Resolution zur Verbesserung der Betriebsqualität auf der Pottendorfer Linie (S-Bahn S60)

  • Offenbar wurde in der Gemeinderatssitzung von Ebreichsdorf am 10.11.22 folgende Resolution eingebracht und einstimmig angenommen.

    04.01) (Dringlichkeitsantrag) Resolution zur Verbesserung der Betriebsqualität auf der Pottendorfer Linie (S-Bahn S60)

    Der Gemeinderat der Stadtgemeinde Ebreichsdorf ersucht die Abgeordneten des Niederösterreichischen Landtages, sich für eine Verbesserung der Betriebsqualität auf der Pottendorfer Linie (S-Bahn S60) einzusetzen. Ebenso mögen die Abgeordneten an das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) als Leistungsbesteller und die Raaberbahn als Auftragnehmer mit dem Ersuchen herantreten, eine Verbesserung der Betriebsqualität für die Züge des REX 6 zu erreichen. Die über die Pottendorfer Linie verkehrenden Züge sowohl des REX 6 als auch der S60 sind in den letzten Wochen täglich von massiven Verspätungen (bis zu 30 Minuten), Zugausfällen und Kapazitätskürzungen (z.B. Einzel- statt Doppelgarnituren) betroffen. Auf die Pendler wirkt sich das aber mit bis zu eine Stunde längeren Reisezeiten aus, da zur Sicherstellung eines pünktlichen Arbeitsbeginns um 7h oder 8h in Wien deutlich früher verkehrende Züge benützt werden müssen. Zusätzlich zu einer hohen Angebotsqualität ist deshalb eine verlässliche Betriebsqualität notwendig, um die Benützung des Öffentlichen Verkehrs attraktiver zu machen. Ausserdem soll auf die ÖBB eingewirkt werden, Zugverspätungen rechtzeitig und nicht wie derzeit üblich erst 10 Minuten vorher in die Verspätungsanzeigen einzupflegen.

    In Ebreichsdorf ist die Bevölkerung auch, offenbar aufgrund von Umleitungsverkehren, in der Nacht derzeit extremen zusätzlichen Lärmbelastungen ausgesetzt. Diese Züge verkehren auf der alten Trasse der Pottendorfer Linie ohne jeglichen Lärmschutz. Wir ersuchen deshalb auch, unsere Forderung nach sofortiger Rücknahme der zusätzlichen Züge und vor allem ein Verbot von Güterzügen zwischen 21:00-06:00 Uhr auf der jetzigen Pottendorferlinie weiterzutragen und mit geeigneten Maßnahmen zu unterstützen. Da im Straßenverkehr entsprechender Lärm als Krankmacher erkannt wurde und entsprechende Lärmschutzmaßnahmen in benachbarten Gemeinden umgesetzt sind (Lärmschutzwand A3 Müllendorf, Lärmschutzwand A2 Wiener Neudorf), erwarten wir einen entsprechenden Schutz der Bevölkerung auch vor Güterzuglärm in der Nacht.

    Die Resolution ergeht an den NÖ Landtag, die NÖ Landesregierung, das Ministerium BMK und den Vorstand der ÖBB.

    Hervorhebungen sind von mir.

    Wie üblich sind Güterzüge das Hassobjekt der Politik.

    Hier auszugsweise die Antwort der ÖBB:

    Speziell im Oktober und November ist die Pünktlichkeit bestimmt geringer als im restlichen Jahresdurchschnitt, so ehrlich muss man schon sein. Ursache ist hier aber meiner Meinung nach nicht nur die Tatsache, dass die Linie Wampersdorf-Gramatneusiedl wegen Bauarbeiten in Gramatneusiedl nicht benutzt werden konnte, sondern vor allem der Umbau des Bahnhof Wampersdorf, der jetzt ein Nadelöhr darstellt, da zwischen Wampersdorf und Pottendorf zurzeit ebenfalls nur ein Gleis zur Verfügung steht. Die Folge war häufig, dass die Züge erst ab Pottendorf begonnen haben, Verspätung aufzubauen und dies in der Tat daher immer sehr kurzfristig auf den Anzeigen dargestellt wurde.

    Was aufgrund der Bauarbeiten übrigens durchaus positiv war ist die Tatsache, dass die Nachmittagsverstärker (Abfahrt Hauptbahnhof :47) zusätzlich in Ebreichsdorf gehalten haben anstatt über Oberlaa->Gramatneusiedl zu fahren. Warum diese Züge so geführt werden erschließt sich mir ehrlich gesagt überhaupt nicht...

    You, who are indifferent to the misery of others, it is not fitting that they should call you a human being. ~ Saadi Shirazi

  • Dass Verspätungen erst 10 Minuten vorher auftauchen liegt wohl daran, dass sie erst dann entstehen. Mir wäre anderes (außer bei größeren Störungen) noch nicht untergekommen.

    Zitat

    ... und vor allem ein Verbot von Güterzügen zwischen 21:00-06:00 Uhr auf der jetzigen Pottendorferlinie weiterzutragen und mit geeigneten Maßnahmen zu unterstützen. Da im Straßenverkehr entsprechender Lärm als Krankmacher erkannt wurde und entsprechende Lärmschutzmaßnahmen in benachbarten Gemeinden umgesetzt sind (Lärmschutzwand A3 Müllendorf, Lärmschutzwand A2 Wiener Neudorf), erwarten wir einen entsprechenden Schutz der Bevölkerung auch vor Güterzuglärm in der Nacht.

    Typisch SPÖ halt, sollens gfälligst auf der Straße fahren.

  • Ich halte Vorsatz für möglich, da die geplante Verlegung aus Ebreichs heraus nicht unbekannt sein dürfte. Manchmal gibt‘s halt diese Situationen, wo man sinnvoll nicht viel gegen tun kann.

    1, 2 Mal hab ich bereits das Vergnügen gehabt, die Strecke im Railjet zu befahren. Die Unterschiede in der Streckenqualität sind um Ebreichsdorf eben schon spürbar.

    Mit freundlichen Grüßen

    *Möwengeräusche*

  • Ja, es gibt zurzeit auch häufiger Gleisschäden mit anschließend länger aufrecht gehaltenen LAs, man investiert halt nur mehr so wenig als möglich in die Strecke.

    You, who are indifferent to the misery of others, it is not fitting that they should call you a human being. ~ Saadi Shirazi

  • Ja, es gibt zurzeit auch häufiger Gleisschäden mit anschließend länger aufrecht gehaltenen LAs, man investiert halt nur mehr so wenig als möglich in die Strecke.

    Was auch verständlich ist, denn bereits am 02.07.2023 ist die Migration des neuen Bahnhofs Ebreichsdorf in die BFZ Wien geplant und ab 04.09.2023 fahren Stand derzeit die ersten planmäßigen Personenzüge über die Neubaustrecke.

    Fix ist auch daß am 30.06.2023 zum letzten Mal Personenzüge den alten (bestehenden) Bahnhof Ebreichsdorf passieren, während der Sommerferien SEV zwischen Münchendorf und (voraussichtlich) Pottendorf-Landegg ist.

    Auf Wiener Seite wird keine Weiche eingebaut und nach derzeitigem Planungsstand die alte Strecke bis zum Bahnhof Ebreichsdorf (auf Wiener Seite) auch zeitnah abgetragen.

    Es gibt die Überlegung die Strecke von Wampersdorf aus bis Ebreichsdorf noch bis August oder September 2023 für Bauzüge oder zum Abstellen von Wagen zu nutzen und erst anschließend stillzulegen und abzutragen.

    Die Vegetation um die alte Bahnstrecke wird größtenteils erhalten bleiben und die alte Trasse zu einer Promenade umgestaltet.

    Das Bahnhofsgebäude von Ebreichsdorf bleibt ebenfalls erhalten.