[DE] Streckenreaktivierungen im Personenverkehr in Niedersachsen

    • Offizieller Beitrag

    Laut TR EU-Heft Nr. 330, S. 10, ist Niedersachsen jenes Bundesland, das sich am aktivsten mit Streckenreaktivierungen beschäftigt. In zwei Durchgängen wurden insgesamt 54 (25 im ersten und 29 im zweiten Durchgang) stillgelegte Strecken bzw. Streckenabschnitte im April 2023 auf eine Shortlist gesetzt und 17 als unrentabel ausgeschieden.

    Im Juni 2023 sichtete der niedersächsische Landtag die Liste, entschied aber, den Focus der Aktivitäten auf vier Projekte zu legen, bei denen die Planungen bereits weit fortgeschritten sind bzw. Vorarbeiten bereits im Gange sind. Dabei handelt es sich um folgende Strecken:

    • Stade - Bremervörde: Die Strecke soll 2026 mit Lint-Wasserstoffzügen von Alstom wiedereröffnet werden. Aktuell wird die Strecke von Güter- und Touristenzügen befahren.
    • Lüneburg - Soltau: Die 57,1 km lange Strecke aus dem ehemaligen OHE-Streckennetz gehört dem Schieneninfrastruturbetreiber Schieneninfrastruktur Ost-Niedersachsen (SInON) und wird aktuell von Güter- und Touristenzügen befahren.
    • Braunschweig - Harvesse: Die Strecke Braunschweig - Celle wurde im PV abschnittsweise zwischen 1962 und 1971 eingestellt und im Jahr 1990 wurde der GV auf den Abschnitt Braunschweig - Harvesse eingeschränkt.
    • Helmstedt - Schöningen: Die Strecke führte einst von Braunschweig via Schöppenstedt nach Helmstedt. Der Ostabschnitt wurde 2007 eingestellt, da die Trasse dem Braunkohlentagebau Schöningen im Weg war. Jetzt soll eine neue Trasse zur Umgehung des Tagebaus errichtet werden. Eine Reaktivierung des Abschnitts Schöppenstedt - Schöningen ist derzeit nicht geplant.

    Als nächste zu reaktivierende Strecken wurden vom Land Niedersachsen folgende drei Strecken gelistet:

    • Buchholz - jesteburg - Hamburg-Harburg: Derzeit nur Güterverkehr, aber zweigleisig und elektrifiziert.
    • Neuenhaus-Coevorden (NL): Im September 2022 wurde zwischen der niederländischen Regierung, dem Land Niedersachsen und dem niederländischen Infrastrukturbetreiber Prorail eine Veinbarung zur Planung des Streckenausbaus mit 80 km/h und Modernisierung der Verkehrsstellen geschlossen. Ende dieses Jahres sollen noch die Termine für die Durchführung der Arbeiten bekannt gegeben werden.
    • Salzgitter-Lebenstedt - Salzgitter-Lichtenberg.

    Das Land Nierdersachsen plant, die drei genannten Strecken so schnell wie möglich wieder in betrieb zu nehmen.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Pressemeldung!

    Freitag, 20 Oktober 2023 13:53

    Niedersachsen: Erste Zwischenergebnisse zum neuen Reaktivierungsprogramm liegen vor

    Die Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) ist ein wichtiger Baustein der Verkehrswende in Niedersachsen. Für 14 derzeit stillgelegte von insgesamt 54 in der aktuellen Prüfung befindlichen Bahnstrecken hat der Parlamentarische Lenkungskreis zum neuen Reaktivierungsprogramm des Landes Niedersachsen heute „grünes Licht“ gegeben.

    nieders

    Grafik Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Bauen und Digitalisierung/Openrailwaymap.

    Für die Strecken

    • Aurich > Abelitz

    • Nordenham-Blexen > Nordenham

    • Rheine > Spelle

    • Lengerich > Versmold

    • Bad Bederkesa > Bremerhaven-Speckenbüttel

    • Bremerhaven > Langen

    • Rotenburg > Bremervörde

    • Lüneburg > Bleckede

    • Celle > Soltau

    • Celle > Bergen

    • Celle > Beckedorf (> Munster)

    • Celle > Lachendorf

    • Rinteln > Stadthagen

    • Bodenwerder > Emmerthal (> Hameln)

    bedeutet das, dass sie jetzt definitiv in die zweite Prüfstufe des Verfahrens (Nutzwertanalyse) aufrücken.

    Parallel wird auf den Strecken Hamburg-Harburg > Buchholz/Nhd. und Salzgitter-Lebenstedt > Salzgitter-Lichtenberg aus dem früheren Programm sowie auf dem grenzüberschreitenden Vorhaben Neuenhaus > Coevorden/Niederlande und bei vier weiteren Projekten (Braunschweig-Gliesmarode > Wendeburg-Harvesse, Helmstedt > Schöningen, Bremervörde > Stade und Lüneburg > Soltau) zügig weitergeplant.

    Die übrigen 40 Strecken verbleiben in der Untersuchung und sollen in einem strukturierten Prozess weiter beleuchtet werden. Dazu werden die betroffenen Kommunen in den nächsten Tagen angeschrieben und detailliert informiert, um die Planungen für ihre Strecken zu optimieren und sie erneut zu bewerten.

    Verkehrsminister Olaf Lies dazu: „Ein wichtiger Meilenstein des neuen Reaktivierungsprogramms für Niedersachsen ist damit erreicht. Von den betrachteten Strecken wollen wir am Ende so viele wie möglich für den Personenverkehr wieder in Betrieb nehmen. Entscheidend wird dabei am Ende sein, dass wir die erforderlichen Fördermittel vom Bund erhalten und auch die langfristige Finanzierung des Betriebes der Strecken gesichert ist.“

    Lies betont, dass die Reaktivierung ein wichtiges Element der Mobilitätswende ist, dieses sich aber in ein zukunftsfähiges Gesamtsystem der Mobilität einfügen muss: „Wir wollen, wo immer es geht, die Schiene als nachhaltigen Verkehrsträger voranbringen. Dies gilt vor allem für den ländlichen Raum. Wichtig ist, dass wir eine ganzeinheitliche Mobilitätsstrategie verfolgen, weshalb wir unsere Planungen gerade in einem Mobilitätskonzept 2040 bündeln.“

    Die für Phase 2 ausgewählten Streckenabschnitte haben aus Sicht des Lenkungskreises aktuell bereits eine hohe Wahrscheinlichkeit, die Anforderungen für eine Finanzierung nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) zu erreichen.

    „Das Streckenpotential ist enorm groß in Niedersachsen. Wir verstehen den aktuellen Prozess als dynamisches Verfahren. Wir behalten alle Strecken im Blick, müssen dabei aber realistisch bleiben“, ergänzt Lies.

    Zum Hintergrund

    Bei dem Reaktivierungsprogramm werden landesweit Vorhaben auf Wiederinbetriebnahme für den SPNV geprüft.

    Durchgeführt wird die Reaktivierungsuntersuchung durch die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen. Das Untersuchungskonzept sieht ein vierstufiges Verfahren vor:

    • Auf Stufe 1 findet zunächst aufgrund der früheren Untersuchung sowie eines Ideenaufrufs eine Vorauswahl der Strecken statt,

    • An diese schließt sich auf Stufe 2 eine Nutzwertanalyse an,

    • Auf Stufe 3 werden für die vorliegenden Strecken die langfristig anfallenden Betriebskosten ermittelt,

    • Für die aussichtsreichsten Strecken wird auf Stufe 4 schließlich in die konkrete Planung eingestiegen und der Förderantrag nach dem GVFG vorbereitet.

    Pressemeldung Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Bauen und Digitalisierung

    https://www.lok-report.de/news/deutschla…liegen-vor.html

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Mittwoch, 28 Februar 2024 13:30

    Niedersachsen: Sechs weitere Bahnstrecken in der zweiten Untersuchungsstufe zur Reaktivierung

    Der Parlamentarische Lenkungskreis zum Reaktivierungsprogramm des Landes Niedersachsen hat heute erneut getagt. Und das Verkehrsministerium hat gute Nachrichten verkündet. Es gibt „grünes Licht“ für weitere sechs Reaktivierungsstrecken, die in Stufe II der landesweiten Untersuchung aufrücken:

    • Friesoythe > Cloppenburg

    • Meppen > Essen/Oldb

    • Bad Bentheim > Gildehaus

    • Holzhausen > Bohmte

    • Celle > Wittingen West

    • Winsen > Salzhausen (als neu untersuchter Streckenabschnitt)

    Damit haben 21 Strecken die Hürde der Vorauswahl genommen.

    Verkehrsminister Olaf Lies: „Der Lenkungskreis hat schon in seiner letzten Sitzung vereinbart, dass wir bei den Vorhaben, die seinerzeit noch nicht die erste Hürde genommen haben, noch einmal genauer hinschauen und möglicherweise bis dato unbeachtete Potenziale beleuchten. Wichtig war dabei auch die Zusammenarbeit mit den betroffenen Kommunen, die ich zuvor ermutigt hatte, mit uns zu ihren Vorhaben ins Gespräch zu kommen. Ich freue mich, dass dieser Ansatz offensichtlich Früchte getragen hat.“

    Hintergrund

    Im April 2023 hat das niedersächsische Verkehrsministerium ein neues Reaktivierungsprogramm gestartet. Ziel der vierstufigen, von der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) durchgeführten und durch einen Parlamentarischen Lenkungskreis laufend begleiteten Untersuchung ist es, dass am Ende so viele geeignete Strecken wie möglich für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) wieder in Betrieb genommen werden können. Nachdem 15 Vorhaben noch im alten Jahr in die nächste Stufe des Programmes aufrücken konnten, haben nach einer systematischen Nachbetrachtung unter Beteiligung der jeweiligen Kommunen nun sechs weitere Projekte die Hürde genommen. Die Projekte sollen nun in den nächsten Monaten in einer so genannten Nutzwertanalyse tiefer beleuchtet werden.

    Lies: „Jetzt geht es darum, dass wir mit den aufrückenden Strecken zügig weiterarbeiten. Aber auch für alle anderen Vorhaben bleibt die Tür offen. Mein Appell an die Kommunen ist, weiter an den Potenzialen ihrer Strecken zu arbeiten. Ich bin überzeugt, dass die Schiene Zukunft hat, aber dafür muss man in die Infrastruktur investieren und vor allem auch die Menschen vor Ort mitnehmen.“

    Diese 15 Strecken waren bereits in die zweite Prüfstufe vorgerückt:

    • Aurich > Abelitz

    • Nordenham-Blexen > Nordenham

    • Rheine > Spelle

    • Lengerich > Versmold

    • Bad Bederkesa > Bremerhaven-Speckenbüttel

    • Bremerhaven > Langen

    • Rotenburg > Bremervörde

    • Lüneburg > Bleckede

    • Celle > Soltau

    • Celle > Bergen

    • Celle > Beckedorf (> Munster)

    • Celle > Lachendorf

    • Rinteln > Stadthagen

    • Bodenwerder > Emmerthal (> Hameln)

    • Zeven-Tostedt

    Somit befinden sich nun insgesamt 21 Strecken in der zweiten Untersuchungsstufe. Über die dabei zugrunde gelegten Kriterien wird sich der Lenkungskreis in seiner nächsten Sitzung im Sommer 2024 verständigen.

    Pressemeldung Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Bauen und Digitalisierung

    Gefunden im Lok Report.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor