Aus für AST im Bezirk Melk

  • Die Donauuferbahn im Nibelungengau haben sie erfolgreich zu Grabe getragen und jetzt haben sie mit dem AST auch kein Glück:

    Der nächste Rückschlag für den Öffi-Verkehr im Bezirk Melk

    Erstellt am 03. Juli 2024 | 05:30 Markus Glück, Denise Schweiger

    mel27-2024-bezirk melk- AST-Flex 2023

    2023: Pläne eines AST-Systems, das Gemeinde- und Kleinregionsgrenzen überschreitet, werden geschmiedet – heute rücken diese abermals in weite Ferne. Im Bild: Marbachs ÖVP-Ortschef Peter Grafeneder, Pöchlarns ÖVP-Stadtchefin Barbara Kainz sowie Hofamt Priels ÖVP-Bürgermeister außer Dienst Friedrich Buchberger (v. l.). Foto: Archiv/Krausam

    Die Idee, ein Anrufsammeltaxi-System in 14 Gemeinden umzusetzen, ist an den Kosten gescheitert. Wie es jetzt weitergeht.

    Es galt Anfang 2023 als großer Wurf in der Region. 14 Gemeinden aus den Kleinregionen „Five4You“, „Nibelungengau“ und „Donautal“ wollten sich zu einem AST-Flex-System zusammenschließen, womit per Sammeltaxi von Ybbs bis Pöchlarn und von Hofamt Priel bis Leiben kostengünstiger und bedarfsgesteuerter öffentlicher Verkehr in Anspruch genommen werde hätte können.

    Die durchgeführte Ausschreibung für die Suche nach privaten Anbietern, die die Personentransporte durchführen sollten, bedeutet aufgrund der aktuell hohen Kosten einen Rückschlag für das Projekt. Zwischenzeitlich ist auch das Melker AST-Flex-System eingestellt worden, danach wurde das Einkaufs- und Gastrotaxi „MEGI“ aus der Taufe gehoben.

    Klein-Pöchlarn steigt aus - wie auch zwei weitere Gemeinden

    In Klein-Pöchlarn stieg man vorerst aus dem Projekt aus. „Die Ausschreibung hat finanziell zu hohe Kosten ergeben. Unter diesen Konditionen werden wir nicht dabei sein. 2027 wird der öffentliche Verkehr neu ausgeschrieben, da wollen wir als Gemeinde nochmals mit ausschreiben“, erklärt Klein-Pöchlarns Bürgermeister Johannes Weiß (SPÖ).

    Durch die generelle Ausschreibung des öffentlichen Busverkehrs im Jahr 2027 erhofft sich Weiß an der B3 häufigere Taktungen samt häufigerer Ost-West-Verbindungen. „Damit wäre das AST-Flex ein guter Zubringer aus den umliegenden Gemeinden, was eine flexiblere Lösung auch für das südliche Waldviertel bedeuten würde“, glaubt Weiß.

    „Verfolgen das Thema in unserem eigenen Wirkungsbereich“

    Ähnlich wie Klein-Pöchlarn ist auch Marbach aus dem Projekt ausgestiegen. In Ybbs, wo man seit Jahren an einem Anrufsammeltaxi-System arbeitet, war man anfangs ebenso beim Regionsmodell dabei. Jetzt entschied man sich in der Donau-Stadt auch dafür, sich aus dem Vorhaben zurückzuziehen.

    „Nachdem das Projekt AST-Flex bedauerlicherweise in der anfangs vereinbarten Form nicht mehr durchführbar war, ist auch die Stadtgemeinde Ybbs nicht mehr Teil der Projektgruppe. Bis auf weiteres verfolgen wir das Thema in unserem eigenen Wirkungsbereich“, betont Bürgermeisterin Ulrike Schachner (SPÖ). Das tut man aktuell auch in Pöchlarn.

    Neuer Anlauf in der Kleinregion „Nibelungengau“

    Seit dem Vorjahr gibt es auf Initiative der Stadtpolitik das Seniorentaxi, die Fahrten selbst führt das Unternehmen Taxi-Sitz durch. „Das Angebot wird grundsätzlich gut angenommen“, sagt Barbara Kainz, ÖVP-Stadtchefin von Pöchlarn. Ob sich dieser Fahrtendienst ausweiten lässt – aktuell steht das Seniorentaxi wochentags zwischen 7.45 Uhr und 11.30 Uhr zur Verfügung –, wird sich zeigen. Denn nachdem das groß angelegte AST-Flex gefloppt ist, versucht man in Pöchlarn, eine kleinregionale Lösung mit Erlauf, Krummnußbaum und Golling zu finden.

    In der jüngsten Gemeinderatssitzung fiel der Grundsatzbeschluss, eine neue Ausschreibung zu starten. „Das muss natürlich jede Gemeinde für sich entscheiden“, gibt Kainz zu bedenken. Ob sich in der Kleinregion „Nibelungengau“ ein neues Projekt umsetzen lässt, wird sich also bei den Gemeinderatssitzungen zeigen. Und natürlich in dem Moment, in dem eine Kostenschätzung vorliegt.

    Gefunden in den NÖN.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor

  • Sie haben dort eh die Schifffahrt, was braucht man da erdgebundene Verkehrsmittel...

    Im Nibelungengau fährt auch keine Fahrgastschifffahrt. Die Wachauschifffahrt endet in Melk und stromaufwärts gibt es erst in Ardagger die Donauschifffahrt Ardagger, die im Sommer einmal nachmittäglich eine Runde durch den Strudengau fährt.

    dr. bahnsinn - der Forendoktor