ÖBB-Ticketverkauf: Trafik im Gmünder Zentrum springt ein

  • Nach Aus von ÖBB-Personenkasse und Ende des Ticketverkaufs durch Stadt Gmünd: Trafik Buchhöcker wird im Mai ÖBB-Partnerin.

    Vorläufig positiver Ausgang eines jahrelangen Gezerres um die Zukunft des ÖBB-Ticketverkaufs in Gmünd: Mehr als zwei Jahre, nachdem die ÖBB die Personenkasse am Bahnhof geschlossen hatten und die Stadtgemeinde Gmünd mit einer Verkaufsstelle eingesprungen war, läuft der Vertrag zwischen Stadt und ÖBB aus – der Verkauf geht aber fast nahtlos an die Trafik Buchhöcker im Stadtzentrum über.

    Blicke zurück: Aus am Bahnhof nach Doppelpass mit der Post.

    Die ÖBB hatten sich einst wie berichtet zwei Jahre lang hinsichtlich Ticketverkauf ein eigenartiges Doppelpass-Spiel mit der Postfiliale direkt daneben geliefert, dann sprang die Post mangels wirtschaftlichen Erfolges ab, schoben auch die Bundesbahnen dem persönlichen Verkauf einen Riegel vor.

    Die Stadtgemeinde half nach Diskussionen im Gemeinderat im Oktober 2020 aus. Das Service sei nicht Aufgabe einer Gemeinde, hatte ÖVP-Klubchef Martin Preis schon damals geraunt, aber: „Wir müssen das anbieten, weil es die ÖBB nicht macht.“ Für SPÖ-Klubchef Thomas Miksch war klar, dass das „aufgrund der Entfernung und der Öffnungszeiten nicht funktionieren wird“, trotzdem stimmten auch die Sozialdemokraten der Schaffung einer Vertriebsstelle am Stadtamt bzw. Tourismusbüro vorerst zu.

    Beratungsaufwand zu hoch: Auch Stadt stieg aus

    Im Oktober 2022 zog Bürgermeisterin Helga Rosenmayer (ÖVP) ernüchtert Fazit: Die Zahlen blieben „weit hinter den Erwartungen“. Bis 2021 habe es zumindest noch geschultes ÖBB-Personal gegeben. 2022 seien in den ersten zehn Monaten nicht einmal 2.500 Euro an Provision geflossen, dem sei hoher Beratungsaufwand entgegengestanden für Leute aus dem ganzen Waldviertel – die dann oft gar keine Tickets kauften. Rosenmayer: Vor allem die Beratung sei einfach Aufgabe der ÖBB. Miksch bedauerte den Schritt nun: Das Service weiter bieten zu können, müsse der Stadt etwas wert sein, seine SPÖ trug den Ausstieg aus dem Vertrag per Ende April 2023 nicht mit.

    Buchhöcker: „Wir probieren das einfach“

    Gestorben ist der ÖBB-Verkauf in der Bahnhofsstadt damit noch nicht: Stefanie Buchhöcker, die die Trafik am Eck Stadtplatz/Sigismundgasse zum Jahreswechsel übernommen hat, springt ein. „Ich denke, dass der Mehraufwand nicht so extrem sein wird – wir probieren das einfach“, sagt sie zur NÖN. Sie sieht die Verkaufsstelle für die ÖBB als wichtiges Angebot für das Zentrum, genauso wie den Briefmarkenverkauf, den hier nur noch sie anbiete.

    Ihr Gatte Rainer, der sie in der Trafik unterstützt, absolviert diese Woche die Schulungen für den Ticketverkauf, für 3. Mai ist die Installation der Infrastruktur angekündigt. Sobald es technisch machbar ist, will das Paar loslegen.

    Als Trafikantin „gut eingelebt“

    Die Weitraerin, die an chronischen neuromuskulären Krankheiten leidet, hat im Winter die Nachfolge von Manuela Dürnitzhofer – die die Trafik nach dem Tod ihres Gatten Werner zwei Jahre weitergeführt hatte – angetreten. Bereut hat sie das nicht, im Gegenteil. „Ich bin sehr zufrieden und dankbar für die Chance, die ich bekommen habe“, sagt sie: „Wir haben uns gut eingelebt, bekommen positive Rückmeldungen.“ Die Hoffnung ist freilich, dass hier nun auch für den ÖBB-Verkauf ein fixer Platz gefunden wurde.