[NÖ] Reblausexpress 2024 nur mit zwei Zugpaaren

  • Beim Reblausexpress ist es aber auch egal, ob mal ein längerer Abschnitt nur mit 20 km/h befahren wird. Bei täglichem Verkehr nicht. 60 bis eher 80 km/h sollten da schon weitgehend möglich sein.

  • Nicht nur Mobility, FF, Lokalbahner und Eisenerz tun sich befetzen, auch SPÖ und FPÖ lassen Dampf ab...:


    Reblaus Express: Jetzt lassen die SPÖ und die FPÖ Dampf ab

    Erstellt am 12. April 2024 | 18:00

    Lesezeit: 3 Min

    Nur mehr zwei Zugpaare ab 2024

    Die idyllische Strecke von Retz nach Drosendorf lockt jedes Jahr viele Touristen und Rad-Begeisterte an. Dass es vorerst nur noch zwei Zugpaare täglich gibt, schmerzt die Region. Foto: NB/Schwarz-König

    FPÖ-Verkehrslandesrat Udo Landbauer verkündet erfreut, dass zusätzliche Fahrten des Reblaus Express für dieses Jahr gesichert seien. Die SPÖ findet, dass das keineswegs eine Erfolgsmeldung sei und fordert Taten des Hollabrunner FPÖ-Abgeordneten Michael Sommer. Dieser wiederum attestiert Ahnungslosigkeit der Roten.

    Der Reblaus Express tourt als „schönste Verbindung zwischen Wald- und Weinviertel“ von 1. Mai bis 27. Oktober jeden Samstag, Sonntag & Feiertag - von 5. Juli bis 30. August zusätzlich jeden Freitag
    sowie am 10. & 31. Mai , 7 & 24. Dezember. Doch wie oft er das täglich tut, beschäftigt seit Monaten die Region und sorgt für Polit-Debatten.

    Aber von vorne: Schon im Herbst herrschte Aufregung, als verkündet wurde, dass der Reblaus Express in der Saison 2024 nur noch mit zwei statt bisher drei Zugpaaren unterwegs sein werde. Als Grund dafür wurde, vereinfacht gesagt, die Fahrplanumstellung der ÖBB genannt. Forderungen, dass es mit ein bisschen guten Willen doch möglich sein müsste, drei Zugpaare weiterzuführen, verhallten letzten Endes.

    Jetzt gibt es wieder einen Polit-Streit rund um den nostalgischen Wein- und Genusszug, der Retz und Drosendorf verbindet. Was die NÖN bereits im Februar berichtete, bestätigte nun FPÖ-Verkehrslandesrat Udo Landbauer. An vier Samstagen im Juli werden erstmals „Sonnenuntergangsfahrten“ von den NÖ Bahnen und regionalen Partnern durchgeführt. Damit werde ein zusätzliches Angebot zum bestehenden Fahrplan geschaffen, der nun nur zwei Zugspaare vorsieht. „Das Busangebot zwischen Retz und Drosendorf ergänzt die öffentliche Anbindung in der Region. Damit ist auch eine direkte Verbindung nach Hardegg ins Herz des Nationalparks Thayatal gesichert“, berichtet Landbauer.

    Entwurf der Regionsvertreter wurde nochmals geprüft

    Die Reduktion der Zugspaare führe man schweren Herzens durch, sie sei für heuer jedoch erforderlich – „aufgrund der Fahrplanumstellung der ÖBB-Personenverkehr AG gemeinsam mit den tschechischen Partnern am Bahnhof Retz mit einem zusätzlichen Angebot zwischen Retz und Unterretzbach sowie Znaim und geänderten Fahrzeiten“. Der Reblaus Express weiche den Planzügen der aus und so sei eine Führung der bisherigen drei Zugpaare und die Gewährleistung attraktiver und kurzer Umsteigeanschlüsse von und nach Wien nicht mehr in der bisherigen Form möglich.


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    Mehr war vorerst nicht herauszuholen, sagt der für den Verkehr zuständige LH-Stellvertreter Udo Landbauer.

    Foto: NLK/Burchhart, NLK Burchhart


    „Die Umstellung ist mehrmals intensiv geprüft worden. Auch in den vergangenen Tagen wurde nochmals versucht, eine Optimierung der Zeitlagen der beiden Zugpaare mit weiterhin attraktiven Umsteigeverbindungen von und nach Wien und Znaim zu erreichen“, versichert der LH-Stellvertreter. Speziell der Fahrplanentwurf der Regionsvertreter mit einer Beibehaltung der drei Zugpaare sei im Detail geprüft worden. Dieser sei jedoch leider aufgrund der betrieblichen Vorgaben nicht umsetzbar.

    Es sei vorerst alles herausgeholt worden, was möglich ist, betont Landbauer. Die Erfahrungen der am 1. Mai beginnenden Saison 2024 sollen natürlich in die Planungen für 2025 einfließen: „Klar ist, dass die Region und der Reblaus Express weiterhin ein attraktives Ausflugsziel darstellen werden“, unterstreicht Landbauer.

    SPÖ-Kritik: „Festhalten am Reblaus Express sieht anders aus“

    Keinen Applaus erhält er dafür von der SPÖ-Nationalratsabgeordneten Melanie Ersasim und SPÖ-Bezirksvorsitzenden Stefan Hinterberger. Sie forderten von Landbauer die Erhaltung des dritten Zugspaares. Dass es nun nur die Sonnenuntergangsfahrten im Juli gibt, sei enttäuschend: „Ein Festhalten am Reblaus Express sieht definitiv anders aus“, meinen die Sozialdemokraten.


    Verteilaktion in Hollabrunn

    Die Weinviertler SPÖ-Politiker Melanie Erasim und Stefan Hinterberger glauben nicht, dass alles getan wurde, um den Reblaus Express in gewohnter Weise fahren zu lassen. Foto: SPÖ


    Für die Tourismusregion um Retz sei die Kürzung eine bittere Pille. Das Mindeste wäre gewesen, auch in der Haupturlaubszeit im August eine dritte Fahrt an Samstagen zu ermöglichen. Das SPÖ-Duo verweist auf das Reblaus-Express-Rekordjahr 2023 mit erstmals mehr als 30.000 Fahrgästen. Das mache es umso unverständlicher, dass hier keine Lösung gefunden konnte. Erasim und Hinterberger fordern den Hollabrunner FPÖ-Landtagsabgeordneten Michael Sommer auf, „sich endlich für den vollständigen Erhalt des Ausflugszuges einzusetzen“ und „seinem“ Verkehrslandesrat die Situation darzulegen.

    FPÖ: Kritik an Landbauer und Forderung an Sommer geht an falsche Adresse

    Sommer sieht die Roten hier jedoch an der falschen Adresse. Schließlich habe der ÖBB-Fahrplan die Änderung verursacht. Man könne Landbauer nur für die Einführung der Sonderzüge im Juli danken, ärgert sich Sommer, dass sein Chef hier angepatzt werde, und teilt aus: „Egal, wozu sich die SPÖ in Niederösterreich äußert, die Aussagen sind an den Haaren herbeigezogen und zeigen absolute Ahnungslosigkeit.“

  • Schließlich habe der ÖBB-Fahrplan die Änderung verursacht.

    Als könnte die ÖBB lustig die Fahrpläne so erstellen, wie sie möchte. Das liegt schon am Besteller und der ist dem Land NÖ näher als der ÖBB. Heißt aber nicht, dass ich möchte, dass man den Taktfahrplan für den Ausflugsverkehr bricht.


    Das hat immerhin den Vorteil, dass ein Fahrdienstleiter einen Streckenabschnitt ueberwacht und dabei mehrere Fahrzeuge steuern kann.

    Total autonom verkehrende Fahrzeuge halte ich hingegen fuer utopisch.

    Ich sehe autonome Fahrzeuge dort, wo man flexibel auf die Nachfrage reagieren möchte (z.B. U-Bahnen). Bei dem dünnen Taktverkehr sehe ich Personal am Zug für Abfertigung, Fahrkartenkontrolle, Service, etc. als durchaus sinnvoll.

  • Gerade die Abfertigung kann m.E. sehr gut fernueberwacht werden. Und bei duennen Verkehren mit Bedarfshalten ist deren Anzahl wohl auch ueberschaubar und somit fuer den Fdl leicht zu bewerkstelligen.

    Bei U-Bahnen spart man sich m.E. vor Allem eine Armee von Fahrern und das ist mittlerweile nicht nur eine Kostenfrage, sondern auch eine Moeglichkeit dem Personalmangel entgegenzutreten.