Beiträge von HUFI

    Bevor wir auf die Strecke gehen, besuchen wir noch das "Bahnhofsrestaurant"

    Dörfer, die auf der anderen Seite des Flusses liegen kann man über abenteuerliche Brücken erreichen :

    Verschub im Gefängnis Nr. 1 :

    Ausfahrt aus Gefängnis Nr 2 - und Ende des Berichts :

    Zu Beginn wurde die Bahn mit kleinen Tenderlokomotiven der Klasse RJ (Rongjian) eines Herstellers aus Chengdu betrieben. Später kamen Lokomotiven der Reihe C2 aus Dalian zum Einsatz. In den 1990ern wurden zwei Lokomotiven der Klasse KN angeschafft. Sie waren aber nicht mehr vorhanden - sie wurden bereits verschrottet. Mitte der 1980er Jahre kamen vier fabrikneue Loks der Type C2 von der Forstmaschinenfabrik Haerbin nach Rongshan. Diese bei unserem Besuch noch vorhanden : Nummer 210, 211, 218 und 219. Die Maschinen 210 und 218 waren an allen unseren Besuchstagen unter Dampf und im Rangier- und Streckendienst im Einsatz.

    Die beiden anderen Loks standen zur Aufarbeitung im Schuppen.

    Im Jahre 2010 hat man drei zweiachsige E-Loks gekauft. Diese standen ohne aufgebaute Stromabnehmer im Lokschuppen. Pläne zur Elektrifizierung wurden aber nie verwirklicht.

    Früher verkehrten auf beiden Strecken neun Kohlezugpaare täglich, mit denen über 1.000 Tonnen Kohle pro Tag transportiert wurden. Dazu kamen noch drei Personenzugpaare. Noch 1999 wurden zeitweise bis zu elf Zugpaare täglich gefahren. Nach Aufgabe der Linie zur „Mine 1“ und des Gefängnisbetriebes reduzierten sich die Zugleistungen auf zwei Personenzugpaare, die als gemischte Züge - also Kohlewagen und Personenwagen - fuhren. Eines am Morgen, einer am Nachmittag, fallweise kommt noch ein drittes Paar dazu. Die Züge verlassen Rongshan Tender voran bergauf .....

    .... und kehren Schornstein voran zurück.

    Bei unserem Besuch im März 2013 sahen wir die verschiedensten Zugskombinationen. Vom reinen Personenzug mit nur drei Wagen über gemischte Züge bis zum reinen Güterzug mit bis zu 25 beladenen Kohlewagen, einem Flachwagen und dem Packwagen. Meist wird der Begleitwagen auch bei Güterzügen am Zugschluss mitgeführt. Zusammen mit dem Versand anderer Güter wie z.B. von Schaltschränken und Gasflaschen sah so jeder Zug anders aus. An einem Nachmittag erreichte ein Leerzug mit 27 Wagen eine derartige Länge, daß eine Schiebelok bis Shanziba beigegeben wurde.

    DIE GEFÄNGNISBAHN VON RONGSHAN

    Mehr als fünfzehn Jahre gab es Gerüchte und Geschichten über die „GEFÄNGNISBAHN VON RONGSHAN“ in der Sichuan Provinz. Doch keine Langnase hatte sie bisher gesehen, geschweige denn fotografiert. Das Tal war hermetisch abgeriegelt, da an der Schmalspurlinie ein Gefängnis mit vermutlich politischen Gefangenen liegt. Selbst Chinesen benötigten eine Sondergenehmigung um in das Tal zu reisen. Nach Änderung der Gesetzeslage und Verlegung der Häftlinge in andere Gefängnisse in der Provinz, gelang es dem Berliner Reiseveranstalter Bernd Seiler das was andere Reiseveranstalter vollmundig angekündigt, aber nie erreicht haben : eine Reise- und Fotogenehmigung für eine Gruppe von Eisenbahnfotografen zu erwirken.

    Im März 2013 war es dann so weit : Dreizehn Fotografen und Filmer aus ganz Europa trafen sich in der Provinzhauptstadt Chengdu um „standesgemäß“ mit der Bahn zum Ausgangspunkt der Entdeckungsreise zu fahren. Hier in der „Kleinstadt“ Guangyuan mit zwei Millionen Einwohnern waren wir die ersten Europäer und entsprechend bestaunt und fotografiert wurden wir daher von der einheimischen Bevölkerung. Selbst die ansässige Presse hielt es für berichtenswert und widmete uns einen Artikel. Die Verständigung gelang mit Körpersprache und unseren mehr als rudimentären Kenntnissen der chinesischen Sprache – denn selbst im Hotel gab es niemanden, der eine andere Sprache als chinesisch beherrschte.

    Der Ausgangspunkt Rongshan der 762 mm Schmalspurstrecke befindet sich etwa 20 km östlich von Guangyuan. Im Bahnhof Rongshan sind sowohl Schmalspur- als auch Normalspurgleise verlegt. Die normalspurige Anschlussstrecke von Rongshan zum Staatsbahnhof Anjiawan wurde bei einem gewaltigen Erdbeben im Jahr 2008 stark beschädigt und seither nicht mehr instand gesetzt. Bis zum Ende des Normalspurbetriebes waren die Lokomotiven SY 1305 und 1434 eingesetzt. Beide Maschinen stehen heute noch im Bahnhof Rongshan.

    Die Gleisanlegen im Bahnhof Rongshan. Oben die Normalspur, unten die Schmalspurgleise :

    Seit der Einstellung des Betriebs auf der Normalspur wird die Kohle in Rongshan auf LKWs umgeladen und direkt zu den Abnehmern transportiert. Die Schmalspurstrecke wurde in den späten 1950ern gebaut. Der heutige Ausgangspunkt der Schmalspurbahn ist Rongshan. Vor mehr als 50 Jahren führte die Schmalspurbahn bis nach Guangyuan. Man sieht neben der Staatsbahn auch noch Brückenreste und Teile des Planums. Beginnend in Rongshan lief eine Strecke nach Nord-Osten zur „Mine Nr. 5“ in Gaokeng. Diese Strecke war lediglich etwa drei Kilometer lang. Die Kohlemine war jedoch nicht sehr ergiebig, so daß im Jahr 1999 nur noch ein Zugpaar eingesetzt wurde. Als im Jahre 2008 das Erdbeben Schäden an der Strecke verursachte, gab man den Betrieb auf dieser Linie auf.

    Der längere, etwa 7,5 Kilometer lange, Streckenteil der Bahn war bei unserem Besuch noch in Betrieb. Zu diesem Zeitpunkt war ein Ende dieser Bahn nicht abzusehen - tatsächlich wurde sie etwa ein Jahr nach unserem Besuch eingestellt .....

    Eine Verstärkung der Züge speziell an An- und Abreisetagen bei Urlauberschichtwechseln wäre zu überdenken. Ich gehe davon aus, daß der Fuhrpark nicht darauf ausgericchtet ist bzw. andere Gründe die Ursache sind.

    Früher hat man auch gewusst, an welchen Tagen üblicherweise starke Anreisen und Abreisen zu erwarten sind ......