ÖBB fühlen sich von Bahnfahrer genarrt: Anzeige angedroht

  • Im Kurier wird heute berichtet (nur für Abonnenten):

    Tobias Neureiter fährt täglich mit dem Zug durchs Land. Mehrmals im Monat erreicht er sein Ziel nicht. ÖBB wittern Betrug.

    von Michaela Reibenwein

    18.12.2022, 18:00

    Der 20-jährige Tobias Neureiter hat ein besonderes Hobby: Er fährt gerne mit der Bahn. Und das täglich. Viele Stunden lang. Doch nun droht ihm Ärger mit den ÖBB. Die Bundesbahnen fühlen sich von ihm genarrt, drohen dem jungen Mann mit einer Anzeige – wegen Betrugs.

    Neureiter, er stammt aus Salzburg, ist sehbehindert. Das Bahnfahren fasziniert ihn schon lange. Er absolvierte sogar ein Praktikum bei den ÖBB. Doch aus einem fixen Job wurde nichts. Die Liebe zu den Zügen ist geblieben, jede freie Minute ist er mit seinem Klimaticket in Österreich unterwegs.

    Dabei kommt es auch vor, dass er zu später Stunde seinen Anschlusszug nicht erwischt und er deshalb von den ÖBB einen Hotelgutschein bekommt. In den letzten Monaten bis zu zehn mal pro Monat!

    Aus dem Grund wurde er nun von der ÖBB-Sicherheitsabteilung kontaktiert, man wirft ihm vor, sich die Gutscheine zu erschleichen. Den ÖBB soll so ein Schaden im vierstelligen Eurobereich entstanden sein, sie fordern 3000 Euro von ihm zurück, andernfalls wird mit Strafanzeige gedroht.

  • Große Diskussion siehe nebenan. Der hat's faustdick hinter den Ohren, ich hoffe, er wird voll zur Rechenschaft gezogen.

    Der Schienenverkehr wird durch Schienenersatzverkehr meist schlecht oder garnicht ersetzt.

  • Dabei kommt es auch vor, dass er zu später Stunde seinen Anschlusszug nicht erwischt und er deshalb von den ÖBB einen Hotelgutschein bekommt. In den letzten Monaten bis zu zehn mal pro Monat!

    Dass so etwas den ÖBB auffällt und man deshalb recherchiert, ist durchaus verständlich. Aber mit der jetzt publik gewordenen Klagsandrohung macht man sich seitens der ÖBB einen Bärendienst. Denn dass die Medien und deren unkritische Konsumenten auf der Seite des Sehbehinderten stehen, ist wohl auch sonnenklar.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Nachdem man schon keinen "Genierer" hat den vollen Namen des möglichen "Verbrechers" - es gilt die Unschuldsvermutung - zu nennen, sollte man vielleicht auch sagen wie genau der Vorwurf im Detail aussieht.

    Und wenn die Hotelgutscheine zu Unrecht bezogen wurden, irgendjemand wir die wohl von der ÖBB ausgestellt haben.

    Im "Print at Home" wird das ja hoffentlich nicht funktionieren ....

  • Das Problem ist halt dass es (für beide Beteiligten) schwer ist, die Sachlage zu beweisen...

    Wenn einer aber zehnmal pro Monat den letzten Zug versäumt dann würde ich als ÖBB doch auch misstrauisch werden... (bzw. als Kunde den vorletzten Zug nehmen)...

  • Nachdem man schon keinen "Genierer" hat den vollen Namen des möglichen "Verbrechers" - es gilt die Unschuldsvermutung - zu nennen, sollte man vielleicht auch sagen wie genau der Vorwurf im Detail aussieht.

    Der volle Name wird wohl von ihm selbst oder seinem Umkreis kommen, denn ich vermute mal, man möchte über die Medien Druck ausüben. Gleichzeitig haben die "Veröffentlicher" aber - logischer Weise - keine Interesse daran, allzu viele Details zu nennen, sonst könnte vielleicht noch Verständnis für die ÖBB aufkommen.

    Wenn einer aber zehnmal pro Monat den letzten Zug versäumt dann würde ich als ÖBB doch auch misstrauisch werden... (bzw. als Kunde den vorletzten Zug nehmen)...

    Wenn mans drauf anlegt, nimmt man vermutlich keinen Zug Reserve. Ob das der Fall ist, können wir alle nicht beurteilen.

  • Wozu Reserve? Man fährt um 23.30 zum Hbf. und schaut, welcher Zug Verspätung hat. Genau mit dem hätte mab dann fahren wollen...

    Und das soll funktionieren?

    Grundsätzlich kann man als Außenstehender doch gar nichts dazu sagen. Das wird halt ein Gericht entscheiden müssen. Was soll man als Unbeteiligter dazu sonst sagen?

    Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners.

  • PR-Desaster.

    Staatlich alimentierter Schwermetallmoloch droht mittellosem, sehbehinderten Bahnfreund mit Prozeß, oder so ähnlich..

    Die Klage wäre doch nie eingebracht worden, - warum dann so unverhohlen auf das Tapet bringen?

    So etwas regelt man im Hintergrund.

  • Auf die Idee bin ich nicht gekommen, wird wohl kein kriminelles Super-Genie mehr aus mir. Wobei, wenn er Verspätung hat, dann erwischt man ihn ja noch. Man muss es wohl umgekehrt machen, schauen welcher Zug verspätet angekommen ist, keinen Anschluss mehr hat und mit dem ist man dann angekommen. Wobei es dann schon auffällt, wenn das Klimaticket nie in den betroffenen Zügen gescannt wurde.