[SK] Bahnreise in der Slowakei

  • Die Slowakei war für mich bisher nur Bratislava und Košice schon länger auf der DO-TO-Liste.
    Da mein Reisekumpel einige Urlaubstage abbauen musste ein guter Grund für eine Bahnreise ins Nachbarland.
    Die Tickets buchte ich auf ZSSK.SK und die Preise erstaunlich günstig.
    Bratislava hlavná stanica nach Košice 1.Kl. und Reservierung um 25 Euro p.P.

    Eigentlich sollte die Anreise nach Bratislava keine besondere Herausforderung und mit dem Klimaticket preiswert sein, aber die ÖBB hat es wieder Mal vermasselt. Extra einen REX früher angepeilt, damit wir 1h25m für den Bus 93 von Petržalka nach Bratislava hlavná stanica ausreichend Zeit haben.
    So wie immer ausreichend Puffer, aber leider kam es zu einer erheblichen Verspätung von mehr als 1 Stunde.
    Und diese wurde leider immer nur im 10-Minuten-Takt länger, was die Planung dann besonders schwer macht. Warum auch immer man eine Streckenunterbrechung nicht gleich richtig bekanntgeben kann? Inzwischen kamen immer mehr Reisende vom nächsten REX, der ebenso auch Verspätung hatte.
    Also war schon mal klar, dass der REX überfüllt sein wird. Baustellenbedingt gibt es bekanntlich derzeit nur diese Möglichkeit.
    Oder man nimmt besser gleich den Flixbus, der sogar günstiger als das ÖBB Sparticket ist (mein Mitreisender hat kein Klimaticket).
    Die Zeit verging und unser EX 605 Tatran in 1.Kl. mit Reservierung nach Košice fraglich.
    Einzige Möglichkeit unseren engen Reiseplan einhalten zu können war nur noch eine Taxifahrt um 80 Euro.
    Damit schafften wir es dann zeitgerecht zum EX 605 am Bahnsteig in Bratislava hlavná stanica.
    Der nächste EX wäre zwei Stunden später gefahren, unsere Tickets aber zeitgebunden mit Reservierung.
    Und wir wollten an dem Tag nach der langen Bahnfahrt noch so viel wie möglich von Košice sehen.
    Unsere Taxifahrt problemlos, was die Stimmung anhob.

    Unser EX 605 war bereits am Bahnsteig bereitgestellt und Waggon 1 von 10 am Zugende.
    Noch vor dem Einsteigen hörten wir nebenan einen fauchenden und pfeifenden Dampflok Sonderzug abfahren und da im letzten Waggon noch Zeit für einige Bilder und Video. Sonderfahrt an einem Mittwoch? Wie wir dann später mitbekamen war am Mittwoch in der Slowakei ein Feiertag. Der VE-Day.
    Dafür ist Christi Himmelfahrt dort kein Feiertag.:huh:


    Fortsetzung folgt ...

  • Für alle Personen/EU-Bürger über 65 Jahre gibt's ganz tolle Ermäßigungen bis 75%, sofern man sich einmalig ein Berechtigungsticket am Bahnhof kauft (kostet einen klacks).

  • Für alle Personen/EU-Bürger über 65 Jahre gibt's ganz tolle Ermäßigungen bis 75%, sofern man sich einmalig ein Berechtigungsticket am Bahnhof kauft (kostet einen klacks).

    War mir auch bekannt, aber gilt nicht für 1. Klasse und die hatten wir uns für die längeren Strecken auf Grund der günstigen Ticktes geleistet. Die Berechtigungskarte kann man leider nicht online erwerben. Zum Anstellen am Schalter hatten wir aber keine Zeit.

  • Unser Waggon rund 1/3 belegt, aber die 2.Kl. Waggons füllten sich ziemlich, insbesondere auch bei den weiteren Stationen.
    Pünktlich ging es los (so wie auch unsere anderen Bahnfahrten inklusive funktionierender Türen und WCs)
    Zur Begrüßung gab es von der Zugbegleiterin eine Flasche Mineralwasser. Tickets am Smartphone gescannt und alles passte!
    Es hätte auch einen Speisewagen gegeben, aber uns reichte das Bistroservice mit Kaffee am Platz.

    Unser Tagesziel heute war die zweitgrößte slowakische Stadt, Košice.

    Die Bahnstrecke hat uns gut gefallen, überhaupt der zweite Teil durch die bewaldeten Hügel, Seen, Flüsse und der Ausblick auf die Hohe Tratra. Und es ist nicht nur flach: Bratislava 160 Meter, Štrba 900 Meter und Košice 200 Meter Seehöhe.
    Der Waggon und die Sitze sehr angenehm und WLAN funktionierte zeitweise (also wie bei uns).

    Einige Bahnhöfe bereits zeitgemäß, aber etliche Bahnhöfe warten auf Sanierung oder sind gerade im Umbau wie der Bahnhof Žilina, der auch ein wichtiger Eisenbahnkonten ist (ein neuer Zulauf und Bahnsteige bereits vor Fertigstellung).
    Sowohl auf den Waggons, also auch auf erneuerten Bahnhöfen und Streckenerneuerungen immer der Hinweis "EU Projekt".
    Man profitiert sichtlich bestens von der EU, aber die aktuelle Regierung ist sichtlich (wie Orban) anderer Meinung. Trotzdem wehen überall EU-Fahnen.

    Die Monitore im Zug zeigten abwechselnd die Stationen, die aktuellen Ankunftszeiten und die Geschwindigkeit an.
    Bis auf einen kurzen Streckenabschnitt mit 125 km/h wurde nie mehr als 118-120 km/h angezeigt.
    Ist zwar eine angenehme Reisegeschwindigkeit, aber es wunderte uns trotzdem.
    Ein Blick auf ORM zeigte aber, dass abschnittsweise auch 160 km/h möglich wären.
    Schaffen die Loks nicht mehr oder sind die renovierten Waggons nicht für 160 km/h zugelassen?

    Zwischenzeitlich verspätet (wegen der Großbaustelle in Žilina) hatten wir bei Ankunft wieder die 10 Minuten aufgeholt.
    Eine sehr angenehme Bahnfahrt, einzig die spiegelnden Fenster beim Knipsen.
    Hier einige wenige Fotos von dieser Bahnfahrt (mehr Bilder demnächst auf Youtube)

    Das war nun die erste von acht Bahnfahrten ab/bis Bratislava (ab Wien am besten mit Taxi oder Bus :rolleyes:).

    Fortsetzung folgt ...

  • Danke vor allem für das Foto von der Hohen Tatra. Wir waren Anfang November 2004 ein paar Tage in der Gegend, u. a. auch in Štrbské Pleso/Tschirmer See am Fuße der Hohen Tatra. Gesehen haben wir gar nichts, denn es herrschte dichter Nebel bis in die Tallagen. Hier zwei Belegfotos vom Bhf. Štrbské Pleso mit einem Stadler-GTW und von der Zahnradstrecke in Richtung Štrba/Tschirm:

    Foto: dr. bahnsinn, aufgenommen am 1. 11. 2004.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Danke für den Reisebericht! Sehr interessant!

    Freut mich wenn das Thema von Interesse ist. Ist ja gleich nebenan und unkompliziert.

    Gesehen haben wir gar nichts, denn es herrschte dichter Nebel bis in die Tallagen.

    Oje, das ist dort ziemliches Pech, aber eben November. Also bei uns war am See durchaus brauchbares Wetter.
    Wolkig und sonnig, angenehme Temperatur und weder stürmisch noch Regen (aber nicht nur dort sondern die ganze Bahnreise)
    Ich denke einige Bilder werden es beweisen. Aber es dauert noch, weil es davor noch andere Ziele gab.

    Einmal editiert, zuletzt von CA1 (20. Mai 2024 um 07:41)

  • Der Bahnhof Košice ist moderner und größer als Bratislava hl.st.
    Ist bekanntlich auch ein wichtiger Eisenbahnknoten auf der Strecke nach Ungarn und Ukraine.
    Unser Hotel nur 800 Meter vom Bahnhof entfernt und auch nur ein kurzer Weg ins sehenswerte Zentrum.

    Die Altstadt schön gepflegt und von überschaubarer Größe. Da Feiertag war, flanierten viele Leute durch die Altstadt und die Parkanlage. Und auch die Eisdielen und Schanigärten waren sehr gefragt.

    Die Preise sind zwar günstiger als bei uns, aber nicht mehr wie noch vor Jahren.
    Die Qualität passt, die Leute sind freundlich und kundenorientiert und in Restaurants und Hotels wurde oftmals auch deutsch gesprochen. Und nicht nur hier sondern auf der gesamten Tour.

    Am nächsten Tag zuerst unsere Rucksäcke bei der Gepäcksaufbewahrung deponiert und Frühstücken am Bahnhof.
    Und danach noch ein Spaziergang durch die nahe gelegene ruhige Fußgängerzone der Altstadt.
    Zurück zum Bahnhof, denn unsere nächsten Bahnfahrten und Ziele warteten (kein Tag ohne Bahn ;)).

    Hier einige wenige Fotos von Košice (mehr Bilder auf Youtube)


    Fortsetzung folgt ...

  • Kein Tag ohne Bahnfahrten und so war das erste Etappenziel Prešov.

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    Heute hatten wir vor Ort unseren Reiseplan etwas geändert. Unsere Rucksäcke blieben weiterhin in der Gepäcksaufbewahrung (damit sich die 2 Euro p.P. auch auszahlten^^).

    Nach Prešov geht es zuerst die Bahnstrecke bis Kysak und dann rechts ab auf der eingleisigen elektrifizierten Bahnstrecke bis Prešov.
    Hier die Strecke auf ORM.

    Der REX 1940 um 9:43 ein lokbespannter Zug und somit freie Sicht nach hinten im letzten Waggon.
    vagonWEB » Řazení vlaků » 2024 » ZSSK REX » REX 1940
    Die Auslastung des REX überschaubar und somit ausreichend Sitzplätze mit ausreichend Ausblick zur freien Wahl.
    Das Online Ticket um 1,75 Euro (ohne Zugbindung und 24 Stunden gültig). Da brauch ich keinen Seniorenrabatt.;)

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    Nach Prešov ging die Reise nicht wegen der boomenden Industrie sondern wegen der sehenswerten Altstadt. Und vor allem der landschaftlich schönen Bahnstrecke! Der Weg ist das Ziel!

    Der Bahnhof Prešov größer als gedacht und es gibt auch eine Gepäcksaufbewahrung. Aber wie schon erwähnt blieben die Rucksäcke in Košice. In die Altstadt waren es eher wenig interessante 1,5 Kilometer. Wir hätten aber auch einen O-Bus nehmen können.

    Hier einige Fotos von der Bahnfahrt (mehr Bilder demnächst auf Youtube)

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    Fortsetzung folgt ...