Mit dem Schnellzug durch die Hecke - 61: Transilvania IV (50 B.)

  • Hallo!


    Zum vorherigen Teil der Serie:

    Mit dem Schnellzug durch die Hecke - 60: Transilvania III (50 B.)

    Mit dem Schnellzug durch die Hecke - 60: Transilvania III (50 B.)


    Das Video zu dem Teil:


    Gleich bei der Ankunft fragte mich die Vermieterin, an welches Tier mich der Hügel gegenüber erinnern würde... offiziell nennt er sich Vârful Măgurii - Bild vom 1. 5. 2023.

    Auflösung findet man unterhalb des Bildes :0)


    Es ist - ein Krokodil!


    30. 4. 2023

    Zur Frühmorgensession würde ich erst am nächsten Tag aufstehen, da war mehr Sonne aber potentieller Nebel angesagt. Transferoviar Călători RE 10033 Cluj - Oradea traf pünktlich sonntagmorgens um 9:09 am Bahnhof Șuncuiuș ein. Diese Verbindungen sah ich an allen Tagen nur als ex-Regiobahn Talent Triebwagen, 2018 noch als ex-DB 614er und ex-NS "Wadloper" (siehe Bericht Teil 59).


    Er entfernte sich alsbald Richtung "Krokodilsauge" (der Felsen unterhalb der Lampe).


    Kurz darauf folgte ebenso pünktlich unser Starzug IR 146 "Transilvania" Cluj - Wien.


    Vormittags um 9:19 in Trrranssylvaaaaanien*... huuuuuuuuh!

    Ich musste nur wenig editieren um diesen Effekt zu erzielen, kam natürlich so. Der Himmel ist leicht dünkler belichtet.

    *Eigentlich Bihor, Crișana/Kreischgebiet - wird aber oft zu Transsilvanien gezählt. Aus walachischer geografischer Sichtweise ist sowieso der Rest Europas hinterwäldlerisch... ;)


    Der Starzug besteht zu zwei Drittel aus erster Klasse und bietet zusätzlich Verpflegung.


    Wir benötigten sie nicht, das (extra zu bezahlende) Frühstück in der Pension Tarina ist mehr als üppig und besteht aus lokalen Spezialitäten. Wir nahmen Platz in einem noch recht kühlen anderen Außengebäude gegenüber unserer Holzhütte. Als die Gastgeberin erfuhr, dass ich keinen Käse esse, wurde mir noch ungefragt die Wurstplatte serviert. Zumindest gab es eine Salatschüssel dazu.

    Alternativ kann man an der schnellen Kreisch grasen.


    Wir folgten dem Wanderweg in die westlich von Șuncuiuș beginnende Schlucht. Ein paar Jugendliche hatten in der Flussschlinge gecampt. Einen größeren, offiziellen Campingplatz findet man am anderen Flussufer - von dort drang laute Musik herüber, die Gegend ist bei allerlei Publikum als Wochenend- und Ferienziel beliebt.


    Ein Überblick, wir starteten rechts unten in Șuncuiuș. Die Flussschlinge befindet sich in der Mitte unten, wo der Wanderweg den Bahntunnel durch das "Krokodil" umrundet. Ansonsten verläuft der offizielle Wanderweg bis zum Haltepunkt Peștera (= "Höhle") im Gleisbett der Bahn. Entsprechend passieren dort die meisten Züge mit viel Pfeifen um die WandererInnen-Massen rechtzeitig zu warnen. Ein paar sehr "vorsichtige" Leute sah ich, wie sie durch den Tunnel gingen. Überhaupt lässt die Gegend das Health-and-Safety-Herz höher schlagen.


    Am Tunnel-Umgehungsweg.



    R 3073 erwartete ich nördlich des Tunnels, wo der Wanderweg wieder einmündet.


    Für InterRegional Călători RE 10504.1 Oradea - Cluj wechselte ich an das südöstliche Tunnelportal. Nach links führt der Umgehungsweg, rechts kann man das "Krokodil" fast bis zum Gipfel erklimmen.



    Unseren klassischen IR 1831 Timișoara - Iași erwartete ich ein Stück weiter zurück Richtung Șuncuiuș. Vom Ort hierher kann man entlang des Ufers spazieren, das Stück zum Tunnel muss man in den Gleisschotter wechseln.



    Nun wanderten wir weiter zur Haltestelle Peștera, drei streunende Hunde schlossen sich uns an. Unterhalb der "Felsnase", die man als Aussichtspunkt erreichen kann.


    Angekommen auf der Brücke am Haltepunkt. Im romantischen Häuschen kann man warme Snacks und kühle Getränke erwerben und sich auf einer überdachten Terrasse hinsetzen.

    Am anderen Flussufer führt ein Weg zu einer begehbaren Höhle. Der weitere Pfad war aber gesperrt, warum wohl...


    Ah ja...


    Darum strömten die Menschenmassen auch nördlich von Peștera entlang der Bahn, obwohl hier kein offizieller Wanderweg mehr verläuft. Der nächste Parkplatz befindet sich einen Kilometer weiter am Fluss in Vadu Crişului, deshalb kamen die meisten Touristen aus dieser Richtung.


    Eine Sehenswürdigkeit ist hier der Wasserfall. Der Erdrutsch scherte einige Leute nicht. Rechts ein Mahnmal, ob durch Bahn, Flut, Felssturz, Absturz, ...?


    So wurden wenigstens auch Unbedarfte zu BahnfotografInnen, IRC R 10680 Oradea - Bratca der Star.


    Er blieb auf die Minute pünktlich um 12:54 am Haltepunkt stehen, es hielten jedoch nicht alle Regionalzüge in Peștera.


    Bahnsteig mit Ausflugslokal.


    628 551 kehrte als IRC R 10681 Bratca - Oradea um 13:22 zurück.


    Unterhalb der "Felsnase", man kann oben Leute erkennen.


    Nachschuss an Signalen vorbei, bei denen ich zunächst dachte, sie wären außer Betrieb. Dann konnte man aber doch durch ein Gitter gegen Felsschlag ein leichtes Leuchten sehen.


    Nahe des nördlichen Tunnelportals führt der Weg Richtung "Felsnase" hinauf. Auch von der Haltestelle gibt es einen - der ist aber so steil, dass man sich an Seilen hinaufhanteln muss.


    Dieser Weg liegt angenehm im Wald.


    Vor dem Felsvorsprung stand wieder ein Schild, welches das Weitergehen verbot. Natürlich hielten sich viele nicht daran. Ich ging nicht bis ganz vor - an einen Abgrund, wo man durch Abrutschen abstürzen kann, wage ich mich nicht. Eine Gruppe Kletterer bot mir an, mich vor zu führen. Ich lehnte dankend ab. Es kamen später mehr Ausflügler wie zum Beispiel eine junge Dame, die sich auf den schrägen Felsen ganz vorne links leger mit einem Buch setzte, als wäre es eine Wiese im Park und nicht ein Abgrund darunter...


    Unser IR 367 "Harghita" Budapest - Brașov vom Tag zuvor mit viel virtuellem Freischneiden.


    Der InterRegio hatte 10 Minuten Verspätung. Für diesen Blick blieb ich bis zum nächsten Zug, welcher in Șuncuiuș kreuzte.


    Ein Vater ging mit seinem kleinen Jungen auf die Plattform vor, beim Zurückkommen sprang der Kleine übermütig den Felsen hinab, blieb hängen und wäre fast vor mir in den Abgrund gestürzt. Der Vater kam kurz danach und nahm ihn an die Hand - ein bisschen zu spät, würde ich meinen. Das war dann doch ein wenig zu viel der Leichtsinnigkeit für mein Herz.


    Es war zumindest alles gut ausgegangen, um 14:31 kam IRC R 10653.1 Cluj - Oradea in Form eines aufgearbeiteten 628er. Nur der Dieselruß hatte sein Spuren hinterlassen.


    Ein herrlicher Talblick. Unten sieht man die Wandergruppen, im Schotter ist seitlich genügend Platz.


    Zwei iPhone-Panoramen übereinander gestöpselt sind hier nötig.



    Schön war es - zuerst hatte ich gedacht ich müsste zu einer laubfreieren Zeit wiederkehren, aber so kann man das Motiv schon gut umsetzen. Ich habe nur absolut keinen Plan, wie man die Strecke hier modernisieren will... ein komplett neuer Tunnel quer durch das "Krokodil" wäre wohl angesagt...


    Nun war es Zeit, sich zu stärken. Wir setzten uns ins Restaurant/Pension "La Maria" gleich gegenüber des Bahnhofs Șuncuiuș. Es ist etwas rustikaler, aber schon in Ordnung. Ich würde qualitativ das Restaurant "Gradia" hinten am "Strand" empfehlen, wenn man die Wahl im Ort hat.

    IR 366 "Harghita" Brașov - Budapest hatte Cluj pünktlich verlassen, beim Halt in Aghireș aber plötzlich 19 Minuten Verspätung aufgerissen. Bis zu uns hatte diese sich auf fünfzehn Minuten reduziert, sonst verkehrte fast alles auf die Minute genau. Es war an dem Tag nicht ganz so sonnig angesagt, anderswo war es wie zu sehen auch so - hier schien aber zu jedem Zug die Sonne, und auch einen Sonnenbrand brachte ich an dem Tag mit.


    Mit alter Fabrik und Gleisbauvehikel.


    Durchfahrt durch den Bahnhof mit stilisierter Schrift.




    Wie versprochen bei Sonne, Morgenlicht folgt nächstes Mal.


    R 3076 Oradea - Cluj nahm um 17:12 das Ausweichgleis.


    Das "Krokodil" hatte sich verdüstert.


    Der Desiro traf auf den ebenfalls hier haltenden IR 1833 Iași - Timișoara.



    Willkommen in Șuncuiuș, Bihor, Rumänien, EU! Rechts der Sportplatz/Tummelplatz für eher aggressivere streunende Hunde.


    Nun reichte es mir für den ausgefüllten Tag, man muss das Wetterglück nicht überstrapazieren - am 1. Mai geht es früh raus! :)

  • Bin gerade in der Gegend und solche herrlichen Streckenteile (und natürlich Bilder davon), motivieren einen Abstecher in das Tal zu machen ... natürlich, um sich am Felsen dann ganz nach Außen zu setzen.

    Danke fürs Einstellen!