Stromausfall oder Blackout - eine Diskussion

  • Und nicht nur der Ausbau der Bahninfrastruktur sondern auch der Stromnetzinfrastruktur wird von Bayern blockiert.

    Das bescherte auch Österreich eine Stromtarifzone!

    Der Transport von Strom aus norddeutschen Windparks nach Süden ist nach einem Zeitungsbericht wegen Bayerns Widerstand problematisch. Damit könnten künftig zwei Stromtarifzonen in Deutschland entstehen.

    Und wie soll Österreich unter diesen Gegebenheiten ein Bahntunnelprojekt durch Bayern zustande bringen?

  • Danke, jetzt weiß ich endlich auch wie das mit den europäischen Stromnetzen funktioniert ;)

    Das solltest du dich aber mehr informieren. Zwei Kurzsätze in einem Forum reichen vielleicht als Erklärung, aber nicht für das Verständnis des ganzen.

    Schon arg, hm?

    Wie oft man schon „am Rande eines Blackouts“ war und trotzdem gab es noch nie eines :D :D :D

  • Um diese Stromnetzdiskussion wieder auf eine sachliche Ebene zu holen (von den Emojis weg) und sie hoffentlich ein für alle Mal zu beenden, damit wir uns wieder dem Schienenweg durch das Unterinntal zuwenden können.


    Zuallererst:

    Schon arg, hm?

    Wie oft man schon „am Rande eines Blackouts“ war und trotzdem gab es noch nie eines

    Das ist schlicht und einfach nicht richtig, siehe die Liste historischer Stromausfälle.

    Achso: Mein Strom kommt nicht, aus der Steckdose, sondern von PV Anlagen am Dach und Windkraftanlagen, an denen ich kleiner Teilhaber bin.

    Hättest Du meinen Link aus Posting #182 angeklickt, hättest Du feststellen können, dass z.B. erst gestern 16.1.2023 um 0700 die deutschen Erneuerbaren bei Weitem nicht ausgereicht haben, um den Bedarf zu decken. Außerdem sollte Strom in der Nähe produziert werden, wo er auch gebraucht wird, vor allem wenn es an den nötigen Leitungen hapert, von Blindleistungsabbau fange ich hier gar nicht an. Dazu noch ein Grundsatz: Strom muss zu selben Zeit erzeugt und verbraucht werden, sonst fällt die Netzfrequenz (oder steigt bei Überproduktion).


    Nun zu einigen bemerkenswerten Stromausfällen zwei Links:

    Die Trennung des italienischen Netzes vom europäischen wegen dem Ausfall einer einzigen Leitung am Lukmanierpass 2003.

    Und für further reading eine recht anschauliche Präsentation von der Uni Kassel 2018, Vorfall von 2003 auf Seite 6.

    Zur oben genannten Frequenzstabilisierung tragen derzeit vor allem konventionelle Kraftwerke mit ihren Synchronmaschinen (und deren tonnenschweren Schwungmassen) bei, ein neuer Ansatz dazu welchen Beitrag Windkraftanlagen liefern können ist auf Seite 19 beschrieben.


    Zusammengefasst: Es ist erschreckend, wie viel gefährliches Halbwissen bzgl. dem Stromnetz und Energieerzeugung es von vor allem österreichischen Tageszeitungen (wir Österreicher haben zwei Komplexe: Kernenergie und die Neutralität) in dieses Forum geschafft hat. Kein Vorwurf, reine Feststellung: der breiten Masse der Bevölkerung mag ich diese Fragen gar nicht stellen.

    Es ist ein viel zu komplexes Thema, um das hier nur ansatzweise abzudecken, es sei nur gesagt, ein stabiles Stromnetz wird es mit Wind und Sonne alleine nicht geben (Wasser ist mehr oder weniger fertig ausgebaut und die paar Pumpspeicherkraftwerke werden mit aller Gewalt wie der Brennernordzulauf von BIs und NGOs bekämpft; z.B. Koralmspeicher), das Netz steht und fällt mit der Verfügbarkeit von schnell reagierenden konventionellen Kraftwerken (+KKWs (Kohle pfui) die 90% der Zeit in Volllast laufen).

  • Hättest Du meinen Link aus Posting #182 angeklickt, hättest Du feststellen können, dass z.B. erst gestern 16.1.2023 um 0700 die deutschen Erneuerbaren bei Weitem nicht ausgereicht haben, um den Bedarf zu decken.

    Es sagt ja keiner, dass sie bereits ausreichend ausgebaut sind.

    Dazu noch ein Grundsatz: Strom muss zu selben Zeit erzeugt und verbraucht werden, sonst fällt die Netzfrequenz (oder steigt bei Überproduktion).

    Dafür sind die KKW super geeignet, welche Stunden bis Tage zum Regeln brauchen.

    Zur oben genannten Frequenzstabilisierung tragen derzeit vor allem konventionelle Kraftwerke mit ihren Synchronmaschinen (und deren tonnenschweren Schwungmassen) bei, ...

    Das stimmt in Österreich bei weitem nicht, das machen die Wasserkraftwerke.

    Um diese Stromnetzdiskussion wieder auf eine sachliche Ebene zu holen (von den Emojis weg) und sie hoffentlich ein für alle Mal zu beenden,...

    Dann sollte man vielleicht nicht so kontroverse Thesen aufstellen.

  • dr. bahnsinn: Ich hätte nichts gegen ein eigenes Strom Thema. Dann ist es hier nicht mehr OT.

    Aber das teilweise gefährliche Halbwissen bestimmter User hier, muss man richtigstellen.

    Das ist schlicht und einfach nicht richtig, siehe die Liste historischer Stromausfälle.

    Richtig. Stromausfälle gab und gibt es. Hat mit Blackout aber wenig zu tun. Die meisten in deiner Liste betreffen eben nur kleinere Regionen/Bundesländer.

    Hättest Du meinen Link aus Posting #182 angeklickt, hättest Du feststellen können, dass z.B. erst gestern 16.1.2023 um 0700 die deutschen Erneuerbaren bei Weitem nicht ausgereicht haben, um den Bedarf zu decken.

    Habe ich das wo bestritten?

    Aber man könnte jetzt endlich die erneuerbaren massiv ausbauen, um eben genügend davon zu haben und nicht jetzt, 2023, noch einmal den Kohleabbau für die nächsten Jahre und Jahrzehnte zu fixieren und somit wieder den Fehler der letzten Jahrzehnte zu machen.

    ein stabiles Stromnetz wird es mit Wind und Sonne alleine nicht geben (Wasser ist mehr oder weniger fertig ausgebaut und die paar Pumpspeicherkraftwerke werden mit aller Gewalt wie der Brennernordzulauf von BIs und NGOs bekämpft; z.B. Koralmspeicher),

    Das stabile Stromnetz der Zukunft hat erneuerbare Energieträger als Produktionsstätten und viele Speicher (Pumpspeicher, Akkus, Schwungmassen, eAutos usw). Für den Winter gibt es vielversprechende Ideen mit Biogasspeichern. Was aber sicher keine Zukunft hat sind fossile Energieträger, auch wenn das alte Köpfe gerne glauben (des homma ja imma scho so gmocht!).

    das Netz steht und fällt mit der Verfügbarkeit von schnell reagierenden konventionellen Kraftwerken (+KKWs (Kohle pfui) die 90% der Zeit in Volllast laufen).

    So wie du es behauptest fällt das Netz eher zusammen!

    Konventionelle Kraftwerke, gerade Kohle und Atom, sind keine „schnell reagierende Kraftwerke“, darum laufen die auch fast alle auf Volllast.

    Gerade weil man diese eben nicht gut regeln (schalte dort mal die rieswn Ofen aus und wieder ein in 2 Minuten) und damit schon gar nicht schnell reagieren kann, stehen zB wirklich schnell regelbare Windkraftanlagen still, während die Kohlekraftwerke laufen.

  • viele Speicher (Pumpspeicher, Akkus, Schwungmassen, eAutos usw)

    Bis auf Pumpspeicher gibt es kein einziges System im großindustriellen Maßstab, bei Batteriespeichern scheint sich langsam etwas zu tun, die Nachhaltigkeit solcher Anlagen ist zu hinterfragen. Trotzdem sind die Speicherkapazitäten und die Leistung viel zu gering, um eine Rolle zu spielen.


    Zitat von provinzler

    schnell reagierenden konventionellen Kraftwerken (+KKWs

    Konventionelle Kraftwerke, gerade Kohle und Atom, sind keine „schnell reagierende Kraftwerke“

    Darum steht dazwischen auch ein + und kein oder.

    Schnell reagierende konventionelle Kraftwerke sind Gas- oder GuD-Kraftwerke zur Netzstabilisierung, Mellach z.B.

    Das stimmt in Österreich bei weitem nicht, das machen die Wasserkraftwerke.

    Österreich hat als einer der wenigen Länder geographisches Glück einen großen Fluss mit entsprechende Gefälle zu haben. Trotzdem entspricht die installierte Gesamtenleistung der Ö Wasserkraft nur der Leistung der letzten 6 deutschen KKW. Für Wasserkraft im großen Stil fehlt es in Europa an den notwendigen Flüssen/Standorten.

    und einem funktionierenden und ausreichend dimensionierten Stromnetz.

    Das ist die notwendige Grundlage des Systems.


    Die Diskussion dreht sich um "was wäre wenn" und "hätte man doch". Stand jetzt, ist weder die notwendige Netzinfrastruktur noch die notwendige Technologie vorhanden, im europäischen Verbundnetz im großen Stil Volllasterzeuger vom Netz zu nehmen. Das ist (und wird es noch länger bleiben) Zukunftsmusik und hilft in der derzeiten Strommangellage nicht weiter, so viel Realismus muss ich einfordern.

  • 17.01.2023, 18:00  

    E-Autos könnten künftig einen großen Beitrag zur Stabilität von Stromnetzen leisten. Das geht aus einer am Dienstag in der britischen Fachzeitschrift "Nature" veröffentlichten Studie hervor. Demnach könnte die Speicherkapazität der gesamten E-Autoflotte helfen, Verbrauchsspitzen auszugleichen.

    Mehr dazu auf https://www.stern.de/