[DE] Siebenjähriger steuert Zug nach Berlin

  • Eine recht nette Geschichte steht im Nordkurier:

    Siebenjähriger steuert Zug nach Berlin
    Diesen Tag wird der kleine Neo nie vergessen. Seine Mutter hat dem Erstklässler die größte Überraschung organisiert, die man einem Lok-Fan machen kann.
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    Siebenjähriger steuert Zug nach Berlin

    Prenzlau / Lesedauer: 2 min

    Diesen Tag wird der kleine Neo nie vergessen. Seine Mutter hat dem Erstklässler die größte Überraschung organisiert, die man einem Lok-Fan machen kann.

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    Veröffentlicht:28.12.2023, 11:47

    100 Euro - das ist viel Geld für eine alleinerziehende Mutter. Jana Sadlowski zögerte deshalb einen Moment, als sie erfuhr, wie teuer die Überraschung für ihren Jüngsten werden sollte. Doch dann warf sie einen Blick auf ihren Kleinen und sah in dessen Augen ein Leuchten. Einen Moment später schickte sie die Buchung ab. Kurz zur Vorgeschichte: Die Prenzlauerin hatte vor Weihnachten von der Möglichkeit von Führerstandsmitfahrten bei der Deutschen Bahn erfahren. Und weil ihr Erstklässler von nichts anderem sprach als von Zügen und Loks, fasste sich die Kreisstädterin ein Herz und schrieb das Unternehmen an. Deren Antwort kam auch prompt, allerdings mit anfangs erwähntem Verweis auf die Kostenpflichtigkeit.

    Doch als es später um die Terminvereinbarung ging, wurde die kleine Familie positiv überrascht.

    Nicht ein Cent

    Das Unternehmen wollte nämlich nicht einen Cent dafür in Rechnung stellen, dass Neo samt Mama beim Lokführer einsteigen und von Prenzlau nach Berlin und zurück fahren durfte. „Sie glauben gar nicht, wie glücklich wir waren“, verriet Jana Sadlowski, deren ältester Sohn gerade seine Ausbildung absolviert hat, dem Uckermark Kurier.

    Als Neo einen Tag vor Heiligabend ins Führerhaus kletterte, habe seine Begeisterung keine Grenzen gekannt, schilderte die bei Boryszew beschäftigte Produktionsmitarbeiterin rückblickend die Szene. Stolz wie Bolle habe ihr Knirps die ganze Zeit neben dem Bahnmitarbeiter gesessen und die Technik bestaunt. „Aber nicht nur das. Auch die Umgebung hat uns in ihren Bann gezogen. Durch die große Panoramascheibe hatten wir schließlich einen herrlichen Blick nach draußen. Wahnsinn, auch ich war total aus dem Häuschen.“

    Im Gespräch mit dem netten Lokführer habe sie auch viel Wissenswertes über das Bahnfahren erfahren, beispielsweise warum es Verspätungen gebe, für die niemand etwas könne, setzte die zweifache Mutter hinzu: „Wir haben an diesem Tag live miterlebt, dass eine Schranke nicht herunterging und wir deshalb warten mussten. So etwas ist natürlich für alle Beteiligten ärgerlich, aber der wartende Fahrgast am Bahnhof bekommt davon natürlich nichts mit.“ Sie sehe jetzt auch die Streiks bei der Bahn mit anderen Augen, erklärte die Mama von Eisenbahn-Fan Neo: „Das ist echt ein anspruchsvoller Job, den die Menschen da haben. Der muss auch gut entlohnt werden.“

    An die Redaktion gewandt hat sich die 50-Jährige, weil sie zum einen allen Beteiligten, allen voran Lokführer Marko vom Team Eberswalde, Dank sagen möchte. „Mir ist es aber auch wichtig, die Bahn ein bisschen ins bessere Licht zu rücken. Meist hört man ja nur die schlechten Nachrichten, also davon, wenn irgendetwas nicht geklappt hat. Dass dort aber viele Menschen einen tollen Job machen, wird leider oft vergessen. Das ist schade.“

  • Die Überschrift verwirrt ein bisserl, der Bub hat keineswegs gesteuert, sondern fuhr einfach mit.

    Der Schienenverkehr wird durch Schienenersatzverkehr meist schlecht oder garnicht ersetzt.