[NÖ] Reblausexpress 2024 nur mit zwei Zugpaaren

  • „Extrem schade“: Reblaus Express verliert 2024 ein Zugpaar

    Erstellt am 05. November 2023 | 13:30 Lesezeit: 3 Min

    Christoph Reiterer

    Christoph Reiterer


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    Die idyllische Strecke von Retz nach Drosendorf lockt jedes Jahr viele Touristen und Rad-Begeisterte an. Dass es künftig nur noch zwei Zugpaare täglich geben soll, tut der Region weh. Foto: NB/Schwarz-König


    Das schmerzt die Region: Der bei Ausflüglern so beliebte Reblaus Express soll ab 2024 nur noch mit zwei Zugpaaren pro Betriebstag unterwegs sein. Der ÖBB-Fahrplanwechsel ist die Ursache dafür. Einen Ausweg scheint es nicht zu geben.

    Seit dem Jahr 2002 wird die Bahnstrecke zwischen Retz und Drosendorf als Nostalgiebahn von der NÖVOG (Niederösterreichische Verkehrsorganisationsgesellschaft) touristisch vermarktet. Der Reblaus Express gilt als die schönste Verbindung zwischen Wein- und Waldviertel und erfreut sich großer Beliebtheit. Eine Diesellok zieht Fahrrad- und Heurigenwaggon und pendelt auf den 40 Kilometern gemächlich entlang der malerischen Landschaft. Drei Zugpaare waren auch in der nun abgelaufenen Saison jeden Samstag, Sonntag und Feiertag unterwegs. Doch das muss sich nun wohl ändern.

    Wie die NÖN erfuhr, sollen ab der nächsten Saison nur noch zwei Zugpaare an den Betriebstagen verkehren. An mangelndem Passagieraufkommen liegt das nicht. Doch NÖVOG-Sprecherin Katharina Heider-Fischer bestätigt: „Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2023 stellen die ÖBB im Bahnhof Retz auf einen Stundentakt um. Dadurch ändert sich auch die Situation für den Reblaus Express im besagten Bahnhof grundlegend.“

    Nochmalige Prüfung brachte keine bessere Nachricht

    Die NÖVOG habe auf diese Umstellung reagieren müssen. Es sei eingehend und intensiv geprüft worden, ob es weiter möglich wäre, drei Zugpaare pro Tag zu führen. „Ergebnis dieser Prüfung war, dass dies betrieblich ab 2024 nicht mehr möglich sein wird“, erklärt Heider-Fischer.

    Der Region und den betroffenen Vereinen sei im Oktober der Fahrplan 2024 mit zwei Zugpaaren präsentiert worden. Mit Freude wurde die Nachricht naturgemäß nicht aufgenommen und es sei der Wunsch geäußert worden, die Situation und die Rahmenbedingungen nochmals zu prüfen. „Selbstverständlich haben wir auf diesen Wunsch reagiert. Die von der Region übergebenen Unterlagen wurden durch Betriebsleitung und Betriebsführung der Niederösterreich Bahnen nochmals eingehend geprüft. Aber auch diese nochmalige Prüfung ergab, dass drei Zugpaare pro Tag betrieblich künftig nicht abbildbar sein werden“, sagt die NÖVOG-Sprecherin.

    „Warten auf endgültige Rückmeldung“

    Während die Region den ursprünglich präsentierten Fahrplanentwurf nun zur Kenntnis genommen habe, habe der Verein zur Betreuung und Bewirtschaftung des Reblaus Express neue Zeitlagen für die beiden Zugpaare übermittelt. Dazu habe sich die Neue Landesbahn Betriebs GmbH, die Lok und Lokführer stellt, mit dem Hinweis geäußert, dass diese Zeitlagen aufgrund der zu kurzen Wendezeit in Drosendorf nicht umsetzbar seien.

    „Es bestehen hier also offensichtlich noch Uneinigkeiten zwischen den Stakeholdern. Derzeit warten wir somit noch auf eine endgültige Rückmeldung von allen Beteiligten“, erläutert Heider-Fischer.

    „Leider verlieren wir Gäste“

    Der Retzer Tourismusstadtrat Daniel Wöhrer ist auch Geschäftsführer des Vereins Retzer Land Regionalvermarktung und findet es extrem schade, dass die beliebte Nostalgiebahn künftig nur noch zwei Zugpaare an Betriebstagen führt. Die letzte Zugsverbindung, die um 16.07 Uhr aus Retz abdampfte, fällt. „Dies bedeutet, dass Waldviertler Gäste, die bisher um 12.40 Uhr in der Weinstadt angekommen sind, nach nur einem halbstündigen Aufenthalt wieder nach Drosendorf zurückfahren müssen. Leider verlieren wir dadurch Gäste“, schildert der Tourismusstadtrat.

    Aus gut informierten Kreisen ist jedenfalls zu erfahren, dass kein Weg an dieser schmerzhaften Maßnahme vorbeiführen wird.

  • Zitat von noen.at

    Doch NÖVOG-Sprecherin Katharina Heider-Fischer bestätigt: „Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2023 stellen die ÖBB im Bahnhof Retz auf einen Stundentakt um. Dadurch ändert sich auch die Situation für den Reblaus Express im besagten Bahnhof grundlegend.“

    Irritiert nur mich der Satz?

    Es ist doch auch im jetzigen Fahrplan schon so, dass die Züge aus Wien um xx:12 ankommen und um xx:16 Richtung Wien abfahren. Lt. Scotty ändert sich da am Wochenende am Stundentakt nichts.

    Ist das jetzt ÖBB Bashing der NÖVOG?

    Zitat von noen.at

    Seit dem Jahr 2002 wird die Bahnstrecke zwischen Retz und Drosendorf als Nostalgiebahn von der NÖVOG (Niederösterreichische Verkehrsorganisationsgesellschaft) touristisch vermarktet.

    Da lässt man sich einen neuen Namen einfallen und selbst das Haus-und-Hof-Blatt nennt ihn nicht.