Die Summerauerbahn

  • Hab heute beim Aufräumen ein interessantes Blatt Papier gefunden:

    Ein Original-Abfahrtsplan des Bahnhofes Summerau aus der Fahrplanperiode 1997/98. Das brachte mich auf die Idee, euch mit einem eigenen Thread auf eine Reise durch die Fahrplangeschichte zumindest der letzten 30 Jahre meiner Heimstrecke mitzunehmen. Ich möchte auch einige Blicke auf die tschechische Seite der Strecke werfen.

    Am obigen Fahrplan sind natürlich die beiden saisonalen Nacht-Schnellzüge nach Venedig und Rimini am erwähnenswertesten. Letzterer führte sogar Kurswagen nach Pula und Koper.
    Dazu kamen noch zwei D-Zug-Paare zwischen Prag und Summerau, die je nach Saison bis Linz Hbf verlängert wurden. Im "kleinen Grenzverkehr" gab es ebenfalls zwei Zugpaare zwischen Budweis und Summerau.

    In den nächsten Tagen möchte ich euch noch weitere Fahrplanperioden näherbringen, und das vielleicht auch mit Fotos und Zugbildeplänen untermalen.

  • Sehr interessant, danke fürs Einstellen. Ich kann auch mit Fahrplänen dienen, konkret aus den Jahren 1928, 1943 und 1948. Der Fahrplan aus dem Jahr 1948 ist leider bei einer Übersiedlung in Verstoß geraten. Falls Interesse besteht, werde ich die Fahrplanbilder hier reinstellen.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Schauen wir uns zunächst die Fahrplanperiode vor dem NAT91 an, nämlich 1990/91:

    Damals gab es zwei tägliche D-Zug-Paare zwischen Budweis und Linz:

    Wobei der D 474 eine direkte Kuswagenverbindung nach Prag darstellte, aus heutiger Sicht allerdings relativ umständlich: Ab Budweis verkehrte die Kurswagengruppe als D 1276 bis Veselí nad Lužnicí, wo sie an die Spitze des D 276 (Gmünd NÖ - Prag) überging. Dieser D 276 führte übrigens seinerseits ebenfalls Kurswagen aus Wien (D578/E678) nach Prag und Berlin-Lichtenberg (ab Prag im IEx 72 "Metropol").
    Im österreichischen Abschnitt hielten diese D-Züge nur in Summerau und Freistadt. Pregarten war damals kein Schnellzughalt.

    Eine weitere interessante Verbindung war der D 1277, welcher Donnerstags bis Samstags bis 29.9. und Samstags ab 5.10. von Prag nach Summerau verkehrte. An seinen Verkehrstagen beförderte er eine Kurswagengruppe, die ab Summerau als R 3803 weiter nach Linz Hbf fuhr.

    Ausgangs und Endbahnhöfe von Regionalzügen waren damals neben Summerau auch Freistadt, Kefermarkt, Pregarten, Lungitz, Steyregg und Franckstraße. Interessant erscheinen heutzutage auch einige "exotische" Durchbindungen: So verkehrte beispielsweise werktags außer Samstag der R 3300 von Lungitz nach Passau, der R 3909 von Steyregg nach Selzthal, der R 3022 von Lungitz nach Attnang-Puchheim und der R 3917 von Summerau nach Rohr. Freitags wenn Werktag gab es auch einen R 3933 von Steyregg nach Kirchdorf/K. Die Regionalzüge von und nach Linz-Franckstraße waren allesamt in Richtung Pyhrnbahn durchgebunden. Außerdem gab es am Morgen den R 3914 von Kirchdorf/K. nach Pregarten.

    Soweit zum Jahr 90/91. Das nächste mal machen wir einen Sprung über die Grenze und widmen uns der letzten Fahrplanperiode der ČSD.

  • Hier kommt der Sommerfahrplan 1928, gültig vom 15. Mai bis 6. Oktober für die Summerauer Bahn (Fahrplanbild 24a). Das Fahrplanbild reichte von Linz bis Prag. Auch damals gab es zwei Schnellzugpaare. Das tagsüber saisonal vom 15. Juni bis 15. September verkehrende Zugpaar D 221222 führte Kurswagen von/nach Rimini und Grado, das Nachtzugpaar D 217/218 mit Schlafwagen hatte Kurswagen von/nach Split, Triest, Grado, Rom und Klagenfurt. Auf tschechischer Seite hatten die Züge die Zugnummern S 21/22 (Tagzug) und S 17/18 (Nachtzug). 
    Von besonderem Interesse ist das Triebwagen-Zugpaar T 1042/1044/1043 zwischen Linz und Prägarten bzw. Gaisbach-Wartberg. Es wäre interessant, herauszufinden, welche Tw-Reihe hier im Einsatz war:

    • Linz - Prag

    • Prag - Linz:



    Quelle: Fahrplan der österreichischen Bahnen, Sommerfahrplan 1928 - Nachdruck 1988, Verlag Josef Otto Slezak, Wien.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Hier kommt der Sommerfahrplan 1928, gültig vom 15. Mai bis 6. Oktober für die Summerauer Bahn (Fahrplanbild 24a). Das Fahrplanbild reichte von Linz bis Prag. Auch damals gab es zwei Schnellzugpaare. Das tagsüber saisonal vom 15. Juni bis 15. September verkehrende Zugpaar D 221222 führte Kurswagen von/nach Rimini und Grado, das Nachtzugpaar D 217/218 mit Schlafwagen hatte Kurswagen von/nach Split, Triest, Grado, Rom und Klagenfurt. Auf tschechischer Seite hatten die Züge die Zugnummern S 21/22 (Tagzug) und S 17/18 (Nachtzug). 
    Von besonderem Interesse ist das Triebwagen-Zugpaar T 1042/1044/1043 zwischen Linz und Prägarten bzw. Gaisbach-Wartberg. Es wäre interessant, herauszufinden, welche Tw-Reihe hier im Einsatz war:

    • Linz - Prag

    • Prag - Linz:



    Quelle: Fahrplan der österreichischen Bahnen, Sommerfahrplan 1928 - Nachdruck 1988, Verlag Josef Otto Slezak, Wien.

    Ob die Bahnhöfe in der CSR damals wirklich zT keine tschechischen Namen hatten? Oder ist das ein politisches Statement des österreichischen Fahrplanverlags? (Wobei mir schon klar ist, dass die Randgebiete damals ganz mehrheitlich deutschsprachig waren.)

  • Ob die Bahnhöfe in der CSR damals wirklich zT keine tschechischen Namen hatten? Oder ist das ein politisches Statement des österreichischen Fahrplanverlags? (Wobei mir schon klar ist, dass die Randgebiete damals ganz mehrheitlich deutschsprachig waren.)

    Die hatten sicher schon ihre tschechischen Namen. Immerhin lag die Strecke ja damals schon in unterschiedlichen Staaten und die Betriebsführung oblag den jeweiligen Bahnverwaltungen. Ich glaube eher, dass dieses Fahrplanbild mit den alt-österreichischen Namen auch für die deutschsprachige Bevölkerung der ČSR gedruckt wurde. Sozusagen als Service und wahrscheinlich weniger als Statement ...

    Auf alle Fälle danke für's Einstellen! Ich finde das extrem interessant!!