INDONESIEN

  • HUFI kann uns sicher mit Dampf aus der Ecke verwöhnen.

    Na ja - etwas habe ich auf Java (JAWA) schon erlebt. Meine erste Reise 1986 war nur sehr kurz. Ich musste - bedingt durch eine Infektion - die Reise nach einer Woche abbrechen. Kleine Höchstleistung dazu : Ich schaffte es von Ost-Java nach Wien Schwechat in 36 Stunden - mit Rikscha, Jeep, Inlandsflug und Direktflug von Jakarta nach Wien mit der überbuchten (!!!) KLM. Ja die flog damals noch direkt von Österreich nach SO-Asien.

    Im KFJ in Wien stellte man dann eine Infektion mit Schweinepest fest - obwohl die Lehrbücher angeblich sagen, dass die Krankheit nicht auf Menschen übertragen wird .....

    1987 wollte ich es dann aber gnau wissen und bereiste Java sechs Wochen lang von West nach Ost.

    Insgesammt war ich sechs Mal auf Java - und nicht nur wegen der Zuckerrohrbahnen - auch die Kultur ist nicht zu kurz gekommen.

  • Einige Daten zu den Plantagenbahnen auf Java :

    Stand 1986 / 87 :

    48 Zuckerfabriken mit Dampfbetrieb, zum Teil 60 bis 80 Jahre alt.

    7 verschiedene Spurweiten :

    600, 670, 700, 720, 750, 900, 1067 mm

    Lokomotiven :

    Größtenteils D-Kuppler mit Klien-Lindner Hohlachsen, aber auch B+B Mallet, und C sowie B1 – Typen. Wenige B und E – Kuppler

    Lokomotivlieferungen :

    Baldwin, BMAG ( Schwartzkopf ), Borsig, Breda, Couillet, Decauville, Dickson, Ducroo & Brauns, Hartmann, Hanomag, Henschel, Hunslet, Jung, Krauss, Li Ho, O&K, VIW

    Etwa 75 % deutsche Lokomotiven, davon großteils O&K

    Ursprünglich Tenderloks, später meist mit Zusatztender ausgerüstet

    Die Netze der Plantagenbahnen haben/hatten oftmals eine Ausdehnung von bis zu 50 km.

  • 1987 auf Java in der Zuckerfabrik "Gondang Baru" : Hier wurde das angeschlossene Plantagenbahnnetz fast ausschließlich nur mit Dampflokomotiven bedient. Die Gleisanlagen der sich oftmals verzweigenden Linien in den Plantagen waren in der für uns ungewohnten Spurweite von 700 mm ausgeführt. Auch die Rangieranlagen in der Fabrik haben die gleiche Spurweite und wurden von "Linke-Hofmann" und "Orenstein & Koppel"-Vierkupplern befahren.

    Der Bahnhof der PJKA (indonesische Staatsbahn) ist einige Kilometer von der Zuckerfabrik entfernt und durch ein Übergabegleis in der Spurweite von 1067 mm mit dem Werk verbunden.

    Hier besorgte die älteste Plantagenlokomotive Javas (in der neuen Schreibweise: Jawa) ein- bis zweimal wöchent­lich den Transport der Melassewaggons. Sie stand im Eigentum der Zuckerfabrik und trägt den Namen "SIMBAH" was übersetzt soviel wie "Großvater" heißt.

    Und ein Großvater - mit bewegter Geschichte - ist diese Lokomotive ja wirklich. Sie wurde 1890 als Bau-Nummer 65 von der "Machinefabriek Backer & Rueb, Breda, Niederlande" gebaut. Ihren lang­jährigen Einsatz absolvierte sie bei der "Oost-Java-Stoomtram" als Nr.11. Von hier wurde sie an die Zucker­fabrik Taskimadoe (heute Tasik Madu) verkauft. Hier erhielt die Maschine im Jahr 1927 einen Tauschkessel von Orenstein & Koppel mit der Nummer 11531.

    Wie lange die Lokomotive als Nr.VIII bei Tasik Madu ihren Dienst ver­sah, ist nicht genau feststellbar. Jedenfalls befand sie sich 1983 bereits bei der Zuckerfabrik Gondang Baru, wo sie 1987 noch Dienst versah und die abgebildeten Fotos aufgenommen wurden.

  • Von der Zuckerfabrik in KEDIRI wurden noch 1987 die Melasse - Waggons wöchentlich von einer Staatsbahn-Dampflok abgeholt und zum Bahnhof überstellt.

    Einmal editiert, zuletzt von HUFI (14. Dezember 2023 um 13:53)

  • KERETA API PERHUTANI CEPU

    Neben -damals noch- zahlreichen Zuckerrohr - Plantagenbahnen in kleinen Spurweiten, existierte in Cepu ein interessantes Waldbahnnetz in der Spurweite von 1067 mm. Hier wurden aus den staatlichen Teakholzplantagen die Stämme mit Schwartzkopff (BMAG) Fünfkupplern und langen Zügen zu den Lagerplätzen der Verwaltung in Cepu gebracht. Zum Einsatz kamen abwechselnd vier baugleiche Dampflokomotiven. Nach Einstellung der Schlägerungen hat man Teile des großen Netzes zu einer Museumsbahn umgewidmet.