[IT] Lebensretterin im Zug

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    Ein Rentner erlitt in einem Zug einen Herzinfarkt. Er hatte grosses Glück, dass Notfallmedizinerin Ines Carrato im gleichen Zug reiste.

    von Jonas Bucher


    In einem Hochgeschwindigkeitszug auf der Strecke Rom–Mailand spielten sich dramatische Szenen ab. Ein fast 70-jähriger Mann fiel in Ohnmacht und blieb regungslos liegen. Er hatte jedoch grosses Glück, dass die Notfallmedizinerin Ines Carrato im gleichen Zug reiste. Die 25-Jährige, die ihren Beruf erst seit vier Monaten ausübt, reagierte sofort und begann, dem Rentner eine Herzdruckmassage zu geben, wie der «Corriere della Sera» schreibt. Damit habe sie ihm das Leben gerettet.


    Der Mann sei durch die Herzdruckmassage wieder zu Bewusstsein gekommen und in Florenz, wo der Zug ausserplanmässig angehalten habe, in ein Spital eingeliefert worden. Der Vorfall habe sich bereits am Mittwoch ereignet.


    «Ich wollte mit meiner Mutter meinen Bruder besuchen», erzählt Ines gegenüber dem «Corriere della Sera». Alles habe damit begonnen, dass über die Lautsprecheranlage gefragt worden sei, ob sich medizinisches Personal im Zug befinde. Als Ines daraufhin in den Waggon Nummer 3 geeilt sei, seien dort bereits zwei Ärzte bei dem Mann gewesen. Einer sei ein Neurologe und der andere ein Allgemeinmediziner gewesen, so die 25-Jährige weiter.


    «Der Mann sagte, dass er sich müde fühle, schwitze und Herzrasen habe. Dann schloss er plötzlich die Augen und rutschte vom Sitz auf den Boden», so die Notfallmedizinerin weiter. Daraufhin habe sie sofort mit der Herzdruckmassage begonnen. «Zum Glück kam er nach ein paar Sekunden wieder zu sich», sagt Ines. Der Mann habe ihre Hand gedrückt und gesagt: «Ich weiss nicht, wie ich dir danken soll, ich habe diesen Schlag in meinem Herzen wirklich so sehr gespürt.»


    Bei dem fast 70-jährigen geretteten Passagier habe sich später herausgestellt, dass er an einer so starken Herzrhythmusstörung litt, dass ihm sein Kardiologe von einer so langen Reise abgeraten habe. Und auch seine Lebensretterin hätte ursprünglich gar nicht in diesem Zug reisen sollen.


    «Ich hatte eigentlich geplant, den späteren Zug um 19.45 Uhr zu nehmen», sagt die 25-Jährige. Aber das Schicksal habe es so gewollt, dass sie ihre Schicht früher als erwartet habe beenden können. «Also änderte ich mein Billett in letzter Minute am Bahnhof. Offensichtlich passieren Dinge, wenn sie passieren müssen. Ich bin wirklich glücklich und werde es nie vergessen», sagt Ines.