Geld wechseln, mit Karte oder App zahlen oder mit Kaurischnecken?

  • Hat das Finanzamt nicht die Angewohnheit solange zu graben, bis sie was finden?

    Ich habe als Freiberufler einige Steuerprüfungen über mich ergehen lassen müssen und habe dabei festgestellt, dass die Prüfer dann zu graben beginnen, wenn sie das Gefühl haben, dass der Versuch unternommen wird, sie übers Ohr zu hauen.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Nun ja, so manche Konzerne beschäftigen ganze Abteilungen um Steuersparmodelle auszuhecken. Und die sind auch erfolgreich und ist sogar legal.

  • Da hast du falsch gehört. Ein Finanzamt hat, wie jede staatliche Instiution objektiv zu sein und jedes Verfahren einzustellen, bei dem nichts rechtswidriges herauskommt.

    So ist es.

    Früher hieß es mal, man solle irgendeinen kleinen Fehler einbauen, damit sie ein Erfolgserlebnis haben - das habe ich aber nie jemandem geraten, das war eher so eine Stammtischweisheit.

    Heute haben die die Anweisung, eine Prüfung abzubrechen, wenn sie innerhalb soundsoviel Stunden nichts finden. Das ganze soll ja letztlich ein Mehrergebnis bringen, das höher ist als die Personalkosten des Prüfers. Möglicherweise war das früher mal so, dass die stolz waren, dass die drei Tage dasaßen und dann 50 Euro nachfordern konnten, weil auf einer Rechnung ein Formmangel war.

    Und gute Prüfer wissen genau, in welche Wunde sie ihre Finger stecken müssen.

    Und ich hatte schon etliche Prüfungen, die mit einem Nullergebnis abgeschlossen haben. Ich hatte es auch schon, dass der Steuerpflichtige am Ende noch was rausbekommen hat.

  • Es sind ja auch nicht alle Prüfer gleich. Vielleicht gibt's welche, bei denen das gut ist. Aber das weiß man ja vorher nicht, wen man bekommt.

    (Genauso wie ich auch immer sage: Dem Finanzamt auf den Sack zu gehen, um vorgereiht zu werden, kann je nach Persönlichkeit des Sachbearbeiters gutgehen oder nicht. Wenn's einer ist, der seine Ruhe haben will, der reiht einen wirklich vor, aber ich sehe das größere Risiko, dann besonders gepiesackt zu werden, was, selbst wenn alles korrekt ist, dem Klienten Kosten verursacht. Ich rate meist davon ab.)

  • Früher hieß es mal, man solle irgendeinen kleinen Fehler einbauen, damit sie ein Erfolgserlebnis haben - das habe ich aber nie jemandem geraten, das war eher so eine Stammtischweisheit.

    Bei den diversen Zertifizierungs- und Auditierungsinstitutionen funktioniert das blendend.

    Die haben aber auch andere Ziele. Die müssen ja irgendwie ihren Preis und die Zertifizierung rechtfertigen. Wenn der Leiter 3 Jahre hintereinander beim Audit hört, dass eh immer alles passt und nix gefunden wurde, wird er das Audit eher für unnötig halten als wenn immer 3 Kleinigkeiten gefunden werden, die dann ausgebessert werden sollen. Der Prüfer vom FA soll ja Betrug finden und möglichst effektiv Geld einbringen.

  • Und gute Prüfer wissen genau, in welche Wunde sie ihre Finger stecken müssen.

    Richtig! Bei einer Steuerprüfung legte die Prüferin meine korrekt geführten Fahrtenbücher nach wenigen Minuten Durchblättern mit der Bemerkung beiseite, dass die Fahrtenbücher in Ordnung seien, während sie die Fahrtenbücher meines Büropartners einkassierte und wegen vermuteter Fälschung zur genaueren Überprüfung mitnahm. Ich fragte meinen Steuerberater, wieso die Prüferin so schnell feststellen konnte, dass meine Bücher in Ordnung waren, die meines Büropartners aber offensichtlich nicht. Die Lösung: Korrekt geführte Fahrtenbücher mit regelmäßigen Einträgen haben (je nach Stimmung) unterschiedliche Schriftbilder, während Fahrtenbücher, die wenige Tage vor der Steurprüfung in aller Eile nachgetragen werden, ein einheitliches Schriftbild aufweisen.

    Und ich hatte schon etliche Prüfungen, die mit einem Nullergebnis abgeschlossen haben. Ich hatte es auch schon, dass der Steuerpflichtige am Ende noch was rausbekommen hat.

    Ich habe einmal eine Gutschrift bekommen. War aber schon in den 1990er- oder 2000er-Jahren. An Details kann ich mich nicht mehr erinnern.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Ich sitze ja auf der "Gegenseite" - aber man kriegt im Laufe der Jahre schon einen schnellen Blick dafür.

    Fahrtenbuch mit einheitlichem Schriftbild zB..... (analog für Arbeitszeitaufzeichnungen....)

    Hab' in meiner Bibliothek ein erheiterndes Buch eines pensionierten Finanzamtsvorstands mit kuriosen Prüfungsfeststellungen....

    Zu den Standardtätigkeiten bei der Gastro-Prüfung gehört übrigens, da erstmal inkognito essen zu gehen. Wenn man dann keine USt-Rechnung bekommt bzw. nach Prüfungsbeginn seine Konsumation nicht in der Buchhaltung wiederfindet, ist's schon mal schlecht.....

    Und man sollte es nicht unterschätzen, dass Finanzprüfer auch durchaus in der Lage sind, Google zu bedienen. Ja, da staunen manche.... Wenn da Fotos in Facebook zu finden sind, auf dem die Kinder in Österreich auf einem Kindergartenausflug zu sehen sind, aber der Lebensmittelpunkt angeblich in Deutschland ist, das kann zum Verhängnis werden.

  • Daß es so was noch gibt....

    Gerade einen Geschenkgutschein bei der Österr. Weinakademie geordert.

    Hab' auf die Seite gewartet, auf der man dann zwischen PayPal, Karte und Überweisung wählen kann....

    Aber stattdessen die Info, das käme per Nachnahme.

    Das habe ich ja in diesem Jahrtausend noch nie erlebt; wäre mir gar nicht sicher gewesen, ob die Post das noch anbietet.

    Soll ich da jetzt immer mit 300 Euro in bar rumsitzen, weil der Postler ja gleich kommen könnte? Oder haben die Postler dafür ein Kartenlesegerät?