Beiträge von Werner

    Der Termin für die Bürgerbefragung steht fest:

    Bürgerbefragung zum S-Link am 10. November

    Die Bürgerbefragung über die Regionalstadtbahn S-LINK wird am 10. November stattfinden. Das hat Landeshauptmann Wilfried Haslauer am Donnerstag bei der Pressekonferenz zur Regierungsarbeit seiner schwarblauen Koalition bekanntgegeben. Es gab auch eine Vorschau bis 2025.

    Online seit heute, 15.38 Uhr

    Befragt wird die Bevölkerung in der Landeshauptstadt, im Flachgau und im Tennengau, wo die neue Bahn künftig verkehren soll.

    Zitat von ORF Salzburg Ende.

    Immerhin: Gefragt nicht mehr, ob die Bahn gebaut werden soll, sondern wo sie fahren soll.

    Das wäre ein schönes Beispiel der Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik:

    Angaben: x Autos pro Tag, y Züge pro Tag.

    Frage: Wie wahrscheinlich ist es, dass Zug und Auto gleichzeitig an der EK zusammentreffen?

    Randbedingung: Angenommen wird, dass Auto und Zug ungebremst in die EK einfahren.
    Betreffend Autos entspricht das leider auch meiner wiederholten Beobachtung, jedenfalls an EKn, die nur mit Andreaskreuz und STOP-Tafel gesichert sind.


    Im Studium mussten wir die Wahrscheinlichkeit berechnen für die Kollision eines Raumschiffes (z. B. Apollo x) mit einem Meteoriten.

    Ehrlich gesagt, die betreffenden Formeln könnte ich heute nicht mehr herleiten.

    ORF Salzburg meldet heute:

    S-Link: Beschwerde gegen positiven Umweltbescheid

    Die Initiative gegen die unterirdische Verlängerung der Salzburger Lokalbahn S-Link hat nun Beschwerde gegen den Umweltbescheid des Landes beim Bundesverwaltungsgericht eingebracht.

    Online seit heute, 19.6.2024, 16.28 Uhr

    Für den Streckenabschnitt vom Hauptbahnhof bis zum Mirabellplatz liegt seit kurzem ein positiver Bescheid auf. Dagegen hat die Initiative Stopp U-Bahn eine Beschwerde mit 20 Seiten eingelegt.

    Verweis auf Risiken

    Bereits die ersten 850 Meter würden enorme Belastungen und Risiken bergen, lautet eines der Argumente der S-Link-Gegner.

    Ende der ORF-Meldung.

    Mehr Argumente wurden in der Meldung nicht genannt.

    Nur zum Vergleich: Gegen die Wiener U-Bahn-Bauten ist mir keine einzige Beschwerde bekannt.
    Klar: Die Wiener U-Bahn und der Salzburger S-Link sind nicht wirklich vergleichbar. Aber die Eingriffe an der Oberfläche während des Baus haben schon viele Ähnlichkeiten.

    Da wird man beim künftigen Renaturieren der Salzach ein Problem haben

    Da hast Du vollkommen Recht.
    Aber das Beispiel zeigt wieder einmal den scheints kontradiktorischen Gegensatz zwischen Natur und Umweltschutz einerseits und wirtschaftlichem Denken (Kosten, Wirtschaftswachstum?) andererseits.

    Wenn man will, dann kann man diese Gegensätze in der aktuellen Bundesregierung verkörpert sehen.

    Beim Beispiel der Pinzgauer Lokalbahn waren offensichtlich die Kosten ausschlaggebend: Einerseits Hochwasserschutz durch einen Damm, andererseits eine neue, hochwassergeschützte(?) Trasse für die PLB. Man wollte die Synergie nützen.

    Ob der Hochwasserschutz-Damm auf lange Sicht ausreichen wird, das wird die Zukunft zeigen. Der Damm sollte neue, nutzbare Wiesenflächen für die Landwirtschaft bringen. Ob die Natur in Form der Salzach sich wieder ihren eigenen Weg bahnen und die Wiesenflächen sich wieder holen wird???

    Damit sind wir mitten in der aktuellen politischen Diskussion.

    Um den aus meiner Sicht stark überladenen Thread zum Thema S-Link von dem dual ergänzenden Thema Salzburger Obus etwas zu trennen, hier eine - im Kontrast zum früheren, dankenswerterweise von dr. bahnsinn mittlerweie geänderten Thread-Titel - positive Meldung über den Salzburger Obus:

    Stadt macht Millionen für Obus-Verdichtung frei

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    Bild: ORF/Georg Hummer

    Der Senat der Stadt Salzburg hat am Montag einstimmig 5,25 Millionen Euro für den Ausbau von drei Obuslinien beschlossen. Konkret soll die Linie 12 ab Dezember den ganzen Tag über fahren. Die Linien 9 und 10 sollen ab September 2025 im Zehn-Minuten-Takt unterwegs sein.

    Online seit heute, 18.6.2024, 6.00 Uhr

    Von der Verdichtung profitieren sollen unter anderem die Stadtteile Taxham, Maxglan, Sam, Gnigl, Gneis und die Josefiau. Die Linie 12 fährt derzeit ja nur zu den Stoßzeiten in der Früh und am Abend von der Josefiau im Süden der Stadt über die Nonntaler Brücke und die Fürbergstraße zur Lehener Brücke und dann weiter bis zum Europark. Diese Linie soll künftig den ganzen Tag über unterwegs sein. Zusammen mit der Linie 11, die von der Messe über Salzburg-Leopoldskron zur Josefiau fährt, ergebe sich so ein Ring des öffentlichen Verkehrs rund um die Altstadt, betonte Verkehrsstadträtin Anna Schiester (Grüne).
    Die Linien 9 (Europark-Justizgebäude) und 10 (Sam-Walserfeld) fahren bisher nur alle 15 Minuten. Sie sollen durch die zusätzlichen Mittel ab Herbst 2025 im Zehn-Minuten-Takt unterwegs sein.

    Endgültige Freigabe am 3. Juli

    Den neue gegründeten Salzburg Linien Verkehrsbetrieben sei es insbesondere gelungen, neues Personal zu finden. Daher sei auch eine Taktverdichtung möglich, sagte Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) dazu. Endgültig beschlossen wird der Obus-Ausbau am 3. Juli im Gemeinderat.

    Ende des Zitates von ORF Salzburg.

    Dazu passend auch die Pressemeldung der Stadt Salzburg.

    Anmerkungen:

    • Sehr gut finde ich, dass nunmehr auch die - nach Wiener Nomenklatur - "Tangentiallinie" 12 verdichtet wird und ganztägig fahren soll. Bisher fuhren nur wenige Obusse und zumindest teilweise im 30 Minuten-Intervall. Ebenso ist es gut, dass die Linien 9 und 10, die nach meiner Beobachtung gut frequentiert werden, dann öfter fahren sollen. Wenn auch leider erst ab Herbst nächsten Jahres.
    • Neue (O)-Bus Fahrer(innen) konnte ich in der letzten Zeit öfters beobachten. Die Tatsache, dass es mehr Personal gibt, ist sehr erfreulich. Insbesondere hat man den Eindruck, dass die Stimmung unter den Fahrer(innen) sehr gelasssen, ruhig und freundlich ist. Gerade gestern konnte ich zwei Mal beobachten, wie eine junge Fahrerin und ein junger Fahrer selbstverständlich, flink und freundlich für Rollstuhlfahrer die Einstiegsklappen geöffnet haben.
      Vor einiger Zeit ein Gegenbeispiel in Wien bei der peripheren Bus-Linie 50B: Heftige Vorwürfe einer Rollstuhl-Begleitperson an die Bus-Fahrerin, die die Klappe für den Rollstuhl nicht geöffnet hatte. Klar, dass der Streit zu einer Verzögerung der Abfahrt geführt hat. Naja. Ein Versehen der Fahrerin? Es herrschte schon abendliche Finsternis.

    Großer Jubel im Pinzgau. ORF Salzburg berichtet:

    Pinzgaubahn wieder bis Mittersill: Pendler atmen auf

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    Bild: ORF

    Knapp drei Jahre nach den schweren Hochwasser- und Unwetterschäden fahren die Züge der Pinzgauer Lokalbahn seit Montag wieder von Zell am See bis Mittersill. Davor war ja in Niedernsill Endstation. Das lässt Pendlerinnen und Pendler aufatmen. Allerdings: Ab wann die Bahn wieder bis zur Endstation Krimml fährt, ist noch unklar.

    Online seit heute, 17.6.2024, 16.18 Uhr

    [...]

    Mit Montag wurden auch einige zusätzliche Zugverbindungen in den Fahrplan aufgenommen – ein neuer täglicher Frühzug um 5.00 Uhr und drei zusätzliche Züge am Abend nach 20.00 Uhr.

    Für Schülerinnen „befreiend“

    Die Schülerinnen und Schüler in Niedernsill waren Montagfrüh jedenfalls froh über die zumindest zum Teil wieder hergestellte Zugverbindung: „Wir haben mit Schienenersatzverkehr fahren müssen, also mit dem Bus. Und jetzt geht der Zug wieder und es ist voll befreiend“, sagte Lena Hartl aus Kaprun. „Es ist voll cool, weil jetzt brauchst du nicht mehr umsteigen. Und jetzt haben wir auch immer einen Platz zum Sitzen.“

    Für Sophia Gruber war es „jetzt schon eine Umstellung, weil wir zum ersten Mal mit dem Bus gefahren sind, also mit Schienen-Ersatz. Und jetzt müssen wir aber zu der Zughalterstelle gehen und die Ausstiegshaltestellen sind jetzt anders.“ Lena Heugenhauser aus Maishofen ergänzte: „Ich fahre bis Bramberg, ich habe heute mündliche Matura. Das ist der letzte Tag nochmal, wo ich mit dem Zug rauffahren kann.“

    Zitat Ende.

    Quelle: ORF Salzburg.

    Nach meiner Erfahrung finden Streiks in Italien, zumeist bei den Öffis, vielfach unangekündigt, zu beliebiger Zeit statt.

    Vor einigen Jahren, auf einer Bahnreise mit dem Nachtzug Wien-Venedig zu einem verlängerten Wochenende (Do-So) fuhr unser Zug zuerst ganz flott dahin. Bis der Zug irgendwo zwischen Udine und Portogruaro in einem kleineren Bahnhof hielt. Durchsage aus dem Bahnhofslautsprecher. "Sciopero" - Streik.
    Für uns aus unerklärbarem Grund. Ein zuvor von unserem Zug überholter Güterzug hielt bald danach neben uns.
    Nach einiger Zeit ging es weiter.
    In Venedig angekommen: Streik der Vaporettos. Einzig zum Lido di Venezia fuhren einige Schiffe.
    Die konnten wir aber nicht brauchen, wir wollten mit Gepäck zu unserem Quartier beim Marcusplatz.

    Ähnlich bei der Rückfahrt: Wegen Sciopero fuhr unser Nachtzug mit zwei Stunden Verspätung.

    Mein Eindruck: Italien leidet vielfach unter Over-Tourism. Daher werden Streiks vermehrt an starken Reisetagen angesetzt.

    Es scheint, dass vor Beginn der Sommerferien noch schnell Einiges zum Thema S-Link gesagt werden soll. So häufig kommen jetzt die Meldungen. ORF Salzburg heute:

    Debatte um Briefwahl bei S-Link-Bürgerbefragung

    Kritik an der Briefwahl bei der geplanten S-Link-Bürgerbefragung in der Stadt Salzburg und einigen weiteren Gemeinden kommt von der SPÖ: Durch geänderte Regeln für Wahlkarten ließe sich das Ergebnis in der Landeshauptstadt manipulieren. Am Gesamtresultat ändere das aber nichts, betont die Landeslegistik.

    Online seit heute, 14.6.2024, 8.29 Uhr

    Stein des Anstoßes ist eine Änderung des Salzburger Volksbefragungsgesetzes, die vergangene Woche den Landtagsausschuss passierte. Die SPÖ stimmte dort dagegen. Sie stößt sich daran, dass die Stimmen per Briefwahl in jener Gemeinde gezählt werden, wo das Kuvert abgegeben wurde. Konkret könnten so S-Link-Befürworter ihr Wahlkuvert in der Stadt Salzburg abgeben und dort damit für ein positiveres Ergebnis sorgen. Das sei ein völlig anderer Umgang mit Wahlkarten als bei allen anderen Wahlen, wo die Briefwahlstimmen ja für das Ergebnis der Wohnsitzgemeinde zählen, kritisierte etwa der SPÖ-Landtagsabgeordnete Roland Meisl.

    Parteien machen Zustimmung von Stadt-Ergebnis abhängig

    Brisant ist die Gesetzesänderung vor allem deshalb, weil die meisten Parteien in der Stadt Salzburg ihre Zustimmung zu der unterirdischen Lokalbahnverlängerung vom Ergebnis der Bürgerbefragung in der Landeshauptstadt abhängig machten.

    Der Leiter der Salzburger Landeslegistik, Paul Sieberer, kann die Vorbehalte der SPÖ aus politischer Sicht deshalb zwar nachvollziehen. Juristisch sei das aber ganz anders, so Sieberer: „Es gibt ein Abstimmungsgebiet, eine Frage und einen Stimmzettel vor allem. Und dann spielt es überhaupt keine Rolle, ob ich den in der Gemeinde X abgebe, die vielleicht im Tennengau oder Flachgau liegt, oder ob ich den in der Stadt Salzburg abgebe, weil es ja am Gesamtergebnis nichts ändert.“

    Wenn einige Fraktionen in der Stadt Salzburg jetzt sagen, dass für sie das Volksbefragungsergebnis in der Landeshauptstadt zähle, dann sei das „ein Wunsch“, ergänzte Sieberer. „Das findet gar keine Deckung in irgendwelchen Rechtsvorschriften. Ergebnis ist das, was im gesamten Abstimmungsgebiet – was immer das auch sein wird, wahrscheinlich die Stadt, der Flachgau und der Tennengau – herauskommt.“

    Verfahren nach Eisenbahnrecht: Stadt hat nichts Mitzureden

    Hintergrund sei auch, dass die Stadt Salzburg im gesamten Verfahren für den S-Link nichts mitzureden hat, weil dieses nach dem Eisenbahnrecht abgehandelt wird, so Sieberer: „Das Eisenbahnrecht saugt etwa das Baurecht oder das Raumordnungsrecht, das sonst im eigenen Wirkungsbereich (der jeweiligen Gemeinde – Anm.) ist, auf. Wenn es um eine Eisenbahnstrecke geht – egal, ob unterirdisch oder oberirdisch – gilt das Eisenbahnrecht. Und dann gibt es nicht nebenbei noch das Raumordnungsrecht oder das Baurecht zu berücksichtigen. Und damit ist die Stadt außen vor.“

    Direkte Demokratie zum S-Link sei aber eingeschränkt für die Stadt durchaus möglich, sagte der Landeslegist. Man müsse nur die richtigen Fragen stellen: etwa, ob sich die Stadt am Projekt finanziell beteiligen soll.

    Zitat Ende.

    Anmerkung: Das letzte Kapitel über das Eisenbahnrecht hat aus meiner Sicht das Potential, unter Juristen im Forum für Diskussionen zu sorgen.