[UK] Löwinnen und Prinzessinnen: Londoner S-Bahn bekommt Namen und Farben

  • Löwinnen und Prinzessinnen: Londoner S-Bahn bekommt Namen und Farben
    Obwohl oberirdisch, fristen Londons sechs Overground-Linien im Vergleich zur unterirdischen Tube ein Schattendasein. Das soll sich nun ändern.
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    Obwohl oberirdisch, fristen Londons sechs Overground-Linien im Vergleich zur unterirdischen Tube ein Schattendasein. Das soll sich nun ändern.

    Seit 2007 gibt es in London auch die „Overground“ genannte S-Bahn

    Seit 2007 gibt es in London auch die „Overground“ genannte S-Bahn

    15. Februar 2024,
    19:23 Uhr

    „Mind the gap!“ Die Londoner U-Bahn, ihre Durchsagen, Symbole und die Namen der einzelnen Linien sind weltberühmt. Nun ändert sich der Übersichtsplan des Londoner Nahverkehrs verändert sich: Zur besseren Unterscheidung erhalten die sechs Linien der „Overground“ genannten S-Bahn bald eigene Farben und Namen und sollen dann besser von den U-Bahn-Linen der „Tube“ zu unterscheiden sein. Die größte Überarbeitung der jüngeren Geschichte soll Einheimischen wie Touristen helfen, sich besser im Nahverkehr der britischen Hauptstadt zurechtzufinden, wie der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan ankündigte.

    Bisher sind alle Overground-Linien mit doppelten orangen Linien auf dem Plan gekennzeichnet – Kritiker betonen, die „Masse orangefarbener Spaghetti“ mache es für einige Fahrgäste schwierig, die benötigte Verbindung zu finden. Das Netzwerk war 2007 als Ergänzung zur U-Bahn – der „Tube“ – entstanden und ist seitdem stark ausgebaut worden.


    Die neuen Farben und Namen der S-Bahn-Linien

    Die neuen Farben und Namen der S-Bahn-Linien © Transport for London (TfP)

    Löwinnen und Erinnerung an Prinzessin Diana

    Die neuen Identitäten der Overground-Linien würdigten auch verschiedene Teile der lokalen Geschichte und Kultur, sagte Khan. So bezieht sich die „Lioness“ (Löwin) getaufte Verbindung von Euston nach Watford Junction auf den Spitznamen der englischen Frauen-Fußballnationalmannschaft – die „Lionesses“ waren im Wembley-Stadion, an dessen Station die Linie hält, 2022 Europameisterinnen geworden. Auf dem Fahrplan taucht sie künftig mit parallelen gelben Linien auf.

    Die blaue „Mildmay“-Linie von Stratford nach Richmond beziehungsweise Clapham Junction ehrt mit ihrem Namen das Krankenhaus Mildmay Mission Hospital. Es spielte eine wichtige Rolle bei der Behandlung von HIV-Patienten in den 1980er-Jahren und wurde mehrmals öffentlichkeitswirksam von Prinzessin Diana besucht. Die Kosten für die Umgestaltung der Fahrpläne betragen rund 6,3 Millionen Pfund (7,37 Millionen Euro). Die neuen Farben und Namen sollen von August an gelten.


    Die weiteren Linien und ihre Farben:

    „Windrush“ (rot) von Highbury & Islington nach Clapham Junction/New Cross/Crystal Palace/West Croydon. Der Name kommt von der sogenannten Windrush-Generation, Gastarbeiter aus der Karibik, die vor gut 75 Jahren ins Land kamen. Die Bezirke, durch die die Verbindung führt, haben noch heute enge karibische Verbindungen.

    „Weaver“ (kastanienbraun) von Liverpool Street nach Cheshunt/Enfield Town/Chingford. Einige Halte der „Weber“-Linie sind wegen ihrer Bedeutung für die britische Textilindustrie bekannt.

    „Suffragette“ (grün) von Gospel Oak nach Barking Riverside. Der Name bezieht sich auf die Suffragetten, Vorkämpferinnen für Frauenrechte zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die oft aus Arbeitervierteln im Londoner Osten stammten. In Bakling lebte die älteste Suffragette Annie Hugget, die 103 Jahre alt wurde.

    „Liberty“ von Romford nach Upminster. Die Verbindung betont die „Freiheit“, die ein „ein prägendes Merkmal Londons“ sei. Außerdem werde damit auf die historische Unabhängigkeit der Bevölkerung des Bezirks Havering verwiesen, der durchquert wird.