Was tun, wenn die AirPods aufs U-Bahn-Gleis fallen?

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    Die teuren weißen Kopfhörer stürzen zu Tausenden auf den Gleiskörper. Das hat Folgen – vor allem für die U-Bahn-Intervalle. Für die Besitzer geht es meist gut aus.

    Von Maximilian Fally

    19.02.24, 05:00

    Rushhour in Wien. Zwischen zwei Stationen kommt eine U-Bahn zum Erliegen. "Sehr geehrte Fahrgäste, es kommt zu einem Aufenthalt". Gleisstörung? Vielleicht. Ein fehlerhafter Zug? Möglich. Oder, nicht weniger wahrscheinlich: Ein Team der Wiener Linien fischt gerade einen kleinen weißen In-Ear-Kopfhörer aus dem Gleisbett.

    Tatsächlich landeten im Jahr 2023 über 5.000 Gegenstände auf den Wiener U-Bahn-Gleisen – die Mehrheit davon waren AirPods. Mittlerweile müssen die Kopfhörer derartig oft aus dem Gleisbett geborgen werden, dass selbst die Wiener Linien das Ganze mit Humor nehmen.

    Auf den ersten Blick mögen diese Zahlen reichlich kurios wirken. Auf den zweiten Blick zwar immer noch, ob der kompakten Form des Apple-Produkts allerdings auch nachvollziehbar – derjenige, dem die kleinen Kopfhörer noch nie aus den Ohren gefallen oder den Händen gerutscht sind, werfe den ersten AirPod (aber bitte nicht auf die Gleise). Doch was tun, wenn einem dieses Hoppala tatsächlich einmal inmitten einer U-Bahn-Station passiert und der Ohrstöpsel ins Gleisbett kugelt? Der KURIER hat nachgefragt.

    Auf keinen Fall selbst ins Gleisbett klettern

    Der verlorene Gegenstand mag noch so wertvoll sein, das Betreten des Gleisbereichs ist niemals eine gute Idee. Selbst auf die Gleise hinabzuklettern ist höchst lebensgefährlich und strengstens verboten. Grund dafür sind nicht nur herannahende Züge, auch Starkstrom sorgt im Gleisbett für akute Lebensgefahr. Die Linien U1, U2, U3 und U4 fahren nämlich mit Stromschiene. Diese gelbe Lebensader der Wiener U-Bahn führt ständig Strom: 750 Volt fließen hier!

    Über die Notrufstelle kann Hilfe geholt werden

    Wenn der AirPod auf die Gleise gefallen ist, gilt es Ruhe zu bewahren. Falls sich im Stationsbereich Servicemitarbeiter der Wiener Linien befinden, helfen diese gerne weiter. Sollte das nicht der Fall sein, kann man über die Notsprechstelle Kontakt mit dem Servicepersonal aufnehmen. Diese Sicherheitseinrichtung gibt es auf jedem Bahnsteig der Wiener Linien und ist dank des grünen SOS-Würfels leicht zu finden. In den großen Stationen Praterstern, Westbahnhof, Stephansplatz und Schwedenplatz weisen zudem Bodenmarkierungen auf die Sicherheitseinrichtungen hin.


    Unter dem SOS-Würfel sind der Zugnotstopp und die Notrufstelle angebracht. Drückt man den kleinen Hebel an der Notrufstelle hinunter, meldet sich nach wenigen Sekunden über einen Lautsprecher die Leitstelle.


    Was tun, wenn die AirPods aufs U-Bahn-Gleis fallen?

    Die Mitarbeiter der Leitstelle wissen umgehend, von wo der Notruf kommt – und sehen es auch: Die Livebilder aus den Überwachungskameras erscheinen automatisch auf ihren Monitoren. Sie organisieren dann Servicepersonal in der Nähe, das in die Station kommt, um den abgestürzten AirPod zu bergen.

    Alternativ ist es auch möglich unter der Nummer +43 1 7909 100 beim Kundendialog der Wiener Linien anzurufen.

    Die Bergung erfolgt durch geschulte Mitarbeiter

    Sobald sich das Personal der Wiener Linien vor Ort befindet, wird der verlorene AirPod gesichtet. Liegt der Kopfhörer weit genug von der Stromschiene weg, kann er umgehend geborgen werden. Hierzu wird der Betrieb kurzzeitig unterbrochen. In diesem Fall dauert die Bergung nicht lange und kann rasch und kostengünstig erfolgen.

    Befindet sich der Gegenstand allerdings zu nahe an der Stromschiene, muss der Strom abgeschaltet werden. Das geht nur in der betriebsfreien Zeit, also wenn die U-Bahn nicht mehr fährt. In diesem Fall wird mit der Person, die den AirPod verloren hat, eine Abholung zu einem späteren Zeitpunkt vereinbart, zum Beispiel am nächsten Tag in einem Service-Center.

    Auch wenn diese Prozesse relativ unkompliziert sind, bitten die Wiener Linien ihre Fahrgäste darum, gut auf ihre Gegenstände aufzupassen. Nicht zuletzt, damit kleine weiße In-Ear-Kopfhörer in Zukunft seltener für Verzögerungen im U-Bahn-Betrieb sorgen.

  • Deppertes Klumpert, laßts es liegen oder verrechnets den Dodeln ordentlich ein Geld, wenn man einen Aufwand betreiben muß.

    Der Schienenverkehr wird durch Schienenersatzverkehr ersetzt.