zukünftig nicht mehr angebotene Verkehrsstationen (SNNB 2024)

  • In Buchberg am Kamp herrscht Unmut über den Wegfall der Haltestelle:

    Haltestelle wird aufgelassen: "Der Schock sitzt tief"
    Um die Stilllegung zu verhindern, will eine Initiative "alle verfügbaren juristischen, gutachterlichen und medialen Initiativen ergreifen".
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    Haltestelle wird aufgelassen: "Der Schock sitzt tief"

    Um die Stilllegung zu verhindern, will eine Initiative "alle verfügbaren juristischen, gutachterlichen und medialen Initiativen ergreifen".

    Von Niederösterreich Heute

    14.04.2024, 19:00

    Haltestelle wird aufgelassen: "Der Schock sitzt tief"

    Idyllisch: Haltestelle in Buchberg am Kamp - Liberaler Humanist/Commons Wikimedia/CC BY-SA 3.0

    Aufregung herrscht bei Bewohnern in Buchberg am Kamp, einer Katastralgemeinde in Gars am Kamp, im Bezirk Horn: "Die Bürgerinnen und Bürger von Buchberg am Kamp haben nur durch Zufall erfahren, dass die für den Ort enorm wichtige – seit 130 (!) Jahren bestehende – ÖBB-Haltestelle Buchberg am Kamp Ende 2024 aufgelassen werden soll! Der Schock sitzt tief!", heißt es in einem Offenen Brief der "Aktionsgemeinschaft ÖBB-Haltestelle Buchberg am Kamp" unter der Federführung von Univ.Doz.Dr. Dieter Bogner.

    "Für uns nicht nachvollziehbar"

    Ein "derart undemokratisches, die Lebensinteressen der Bevölkerung ebenso wie den Klimawandel ignorierendes Vorgehen ist für uns trotz gegenteiliger Behauptungen der Planer nicht nachvollziehbar! Mündliche und schriftliche Diskussionen mit Vertretern der ÖBB haben zu keinem Ergebnis geführt. Weder Frequenzanalysen noch detaillierte Konzepte werden uns von den ÖBB - entgegen der heute geltenden Transparenzverpflichtung - zur Verfügung gestellt. Es werden immer wieder neue, widersprüchliche Argumente für die Auflassung der Haltestelle angeführt. Eine Bereitschaft einen Kompromiss zu suchen, besteht nicht!", heißt es weiter.

    "Nicht akzeptable Entscheidung"

    Die "nicht akzeptable Entscheidung der ÖBB und des Landes Niederösterreich werden die Mitglieder der Aktionsgemeinschaft unter keinen Umständen akzeptieren! Um die Stilllegung der Bahnhaltestelle zu verhindern, werden sie alle verfügbaren juristischen, gutachterlichen und medialen Initiativen ergreifen".

    Keine öffentliche Anbindung mehr

    Wird die Haltestelle aufgelassen, verliere Buchberg 100 Prozent der öffentlichen Anbindung, denn es bestehe keine Bus-Haltestelle, kein Schulbus fährt Buchberg an und an die Vision eines VOR-Flex-Taxis glaube auch niemand.

    Der ÖBB-Infrastruktur AG sei es ein Bedürfnis, die Entscheidung zur Modernisierung der Kamptalbahn und der damit einhergehenden Auflassung der Haltestelle Buchberg transparent und nachvollziehbar zu erläutern, heißt es in einer Stellungnahme der Projektkommunikationsabteilung bei den ÖBB.

    Modifikationen und Kompromisse

    "Durch Modifikationen bzw. Kompromisse die Auflassung der Haltestelle Buchberg zu vermeiden – wie von Ihnen ins Treffen geführt – ist leider nicht möglich. Die Beweggründe möchten wir in diesem Schreiben darlegen. Grundsätzlich gilt festzuhalten, dass die Modernisierung der Kamptalbahn auf einem gemeinsamen Entschluss von Bundesministerium für Klimaschutz (BMK), Land Niederösterreich und ÖBB-Infrastruktur AG basiert. Grundlage für die Investitionsentscheidung – die Alternative wäre die Auflassung der Strecke gewesen – bildet ein definiertes Angebotskonzept: Dieses stellt Verbesserungen sowohl bei der Anzahl der Verbindungen als auch bei der Verkürzung der Fahrzeiten zwischen Horn und St. Pölten sicher und hebt das Angebot auf der Kamptalbahn auf ein neues, bisher nicht gebotenes Niveau."

    "Leider keinen Halt mehr in Buchberg berücksichtigen"

    Und weiter: "Ein wesentlicher Baustein ist die Errichtung eines Taktknotens in Hadersdorf am Kamp im Jahr 2023. Die Bahn ist ein Massentransportmittel. 17 Minuten Fahrzeitverkürzung von Horn nach St. Pölten sind im Vergleich zum Status Quo ein Meilenstein. Die Perspektive einer attraktiven Bahnverbindung, die im Vergleich mit dem Pkw und Bus konkurrenzfähig ist, lieferte überhaupt erst die Grundlage der Investitionen in die Kamptalbahn. Das von den Stakeholdern BMK, Land NÖ, Verkehrsverbund Ostregion (VOR) und ÖBB-Infrastruktur AG ausgearbeitete Angebotskonzept sieht für die Mehrheit der Kamptaler Bevölkerung Fahrzeitverkürzungen und Angebotsverdichtungen vor, aber kann leider keinen Halt mehr in Buchberg berücksichtigen."

  • Noch dazu fällt ein Ausflugsziel weg.

    Ich halte es für einen Fehler, nur zwischen Ballungszentren herumzukutschieren. Gerade mit dem Klimaticket ist es auch wichtig, dort aussteigen zu können, wo man etwas unternehmen kann, auch wenn dort keine Leute wohnen.

  • Daran habe ich auch gedacht.

    Außerdem ist das nicht durchdacht: offensichtlich gibts ja ein paar Schulkinder dort, und die wird man in die Schule bringen müssen - soll dann der Schulbus neben dem Zug herfahren?

    Ich frage mich, warum der jetzige Bahnsteig offensichtlich derzeit ok ist, und ab Dezember nicht mehr?

    (Warum fallen mir da spontan die Klimakleber ein...? Dann müsste der Zug wohl kurz halten...)

  • Klingt plausibel. Allerdings gibts zwischen Gmunden und Vorchdorf auch ein- zwei Stationen wo durchgesagt wird:"Bitte ganz vorne aussteigen"...

    Leider kommt die Öbb nicht auf solche einfachen Ideen. Die Italienische Bahn macht das übrigens auch.

    Vermutlich ist Gobelsburg dann auch bald in der Diskussion.

  • Vor Allem wird in dem Artikel ja auch kein Grund angegeben....

    Sonst könnten die Anwohner ja auf die Idee kommen, an einem Nachmittag mit Pickel und Schaufel den Bahnsteig selber zu verlängern, wird dann halt ein Erdbahnsteig ;)