• Absage an den Donau-Oder-Elbe-Kanal
    Mit einem Beschluss der tschechischen Regierung ist ein Schlussstrich unter ein Projekt gezogen worden, das seit mehr als hundert Jahren herumgegeistert ist.
    www.msn.com

    :evil:
    Kann man die Lieblingsministern mancher Leute nicht endlich der Geschichte anheim fallen lassen?
    Da lernten wir (böse Babyboomer) über das aride Klima im Osten, speziell im Marchfeld
    und da stellte eben jene Dame den Ausbau der Wasserstraßen als Kernpunkt ihres Programmes dar.

    Und dann das?

    Schlimm genug den Marchfeldkanal (über das Projekt hörten wir ebenfalls bereits im Unterricht) nur als Rinnsal herzustellen.

    Und wir leben in einer Zeit der vielfach "Experten" aus dem Hut gezaubert werden bei denen sich die Frage stellt wie sie die Volksschule abschließen konnten, oder welche monetären Interessen verfolgt werden.

  • Wurde nicht der Rhein-Main-Donaukanal vor kurzer Zeit medial als wirtschaftlicher Rohrkrepierer dargestellt? Containerschifffahrt gegen Null, bestenfalls genutzt als Tourismusattraktion für durchfahrende Flußkreuzfahrtsschiffe und Freizeitparadies für Segler und Surfer.

  • kamper 80% Gejammere über die Ministerin oder Experten, 20% haben zumindest mit dem Thema Wasserstraße zu tun.

    Ich frage mich nach dem Lesen des Artikels: Was genau passt dir denn nicht?

    Dass der Kanal hätte gebaut werden sollen oder dass man ihn jetzt nicht baut?

    Abgesehen davon, dass Tschechien ihm abgesagt hat und nicht die österreichische Ministerin.

    Wo wäre denn überhaupt ein Vorteil so einer Wasserstraße?

  • Abgesehen davon, dass Tschechien ihm abgesagt hat und nicht die österreichische Ministerin.

    Laut zitiertem Presse-Artikel oben, wurde 2020 von der CZ Regierung ein konkreter Umsetzungsschritt getätigt
    und Geldmittel freigegeben.

    In Österreich wäre das Projekt jedoch nicht in eine konkrete Phase getreten.

    Man versuchte daher eine Variante entlang der March, an Österreich vorbei, was ebenfalls an Österreich scheiterte,
    zumal beim Grenzfluß Österreich sein Mitsprachrecht ausübte.

    Es soll halt nicht sein, egal ob es um neue Wasserkraftwerke geht oder um ein energieeffizientestes, schadstoffarmes Transportmittel
    geringer Umweltkosten geht. Das alte Dilemma: Alles nicht grün genug. Der Zeigefinger ist rasch erhoben,
    was alles verboten werden muß, - aber Alternativen und Lösungen...

  • LINZA Stadtmagazin

    Im September 1992 – vor gut 30 Jahren – wurde das Jahrhundertprtojekt Rhein-Main-Donau-Kanal eröffnet, der Linz an das gesamteuropäische Binnenschifffahrtsnetz anschloss. Die Erwartungen wurden aber kaum erfüllt: Die transportierten Gütermengen gingen über die Jahre immer weiter zurück, während die Transportzahlen auf der Straße explodierten. Der Containerverkehr kam seit der Eröffnung praktisch ganz zum Erliegen. Aktuell beträgt die Auslastung des Kanals 30 Prozent, Kritiker bezeichnen das damals 2,4 Milliarden Euro teure Projekt als “Geisterkanal”.

    Auslastung nur bei 30 Prozent

    Seit 1992 kann man ab Linz mit dem Schiff nach Nürnberg, Köln, Amsterdam, ja sogar bis Hamburg fahren. Der Seeweg von der Nordsee ins Schwarze Meer hat sich durch den Kanal um 60 Prozent verkürzt, genutzt wird die Wasserstraße aber dennoch kaum. Bei der Kreuzschifffahrt gab es zumindest stetige Steigerungen (zwischen 2000 und 2015 vervierfachte sich die Zahl der Hotelschiffe auf 1.272 – das sind aber auch nur gerade mal etwas mehr als drei pro Tag). Der Güterverkehr auf dem 171 Kilometer langen, 4,25 Meter tiefen und bis zu 55 Meter breiten Rhein-Main-Donau-Kanal beträgt jedoch nur einen Bruchteil der ursprünglichen Erwartungen. Kanal-Tonnage.jpgDer Güterverkehr am Rhein Main Donau Kanal kommt nicht in die Gänge. (Qelle: wikipedia)

    Die tatsächlich auf dem RMD-Kanal transportierten Gütermengen liegen weit unter den offiziellen Prognosen der Rhein-Main-Donau-AG von 1992. Danach sollten bis 2002 satte 18 Millionen Tonnen transportiert werden. Das Ifo-Institut errechnete 1971 das Potenzial sogar mehr als 20 Millionen beförderte Tonnen. Die Realität sieht anders aus: Im Herzen des Kanals, dem Abschnitt zwischen Nürnberg und Kelheim, wurden 2002 lediglich 6,2 Mio. t transportiert. Fast 20 Jahre später ist die Frachtmenge sogar noch weiter gesunken: 2020 wurden dort nur noch 3,1 Millionen Tonnen befördert. Auch die Hoffnungen von Betriebsansiedlungen entlang der Wasserstraße erfüllten sich nicht.

    Auch für den Linzer Hafen spielt der Verkehr auf dem Wasser mittlerweile eine untergeordnete Rolle: Lediglich etwa ein Drittel des Gesamtumschlags passiert auf dem Wasser, der Rest wird mittels Bahn und LKW sowohl an- als auch abtransportiert. Von 2020 auf 2021 stieg der Landumschlag um über 15%, während der Wasserumschlag erneut ein Minus von 0,7% hinnehmen musste. Einen Boom gibt es bei den umgeschlagenen Containern auf 196.813 TEU (+12%), die aber ebenfalls fast alle per Bahn oder LKW bewegt wurden. Kanal-Container-1000A.jpgDer Containerverkehr ist praktisch zum Erliegen gekommen. (Qelle: wikipedia)

    Benutzungsgebühren, lange Wartezeiten an den Schleusen

    Die Realität: Andere Verkehrsträger sind billiger und schneller. Kaum ein Unternehmen nutzt den Kanal, um Güter von der Nordsee ins Schwarze Meer zu transportieren – zu lange, zu teuer, zudem ist die Tonnagekapazität eines Binnenschiffs einfach zu gering. Die Wartezeiten an den Schleusen sind lange, zusätzlich fallen Kanalgebühren an. Für die gesamten 171 Kilometer sind pro Container etwa 4,30 Euro fällig (ein Binnenschiff kann bis 144 Container aufnehmen – das macht Zusatzgebühren von 620 Euro nur für die Durchfahrt pro Richtung), Kreuzfahrtschiffe mit 250 Betten zahlen 575 Euro, hier kommen noch Gebühren für jede der 16 Schleusen dazu.

    Bereits beim Bau waren die intensiven Eingriffe in die Natur ein großes Streitthema: „30 Jahre nach der Eröffnung gibt es keinen Anlass zum Jubel: Der Rhein-Main-Donau-Kanal steht beispielhaft für ein unsinniges und naturzerstörendes Prestigeprojekt. Auch durch die immer deutlicher werdenden Folgekosten wird der ursprüngliche politische Traum zum ökologisch-ökonomischen Alptraum“, sagt Hubert Weiger, Ehrenvorsitzender des deutschen ‘BUND Naturschutz’.

    Dennoch bringt der RMD-Kanal messbar eine Ersparnis an Ausstoß: 6 Millionen Tonnen beförderte Güter ersetzen etwa 310.000 Stück 20-Tonnen-LKWs.

  • Abgesehen davon, dass Tschechien ihm abgesagt hat und nicht die österreichische Ministerin.

    Laut zitiertem Presse-Artikel oben, wurde 2020 von der CZ Regierung ein konkreter Umsetzungsschritt getätigt
    und Geldmittel freigegeben.

    In Österreich wäre das Projekt jedoch nicht in eine konkrete Phase getreten.

    Man versuchte daher eine Variante entlang der March, an Österreich vorbei, was ebenfalls an Österreich scheiterte,
    zumal beim Grenzfluß Österreich sein Mitsprachrecht ausübte.

    Es soll halt nicht sein, egal ob es um neue Wasserkraftwerke geht oder um ein energieeffizientestes, schadstoffarmes Transportmittel
    geringer Umweltkosten geht. Das alte Dilemma: Alles nicht grün genug. Der Zeigefinger ist rasch erhoben,
    was alles verboten werden muß, - aber Alternativen und Lösungen...


    Du solltest den Artikel ganz lesen!

    CZ hat ganz im Norden an der Grenze zu Polen einen ersten Schritt gewagt und dann auch von selbst das ganze Projekt angeschafft.

    Nein ein künstlicher lauf ist nicht wirklich umweltfreundlich..

    Nur weil die Schifffahrt im allgemeinen als einigermaßen umweltfreundlich gilt, heißt es nicht automatisch, dass das auch für einen neuen, hunderte kilometerlangen, künstlichen Kanal gilt.

    Es ist nicht alles gleich, nur weil es nass ist.

    Genau so ist auch nicht jeder Grüner ein lächerlicher Depp. Die, die sich so lächerlich aufführen (ich sag mal die „Käferkuschler“), sind eh nicht viele, aber halt laut und in den Medien.

    Bestes Beispiel, dass mir dazu einfällt: Die beiden Murkraftwerke in Graz Puntigam und Gratwein. Gegen das Kraftwerk Puntigam gab und gibt es sehr wichtige Gegenargumente, hier haben sich auch klar viele Politiker dagegen ausgesprochen (mit Vernunft, nicht aus fundamentalgrüner Gewinnung), gegen das Kraftwerk Gratwein gibt es recht wenige ernstzunehmende Gegenargumente und deswegen sind hier auch nur die lächerlichen Leute (Stichwort „Käferkuschler“) dagegen.

    Die Käferkuschler haben selten objektive Alternativen, andere jedoch sehr wohl.

    Einmal editiert, zuletzt von mobility (14. Februar 2023 um 16:40)