[ST] Ausflug ins Bergbaumuseum in Fohnsdorf

  • Vor etwa zwei Wochen war ich im Bergbaumuseum in Fohnsdorf. Ich genoss sogar eine "Privatführung", als einziger Gast... Was aber nicht am Museum liegt, sondern wohl am etwas unsicheren Wetter lag, bzw. an den grad ganz frisch erfolgten Lockerungen...

    Wikipedia sagt dazu:
    Der Bergbau Fohnsdorf ist ein ehemaliger Braunkohlebergbau in der steirischen Gemeinde Fohnsdorf, dessen Wodzicki-Schacht mit Stollen bis zu einer Tiefe von knapp 1200 Meter der tiefste Braunkohlebergbau der Welt war. Der Abbau fand von 1670 bis zur Schließung des Bergbaus 1978 statt.


    Das Museum wird von einem Verein geführt, der Herr, der mich herumführte hatte früher selber im Bergwerk gearbeitet und wusste viele Geschichten zu erzählen - ein Besuch ist echt ein Erlebnis!

    https://www.bergbaumuseum-fohnsdorf.at/

    Von Judenburg kommt man sogar recht passabel mit dem Bus hin, man sollte aber ein Navi dabei haben, weil anstelle der Haltestellenanzeige im Bus schlichtweg immer nur "Judenburg" oder "Fohnsdorf" steht, und da gibts viele Haltestellen... Darum gibts auch kein Foto der beiden Feldbahnloren an der Hauptstraße (nähe Schwimmbad), so schnell hab ichs nicht umderschaltet...

    Es gibt aber weit spezielleres neben dem Gleis zu entdecken:

    Am Weg von der Dorfmitte zum Museum, bei der Turmöl-Tankstelle, steht dieses interessante Fahrzeug, wohl eine Art Winde:


    Nach ein paar Minuten erreicht man das Museum:


    Vor dem Museum steht die älteste Dampfspeicherlok Österreichs (Baujahr 1889):


    Dieses hier ist die allerletzte Lore, die aus dem Schacht gezogen wurde. Die zweite "Kabine" ist in knapp 735 Metern Tiefe verblieben, der Schacht wurde verfüllt.




    Ja, und so wurde das früher gemacht. Auch auf Gleisen!


  • Danke für den Bericht. Das letzte Bild erinnert mich ein wenig an "Bei den sieben Zwergen hinter den sieben Bergen...." :D
    Wurde auch darüber berichtet, dass in der 100 m hohen Abraumhalde seit Jahrzehnten ein Brand wütet? Siehe hier.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Danke für den Bericht.

    Dem schließe ich mich an!

    Wurde auch darüber berichtet, dass in der 100 m hohen Abraumhalde seit Jahrzehnten ein Brand wütet? Siehe hier.

    Wiedermal etwas wo ich ja keine Ahnung davon hatte und das Forum meinen Horizont erweitert hat! :thumbup:

    You, who are indifferent to the misery of others, it is not fitting that they should call you a human being. ~ Saadi Shirazi

  • Von der Explosion wurde berichtet, auch eine Lok ist damals abgestürzt, da gibts im Museum sogar ein Foto davon. Ich habs aber wirklich nicht übers Herz gebracht, den Herrn, der mir das alles gezeigt hat zu fragen, ob ich genau dieses Bild abfotografieren darf...

    Dass es in der Halde immer noch glost hat er nicht erzählt. Direkt hinterm Förderturm ist aber eine Firma, die die Schlacke "abbaut" und verkauft, z.B. als Belag für Tennisplätze, da könnte es ja durchaus passieren, dass die die Glutnester irgendwann freilegen...

  • Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, gab es vor etwa 40 Jahren eine mehrtägige Unterbrechung der Südbahn in der Steiermark.
    Grund:
    Der Bahndamm war aus Schlacke aufgeschüttet worden und der darin vor sich hin glosende Brand plötzlich aktiv geworden.

  • Ich habe ein wenig auf "anno" rumgesucht, hätte über dieses Unglück aber nichts gefunden. Vielleicht wurde kriegsbedingt nicht viel dazu geschrieben?

    Ganz ohne dürften solche Schlackehalden aber echt nicht sein, siehe diesen Kronenzeitung-Artikel vom 16. Februar 1943:

  • Wiedermal etwas wo ich ja keine Ahnung davon hatte und das Forum meinen Horizont erweitert hat!

    Schön, dass das Forum zu Deiner Wissensvermehrung beitragen kann.
    Aber im Ernst: Auch ich habe von solchen Bränden im Bereich von Kohlelagerstätten nichts gewusst, bis ich durch Zufall auf die praktisch menschenleere Stadt Centralia im US-Bundesstaat Pennsylvania aufmerksam geworden bin. Deren Schicksal habe ich in dieser Rätselfrage verarbeitet.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, gab es vor etwa 40 Jahren eine mehrtägige Unterbrechung der Südbahn in der Steiermark.
    Grund:
    Der Bahndamm war aus Schlacke aufgeschüttet worden und der darin vor sich hin glosende Brand plötzlich aktiv geworden.

    Zwischen Wartberg im Mürztal und Kindberg war das. Ziemlich genau da wo auch die beiden Züge zusammengestoßen sind. Aber der Bahndamm dort ist sowieso eine Dauer-Problemstelle. So gut wie jedes Jahr werden da die Schienen getauscht, der Damm verstärkt,... Auch heuer schon wieder. Möchte nicht wissen wieviel Geld da in den letzten Jahren vergraben wurden. Und das im einen 80er Abschnitt.