Mobilität in der Schweiz und in Österreich - ein Vergleich

  • Da gabs doch einen Parteigenossen vom Stadler-Chef, der hat kritisiert dass Frau Sommaruga mit dem Nachtzug nach Wien gereist ist. Zeitverschwendung hat er gemeint.

    P.S.: die PKW-Kilometerleistung pro Einwohner und der modal Split in der Schweiz sind ein Graus. Da bleibe ich lieber Staatsbürger des weit ruhigeren Österreich.

  • Da gabs doch einen Parteigenossen vom Stadler-Chef, der hat kritisiert dass Frau Sommaruga mit dem Nachtzug nach Wien gereist ist. Zeitverschwendung hat er gemeint.

    P.S.: die PKW-Kilometerleistung pro Einwohner und der modal Split in der Schweiz sind ein Graus. Da bleibe ich lieber Staatsbürger des weit ruhigeren Österreich.

    Ja, dann grauselts dir halt:

    Neue Studie zeigt: Eine Steigerung des Modalsplit des öV ist sinnvoll und machbar - Bahnonline.ch

    Zitat

    «Werden die vorgeschlagenen Massnahmen koordiniert, können sie als Ensemble eine Steigerung des öV-Modalsplits bewirken. Der Anteil an den mit dem öV zurückgelegten Distanzen kann von heute 28 auf über 40 Prozent steigen»

    , erläuterte Studienleiter Philippe Gasser.

    Und im Güterverkehr stehen wir auch schlecht da:

    Schweiz - Modal Split im Güterverkehr 2021 | Statista

    Aber mal eine Frage:

    Was meinst du, wie lange die SBB auf ihrem 60% Schienennetz der Schweiz braucht, um das Äquivalent der Schweizer Bevölkerung zu transportieren?

    Zahlen und Fakten - Verkehr (sbb.ch)

    Und wie lange braucht die ÖBB dazu auf ihrem Schienennetz?

    Viel Spass beim grauseln :)

    Gruss Arolfinger

    Ach ja: Komische Parteigenossen gibts halt überall, auch in Oesterreich gab es KURZzeitig welche.

    :)

  • es sei erst einmal darauf hingewiesen, dass Oeffentlicher Verkehr nicht nur sus Eisenbahn besteht. Es gibt auch noch U-Bahnen, Strassenbahnen und Stadt- wie Ueberlandbusse.

    Die Oesterreicher fahren damit 3300km pro Einwohner, die Schweizer 3200.

    Das ust etwa gleich viel.

    Aber, die Oesterreicher fahren etwa 9000km mit dem PKW, die Schweizer jedoch 11.000 oder 12.000, jedenfalls Einiges mehr. (Ich schaue heute Abend die genauen Zahlen nach).

    Da hat die Schweiz irgendwo ein Strukturproblem, und zwar ein Gewaltiges. Weil unterm Strich spulen die Schweizer so viele Kilometer ab, wie sonst kaum jemand in Europa, und das trotz einer extrem hohen Urbanisierung. Ich frag' mich da echt, wie dieses Land organisiert ist, sind da Arbeits- und Wohnstaetten so weit auseinander? Wo sind die anderen Einrichtungen des taeglichen Bedarfs?

    Und das kostet natuerlich einen Haufen Geld, sowohl der oeffentlichen Hand als auch dem Einzelnen.

  • Die Kilometer pro Jahr sind das Eine, die sagen aber wenig aus (man denke an die ganzen Klimaticket-Spaßfahrten...!)

    Wichtiger sind doch Fahrplandichte, Verfügbarkeit und Fahrmöglichkeiten, und da scheint mir die Schweiz die Nase sehr weit vorn zu haben!

    Es ist zwar nett, wenn ich alle 15 Minuten von Wien nach Linz fahren kann, aber wenn ich dann am Wochenende gar nicht nach Schiltern (Modellbauwelt) komme ist mir auch nicht geholfen...

    Obs die Leute dann nutzen oder nicht ist letztlich jedem seine Sache, man sollte vielleicht die Autokosten in Österreich und der Schweiz in Relation zum Durchschnittseinkommen setzen.

  • Wichtiger sind doch Fahrplandichte, Verfügbarkeit und Fahrmöglichkeiten, und da scheint mir die Schweiz die Nase sehr weit vorn zu haben!

    Das ist auch richtig, aber eben nur ein Aspekt. Denn natürlich sind die gefahrenen Kilometer pro Einwohner auch ausschlaggebend.

    Wenn man die dann noch in Relation zum Angebot setzt, dann schaut es für die Schweiz noch schlechter aus.

    Weniger Kilometer zu sehr gutem Angebot in der Schweiz lässt die Schweiz unterm Strich eher weniger gut aussehen.

    Etwas mehr Kilometer zu weniger gutem Angebot lässt Österreich dagegen eher besser aussehen.

  • Die Tendenz ist aber sicher steigend, ich kenne mittlerweile einige Leute, die sich nie im Leben eine Streckenjahreskarte gekauft hätten (weil das Auto eh vor der Tür steht), die mittlerweile aber ein Klimaticket haben und dieses auch fleißig nutzen.

    Genaue Zahlen darüber wird man aber wahrscheinlich nie zu hören bekommen, weil diese Nutzung ja vielleicht nicht im Sinne des Erfinders war (die müssten eher von der Tourismusbranche kommen, die dadurch ja profitiert)

  • Das mit dem Angebot ist halt eine sehr persönliche Sache... Der Linz-Wien-Pendler ist glücklich, der Ernstbrunner kann sich in den Hintern beissen wenn er am Sonntag nach Laa in die Therme will...

    Ich kenne die Schweizer Verhältnisse nur als Tourist (und da war ich immer hauptsächlich eisenbahnlastig unterwegs), aber ich habe die Fahrpläne und den Taktverkehr jedesmal als sehr gut empfunden (da war es mir auch echt egal, ob der durchschnittliche Schweizer das nutzt oder nicht - mir hats geholfen und gefallen!)

  • Die Tendenz ist aber sicher steigend, ich kenne mittlerweile einige Leute, die sich nie im Leben eine Streckenjahreskarte gekauft hätten (weil das Auto eh vor der Tür steht), die mittlerweile aber ein Klimaticket haben und dieses auch fleißig nutzen.

    Das ist ja auch Sinn der Sache gewesen!

    Sonst wären die Leute halt weiterhin mit dem Auto ihre Ausflüge gefahren, die sie jetzt zumindest teilweise mit der Bahn fahren.

  • Das mit dem Angebot ist halt eine sehr persönliche Sache... Der Linz-Wien-Pendler ist glücklich, der Ernstbrunner kann sich in den Hintern beissen wenn er am Sonntag nach Laa in die Therme will...

    Ich kenne die Schweizer Verhältnisse nur als Tourist (und da war ich immer hauptsächlich eisenbahnlastig unterwegs), aber ich habe die Fahrpläne und den Taktverkehr jedesmal als sehr gut empfunden (da war es mir auch echt egal, ob der durchschnittliche Schweizer das nutzt oder nicht - mir hats geholfen und gefallen!)

    Nein. „Angebot“ ist nichts persönliches, sondern messbar, beispielsweise in angebotene Fahrplankilometer.

    Ein gutes Angebot schließt eben zB die von dir genannten Punkte Taktverkehr und Fahrpläne mitein.

    Und da ist die Schweiz sehr gut! Nach der Annahme von 2 bestimmten Unsern hier schafft Angebot Nachfrage und somit müsste das sehr gute Angebot in der Schweiz auch sehr gute Werte bei Kilometer pro Einwohner aufweisen.

    Trotzdem schafft es Österreich mit schlechteren Angebot (das ist ja offensichtlich, wenn man Ö und CH vergleicht), bessere Nutzungswerte zu erreichen.

    Das ist hier der Punkt. Es überrascht eben gerade weil man in Ernstbrunn am Sonntag nicht wirklich wegfahren kann, was in einem schweizerischen Ernstbrunn sehr wohl möglich wäre. Man würde also erwarten, dass in der Schweiz bei diesem weit besseren Angebot, als in Österreich auch weit höhere Nutzung vorhanden wäre. In der Nutzung ist dann aber doch Österreich vorne.