetzt möchte er Anfangen Alternativen prüfen zu lassen? Der 12er ist zumindest seit 2017 in Planung (medial in dem Verlauf erwähnt), 2018 kam die Machbarkeitsstudie. Einzig die Verbindung Vorgartenstraße - Messe ist weggefallen.


    Und ich glaube auch nicht, dass die SPÖ gegen Straßenbahnen ist, wenn man beispielsweise die Verlängerungen der Linie D oder O betrachtet.

    In Wien werden kaum Straßenbahnen gebaut. Und da die Grünen öffentlich für Straßenbahnen auftreten, kann es in meinen Augen nur die SPÖ sein, die bremst. Von ihr hört man ja auch regelmäßig Kritik wie oben. Leider habe ich kein Diagramm bei der Hand, konkrete Zahlen:
    2013: 225,0 km Straßenbahnnetz https://www.wienerlinien.at/media/files/20…2013_125616.pdf
    2019: 225,4 km Straßenbahnnetz https://www.wienerlinien.at/media/files/20…tsch_358274.pdf
    In den letzten 20 Jahren wurde der 26er, der D und jetzt der O verlängert. Das ist nicht viel!

  • Ganz glücklich mit der künftigen Führung der Linie 12 durch die Vorgartenstraße bin ich auch nicht, denn ich glaube, dass eine Reaktivierung der Linie 11 in der Engerthstraße für den ÖV zwischen 2. und 20. Bezirk die beste Lösung wäre und da würde es sich als Ergänzung anbieten, die Linie O von der bisherigen Endstelle in der Bruno Marek-Allee über Taborstraße, Weschelstraße und Engerthstraße bis zum Friedrich Engels-Platz zu verlängern und die Linie 12 über Taborstraße, Weschelstraße und Engertstraße zur U-Bahnstation Vorgartenstraße zu führen. Dadurch könnten die in den HVZ ständig überfüllten, unpünktlichen und unbeliebten Buslinen 11A und B zwischen Friedrich Engels-Platz und U1 aufgelassen werden.

    Ich bin aber auch Realist genug, um zu wissen, dass diese Lösung kaum bis keine Chance auf Realisierung hat, weil die Zeit der Straßenbahnlinien ohne eigenen Gleiskörper vorbei ist und Weschelstraße und Engerthstraße für einen eigenen Gleiskörper zu schmal sind. Deshalb ist auch die Führung der Linie 12 durch die Vorgartenstraße aus meiner Sicht zwar nicht die beste, dafür aber die realisierbare Lösung, da man bei der Bebauung entlang der Straße auf einen entsprechend großen Abstand bei den Straßen- und Baufluchtlinien geachtet hat.

    Untenstehende Fotos von heute Nachmittag sollen meine Aussagen belegen.

    Blick von der Kreuzung Taborstraße/Weschelstraße mit der Vorgartenstraße in die Vorgartenstraße in Richtung U1-Station Vorgartenstraße bei der Reichsbrücke. Die Straße ist ausreichend breit für die Aufnahme von Rasengleisen. Fahrgastpotential gibt es hier auch genug. Rechts ein großes Studentenheim, links ein Senioren- und Pflegeheim, 200 m weiter vorne links in der ehemaligen und denkmalgeschützten Vorgartengarage ein Einkaufsmarkt:

    Auch die Taborstraße ist breit genug angelegt, um Rasengleise aufzunehmen. Im Hintergrund die O-Endstelle in der Bruno Marek-Allee mit einem kaum erkennbaren kurzen Ulf:

    Hingegen ist die in Richtung Engerthstraße führende Weschelstraße für die Aufnahme von Straßenbahngleisen zu schmal. Außerdem wäre das Opfern der Alleebäume für die Bevölkerung ein absolutes No Go. Ebenso verhält es sich in der Engerthstraße:
    Fotos: dr. bahnsinn, aufgenommen am 1. 11. 2020.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Ich bin mir ja nicht sicher, ob das Wegfallen von Parkplätzen nicht noch größeren Unmut hervorruifen würde...

    Das hat der designierte Bezirksvorsteher oben schon angeschnitten, ich brauchte das offensichtliche Gegenargument daher gar nicht mehr erwähnen, auch wenn es sich konkret nicht auf die Weschelstraße bezog. Aber der Wegfall von Parkplätzen ist in allen Bezirken Wiens ein Totschläger für alternative Verkehrsprojekte zum MIV, seien es Rad-/Fußwege oder der Ausbau des ÖV etc.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Im ersten Post ist auch klar und deutlich zu erkennen, dass die neue Linie 12 geradewegs durchs Nordwestbahnviertel führen soll. Ich persönlich glaube eher nicht, dass man mit der gesamten Strecke bis 2023, u.a. aufgrund der derzeitigen Situation, fertig wird.
    Außerdem gibt es noch ein wenig Verschubbetrieb am Nordwestbahnhof; erst vor nicht allzu langer Zeit konnte ich eine Baureihe 2070 dort rangieren sehen. Das Gelände gehört - im Gegensatz zum Nordbahnhof - offensichtlich noch den ÖBB.