Express-Züge auf Abwegen

  • Ich bin mir nicht sicher, wie genau die Daten im NÖ Atlas sind, aber zumindest dort scheint es den ein oder anderen kurzen Anstieg zu geben. z.B. am westlichen Ende von Granz oder von Persenbeug durch den Tunnel ... aber ich komme da nirgends über ~10 Promille. Auch bei der Donaubrücke scheint es nicht mehr zu sein.

  • Zurück zum Thema:
    Ich kann mich erinnern, dass der damalige EC 101 (Prag - Ljubljana) mal über das Salzkammergut umgeleitet wurde. Muss irgendwann Ende der 2000er-Jahre gewesen sein. Grund war, dass in Nettingsdorf ein LKW auf einer EK die Oberleitung runtergerissen hat. Gesäuse war baustellenbedingt ebenfalls gesperrt.

  • Ich glaube es wird aktuell keine Verbindung mehr für so wichtig gehalten, dass man im Störungsfall großartig umleitet. Das übernimmt dann halt der SEV.

    Mag sein, dass man im PV-Management das jetzt so sieht.
    Im Jahr 2016 war das noch anders. Nach der Gabelfahrt Korrektur: Zweiwegefahrt in Vöcklabruck am 25.5.2016, siehe hier:

    Railjet-Züge werden teilweise zwischen Linz und Salzburg über die Pyhrnbahn umgeleitet, die Reisezeit verlängert sich dadurch um voraussichtlich 180 Minuten.

    Das war offenbar ein Zitat aus der ÖBB-Streckeninfo.
    Ich war zufällig an dem Tag mit der Westbahn unterwegs. Morgens gen Salzburg ca. eine halbe Stunde vor der GabelKorrektur: Zweiwegefahrt. Abends gen Wien mit Schienenersatzverkehr Vöcklabruck - Attnag-Puchheim.
    In Vöcklabruck stand damals ungewöhnlicherweise ein Talent auf dem Abstellgleis in Richtung Attnang. Offensichtlich der am Morgen verunfallte Zug.
    In Attnang Puchheim stand wieder eine Westbahn und mindestens ein Railjet bereit zur Fahrt gen Linz/Wien.

    Nebenbei: In der Westbahn wurden damals entgegen allen Gepflogenheiten auf der Strecke Salzburg-Vöcklabruck auch ÖBB-Tickets anerkannt. :thumbup:

    Leider sind mir keine Umleitungs-Fotos von damals bekannt. Aber der Umweg von drei Stunden Dauer für die Railjets war schon heftig.

    2 Mal editiert, zuletzt von Werner (25. November 2020 um 23:49)

  • Ich glaube mal gehört zu haben, dass solche Werte auf einem ganz kurzen Stück bei der Ausfahrt aus St. Nikola Richtung Grein erreicht werden.

    Wieder unter der Voraussetzung, dass die Daten vom NÖ Atlas stimmen, komme ich dort auf gut 10 Promille (In Struden liegt die Bahn etwas höher - gut 250 - als davor und danch). Vielleicht sind es die genannten 12 %o. Mehr kann ich dort leider auch nicht finden.

  • Ich glaube mal gehört zu haben, dass solche Werte auf einem ganz kurzen Stück bei der Ausfahrt aus St. Nikola Richtung Grein erreicht werden.

    Definitiv nicht. Ab der Ausfahrt aus St. Nikola steigt die Strecke gleichmäßig auf ca. 1 km bis auf Höhe von Struden um ca. 7 - 8 m (von Seehöhe 244 auf 251/252 m), das ergibt die von mir oben schon erwähnten 7 -8 ‰.

    Als Beweis ein Foto, das die Ausfahrt aus St. Nikola-Struden, aufgenommen im Jahr 1913, zeigt. Von 22 ‰ kann hier keine Rede sein:
    Colorierte Postkarte aus dem Jahr 1913. Sammlung dr. bahnsinn.

    Übrigens ist mir gerade eine Idee gekommen, wo die ominösen 22 ‰ sein könnten und zwar dort, wo sie niemand vermutet. Dazu aber später, denn ich habe von meiner Frau soeben einen Ordnungsruf eingefangen: der Nachmittagsspaziergang ruft! :D

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Übrigens ist mir gerade eine Idee gekommen, wo die ominösen 22 ‰ sein könnten und zwar dort, wo sie niemand vermutet.

    Ich habe da noch einmal recherchiert und glaube, dass ich auf der richtigen Spur bin. Bekanntlich wurde der Abschnitt Mauthausen - Grein-Bad Kreuzen nach den Richtlinien für den Bau von Lokalbahnen errichtet. Das hieß vor allem Verzicht auf hohen Materialaufwand, z. B. bei Dammschüttungen. Deshalb wurde u. a. auch zwischen den Bahnhöfen Arbing und Baumgartenberg die schnurgerade verlaufende Trasse ins natürliche Gelände verlegt, obwohl die im rechten Winkel auf die Bahntrasse zulaufenden, aus dem Hügelland kommenden Bachläufe auf Grund des mitgeführten Geschiebes mittlerweile an die 1,5 - 2 m über dem dem umliegenden Gelände verlaufen. Da die Bahntrasse über die Bachläufe drüber muss und man bei den Durchlässen mindestens 1 m drauflegen muss, ergeben sich für die Bahntrasse aus dem natürlichen Gelände relativ kurze, aber steile Anstiege. Besonders auffällig ist diese Berg- und Talfahrt zwischen der auf dem ÖK 50-Ausschnitt unten zu sehenden Höhenkotierung 241 (m) und der östlich davon gelegenen Ek sowie Bachlauf mit Durchlass. Von der Höhenkotierung 241 fällt die Bahn rasch auf 238 m ab, steigt bis zur Ek und zum Durchlass wieder auf 239 an, um danach wieder auf 236 m abzufallen. Auch auf dem von mir gemachten Foto aus dem Führerstand des Cityjet eco 4746 049 ist der Anstieg zur oben beschriebenen Ek und zum Bachlauf gut zu erkennen. Ebenso die Tatsache, dass dahinter die Trasse Richtung Baumgartenberg gleich wieder abfällt. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich dort die ominösen 22 ‰ verstecken.

    Hier der Kartenausschnitt aus der ÖK 50:

    Und hier die Sicht aus dem Führerstand des 4746 049, aus dem sich die Berg- und Talfahrt im brettlebenen Machland ganz gut nachvollziehen lässt:

    Foto: dr. bahnsinn, aufgenommen am 17. 10. 2019 bei der Premierenfahrt des Cityjet eco auf der Donauuferbahn.


    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Hab mit DORIS ein Geländeprofil erstellt und mir auch die Höhenschichtlinien (1 m) angesehen. Selbst dort braucht es für einen Höhenmeter 100 Meter oder mehr (==> <10 %o).

    Wenn man vom Bahnhof Grein zum Greinmühlbach-Viadukt fährt, gibt es einen Anstieg über mehrere Meter. Aus den Höhenschichtlinien lassen sich rund 11 %o messen.


    In der regiowiki gibt es einen guten Artikel zur Localbahn Mauthausen - Grein. In ihr ist von 10 Promille die Rede und da der Artikel gut recherchiert klingt, glaube ich nicht, dort 22 Promille zu finden. Vielleicht ist dies tatsächlich nur ein (mehrfach kopierter) Tippfehler.

  • Express-Züge auf Abwegen vs Thread auf Abwegen :D

    Ich finde die Bezeichnungen "Citybahn" und "Localbahn" irgendwie befremdend.
    Was ist schlecht an "Stadtbahn" und "Lokalbahn"?

  • Der Artikel orientiert sich an der 'Actiengesellschaft' welche die Bahn gebaut hat: 'Localbahn Mauthausen-Grein'

    Erst 1902 wurde die Schreibweise vieler Fremdwörter auch mit 'k' üblicher. Davor war es die Locomotive, Actie, Capital, Localbahn,...