Betrieb der burgenländischen Buslinien durch die VBB

  • Im Burgenland werden nach dem Start der VBB (Verkehrsbetriebe Burgenland) ab September weitere Verbindungen durch die VBB neu erschlossen / übernommen. Darunter auch die bekannte G1-Linie.

    ORF.AT - Dr. Richard: „Land übernimmt Buslinie G1“

    Das Land hat gegen Anfang des Jahres auch schon eine größere Busausschreibung gestartet:

    Kurier.at - Burgenland will bis zu 400 Busse kaufen: Private beklagen Konkurrenz (der Artikel selbst liegt leider hinter einer Bezahlschranke).

    Bis 31.12.2023 wurden die aktuellen Betreiber über Überbrückungsausschreibungen weiter mit dem Betrieb beauftragt:

    - ÖBB Postbus

    - Blaguss

    - Südburg

    Zusätzlich will man das Burgenländische Anrufsammeltaxi (BAST) starten. - Die Betriebszeiten von Montag bis Freitag können sich sehen lassen. Jedoch wäre ein Betrieb am Wochenende (wo auch ein geringerer Takt bei vielen Linien herrscht) besonders wichtig.

    Hat jemand Infos, warum man nun im Burgenland den Weg über die eigenen Verkehrsbetriebe geht? Meiner Meinung nach wären solche Projekte leicht über die Struktur des VOR möglich gewesen (VOR Flex), Ausschreibungen neuer Linien. - Das Burgenland ist ja weiterhin Mitglied im VOR. Alles andere wäre aus meiner Sicht besonders im Nordburgenland aufgrund der Wien-Nähe nicht Sinnvoll.

    Aber wenigstens gibt es einmal wirkliche Änderungen / Verbesserungen im ÖV. - Besonders die Achsen innerhalb des Burgenlandes bringen Verbindungen, die es bisher nicht gibt.

  • Vor ein paar Monaten war eine Doku im ORF, wo es genau um diese Dinge ging.

    Es sind ja ncht nur die Busse, die das Land nun selber betreibt, es geht da auch um Pflegedienstleistungen und Kranken / Schülertransporte.

    Konkret ist es ein Anliegen von Doskizil, erstens das Geld im Land zu lassen, bzw. die eigenen Mitarbeiter wesentlich überm Kollektivvertrag zu zahlen.

    Prinzipiell ja löblich, aber wenn dann der Steurgeld-finanzierte Pfleger dem freiberuflich tätigen Pfleger den Job wegnimmt ist das halt auch nicht optimal...

    Es kam da ein Taxler aus dem Südburgenland zu Wort, der nicht mehr weiß, wie er seine sechs Mitarbeiter zahlen soll, seit alle Krankentransporte vom Land übernommen werden...

  • Zu den VBB habe ich 2 Meinungen: Einerseits ist ein landeseigener Betrieb nicht schlecht (der muss ja nicht alles durchführen). Das lässt zB auch hoffen, dass es nach Oberwart wieder einen Personenverkehr geben könnte. Da waren bis jetzt die jetzigem Busbetreiber (Südburg/Dr. Richard und Blaguss) starke Gegner.

    Andererseits ähnelt das Burgenland hier stark dem Land Kärnten. Man sieht ein paar Lichtblicke, aber es sieht auch stark nach „Pfusch“ aus. Da ein paar Busse, dort ein paar Busse machen kein modernes, gutes Verkehrssystem aus.

    Ich fände es klüger, wenn die Planung hier abgetrennt vom den VBB wäre und andererseits die VBB dazu verpflichtet wären zB 1/3 oder 40% der Leistungen an private abzugeben (ähnlich wie es bei den Wiener Linien ist). Dann kommt nicht ganz so ein „langsamer Staatsbetrieb“ heraus.

  • Ich habe eher das Gefühl, hier versucht jemand mehr oder weniger elegant EU Recht zu umschiffen.

    Solche Verkehrsleistungen sind normalerweise EU weit auszuschreiben. Jetzt reißt es das Land an sich und führt es selbst durch. Mal schauen was Brüssel dazu sagt.

  • Ich habe eher das Gefühl, hier versucht jemand mehr oder weniger elegant EU Recht zu umschiffen.

    Solche Verkehrsleistungen sind normalerweise EU weit auszuschreiben. Jetzt reißt es das Land an sich und führt es selbst durch. Mal schauen was Brüssel dazu sagt.

    Nichts. Nennt sich In-house Vergabe.

    Ist zB bei der Steiermarkbahn auch so

  • ...

    Konkret ist es ein Anliegen von Doskizil, erstens das Geld im Land zu lassen, bzw. die eigenen Mitarbeiter wesentlich überm Kollektivvertrag zu zahlen.

    ...

    Und da gibt es Leute, die Babler vorwerfen zu links und Dosko zu rechts zu sein.